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Wie lange wirkt die Booster-Impfung und wie viele Auffrischungen benötigen wir noch? Experten klären auf

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Von: Verena Möckl

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Virologen rätseln bereits über den richtigen Zeitpunkt einer vierten Impfung. Wie lange wirkt der Booster? Und wie viele Impfungen wird es in Zukunft brauchen?

München - Noch nicht mal die Hälfte der Bevölkerung hat sich ihren dritten Piks geholt, da debattierten Virologen schon über eine vierte Impfung, um die hochinfektiöse Virus-Variante Omikron zu bändigen. Etwa drei Monate nach der Booster-Impfung nehme der Antikörperschutz wieder ab, sagte etwa die Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund, Susanne Johna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Was bedeutet das für Menschen, die bereits im Oktober ihren Booster erhalten haben? Vor allem Menschen mit Immunschwäche wurden bereits im Herbst geboostert. Brauchen sie nun schon Spritze Numero vier?

Vierte Impfung gegen Coronavirus: Wie lange wirkt der Booster?

Coronavirus - Impfaktion der Hochbahn
Eine Frau wird bei einer Impfaktion geimpft © Christian Charisius / dpa

Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), dass sich Risikogruppen in absehbarer Zeit ein viertes Mal impfen lassen sollten, gibt es bislang noch nicht. In der 17. Aktualisierung der Covid-19-Impfempfehlung rät die Stiko zu einer Auffrischungsimpfung nach einer abgeschlossenen Grundimmunisierung - nicht nach einem Booster. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe jedoch unlängst davor gewarnt, dass man nicht wisse, wie lange der Booster-Schutz bei Omikron anhalte, schreibt der WDR.

Immer mehr Wissenschaftler in Deutschland sind von einer vierten Impfung überzeugt und fordern einen zweiten Booster. Drosten prognostizierte beispielsweise schon eine an Omikron angepasst vierte Impfung ab dem zweiten Quartal in diesem Jahr. Der Virologe geht davon aus, dass wir kommenden Winter in einen endemischen Zustand eintreten werden, also dass das Coronavirus ähnlich wie die Influenza saisonal und nur noch bei bestimmten Personengruppen auftaucht. Kurz bevor dieser Zustand erreicht ist, müssten sich dann ältere und gefährdete Menschen nochmals boostern lassen.

Dauer des Impfschutzes

Bei einigen Impfungen hält der Impfschutz nach einer dritten Impfung mehrere Jahrzehnte oder sogar ein Leben lang. So sollen Impfungen gegen Diphtherie und Tetanus laut RKI alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Eine Influenza-Impfung hingegen schützt im Allgemeinen nur für sechs bis 12 Monate und muss daher jedes Jahr aufgefrischt werden.

Booster-Schutz: Wie viele Auffrischungsimpfungen braucht es?

Wie viele Booster werden wir dann zukünftig brauchen? Jedes Jahr einen? Bei der Suche nach einer Antwort tappen die Wissenschaftler bislang noch im Dunkeln. Die Datenlage ist hierzulande noch dürftig. Ein Blick nach Israel kann helfen. Dort hat man bereits mit einer vierten Impfung, also einem zweiten Booster begonnen. Wie Susanne Johna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilte, würden die ersten Studien aus Israel die Hoffnung auf eine dauerhafte Wirkung nach einer vierten Impfung jedoch zunichtemachen. Nach der Stiko-Empfehlung möchte Baden-Württemberg die zweite Booster-Impfung umsetzen, berichtet HEIDELBERG24.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Impfungen gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 schützen. Bei der Corona-Impfung bleibe der Schutz in der Regel spätestens nach der dritten Impfung „relativ lange relativ hoch“, sagt Sebastian Ulbert, Impfstoff-Forscher vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie. Denn durch den Booster werde das immunologische Gedächtnis (die sogenannten T-Zellen) gestärkt und könne - trotz sinkender Antikörper - weiterhin vor einem schweren Verlauf schützen, so der Experte. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind und bleiben Impfungen also unser wichtigster Schutzschild. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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