Die Deutschen seien „arrogant“

Corona-Maßnahmen in Italien verlängert - Bekannter Komiker schießt gegen Deutschland: „Kaltherzig“

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  • Richard Strobl
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  • Patrick Mayer
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In Italien hat das Coronavirus zu einer verheerenden Lage geführt. Die Zahl der Todesfälle und der Infizierten steigt. Die Entwicklungen im News-Ticker. 

++Dieser Ticker ist beendet. Alle aktuellen Nachrichten zum Coronavirus in Italien finden Sie in unserem neuen News-Ticker.++

14.15 Uhr: Der bekannte italienische Komiker und Schauspieler Tullio Solenghi (72) wütet in einem kurzen Video gegen Europa und Deutschland. Er wirft den Deutschen vor, „arrogant“ und „kaltherzig“ zu handeln und sein Land in der Corona-Krise im Stich zu lassen. Er erwähnt die NS-Geschichte Deutschland - und zeigt vor diesem Hintergrund kein Verständnis für die Haltung der Bundesregierung. 

Solenghi geht es darum, dass die Große Koalition Euro-Bonds ablehnt*. Unerwähnt bleibt in seinem Facebook-Video jedoch, dass italienische Intensivpatienten in deutschen Krankenhäusern behandelt werden und Deutschland Atemmasken geschickt hat. 

Derweil steigt in Deutschland die Zahl der infizierten Pflegekrärfte massiv an. 

Update, 10.18 Uhr: Die italienische Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis zum 13. April.

Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza in Rom im Senat an. Diese Verlängerung hatte die Regierung bereits Anfang der Woche in Aussicht gestellt. Seit 10. März dürfen sich die Menschen im Land nicht mehr frei bewegen. Schulen sind zu, viele Fabriken ebenfalls. Die Beschränkungen galten vormals bis zum 3. April. 

Österreich hat sie schon, die Maskenpflicht. Aber kommt sie auch in Deutschland?*

Corona in Italien: Mafia wittert in Krise große Chance - Sie könnte an Pandemie verdienen

Update, 9.48 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die italienische Wirtschaft in den Abgrund gestürzt. Viele Firmen werden die Krise nicht überleben. Das organisierte Verbrechen jedoch könnte davon profitieren. 

Italienischen Experten zufolge droht 65 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen die Pleite. „Man muss sich nur das Portfolio der Mafiagruppen anschauen, um zu sehen, wie viel sie an der Pandemie verdienen können“, sagte der Autor und Mafia-Experte Roberto Saviano der Zeitung La Repubblica. In den vergangen Jahrzehnten investierten sie demnach in Dienstleistungsunternehmen für Kantinen, Reinigung und Desinfektion, in Abfallverwertung, Transport, Bestattungsunternehmen, in Logistik für Öl und Lebensmittel. „Damit wird die Mafia Geld verdienen“, sagt Saviano.

Die Mafia „plant schon sorgfältig für die Zeit, in der die Wirtschaft wieder aufgebaut wird“, sagt auch Ermittler Governale. „Da wird eine Menge Geld im Umlauf sein.“ Seine Behörde arbeite bereits an einem Plan, um die Infiltration der Mafia zu verhindern. „Sie werden nach Schlupflöchern im System suchen. Wir werden achten müssen auf verdächtige Operationen, die Gründung neuer Unternehmen und Scheinfirmen.“

Corona in Italien: Prozesse gegen Mafia-Angeklagte zum Stillstand gekommen

In einem offenen Brief an Präsident Sergio Mattarella warnten Zeugen in Anti-Mafia-Prozessen vor der Gefahr, dass sich finanziell klamme Kleinunternehmer Geld von der Mafia leihen. Firmenchefs könnten sich „in einer Verzweiflungstat“ an die Einzigen wenden, „die derzeit über beträchtliche Geldmittel verfügen -, die Mitglieder des organisierten Verbrechens“, heißt es in dem Brief.

Gleichzeitig erschwert die

Epidemie

den Kampf gegen die

organisierte

Kriminalität

. Die Prozesse gegen hunderte Mafia-Angeklagte seien zum Stillstand gekommen. Manche befürchten auch von der

Mafia

angezettelte Ausschreitungen.  

