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Corona-Infektion trotz Impfung: Immunologe richtet Bitte ans RKI - und schlägt grundlegende Änderung vor

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Immunologe Carsten Watzl verweist auf die Dringlichkeit einer Impfung gegen das Coronavirus. Zudem straft er Impfkritiker ab und richtet sich ans RKI.

Dortmund – Impfen heißt das große Lösungsmittel gegen die Corona-Pandemie. Dennoch steigen trotz steigender Impfquote auch die Infektionszahlen wieder an. Ganz ausgeschlossen ist eine Infektion auch bei doppelt geimpften Personen nicht. Via Twitter skizziert Carsten Watzl die Möglichkeit, sich trotz einer Impfung mit dem Coronavirus zu infizieren. Der Leiter des Forschungsbereichs Immunologie am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität (TU) Dortmund sieht das Problem nicht in den Durchbruchsinfektionen, sondern in den „Infektionen derer, die nicht vollständig geimpft sind“. So formuliert es Watzl auf dem Social-Media-Dienst.

Daran anschließend formuliert Watzl zudem eine Forderung an das Robert-Koch-Institut (RKI). So wünscht sich der Immunologe, dass die Infektionszahlen gemäß seiner eingangs erwähnten Ausführung dargestellt werden. Bedeutet, man solle doch bei der täglichen Übermittlung der Infektionszahlen nicht die reine Gesamtzahl nennen, sondern klar unterscheiden, wie viele der Neuinfektionen auf die sogenannten Durchbruchsinfektionen entfallen und wie viele auf nicht oder nicht vollständig geimpfte Personen zurückzuführen sind. „Die Daten haben sie ja“, schreibt Watzl noch zum Tweet, der eine solche Erklärung der Neuinfektionszahlen anhand einer Grafik aus der US-Tageszeitung San Diego Union Tribune deutlich macht.

Durchbruchsinfektion trotz vollständiger Impfung: Kompletter Schutz gegen Coronavirus nicht gewährleistet

Mit dem Begriff „Durchbruchsinfektion“ wird eine unerwartete Ansteckung beschrieben, nachdem eigentlich ein Schutz vorliegen sollte. Diese kann beispielsweise durch eine Impfung oder eine Behandlung gewährleistet sein. Nach Ansicht von Watzl würden Corona-Durchbruchsinfektionen „von Impfskeptikern zu oft als Ausrede benutzt“ werden, wie er auf Twitter schreibt.

Frei nach dem Motto: „Warum sollte ich mich impfen lassen, wenn ich mich trotzdem anstecken kann?“ Im Folgenden wird der Immunologe der TU Dortmund deutlich und verweist auf die enorme Relevanz einer Impfung. Sie „reduziert das Ansteckungsrisiko deutlich und gibt sehr guten Schutz vor schwerer Erkrankung“.

Plädoyer fürs Impfen: Mehr Corona-Infektionen bei Menschen ohne doppelte Impfung

Eine Spitze in Richtung der Impfskeptiker kann sich Carsten Watzl nicht sparen: „Nach der Logik sollten wir auch keinen Sicherheitsgurt anlegen. Der reduziert die Unfallwahrscheinlichkeit gar nicht, sondern schützt ´nur´vor schweren Verletzungen, wenn es zum Unfall kommt“.

Das Thema Ansteckung trotz doppelter Impfung beschäftigt derweil auch ein Altenheim in Bayern. Hier sind trotz vollem Impfschutz mehr als die Hälfte der Bewohner infiziert.

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