Universität Klinik Krankenhaus Notaufnahme von außen.
+
Auf den Intensivstationen in Deutschland liegen aktuell mehr junge als alte Menschen. Die älteren sind mittlerweile gut durch die Impfung geschützt (Symbolbild).

Risiko unterschiedlich

Corona-Zahlen des RKI: Mehr Jüngere als ältere Menschen auf Intensivstationen

Auf den Intensivstationen in Deutschland liegen aktuell mehr junge als alte Menschen, denn die Impfquote bei den Jüngeren ist niedrig. Doch noch ein weiteres Detail ist anders.

Berlin - Die Zahl der Intensivpatienten steigt weiter: Im Vergleich zur Vorwoche benötigen in dieser Woche 22 Prozent mehr Menschen intensivmedizinische Pflege. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Institutes (RKI) hervor. Zudem liegen mehr junge Menschen auf Intensivstationen.

Höhere Hospitalisierungsrate: Impfquote bei jungen Menschen niedriger

Von Mitte August bis Anfang September lagen mehr Menschen unter 60 Jahren als Menschen über 60 auf Deutschlands Intensivstationen. Das RKI sieht den Grund dafür in der unterschiedlichen Impfquote. In der Altersgruppe der Menschen über 60 sind 83 Prozent geimpft (Stand: 8. September 2021). Bei den 18 bis 59-Jährigen sind es hingegen rund 67 Prozent.

Die jüngste Altersgruppe, für die es aktuell einen Impfstoff gibt, sind die Zwölf- bis 17-Jährigen. Ihnen wurde die Empfehlung zur Impfung erst Mitte August ausgesprochen. Zudem hatten ältere Menschen als erste die Gelegenheit, sich immunisieren zu lassen. Das erklärt unter anderem die niedrige Impfquote von 24 Prozent bei den jungen Menschen. Aktuell steht jedoch genug Impfstoff für alle Impfbereiten ab zwölf Jahren zur Verfügung.

Für Kinder unter zwölf Jahren ist aktuell noch kein Impfstoff in Deutschland zugelassen. In den USA kommt es möglicherweise noch im Oktober zu einer Zulassung eines Pfizer und BionTech-Vakzins, wie zwei Insider berichteten. Hierzulande könnte das noch etwas dauern. Das RKI mahnt deshalb, sich impfen zu lassen, um die Kinder unter zwölf Jahren zu schützen.

94 Prozent der Intensiv-Patienten sind ungeimpft

94 Prozent der Menschen auf Intensivstationen in Deutschland sind ungeimpft. Das spricht für eine gute Wirksamkeit der Impfung. Seit dem ersten Februar 2021 haben sich laut RKI 30.880 Menschen trotz vollen Impfschutzes mit Corona infiziert, das entspricht einem Anteil von 0,05 Prozent. Nur 27 voll geimpfte Personen zwischen 18 und 59 Jahren kamen auf eine Intensivstation, bei den Zwölf bis 17-Jährigen wurde niemand intensivmedizinisch betreut, unter den Menschen ab 60 Jahren waren es insgesamt 145 Personen. Das weist ein höheres Risiko für die ältere Bevölkerung nach.

Insgesamt ist das Risiko für Geimpfte jedoch deutlich niedriger als für Ungeimpfte. Auch tödliche Verläufe sind unwahrscheinlicher. Bei den Intensiv-Patienten ab 60 war ein Anteil von 2,2 Prozent aller Todesfälle geimpft, der Rest der tödlichen Verläufe entfiel auf Ungeimpfte. In der Altersgruppe zwischen 18 und 59 starb nur eine Person trotz Impfung an Corona, in der jüngsten Altersgruppe waren keine Todesfälle im Zusammenhang mit Corona bei den Geimpften zu verzeichnen.

Der Virologe Dr. Christian Drosten hatte bis zum Ende des Sommers auf eine Impfquote von 80 Prozent in Deutschland gehofft. Vollständig geimpft sind deutschlandweit derzeit allerdings erst 62 Prozent. Zum Vergleich: Auf Malta haben bereits 82 Prozent der Bevölkerung den vollen Impfschutz, in Portugal sind es 78 Prozent. Zahlreiche Länder verschärfen nun die Einschränkungen für Ungeimpfte. Auch das Bundesland Baden-Württemberg zieht die Maßnahmen nochmals an, Nordrhein-Westfalen zahlt keine Quarantäne-Entschädigungen mehr an Ungeimpfte.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare