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Zweitimpfung „dringend vorziehen“: Furcht vor Delta-Variante lässt neue Forderung laut werden

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Von: Marion Neumann

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Könnte ein kürzerer Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung die Ausbreitung der Delta-Variante verhindern? Die Forderung nach einer Änderung der Impf-Strategie wird laut.

Berlin - Sechs Wochen Abstand. Das ist der Zeitraum, den die Ständige Impfkommission (Stiko) zwischen erster und zweiter Corona-Impfung bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna empfiehlt. Bei einer Impfung mit Astrazeneca wird aktuell sogar ein Abstand von drei Monaten empfohlen. Sind diese Zeitspannen zu lang, um die Ausbreitung der gefährlichen Delta-Variante des Virus zu verhindern?

Ärzte weisen bereits darauf hin, dass eine erste Impfdosis allein nur sehr begrenzt gegen die Virus-Mutation schützt. Im Bundestag werden deshalb erste Stimmen aus der Opposition laut, die einen Strategiewechsel beim Thema Impfen fordern und sich für einen verkürzten Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung aussprechen. Das berichtete zunächst die Welt.

Corona-Zweitimpfung vorziehen: Forderung wird wegen Delta-Variante laut

Auf „harte Daten“ beruft sich dabei Janosch Dahmen, Grünen-Abgeordnete und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages. „Mit Blick auf die Delta-Variante sollte bei mRNA-Impfstoffen die Zweitimpfung dringend vorgezogen werden und bereits drei Wochen nach der ersten Impfung stattfinden“, wird er in der Welt zitiert. Seine Forderung gilt allerdings ausschließlich für die mRNA-Wirkstoffe.

Was Astrazeneca betrifft, fehle es an entsprechenden Daten, so der Abgeordnete, der selbst Mediziner ist. Möglich sei seiner Ansicht nach eine Kreuzimpfung: Drei Wochen nach der ersten Dosis Astrazeneca bei der Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff. „Dies ermöglicht deutlich schnellere Zweitimpfungen bei gleicher oder besserer Wirksamkeit“, führt Dahmen aus.

Trotz Furcht vor Delta-Variante: Expertin hat Bedenken bei Änderung der Impf-Strategie

Nicht nur aus den Reihen der Grünen, sondern auch aus der FDP-Bundesfraktion, kommt der Wunsch nach einer neuen Impf-Strategie. „Die Ständige Impfkommission sollte ihre Empfehlung zu den Impfintervallen überarbeiten und den Zeitpunkt der Zweitimpfung vorziehen“, fordert Andrew Ullmann. Der FDP-Mann ist Infektiologe und sitzt für die Partei im Gesundheitsausschuss.

Kritischer sieht die Änderung der Impf-Strategie laut der Welt Christine Falk, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. „Wenn wir jetzt die Strategie bei den Zweitimpfungen ändern, gefährden wir das Tempo bei den Erstimpfungen“, wird sie zitiert. Die Stiko-Empfehlung bezüglich der Zeitabstände anzupassen, empfehle sie nicht.

Zweitimpfungen vorziehen? RKI will auf Stiko-Empfehlungen warten

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), erklärte wiederum, man erwarte von der Stiko, dass „entsprechende Empfehlungen“ kommen würden. Allerdings seien hierfür noch nicht genügend Daten vorhanden. (nema)

Eine neue Studie zur Wirksamkeit von mRNA-Impfstoffen macht derzeit dagegen Hoffnung. Hält der Corona-Schutz nach der Impfung jahrelang?

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