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Corona-Impfung: Neue Studie zu Wirksamkeit gegen Omikron - Wohl auch schlechte Nachricht für Medikamente

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Zu sehen ist, wie eine Person gegen das Coronavirus geimpft wird.
Laut einer neuen Studie sinkt die Wirksamkeit der Corona-Impfungen gegen die Omikron-Mutation. © Jörg Carstensen/dpa

Die Corona-Impfung wirkt offenbar weniger stark gegen die Omikron-Variante, zeigt eine neue Studie. Ein Booster kann den Schutz allerdings trotzdem erhöhen.

München - Die Impfung gegen das Coronavirus ist das zentrale Mittel im Kampf gegen die Pandemie. Darauf machen Politik und Experten immer wieder aufmerksam. Mit dem Auftreten von neuen Varianten wird jedoch immer stärker über die Wirksamkeit der bisherigen Impfstoffe diskutiert.

Eine Studie, an der sich auch Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) beteiligt haben, versetzte den Hoffnungen zur Wirksamkeit von Impfungen gegen die hochansteckende Omikron-Mutante jetzt einen weiteren Schlag. Demnach haben die Impfstoffe wohl eine geringere Wirksamkeit gegen die Variante. Eine Booster-Impfung soll aber trotzdem hilfreich sein.

Corona-Studie: Medikamente zur Behandlung nicht wirksam gegen Omikron - „büßen Wirksamkeit ein“

Die Studie, in der die Wirksamkeit von Impfungen und antiviralen Medikamenten gegen Omikron untersucht wurde, wurde in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift „Cell“ veröffentlicht. Die FAU legte zentrale Ergebnisse der Untersuchung auf ihrer offiziellen Internetseite vor. „Während sich die Omikron-Variante des Coronavirus weiter ausbreitet, scheinen einige der Mittel, mit denen die Medizin Infizierte behandeln kann, ihre Wirksamkeit einzubüßen“, hieß es in der Veröffentlichung der Universität.

Gegen Medikamente, die sich gegen bisherige Varianten des Virus als äußerst wirksam erwiesen haben, sei Omikron nun resistent. „Die wichtigste – und dramatischste – Erkenntnis der Studie ist, dass die meisten der sogenannten therapeutischen Antikörper, die zur Behandlung von COVID-19-Infizierten zugelassen sind, nicht gegen die Omikron-Variante wirken“, so die Universität.

Corona-Studie: Impfung wirkt schwächer gegen Omikron-Mutante - „bestätigt frühere Untersuchungen“

Darüber hinaus verpasste die Studie den Erwartungen zur effektiven Bekämpfung der Mutante mit den vorhandenen Impfstoffen einen Dämpfer: „Außerdem konnten die Forscherinnen und Forscher bestätigen, dass Impfungen gegen die neue Virusvariante schwächer wirken.“ Zudem würden auch die Antikörper Genesener „weniger stark“ auf Omikron reagieren, betonte die Universität.

Sowohl bei zweifach oder dreifach Geimpften als auch Genesenen würden zuvor wirksame Antikörper das „Omikron-Virus“ schwächer hemmen, was eine Bestätigung „früherer internationaler Untersuchungen zur Omikron-Mutation“ sei. Trotz der Erklärungen zur Impfung konnte die FAU aber auch positive Nachrichten in Bezug auf die Booster-Impfung melden.

Corona-Studie: Booster-Impfung hilft gegen Omikron - Forscher betonen „Kreuzimmunisierung“

„Dennoch gibt es gute Nachrichten: Mit der dritten, also der Booster-Impfung lässt sich allgemein ein recht guter Schutz erzielen“, unterstrich der Text zur Studie. An dieser Stelle biete eine sogenannte „Kreuzimmunisierung“ - das Impfen mit verschiedenen Impfstoffen - sogar eine noch stärkere Wirksamkeit.

In der Studie seien zwar „Proben von rein mit Biontech-Pfizer- sowie mit Biontech-Pfizer/AstraZeneca-Geimpften“ untersucht worden, jedoch gehe man davon aus, „dass sich unsere Ergebnisse auch auf diejenigen übertragen lassen, die mit Moderna beziehungsweise Moderna-Kombinationen immunisiert wurden“, informierte Prof. Dr. Hans-Martin Jäck, Leiter der Molekular-Immunologie-Abteilung am Uni-Klinikum Erlangen der FAU.

Der Universität zufolge fordern an der Studie beteiligte Forscher eine dringende Anpassung der Medikamente und Impfungen an Omikron. Trotz der schwächeren Wirkung sei eine Impfung wichtig und „dringend zu empfehlen“. „Also heißt die Devise: Lassen Sie sich impfen und holen Sie sich die Booster-Impfung“, zitierte die Website der Universität Professor Jäck. (bb)

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