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Moderna und Biontech: Welche Impfstoffe die Stiko zum Boostern empfiehlt

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Von: Verena Möckl

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Für eine optimale Immunisierung empfiehlt die Stiko eine Booster-Impfung. Das müssen Sie bei Moderna und Biontech beachten. Und diese Nebenwirkungen können auf Sie zukommen. 

München - Alle guten Dinge sind drei. Das betrifft auch den Schutz gegen das Coronavirus. Denn nach drei Impfungen gilt man als geboostert und somit für einen schweren Verlauf von Covid-19 gewappnet. Knapp die Hälfte der Bevölkerung hat sich laut Robert Koch Institut (RKI) ihre Auffrischungsimpfung bereits geholt (48,9 Prozent, Stand 20. Januar 2022). Gibt es so etwas wie einen richtigen Zeitpunkt, für seinen Booster? Welcher Impfstoff ist für wen geeignet? Und wie sieht es eigentlich mit Nebenwirkungen nach einer dritten Spritze aus? Wir haben die Antworten.

Booster-Impfung gegen das Coronavirus: Moderna oder Biontech?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt derzeit für die Booster-Impfung einen mRNA-Impfstoff, also generell schon einmal den Wirkstoff von Moderna oder Biontech. Beide Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer seien gleichwertig, betont der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek. Für die Wahl des Booster-Impfstoffes spielt es laut RKI keine Rolle, welches Vakzin bei der Grundimmunisierung, also den ersten beiden Spritzen, verwendet wurde. Entscheidend ist das Alter der Boosterwilligen.

Für Menschen unter 30 Jahren rät die Stiko zu dem Impfstoff von Biontech. In seltenen Fällen ist es bei vereinzelten jungen Erwachsenen nach einem Moderna-Booster zu Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen gekommen. Alle über 30-Jährigen können laut Stiko ohne Bedenken sowohl mit Biontech als auch Moderna geimpft werden.

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über 30-JährigeModernaBiontech

Auffrischungsimpfung mit Moderna und Biontech: Wer soll wann Booster erhalten?

Die Stiko empfiehlt eine Auffrischungsimpfung für alle Menschen über 18 Jahren. Eigentlich hat die Ständige Impfkommission einen Abstand von sechs Monaten zwischen Zweit- und Drittimpfung vorgesehen, doch aufgrund der hoch ansteckenden Coronavirus-Mutation Omikron hat die Stiko ihre Empfehlung angepasst. Nun sollen sich Menschen bereits nach drei Monaten mit Moderna und Biontech boostern lassen.

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Alle unter 30-Jährigen sollen sich laut Stiko nur mit Biontech boostern lassen. (Symbolbild) © Jan Woitas/dpa

„Ziel der Auffrischimpfung ist die Aufrechterhaltung des Individualschutzes sowie die Reduktion der Transmission von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung“, teilt die Stiko in ihrem Schreiben zur 16. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung mit. „Beides trägt zu einer Verhinderung schwerer Erkrankungs- und Todesfälle und somit zu einer Entlastung des Gesundheitssystems in Deutschland während der aktuellen wie auch möglichen nachfolgenden Infektionswellen bei.“ 

Internationale Studien lassen davon ausgehen, dass der Impfschutz der Booster-Impfung nach etwa sieben bis 12 Tagen einsetze, schreibt die Bundesregierung auf ihrer Homepage.

Sonderfall Johnson & Johnson: Ein Überblick im Booster-Chaos

Bei dem Vektorimpfstoff Johnson & Johnson ist die Sache komplizierter. Einen kurzen Überblick im Booster-Chaos für Johnson & Johnson-Geimpfte erfahren Sie im folgenden Video.

Moderna und Biontech: Welche Nebenwirkungen können nach Booster-Impfung auftreten?

In den sozialen Medien kursieren immer wieder Nachrichten von Impfnebenwirkungen, die bei der Bevölkerung Verunsicherung auslösen. In Würzburg haben Freunde einem Abszess-Patienten von einer Impfung abgeraten, weil sie angebliche Nebenwirkungen befürchteten - ein fataler Fehler.

Das RKI hat die in Europa zugelassenen Impfstoffe als sicher eingestuft. Menschen brauchen also weder bei der ersten, noch bei der zweiten und auch nicht bei der dritten Impfung Sorge vor schwerwiegenden Nebenwirkungen haben. Es kann zwar zu Beschwerden nach der Impfung kommen, diese sind in der Regel jedoch harmlos und zeigen, dass der Körper Antikörper bildet. Nebenwirkungen treten meist innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung auf und halten selten länger als einen bis zwei Tage an, so das Paul-Ehrlich-Institut.

Häufige ImpfreaktionenBiontechModerna
Schmerzen an der Einstichstellemehr als 80 Prozentmehr als 90 Prozent
Müdigkeitmehr als 60 Prozentmehr als 70 Prozent
Kopfschmerzenmehr als 50 Prozentmehr als 60 Prozent
Muskelschmerzenmehr als 30 Prozentmehr als 60 Prozent
Gelenkschmerzenmehr als 20 Prozentmehr als 40 Prozent
Schüttelfrostmehr als 30 Prozentmehr als 40 Prozent
Überlkeit, Erbrechen-mehr als 20 Prozent
Schwellung der Einstichstelle und Fiebermehr als 10 Prozentmehr als 10 Prozent
Schwellung an den Lymphknoten in Achselhöhle-mehr als 10 Prozent

„Die bisher vorliegenden Untersuchungen zeigten, dass die dritte Impfung nicht zu einer Steigerung der Nebenwirkungen führt. Sie liegen im gleichen Rahmen wie nach der zweiten Impfung“, sagte der das Stiko-Mitglied Christian Bogdan. Neun von zehn Personen spürten nach der Impfung keine Nebenwirkungen. 

Moderna und Biontech: Gibt es Langzeitfolgen nach einer Impfung gegen das Coronavirus?

Es ist eines der wichtigsten Argumente von Impf-Gegnern: unerforschte Langzeitfolgen. Bei manchen Skeptikern hält sich diese Grundüberzeugung nach wie vor hartnäckig: Weil die Impfstoffe gegen das Coronavirus sehr neu sind, seien die langfristigen Nebenwirkungen noch nicht genügend untersucht. Doch diese Annahme ist falsch.

Zum einen, weil die Impfstoffe sehr genau untersucht werden. „Die COVID-19-Impfstoffe wurden in kürzester Zeit an viele Menschen weltweit verabreicht. Deshalb können sehr seltene Nebenwirkungen schneller als sonst erkannt und beurteilt werden“, klärt die Stiko auf. Allein in Deutschland waren es bisher über 160 Millionen Impfdosen.

Zum anderen, weil allgemein keine unerforschten Langzeitfolgen nach Impfungen auftreten. Alle Beschwerden, die auf eine Impfung zurückzuführen sind, treten wenige Stunden, Tage und Wochen nach der Impfung auf. Laut Stiko sind „Nebenwirkungen, die unerwartet und erst lange Zeit (etwa mehrere Jahre) nach der Impfung auftreten, bei noch keiner Impfung beobachtet worden“. Die Angst vor Langzeitfolgen nach einer Impfung ist also unbegründet.

Risikoabwägung

Das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken und auf der Intensivstation beatmet zu werden, ist nach Einschätzungen von Experten deutlich höher als das Risiko einer schwerwiegenden körperlichen Impfnebenwirkung.

Um das Personal in den Krankenhäusern zu entlasten, um seine Mitmenschen und sich selbst zu schützen, haben wir alle nur eins zu tun: unsere Ärmel hochkrempeln. Einmal, zweimal und auch ein weiteres Mal, denn alle guten Dinge sind bekanntlich drei.

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