Senioren möchten sich mit einer Impfung gegen den Coronavirus-Erreger SARS-CoV-2 schützen
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Senioren möchten sich mit einer Impfung gegen den Coronavirus-Erreger SARS-CoV-2 schützen

Nachteil für viele ältere Menschen

Corona-Impfung in Deutschland: Massive Probleme bei Terminvergabe - Pflegedienst verzweifelt an System

Die 116 117-Hotline und die Online-Portale für Impfstoff-Termine sind überlastet. Für Senioren scheint es fast unmöglich, online einen Termin zu vereinbaren.

  •  Viele Senioren können keine Online-Termine vereinbaren, da sie keinen Computer besitzen.
  • Zeitweise war die Plattform für Termin-Vergaben komplett überlastet.
  • Telefonnummern der Impfzentren sind wohl schwer auffindbar.

München - Tägliche Diskussionen über den neuen Corona-Impfstoff gehen derzeit durch die Medien. „Lasse ich mich impfen?“ oder „Wann und wo kann ich mich impfen lassen“ - Fragen, die sich viele Menschen derzeit stellen. Für die Bürger, die sich derzeit für eine Impfung entschieden haben, kann es nicht schnell genug gehen. Dennoch müssen sie sich durch einen harten Weg kämpfen, um überhaupt an einen Termin für eine Corona-Impfung zu kommen. Die 116 117-Hotline ist mit Anfragen von Impfterminen überlastet - wer es in die Warteschleife überhaupt schafft, darf trotzdem lange auf einen Ansprechpartner warten.

Corona-Impfung für Senioren: Online-Termine für ältere Menschen schwerer zu vereinbaren

Für Senioren hohen Alters ist es eine schwierige und fast unmögliche Sache, sich auf den Online-Portalen einen Termin zur Impfung zu holen. Der Grund: Senioren besitzen meistens keinen eigenen Computer oder ein Smartphone, mit dem sie selbstständig umgehen können. Zusätzlich besitzen sie oft auch keine Email-Adresse - die für eine Registrierung aber notwendig ist.

Aufgrund der nicht vorhandenen Kenntnisse wird ihnen dabei ein Strich durch die Rechnung gemacht. Laut dem neuen bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek zufolge haben sich auf der Plattform bereits in den ersten Stunden gut 130.000 Menschen registriert, berichtet br.de. Auf diesem Portal können sich Leute anmelden, die sich impfen lassen möchten - ob sie zur Risiko-Gruppe gehören oder nicht, spielt hier keine Rolle. Da sich viele registrieren wollen, ist die Homepage derzeit für einen Impf-Termin oftmals überlastet.

Impfstoff-Termine in Deutschland: Telefonnummern der Impf-Zentren schwer auffindbar

Inge Hartosch betreut mit ihren Kollegen und Kolleginnen 60-Jährige Bürger und Bürgerinnen ab einem Alter von 60 Jahren. Hartosch ist im Seniorenrat der Stadt Fürth. Dadurch, dass derzeit viele Menschen in der Warteschleife hängen, wenn sie die 116 117 wählen, muss sie reihenweise Anfragen beantworten, wie impfberechtigten Senioren an einen schnellen Termin kommen. „Angeblich soll es Briefe von der Stadt Fürth geben. Wie es dann aber damit weitergeht, weiß ich auch nicht genau“, erzählt Inge Hartosch gegenüber br.de.

In anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hessen versuchten viele Anrufer jemanden unter dieser Hotline ans Telefon zu bekommen - auch hier bricht die Leitung kurzzeitig zusammen. Da die 116 117-Hotline eine deutschlandweite Nummer ist, kam es auch in Bayern zu einer Überlastung. Jetzt bittet die Kassenärztliche Vereinigung, dass die Impfwilligen sich direkt telefonisch an die jeweiligen Impfzentren wenden sollen. Informationen sind mit einer Suchmaschinenabfrage unter der Angabe „Hotline-Impfzentrum-Bayern“ zu finden - eigentlich. Doch auch hier fehlen zum Teil die Telefonnummern.

Corona-Impfung für Senioren: Ein mobiles Impf-Team wäre eine Hilfe für ältere Menschen und Pflegekräfte

„Alle Telefonnummern der Call-Center und das Bürgertelefon habe ich schon abtelefoniert, ohne Erfolg. Wir betreuen eine ambulante Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz. Ich will einfach nur wissen, wann denn ein mobiles Impfteam vorbeikommen könnte“, erzählt ein ambulanter Pflegedienst in Nürnberg gegenüber br.de. Auch sie verzweifeln an dem aktuellen System. Nun gibt es Lichtblicke: Das Landratsamt Coburg verschickt nun Meldebögen. Impftermine hatte das Landratsamt Coburg ausschließlich nur über die Telefon-Hotline vereinbart. Wenn es vor Ort keinen Impfstoff mehr gab, wurde Anrufern per Bandansage mitgeteilt. Telefonisch oder per Online-Formular können sich Bürger in Landshut für einen Impf-Termin gegen das Coronavirus anmelden und vormerken lassen.

Die Senioren erhalten einen Brief mit den entsprechenden Kontaktdaten per Post. Dennoch gäbe es keine direkte Terminvergabe, da nicht konkret gesagt werden kann, wie viele Impfstoffdosen in diesem Umfang geliefert werden können. Die Zahl der Corona-Impfungen wird in Bayern deutlich zunehmen. „Das Ziel ist, möglichst schnell möglichst viel zu impfen, und da wollen wir alle Chancen nutzen“, sagte Holetschek. Inzwischen wurden nach Worten des Ministers 171.785 Menschen in Bayern geimpft.

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