In Großbritannien sorgt die aktuelle Krise für dramatische Zustände: Auch in England müssen Ärzte wegen des Coronavirus unmenschliche Entscheidungen treffen.*

Corona in Italien:  Lombardei-Dorf bleibt verschont vom Virus

Update vom 1. April, 7.45 Uhr: Die Ortschaft Ferrera  Erbognone liegt in der Corona-Hochburg Lombardei, nur rund 50 Kilometer von Mailand entfernt. Trotzdem sieht es so aus, als sei das Dorf in der Provinz Pavia bisher von der Virus-Welle  verschont geblieben. Dass keine Fälle registriert wurden, kann Zufall sein. Doch die Einwohner teilen ihre Freude über ihre besondere Situation mit vielen Medien in Italien - als Zeichen für gute Nachrichten in schlimmen Zeiten.

„Wir sind stolz und glücklich über diese Situation“, sagte Ladeninhaberin Mery De Luca der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings hätten die Bewohner trotzdem auch Angst, weil so viele andere Menschen um sie herum an der Covid-19-Krankheit gestorben seien.

In der Lombardei registrierten die Behörden rund 40 Prozent der über 100.000 Corona-Fälle Italiens. Eine vom Bürgermeister des Dorfes geplante Studie dazu, warum in dem knapp 1200-Seelen-Dorf keine Fälle aufgetreten seien, wurde von de Gesundheitsbehörden der Lombardei gestoppt. 

Corona in Italien - Conte warnt Bürger und richtet eindringlichen Appell an Europa

22.50 Uhr: Aufgrund der dramatischen Lage in Italien hatte Russland in der vergangenen Woche medizinische und personalle Hilfe in das Land geschickt. 

In einem Bericht der Bild-Zeitung soll es sich hierbei jedoch um Propaganda gehandelt haben. Die Bild-Zeitung zitiert einen ehemaligen Offizier der italienischen Armee. Ihm zufolge sei es eine „PR-Aktion“. „Das mitgebrachte Material ist nicht 80 Prozent nutzlos, sondern 100 Prozent“, sagte er weiter. 

20.27 Uhr: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat am Dienstagabend in der Sendung ARD Extra gesprochen. Noch immer befinde sich das Land in einer „aktuen Phase“, doch man werde es sicherlich schaffen, diese zu überstehen, so Conte.  

Im Streit um sogenannte Corona-Bonds hatte er um die Zustimmung Deutschlands geworben und sagte, dass alle Mitgliedstaaten der EU von solchen Euro-Bonds profitieren könnten. Sie bedeuteten nicht, dass die Deutschen beim anstehenden Wiederaufbau Italiens „auch nur einen Euro für die italienischen Schulden bezahlen müssen“.

Corona in Italien: Conte nennt Covid-19 einen gemeinsamen unsichtbaren Feind

Letztlich gehe es in der Coronavirus-Krise auch gar nicht um die finanziellen Schwierigkeiten einzelner Mitgliedstaaten. „Es ist eine Notlage, für die kein einzelner Mitgliedstaat alleine verantwortlich ist“, sagte Conte. Dann fuhr er fort: „Was wollen wir in Europa machen? Möchte jeder Mitgliedstaat seinen eigenen Weg gehen? Wenn die Reaktion keine gemeinsame, ernsthafte und koordinierte Reaktion ist, dann wird Europa immer weniger wettbewerbsfähig, auch auf dem globalen Markt.“

Europa habe mit dem neuartigen Coronavirus einen gemeinsamen unsichtbaren Feind. Alle Mitgliedstaaten seien in diesen Kampf involviert. „Wir sind alle an der Front“, sagte Conte. „Wenn nur ein Vorposten nachgibt, nur ein Schützengraben zusammenbricht, dann breitet sich der Feind im Inneren aus.“ Europa, so Conte, müsse nun zeigen, dass es „gemeinsames europäisches Haus ist“.

Corona: Optimismus in Italien - doch Ministerpräsident Conte warnt

In Italien wächst unterdessen der Optimismus, dass ein Abebben der Corona-Welle in Sicht kommen könnte: Am Dienstag stieg die Zahl der Neuinfektionen erneut nur moderat an. Allerdings blieb die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden mit 837 weiter hoch.

