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Biontech, Astrazeneca, Johnson & Johnson, Moderna und Novavax – der Überblick und was Sie wissen sollten

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Von: Max Partelly

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Noch zu Beginn der Corona-Pandemie war die große Frage, wann es eine Impfung geben wird. Mittlerweile gibt es in Deutschland einiges an Auswahl.

Deutschland - Das Coronavirus treibt noch immer global sein Unwesen. Mittlerweile ist der nächste Subtyp der Variante Omikron nachgewiesen. Doch anders als am Anfang der Corona-Pandemie gibt es mittlerweile einen Weg, sich präventiv vor einer schweren Erkrankung wirkungsvoll zu schützen: die Corona-Impfung.

Die eine Corona-Impfung gibt es dabei nicht. Vielmehr gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Impfstoffen, mit denen sich das körpereigene Immunsystem auf den Kampf gegen das Virus sprichwörtlich einschwören lassen kann. Die Grundidee ist bei allen Impfstoffen dieselbe: Dem Immunsystem die Möglichkeit geben, wirksame Abwehrmechanismen spezifisch gegen die Krankheit zu bilden, ohne mit dem echten Virus in Kontakt kommen zu müssen.

Corona-Impfstoffe: Alle Informationen im Steckbrief (Stand: 8. März 2022)

Auch wenn die Namen der Hersteller oft synonym mit deren Impfstoffen verwendet werden, haben die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe jeweils eigene Namen. Die fünf in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind: Comirnaty (Biontech Pfizer), Spikevax (Moderna), Vaxzevria (Astrazeneca), Janssen (Johnson & Johnson) und Nuvaxovid (Novavax).

Comirnaty von Biontech

Spikevax von Moderna

Vaxzevria von Astrazeneca

Janssen von Johnson & Johnson

Nuvaxovid von Novavax

*laut Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit, Stand: Januar 2022
**laut Daten des RKI -Impfquotenmonitoring

Egal für welchen Impfstoff man sich entscheidet, aufgrund der Stimulation des Immunsystems können deutliche Immunantworten auftreten. Oft wird von den Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung gesprochen. Die Immunantwort kann sich in Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerz oder anderen grippeähnlichen Symptomen äußern, tritt in der Regel in den ersten beiden Tagen nach der Impfung auf und dauert spürbar bis zu etwa drei Tagen an. Zu Risiken und Nebenwirkungen empfiehlt es sich immer - wie aus Arzneimittelwerbungen bekannt - Arzt oder Apotheker zu befragen.

Wirkungsweisen der Corona-Impfstoffe

Im Grunde sollen alle Impfstoffe denselben Effekt erreichen: eine Immunisierung. Das bedeutet, dass der Körper nach einer Impfung auf eine Infektion vorbereitet ist und passende Antikörper gegen ein Virus oder eine bakterielle Infektion bilden kann. Diesen Effekt können Impfungen über mehrere Wege erreichen.

Wirkungsweise einer mRNA-Impfung

Oft wird gerade bei den Corona-Impfungen des Typs mRNA-Impfung gesagt, dass sie ein völlig neues Verfahren nutzen. Das stimmt nur zum Teil. Zwar sind die Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna die ersten Impfstoffe, die diese Wirkungsweise nutzen und zugelassen wurden, jedoch wurde diese schon länger erforscht - die Entdeckung liegt bereits über 30 Jahre in der Vergangenheit.

Mit der mRNA wird den Körperzellen des Geimpften der sprichwörtliche Bauplan des Spikeproteins des Coronavirus gegeben. Dadurch können die körpereigenen Zellen dieses Erkennungsmerkmal des Virus bilden und das Immunsystem lernt, das Virus zu bekämpfen, ohne mit ihm in Kontakt gekommen zu sein. Die mRNA wird im Körper schnell zersetzt und zurück bleibt ein Immunsystem, das schneller und gezielt auf ein funktionstüchtiges Virus reagieren kann.

Wirkungsweise einer Vektor-basierten Impfung

Vektorimpfstoffe funktionieren auf der Basis von für den Menschen unschädlichen Viren. Diese können sich im Körper nicht oder nur begrenzt vermehren. Der sogenannte Vektor wird entweder mit den Erkennungsmerkmalen des Virus, gegen das immunisiert werden soll, versehen oder mit den sprichwörtlichen Bauplänen der Erkennungsmerkmale ausgestattet.

Im Körper erkennt das Immunsystem diese Merkmale und löst eine Immunreaktion aus. Antikörper werden gebildet, dem Immunsystem ist der Feind bekannt und es kann bei Kontakt mit dem echten Virus schneller und gezielt reagieren.

Symbolbild: Impfung gegen das Coronavirus
Symbolbild: Impfung gegen das Coronavirus © Matthias Balk/dpa

Wirkungsweise einer proteinbasierten Impfung

Die vermeintlichen Umwege, die mRNA- und vektorbasierte Impfstoffe nutzen, nutzt ein proteinbasierter Impfstoff nicht. Ein proteinbasierter Impfstoff bringt direkt ein Partikel in den Körper, das an sich schon den Erkennungsmerkmalen des echten Virus ähnelt, ohne dass dieses im Körper gebildet werden muss.

Ist das Erkennungsmerkmal einmal im Körper läuft die Reaktion des Immunsystems aber wie bei den anderen Impfstoffen im Idealfall gleich ab. Der Kontakt mit den virusähnlichen Proteinen löst eine Immunreaktion aus und es werden Antikörper gegen das Virus gebildet.

Was ist mit dem Impfstoff Curevac passiert?

Das deutsche Unternehmen Curevac aus Tübingen hatte ursprünglich auch einen Impfstoff auf mRNA-Basis entwickelt. Anfänglich wurde von einer baldigen Zulassung ausgegangen. Im Oktober 2021 wurde der Impfstoff aus dem Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) jedoch zurückgezogen.

Trotz einer niedrigeren Wirksamkeit war man lange davon ausgegangen, dass es zu einer Zulassung kommen würde. In einer finalen Auswertung zeigte sich jedoch nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent. Mit seinem britischen Partner GlaxoSmithKline will sich das Unternehmen jedoch auf die Entwicklung eines weiteren Corona-Impfstoffes fokussieren. Dieser soll auf die neuen Corona-Mutationen angepasst werden - insbesondere auf die Omikron-Variante.(mda)

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