Im Fokus: die Impfzentren gegen Corona, hier in Berlin.
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Im Fokus: die Impfzentren gegen Corona, hier in Berlin.

Wird da etwa geschlampt?

Arzt berichtet von angeblich untragbaren Zuständen in deutschen Corona-Impfzentren - „Ich bin fassungslos“

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Ein Arzt übt schwere Kritik wegen angeblich mangelhafter Corona-Schutzmaßnahmen in deutschen Impfzentren. Sein Vorwurf: Es gebe nicht mal Covid-19-Selbsttests für medizinisches Personal.

München/Berlin - Sie sollen ein neuer Hebel in der Corona-Pandemie in Deutschland sein: Selbsttests und Schnelltests auf das heimtückische Coronavirus. Wahlweise in Eigenverantwortung durchgeführt, teils durch medizinisches Personal.

Für besagtes medizinisches Personal gibt es aber in vereinzelten Impfzentren in Deutschland angeblich nicht mal die Schnelltests, um sich vor der Arbeit auf Corona zu testen. Das behauptet laut Neue Zürcher Zeitung (NZZ) ein Berliner Arzt, der sich in seinem Frust an die Redaktion der NZZ gewandt habe. Er berichtet demnach von angeblich untragbaren Zuständen in der Hauptstadt.

Corona-Impfzentren in Deutschland: Schwere Kritik eines Berliner Impf-Arztes

„Ich frage nach, wo denn der Schnelltest stattfinde. Die Antwort des Leiters: ‚Das ist nicht vorgesehen.‘ Es gebe weder Schnelltests noch die Räumlichkeiten dafür“, erzählte der Arzt, der namentlich nicht genannt werden will. Auf der Impfstraße in den Impfzentren herrsche dagegen „ein reges Kommen und Gehen“. Seine Kritik: Das Infektionsrisiko in den Impfzentren selbst sei wegen vieler Kontakte und angeblich mangelhafter Corona-Schutzmaßnahmen angeblich hoch.

  • Angebliche Mängel bei Corona-Schutzmaßnahmen in Berliner Impfzentren:
  • Angeblich wird bei Impfärzten, medizinischem Personal und eingeteilten Bundeswehr-Soldaten kein Fieber gemessen.
  • Angeblich zu viele Kontakte auf den Impfstraßen.
  • Angeblich nachlässige Handhabung der Hygienevorschriften.
  • Angeblich keine Schnelltests für die Impfenden.

„Jetzt stellen wir uns mal vor, die offensichtlich erkältete Kollegin oder ein anderer, asymptomatischer Kollege wäre mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Dann hätten sie an diesem Tag sowohl die anderen Ärzte als auch die Dokumentationsassistenten und die Soldaten anstecken können“, erzählte er weiter.

Der Mediziner meinte mit Blick auf Risikopatienten: „Vor allem wären sie eine Gefahr für die meist immungeschwächten Patienten gewesen. Die kommen ja in dem Glauben, dass im Impfzentrum alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit genau das nicht passiert. Wo, wenn nicht an diesem Ort?“

Arzt aus Berlin: Angeblich mangelhafte Corona-Schutzmaßnahmen in deutschen Impfzentren

Zusammenfassend könne er nur sagen: „Ich bin fassungslos, mit welchem Leichtsinn bei uns geimpft wird. Jeder Arzt und jeder Angestellte, der einen Dienst in einem Impfzentrum verrichtet, muss doch zumindest vorher einen Schnelltest machen. Sonst wird aus einem Corona-Schutz-Zentrum im schlimmsten Fall ein Corona-Verbreitungs-Zentrum“, erklärte der Berliner Arzt der NZZ.

Im Impfzentrum im ehemaligen Flughafen Tempelhof sei bei den Impfenden noch nicht mal Fieber gemessen worden, behauptete er weiter. Wie die NZZ schreibt, wollte sich die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit auf schriftliche Anfrage nicht zu den Vorwürfen des Impfarztes äußern. (pm)

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