Der Zivilschutz in Rom registrierte knapp 2.000 mehr Infizierten-Fälle  als am Vortag. Das waren zwar etwas mehr Neuinfektionen als Montag, aber insgesamt signalisierten die Zahlen eine Verlangsamung der Ansteckungswelle. Die Zahl aller Menschen, die in Italien positiv auf das Virus getestet wurden, kletterte auf 105 792 Menschen - das war mit plus vier Prozent ein besonders niedriger Gesamtanstieg.

Die Italiener müssten nun darauf aufpassen, trotz eines geringeren Anstiegs der Zahl der Infizierten nicht nachlässig zu werden, sonst seien die bisherigen Anstrengungen umsonst gewesen, warnte Conte bei ARD Extra.

Corona in Italien: Bereits 63 Ärzte gestorben - Schrittweise Öffnung der Ausgangssperre bahnt sich an

15.44 Uhr: Italienische Politiker haben sich in einem offenen Brief an Deutschland gewandt, der nun in einer ganzseitigen Anzeige in der FAZ veröffentlicht wurde. Darin fordern sie erneut die sogenannten Eurobonds, die eine gemeinsame Schuldenaufnahme der EU-Staaten wegen der Corona-Krise erlauben sollen. Deutschland ist eines der Länder, das bislang gegen die Forderung war.

In dem Brief appelliert die Gruppe von italienischen Politikern an die Solidarität Deutschlands und will so offenbar öffentlichen Druck aufbauen. Besonders hart kritisiert werden in dem Schreiben die Niederlande für ihre Haltung gegenüber den Bonds. 

Deutschland wird in dem Schreiben allerdings an das Londoner Schuldenabkommen von 1953 erinnert. Darin wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ein großer Teil seiner Schulden erlassen. Um der Wirtschaft Deutschlands wieder auf die Beine zu helfen, verzichteten viele Länder auf Geld: „Berlin vermied den Zahlungsausfall, weil seine Schulden von 21 Ländern, einschließlich Italien, halbiert wurden“, heißt es in dem Brief.

Man wolle Deutschland daran erinnern, „wie sich ein großes Land in einer Notlage verhalten sollte“, schreibt der italienische EU-Abgeordnete Carlo Calenda via Twitter zu dem Brief. 

Bei den Bonds gehe es dagegen nicht um die Vergemeinschaftung der öffentlichen Altschulden, sondern um ausreichende Mittel für einen großen europäischen Rettungsplan, heißt es weiter. Die Verschuldung der europäischen Länder werde nach der Krise unweigerlich viel höher sein. „Die Art und Weise, wie wir mit dieser gemeinsamen Last umgehen, wird entscheidend dafür sein, wie wir die Krankheit eindämmen können, aber auch wie und in wieweit wir uns erholen können und letztlich auch für den Zusammenhalt der Eurozone.“

Der Streit über Corona-Bonds entzweit die EU-Staaten. Italien, Spanien, Frankreich und andere Staaten fordern sie vehement, während sich Deutschland, die Niederlande, Österreich und andere sperren.

Corona in Italien: Bereits 63 Ärzte gestorben - Schrittweise Öffnung der Ausgangssperre bahnt sich an

15.20 Uhr: Mittlerweile sind 63 italienische Ärzte an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Ärztekammer zählt jeden einzelnen Kollegen auf, der sein Leben im Kampf gegen das Virus verloren hat. Bisher sind es 59 Männer und drei Frauen im Alter zwischen 49 und 91 Jahren. Die meisten Mediziner starben in der am stärksten betroffenen Region rund um Bergamo. Viele der infizierten Mediziner sind Hausärzte, die ungeschützt in den Kontakt mit den Patienten kamen. 

Corona in Italien: Schrittweise Öffnung der Ausgangssperre bahnt sich an

14.35 Uhr: Italien ist das Land in Europa, das am härtesten vom Coronavirus getroffen wurde. Weltweit gibt es hier auch die meisten Todesfälle. Dennoch sehnt sich die Bevölkerung nach einem Ende der Ausgangssperren. Eine Studie hatte Anfang Mai als möglichen Zeitpunkt genannt, an dem es keine Neuinfektionen mehr in Italien geben könnte. (Siehe Eintrag vom 30. März, 13.10 Uhr).

