Ein Arzt zieht in einer Hausarztpraxis eine Spritze mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech auf.
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Bei den Corona-Erstimpfungen mit dem Biontech-Impfstoff könnte es in Arztpraxen zu Verzögerungen kommen. (Symbolbild)

Zweitimpfungen fällig

Corona-Impfung: Ärzte warnen vor Verzögerung bei Erstimpfungen in Praxen - Biontech-Dosen „reichen nicht aus“

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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Ärzte in Deutschland warnen aktuell vor Verzögerungen bei den Corona-Erstimpfungen in Praxen. Der vorhandene Biontech-Impfstoff wird für Zweitimpfungen benötigt.

Berlin - Das Tempo der Impfkampagne in Deutschland hat in der vergangenen Woche nochmals zugenommen. Am vergangenen Mittwoch (28. April) wurden erstmals mehr als eine Million Corona-Impfungen an nur einem Tag verabreicht. Mehr als jeder Vierte Deutsche hat laut den Zahlen des Impfdashboards inzwischen zumindest eine Erstimpfung gegen das Coronavirus* erhalten. Doch gerade bei den Erstimpfungen könnte es in den kommenden Tagen und Wochen zu Verzögerungen kommen, warnen Ärzte.

Corona in Deutschland: Ärzte warnen vor Verzögerung bei Erstimpfung in Praxen

„Die vom Bundesgesundheitsministerium für Mai angekündigten Mengen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer* reichen nicht aus, um damit ab Mitte des Monats Erstimpfungen in nennenswertem Umfang in den Praxen durchführen zu können“, teilte Andreas Gassen, Chef der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), in einer Mitteilung an die Arztpraxen mit. Diese liegt der Rheinischen Post vor.

„Grund hierfür ist, dass ab diesem Zeitpunkt die erforderlichen Zweitimpfungen mit diesem Impfstoff erfolgen“, erklärte der KBV-Chef weiter. Gassen fordert in dem Schreiben die Verantwortlichen aus der Politik auf, „endlich dafür zu sorgen, dass die Praxen genügend Impfstoff erhalten“.

Der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, bestätigte die von Gassen befürchtete Impfstoff-Knappheit* gegenüber der Rheinischen Post. „In der Woche nach Ostern konnten die Arztpraxen zum ersten Mal etwa eine Million Biontech-Dosen verimpfen. Ab der zweiten Maiwoche wird dann die zweite Impfung fällig“, erklärte er. „Da aber jetzt insgesamt nur 1,3 Millionen Biontech-Dosen bereitgestellt werden können, werden nicht mehr so viele Erstimpfungen stattfinden können wie bisher“, so Preis.

Corona in Deutschland: Große Impfstoff-Lieferungen im Juni erwartet

Laut einer Lieferprognose des Bundesgesundheitsministeriums (Stand 30. April), sollen die Praxen im Mai jeweils 1,6 Millionen Dosen pro Woche von Biontech bekommen und in den ersten beiden Mai-Wochen zusätzlich jeweils mehr als eine Million Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca*.

Im Juni soll es zu einem starken Anstieg der Impfstoff-Lieferungen kommen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist daher optimistisch, dass spätestens dann die Impfpriorisierung aufgehoben* werden kann. Im Juni werden für Arztpraxen und Betriebsärzte in Deutschland wöchentlich jeweils mehr als drei Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech/Pfizer erwartet. Nach 3,4 Millionen Dosen in der Woche ab dem 31. Mai sollen für drei Wochen jeweils mehr als 3,6 Millionen folgen und in der Woche vom 28. Juni dann mehr als 3,7 Millionen Corona-Impfdosen*. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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