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Corona-Impfung und Nebenwirkungen bei Kindern: Neue Daten geben nun Aufschluss

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Von: Martina Lippl

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Corona-Impfungen für Kinder
Corona-Impfungen für Kinder: Neue Studie über Nebenwirkungen veröffentlicht (Symbolfoto). © Bernd Weißbrod/dpa

Welche Nebenwirkungen treten bei einer Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen auf? Einer neuen Studie zufolge sind Nebenwirkungen möglich, aber schwere sehr selten.

Berlin - Bisher gab es kaum Daten über Nebenwirkungen bei Kindern nach einer Corona-Impfung mit Biontech/Pfizer. In der Zulassungsstudie für den Kinder-Impfstoff wurden keine festgestellt. Die klinischen Studien waren bisher zu klein, um diese Risiken verlässlich zu beschreiben. Nachdem Millionen Kinder in den USA geimpft wurden, liegen neue Erkenntnisse vor. Das Risiko einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) trat einer neuen US-Studie zufolge nur in wenigen Fällen auf. Es gibt demnach keine Hinweise auf gehäufte relevante Nebenwirkungen.

Herzmuskelentzündung: Kaum schwere Nebenwirkungen nach Corona-Impfung

Das US-Centers for Disease Control an Prevention (CDC) wertete Daten von Kinder-Impfungen im Zeitraum vom 3. November bis zum 19. Dezember aus. Verimpft wurden dabei 8,7 Millionen Impfdosen des Biontech/Pfizer-Kinder-Impfstoffs an Fünf- bis Elfjährige.

98 Prozent der berichteten Nebenwirkungen waren milde Reaktionen wie Kopfschmerzen oder Schwindel. Schwere Nebenwirkungen traten in dieser Altersgruppe kaum auf*. Nur zwölf Kinder entwickelten eine Herzmuskelentzündung. Keines der Kinder musste deswegen in einer Klinik behandelt werden. Bei acht Kindern war die Entzündung wieder ausgeheilt, als die CDC-Auswertung veröffentlicht wurde.

8,7 Millionen Impfdosen Biontech/Pfizer12 Kinder entwickelten eine Herzmuskelentzündung

Häufige Nebenwirkungen bei Fünf- und Elfjährigen nach einer Corona-Impfung mit Biontech/Pfizer

Viele Kinder zeigten nach einer Impfung leichte Nebenwirkungen. Häufig waren das Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Bei einigen kam es rund um die Einstichstelle zu einer Rötung und Schwellung. Auch Fieber, Durchfall, Schüttelfrost sowie Muskel- und Gelenkschmerzen machten Kindern zu schaffen. Diese Impfreaktionen sind auch bei Erwachsenen nach einer Impfung typische Beschwerden.

Nebenwirkung nach Corona-Impfung: Risiko von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) bei 12- bis 15-Jährigen

In der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen wurden in den USA 18,7 Millionen Impfdosen verabreicht. Auch in dieser Altersgruppe waren laut CDC die meisten Nebenwirkungen (92 Prozent) nicht relevant. 265 Jugendliche erkrankten nach einer Impfung jedoch an einer Herzmuskelentzündung. 251 von ihnen mussten in einer Klinik behandelt werden.

18,7 Millionen Impfdosen Biontech/Pfizer265 Jugendliche erkrankten an einer Herzmuskelentzündung

Nebenwirkung Herzmuskelentzündung durch mRNA-Impfung - wie hoch ist das Risiko?

Eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung gilt als schwere Nebenwirkung einer Corona-Impfung. Sie ist äußerst selten, kommt aber hin und wieder als Nebenwirkung vor. Die ersten Fälle wurden im Frühjahr 2021 aus Israel gemeldet. Die Häufigkeit einer impfbedingten Herzmuskel- oder einer Herzbeutelentzündung durch einen mRNA-Impfstoff beträgt im Schnitt ein bis zehn Fälle pro 100.000 Impfungen, teilte die Deutsche Herzstiftung in einer Pressemitteilung im Januar 2022 mit. Um die Risikolage zu beurteilen, liegen mittlerweile Daten aus über 300 Millionen Covid-19-Impfungen weltweit in unterschiedlichen Ländern vor. Das Risiko eine Herzmuskelentzündung durch eine Impfung zu bekommen, sei nach Ansicht der Experten deutlich geringer, als einen schweren Verlauf bei einer Covid-19-Erkrankung.

Corona-Impfungen für Kinder in Deutschland - Das empfiehlt die Stiko

In Deutschland ist für Kinder und Jugendliche nur der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung gegen Covid-19 für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren mit einer Vorerkrankung oder wenn die Kinder mit vulnerablen Angehörigen Kontakt haben (Stand: 20. Januar 2022). Eine allgemeine Stiko-Empfehlung liegt im Moment nicht vor. Allerdings können Eltern ihre Kinder auch bei individuellem Wunsch nach ärztlicher Aufklärung gegen Corona impfen lassen. Für Jugendliche ab zwölf Jahren empfiehlt die Stiko generell eine Impfung gegen Corona. (ml) *Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel enthielt eine missverständliche Formulierung bezüglich der Nebenwirkungen. Der Artikel wurde inzwischen angepasst.

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