In der aktuellen Lage wurde die Ausgangssperre aber am Montag vorerst bis mindestens Ostern verlängert. Doch wie wird die Wieder-Öffnung des Landes aussehen?Nach einem Bericht der italienischen Zeitung Il Fatto Quotidiano wird es offenbar auf eine schrittweise Öffnung hinauslaufen. Das Blatt schreibt über „Gerüchte“, dass ab dem 4. Mai das öffentliche Leben langsam wieder anlaufen könnte. 

Vor allem über die Osterfeiertage, die in Italien traditionell zu großen Versammlungen führen, soll die Ausgangssperre noch gelten. Anschließend wird dem Bericht nach zunächst der Produktionsstopp aufgehoben. Erst anschließend würden dann weitere Beschränkungen gelockert.

Am Mittwoch wird Ministerpräsident Giuseppe Conte dem Bericht nach die Opposition treffen und über die nächsten Schritte beraten. 

Coronavirus in Italien: Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom infiziert

10.58 Uhr: Der  Stellvertreter des  Papstes für das Bistum  Rom ist an der  Lungenkrankheit  Covid- 19  erkrankt. Der Kardinalvikar des Bistums,  Angelo  De  Donatis, sei der erste Kardinal, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews. Der 66-Jährig habe Fieber und sei im Krankenhaus, es gehe ihm aber gut, teilte das Bistum Rom am Montagabend mit. Er liegt in der römischen Klinik, in der auch Päpste behandelt werden.

Der Papst ist Bischof von Rom. Franziskus habe mit De Donatis aber in letzter Zeit keinen Kontakt gehabt, so Vaticannews. In dem kleinen Kirchenstaat gibt es mittlerweile einige wenige Corona-Fälle. Franziskus ist allerdings nicht betroffen, wie der Vatikan am Wochenende mitgeteilt hatte.

9.33 Uhr: In Italien sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität aktuell 101.739 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 11.591 Personen starben an den Folgen. 14.620 sind nach einer Erkrankung wieder genesen.

Update 31. März, 5.49 Uhr: Die USA werden nach Angaben von Präsident Donald Trump medizinisches Gerät für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie nach Italien und in andere Länder schicken. Geplant sei die Lieferung von medizinischem und chirurgischen Gerät nach Italien im Wert von rund hundert Millionen Dollar (etwa 91 Millionen Euro), sagte Trump am Montag in Washington.

Um welche Art von Ausrüstung es sich handelt, erläuterte der Präsident nicht. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte sei über die Lieferung "sehr, sehr glücklich", sagte er lediglich. Der US-Präsident hatte kurz zuvor mit Conte telefoniert.

Lieferungen von medizinischem Gerät seien für später auch nach Frankreich, Spanien und in weitere Länder geplant, sagte Trump. Es gebe in den USA ein Überangebot an bestimmtem medizinischen Gerät, dieses Material könne ins Ausland gehen.

In Ialien sterben unterdessen so viele Menschen am Coronavirus wie in keinem anderen Land. Warum das so ist, erklären wir hier.

Corona in Italien: Studie nennt Datum für „Ende der Hölle“

Update 22.16 Uhr: Wegen der Corona-Krise verlängert die italienische Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger bis mindestens Ostern. Das teilte das dortige Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Bislang galten die Ausgangsverbote bis zum kommenden Freitag. Angelaufen waren sie vor rund drei Wochen, am 10. März. 

Update 20.11 Uhr: In Italien ist der Anstieg der Zahl von aktuell positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen so niedrig wie seit Beginn der landesweiten Ausgangssperren nicht. Die Zahl der derzeit Erkrankten nahm bis Montag um 1648 auf 75.528 zu - und liegt damit auf einem so niedrigen Stand wie seit dem 10. März nicht mehr. In diesen Wert sind jedoch Tote und Geheilte nicht eingerechnet. 

