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Corona-Panne in deutscher Großstadt: Kinder erhalten zu hohe Impfstoff-Dosis - Sprecherin rudert zurück

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Von: Patrick Huljina

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„So etwas hätte nicht passieren dürfen“, sagte Steffen Krach. Nach einer Corona-Panne bei Kinder-Impfungen will der Präsident der Region Hannover alle Abläufe überprüfen.

Update vom 4. Januar, 11.50 Uhr: Von der Panne im Impfzentrum am Zoo in Hannover sind weniger Kinder betroffen als zunächst angenommen. Nach Angaben der Region Hannover erhielten 21 Jungen und Mädchen am Montag die für Erwachsene vorgesehene höhere Impfstoffkonzentration. Das habe eine erneute Überprüfung der Abläufe ergeben, erklärte eine Sprecherin am Dienstag. Zunächst war von 42 Kindern die Rede gewesen. Als Grund für die Panne nannte die Sprecherin menschliches Versagen.

Corona-Panne in Hannover: Kinder erhalten zu hohe Impfstoff-Dosis

Erstmeldung vom 4. Januar: Hannover - Die Zahl der Impfungen gegen das Coronavirus läuft in Deutschland nach den Feiertagen allmählich wieder an. Am Sonntag (2. Januar) wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) mindestens 129.069 Dosen verabreicht. Den größten Anteil machen inzwischen die Booster-Impfungen aus. Doch es kommen auch täglich Erst- und Zweitimpfungen hinzu – unter anderem bei Kindern. In Hannover ist es dabei nun zu einer Panne gekommen.

Im Impfzentrum am Zoo haben insgesamt 42 Jungen und Mädchen eine zu hohe Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Ihnen wurde die höhere Konzentration für Erwachsene gespritzt. Für die Kinder war eigentlich der Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige vorgesehen, teilte eine Sprecherin der Region Hannover am Montag (3. Januar) mit.

Laut Einschätzung der leitenden Fachärztin des Gesundheitsamts, Marlene Graf, seien allerdings keine gravierenden Folgen der Corona-Panne zu erwarten. „Mögliche Nebenwirkungen sollten sich nach unseren Erkenntnissen auf Lokalreaktionen und Fieberreaktionen beschränken. Medizinisch gesehen handelt es sich um eine nicht notwendige erhöhte Dosis des Impfstoffs, die sich nicht negativ auswirken dürften“, sagte Graf der Mitteilung zufolge. Alle Eltern der betroffenen Kinder seien von der Regionsverwaltung direkt telefonisch und per E-Mail informiert worden, hieß es weiter.

Ein 8-jähriger Junge steht am Impfzentrum am Zoo im früheren Regenwald-Panorama des Erlebnis-Zoo Hannover.
Im Corona-Impfzentrum am Zoo in Hannover kam es zu einer Panne bei Kinder-Impfungen. (Archivbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Impf-Panne in Hannover: „So etwas hätte nicht passieren dürfen“

„Auch wenn keine gravierenden gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind, so etwas hätte nicht passieren dürfen“, stellte Regionspräsident Steffen Krach (SPD) klar. „Das darf sich auf keinen Fall wiederholen, wir müssen alle Abläufe nochmal überprüfen“, erklärte er. Die Region werde umgehend analysieren, wie es zu dem Fehler kommen konnte.

Die Corona-Impfungen für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren sind in Deutschland im Dezember angelaufen. Die Stiko empfiehlt die Impfung für Kinder dieser Altersgruppe mit Vorerkrankungen. Bei individuellem Wunsch können auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden. Kurz nach dem Start kam es in Nordrhein-Westfalen ebenfalls zu einer schlimmen Impf-Panne. Dort bekamen Kinder einen nicht für sie zugelassenen Impfstoff gespritzt. (ph mit dpa)

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