Impfpass mit Corona-Daten und Schutzmaske - Vorsicht im Umgang damit ist angeraten
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Impfpass mit Corona-Daten und Schutzmaske - Vorsicht im Umgang damit ist angeraten.

150 Euro pro Exemplar

Schwarzmarkt durch Corona: Gefälschte Impfpässe und manipulierte Daten - Fatale Folgen könnten drohen

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Eine Corona-Impfung als Freifahrtschein für Reisen: Dieses Szenario wird Realität, ähnliche Regelungen dürften kommen. Damit steigt auch die Gefahr durch Fälschungen.

München - Derzeit werden in mehreren Gruppen wie zum Beispiel dem Messengerdienst Telegram gefälschte Impfpässe aus Deutschland zum Kauf angeboten. Die Dokumente seien mit vermeintlich originalgetreuen Stempeln, Unterschriften und auch Aufklebern der Chargennummer des jeweiligen Impfstoffs versehen, berichten öffentlich-rechtliche Sender.

Die ARD-Sendung „Report Mainz“ schildert den Fall eines angeblichen Händlers, der sich vor entsprechenden Anfragen kaum retten könne und für einen gefälschten Impfpass 150 Euro verlange. Die Sendungsmacher legten anschließend dem Frankfurter Impfzentrum gefälschte Dokumente zur Einsicht vor und ernteten entsetzte Reaktionen.

Corona-Impfung: Gefälschte Impfpässe im Umlauf - An den Landesgrenzen kaum erkenntlich

Bei genauerem Betrachten habe der Leiter der Zweigstelle des Deutschen Roten Kreuzes jedoch erkannt, dass es sich um gefälschte Exemplare handele. Denn jeder Arzt in dem Zentrum habe einen eigenen Stempel mit einer ihm zugeteilten Nummer. Allerdings gebe es Situationen, wo die Sachlage ganz und gar nicht offensichtlich ist - zum Beispiel, wenn Beamte an den Landesgrenzen Kontrollen durchführen und Personen mit vermeintlicher Corona-Impfung passieren lassen.

Verantwortliche des DRK wollen laut dem TV-Bericht wegen der Fälschungen Anzeige erstatten. Unterdessen soll das Reisen in der Corona-Pandemie anhand eines einheitlichen EU-Impfpasses merklich erleichtert werden:

Gefälschte Impfpässe: Manipulationsversuche über Nebenwirkungen

Was die Gefahr durch gefälschte Impfpässe übrigens erhöht, ist die Tatsache, dass viele Menschen unbehelligt ihre Dokumente auf sozialen Netzwerken wie Twitter posten: Einerseits können die entsprechenden Daten in falsche Hände gelangen und so für Impfpass-Fälschungen benutzt werden. Darüber hinaus gibt es eine weitere potenzielle Gefahr.

Personen, die Corona-Impfungen skeptisch gegenüberstehen, könnten die Daten dazu benutzen, um dem Paul-Ehrlich-Institut Nebenwirkungen mitzuteilen, obwohl es diese in Wirklichkeit gar nicht gab. Daher bietet sich im Falle einer digitalen Weiterverbreitung des Impfpass-Eintrages an, die Chargennummer und/oder das Impfzentrum bzw. den Namen des Arztes unkenntlich zu machen.

Die bevorzugte Behandlung von Corona-Geimpften scheint rechtlich in Ordnung. Experten geben einen Überblick, was in welchen Branchen gelten könnte. (PF)

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