Covid-19: Verschiedene Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen.
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Covid-19: Verschiedene Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen.

Biontech, Astrazeneca, Moderna und Co.

Corona-Impfstoffe in Deutschland - Hier finden Sie einen Überblick

  • Martina Lippl
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Die Entwicklung eines neuen Impfstoffs ist eine Herkulesaufgabe. Gegen Corona sind verschiedene Impfstoffe in Deutschland zugelassen. Hier ein Überblick.

München - Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind Covid-19-Impfstoffe eine der wichtigsten Säulen. Zu Beginn der Corona-Pandemie begann auf der ganzen Welt ein Wettlauf um die Entwicklung eines wirksamen und sicheren Impfstoffs gegen das damals neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Denn schnell war klar, dass nur ein Impfstoff das Coronavirus stoppen kann. Inzwischen haben Forscherinnen und Forscher Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickelt oder arbeiten mit Hochdruck an vielversprechenden Impfstoff-Kandidaten.

Diese Covid-19-Impfstoffe in Deutschland gibt es

In Deutschland sind derzeit unterschiedliche Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen. Es gibt derzeit die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sowie die beiden Vektorimpfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Als erster Impfstoff wurde in Deutschland das Vakzin von Biontech/Pfizer im Dezember 2020 zugelassen. Den Impfstart in Deutschland am 27. Dezember bezeichnet das Bundesgesundheitsministerium als einen „Meilenstein“. Doch die Impfkampagne verlief vom Start weg schleppend. Frust beim Thema Impfen machte sich breit. Der Impfstoff wurde, aufgrund von verspäteten Bestellungen, viel zu knapp. Inzwischen nimmt das Impftempo hierzulande an Fahrt auf. Ende August sollen Impfwillige in Deutschland ein Impfangebot bekommen, versprach Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Auf dem sogenannten Impfdashboard.de hält das Ministerium die Bevölkerung über die Impfquoten auf dem Laufenden.

Corona-Impfstoff: Chronologie der Zulassungen in Deutschland

  • Der Biontech/Pfizer-Impfstoff wurde in Deutschland am 21. Dezember 2020 zugelassen.
  • Moderna-Zulassung am 6. Januar 2021
  • Astrazeneca-Imfpfstoff am 29. Januar 2021
  • Johnson & Johnson am 11. März 2021

Corona-Impfstoffe in Deutschland im Überblick (Stand: 7. Juni 2021)

Hersteller ImpfstoffImpfstoffklasseAlter der Personen laut ZulassungEmpfohlener ImpfabstandWirksamkeit nach 14 Tagen - 1. ImpfungWirksamkeit nach vollständiger ImpffungWirksamkeit gegen schwere Verläufe
Biontech/PfizerCorminatymRNAab 12 Jahrenzwischen 3 und 6 Wochen80 %95 %95 %
ModernaCOVID-19 Vaccine ModernamRNAab 18 Jahrenzwischen 4 und 6 Wochen80 %95 %91 %
AstrazenecaVaxzervriaVektorab 18 Jahren12 Wochen60 %80 %100 %
Johnson & JohnsonCOVID-19 Vaccine JanssenVektorab 18 Jahren Einmal-Impfung65 %70 %75 %

Quelle: Robert-Koch-Institut/ Paul-Ehrlich-Institut

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Der neueste Corona-Impfstoff ist der von Johnson & Johnson - namens Janssen - er gilt als „Gamechanger“. Der Vektorimpfstoff hat einige Vorteile: Mit Janssen ist nur eine Impfung nötig. Der Impfstoff lässt sich einfach im Kühlschrank lagern, gilt als sehr günstig.

Nachteile: In den USA sind mit dem Johnson & Johnson-Präparat Thrombose-Fälle aufgetreten. Es sind seltenen Thrombosen im Gehirn. Es geht es um das „Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom“ (TTS), bei dem es zu Blutgerinnseln mit gleichzeitig niedrigem Blutplättchenspiegel kommt. In Deutschland gibt es laut der obersten Arzneimittelbehörde - dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) - bislang noch keine TTS-Meldungen bei Johnson & Johnson, allerdings wurden bei uns bislang vergleichsweise wenig Dosen des Impfstoffs verabreicht. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Verwendung für den Johnson & Johnson Impfstoff für Personen ab 60 Jahren. Bei ärztlicher Aufklärung und „Risikoakzeptanz“ können sich aber auch jüngere Impfwillige mit Janssen impfen lassen.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca

Astrazeneca galt als DER Hoffnungsträger in der Corona-Pandemie. Dann sorgten Lieferschwierigkeiten des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens für negative Schlagzeilen. Dazu führte der Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca in sehr seltenen Fällen Thrombosen im Gehirn. Dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wurden bei rund 8,5 Millionen verabreichten Impfdosen bis 25. Mai 94 Fälle von TTS in Deutschland gemeldet, 17 Menschen starben. Zwei Drittel der Betroffenen sind jünger als 60.

Der Vektorimpfstoff wird von der Stiko nur zur Impfung von Menschen über 60 Jahren empfohlen. Die EU-Kommision hat ihre Bestellung von dem britische-schwedischen Hersteller Astrazeneca für den Zeitraum nach Juni nicht mehr verlängert. Dabei ist die Wirksamkeit von Vaxzervria sogar bis zu 100 Prozent.

mRNA-Impftstoffe von Biontech und Moderna

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna gehören zu den mRNA-Impfstoffen. Die genetisch hergestellten Impfstoffe in Deutschland erstmals am Menschen eingesetzt. Die Abkürzung mRNA steht für messenger Ribonukleinsäure. Die mRNA-Impfstoffe gegen Corona enthalten einen genetischen Bauplan für einen Teil des Coronavirus - dem Spike-Protein auf der Außenhülle. Die mRNA der RNA-Impfstoffe wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut, ist also harmlos. Das Immunsystem erkennt das Spike-Protein jedoch als Fremdkörper und aktiviert sein Abwehrsystem.

Ein Vorteil: Die mRNA-Impfstoffe können schnell auf Mutationen angepasst werden. Der Coronaimpfstoff lässt sich leichter herstellen als ein Vektorimpfstoff, heißt es auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums. Allerdings sei die Herstellung des Impfstoffs sehr komplex, deswegen könne es immer wieder zu Engpässen kommen. Die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer gelten als sehr sicher und wirksam. Mit Corminaty von Biontech/Pfizer können sich in Deutschland Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren impfen lassen, mit Moderna aktuell (Stand: 6. Juni 2021) ab 18 Jahren.

Weiter Corona-Impfstoffe aus aller Welt

Bei dem russischen Impfstoff Sputnik V handelt es sich wie bei Astrazeneca um einen Vektorimpfstoff. Sputnik V wird in Russland und rund 50 anderen Ländern eingesetzt. Slowenien hat am 7. Juni 2021 als zweites Land in der EU nach Ungarn mit der Verimpfung des russischen Impfstoffs begonnen. Obwohl zunächst eine Zulassung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA nicht vorliegt. Es gibt auch chinesischen Impfstoff gegen das Coronavirus: vom chinesischen Hersteller Sinopharm und Sinovac. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat beiden Corona-Vakzinen aus China eine Notfallzulassung erteilt.

In Deutschland steht der Corona-Impfstoff des Tübinger Unternehmens Curevac kurz vor der Zulassung. Es würden weitere Daten für eine Impfstoffzulassung gesammelt, teilte Curevac Anfang Juni mit. Diese sollen im Juni vorliegen. Das Präparat gehört zu den mRNA-Impfstoffen. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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