In Florida wurde ein Baby mit Antikörpern geboren - die Mutter bekam kurz vor der Entbindung die erste Corona-Impfung.
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In Florida wurde ein Baby mit Antikörpern geboren - die Mutter bekam kurz vor der Entbindung die erste Corona-Impfung.

Baby kommt mit Antikörpern zur Welt

Eine Corona-Impfung für zwei? Neue Erkenntnisse über Antikörper in der Schwangerschaft

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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In Florida wurde jüngst ein kleines Mädchen mir Corona-Antikörpern geboren. Ihre Mutter wurde drei Wochen vor der Entbindung mit dem Moderna-Vakzin gegen das Virus geimpft.

Florida - Neue Erkenntnisse der neonatalen Medizinforschung lassen staunen. In Florida kam im Januar ein Baby zur Welt, welches nach der Entbindung Corona-Antikörper aufwies. Die Mutter des Mädchens arbeitet im Gesundheitswesen und erhielt drei Wochen vor der Geburt die erste Injektion des mRNA-Impfstoffs von Moderna, wie auf dem Dokumentenserver für Medizin und Gesundheitswesen medrxiv.org berichtet wird.

Florida: Mutter überträgt nach Corona-Impfung Antikörper auf ihr Baby

Nach der Geburt des Mädchens, entnahmen die Ärzte Blutproben aus der Nabelschnur. Bei der Untersuchung wurden Covid-19-IgG-Antikörper nachgewiesen. Dieser Antikörper*-Typ deutet auf eine Genesung hin. Das lässt darauf schließen, dass das Baby einen gewissen Schutz vor dem Coronavirus aufweist. Es könne allerdings nicht klar gesagt werden, wie stark und wie lange dieser Schutz anhalten werde. Weitere wissenschaftliche Studien sollen klarstellen, ob es einen idealen Zeitpunkt für eine schwangere Frau gibt, sich impfen zu lassen, um den Schutz ihres Kindes vor dem Coronavirus zu maximieren. Medizinische Tests der Florida Atlantic University zeigten, dass die Antikörper die Plazenta der Mutter passiert haben müssen, um dem Kind Schutz gegen die Viren zu generieren, wie businessinsider.com berichtet.

Corona-Antikörper bei Säugling: Blutprobe aus Nabelschnur zeigt Übertragung nach Impfung

Komplett unerwartet sei der jüngste Antikörpernachweis bei einem Säugling jedoch nicht. Die US-Mediziner Paul Gilbert und Chad Rudnick sagen, dass sie aufgrund der bekannten Wirkungsweise des Impfstoffes und etwaiger Erfahrungen mit der Grippeimpfung*, diese Ergebnisse erwartet hätten. Und trotzdem: „Soweit wir wissen, ist dies der weltweit erste Bericht über die Geburt eines Kindes mit Antikörpern nach der Impfung”, sagte der Kinderarzt Gilbert gegenüber WPBF Tequesta.

Singapur: Baby hat Corona-Antikörper - Mutter während Schwangerschaft mit Virus infiziert

Auch in Asien gab es bereits ähnliche Ereignisse*. Im November beispielsweise brachte eine Frau in Singapur, die im März 2020 an Covid-19 erkrankt war, ein Baby mit Antikörpern zur Welt, die vor dem Coronavirus* zu schützen scheinen. Das berichtete die örtliche Zeitung Strait Times.

Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um nachzuvollziehen, wie sich die Schwere der Erkrankung auf die Antikörperniveaus auswirkt, welche Rolle die Infektionszeit während der Schwangerschaft spielt und wie stark und lang anhaltend die vermutete Immunität der Babys ist.

Corona-Impfung auch für Schwangere möglich - Empfehlung für Frauen mit Kinderwunsch

Zum Thema Corona-Impfung in der Schwangerschaft gab Anfang Februar die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin auf ihrer Webseite in einer Stellungnahme bekannt: „Schwangere Frauen können im Rahmen informierter partizipativer Entscheidungsfindung gegen SARS-CoV-2/COVID-19 geimpft werden. Die Impfung von Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen.“

Mediziner fordern weitere Forschung zu Corona und Schwangerschaft

Nun fordern Mediziner und Wissenschaftler die Erstellung von Schwangerschafts- und Stillregistern, sodass eine gesammelte Datenerhebung stattfinden kann. Mitte Februar gaben die Impf-Hersteller* von Biontech und Pfizer bekannt, mit einer groß angelegten Studie zu ihrem Corona-Impfstoff bei Schwangeren zu beginnen. Damit solle zum einen die Sicherheit und Verträglichkeit des Vakzins bei schwangeren Frauen geprüft werden, aber auch die Sicherheit der Impfung für die Kinder, sowie die potenzielle Übertragung der Antikörper auf die Babys untersucht werden. Die Säuglinge würden sechs Monate nach der Entbindung diesbezüglich medizinisch beobachtet werden, teilte das Unternehmen laut der dpa mit. (feb) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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