Die Zahl der Gesamtinfektionen stieg unterdessen jedoch auf 101.739, teilte der Zivilschutz mit. Aber auch hier war der prozentuale Anstieg geringer. Allerdings ist die Zahl der Verstorbenen nach wie vor so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Bis Montag kamen 812 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 11.591

Unterdessen meldet auch China nur noch sehr wenige Neuinfektionen. Allerdings gibt es dort erhebliche Zweifel an der Korrektheit der offiziellen Zahlen. Markus Söder informiert ebenfalls am Mittwoch über die neuen Pläne wegen des

Coronavirus in Bayern. 

Eine wissenschaftliche Studie hat sich nun damit befasst zu welchem Zeitpunkt der Höhepunkt und womöglich ein Ende der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht sein könnte. 

Coronavirus in Italien: Debatte über Lockerung der Beschränkungen hat begonnen

Update 16.43 Uhr: Angesichts von Hoffnungen auf eine Stabilisierung bei den Corona-Neuinfektionen hat in Italien eine Debatte über Wege zur Lockerung der Beschränkungen begonnen. Gleichzeitig warnten Experten, eine Rückkehr zur Normalität werde nur in kleinen Schritten erfolgen. „Es gibt zwar noch keine Signale eines Rückgangs, doch es geht besser“, sagte der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes ISS, Silvio Brusaferro, der Zeitung „La Repubblica“ vom Montag.

„Wir warten bis Ostern und werden dann die Zahlen prüfen, um weitere Schritte zu unternehmen“, beschrieb er den möglichen Zeitrahmen. In Italien gelten bis Freitag strenge Ausgangsverbote mit wenigen Ausnahmen. Es wird erwartet, dass die Regierung sie verlängert.

Coronavirus in Italien: Neue Studie nennt möglichen Zeitpunkt für „Ende der Hölle“

13.10 Uhr: In Italien gibt es eine erste Studie, die einen möglichen Zeitpunkt zum „Ende der Hölle“ nennt, wie die italienische Zeitung Il Giornale titelt. Das Einaudi-Institut für Wirtschaft und Finanzen, ein unabhängiges Universitätsforschungszentrum in Rom, hat demnach kürzlich eine grundlegende Prognose dazu veröffentlicht, zu welchem Zeitpunkt es keine neuen Corona-Infektionen mehr geben werde.

Demnach könnte die Zahl der Neuinfektionen in Italien zwischen dem 5. und 16. Mai auf null sinken. In einigen Regionen Italiens, darunter Venetien und Piemont, könnte es allerdings bereits in der ersten Aprilhälfte so weit sein. Am schnellsten könnte der Prognose nach Südtirol sein: Hier wird der 6. April als möglicher Zeitpunkt genannt, an dem es keine neuen Infektionen geben werde. 

In den stark betroffenen Regionen dauert es dagegen länger. So wird für die Lombardei der 22. April und für Emilia-Romagna der 28. April genannt. Die letzte Region wird demnach die Toskana sein. Hier biegt sich demnach die Kurve der Neuerkrankungen, die für die Prognose verwendet wurde, am langsamsten.

Eine andere Studie einer US-Forschergruppe macht weitaus weniger Hoffnung: Die Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass man sich auch in einer Entfernung von bis zu acht Meter bei einem Coronavirus-Träger mit dem Virus anstecken kann, wenn dieser beispielsweise niest. Sie geben daher nun eine

extreme Empfehlung

ab. 

In Österreich wurde eine Schutzmasken-Pflicht in Supermärkten verordnet. Auch in Jena soll es eine ähnliche Pflicht geben. Gibt es bald eine Masken-Pflicht in ganz Deutschland?

Coronavirus in Italien: Die aktuellen Zahlen

Update vom 30. März, 9.29 Uhr: In Italien sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität aktuell 97.689 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 10.779 verstarben demnach an den FOlgen. 13.030 Menschen sind nach einer Erkrankung wieder genesen.

Unterdessen spitzt sich die Lage in Pflegeheimen in Deutschland weiter zu. 17 Menschen aus einem Pflegeheim in Wolfsburg sind nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Bundesweit steigen die Fallzahlen. Auch in NRW bleibt die Lage weiterhin brisant.

Corona: Italiens Süden wird zum „Pulverfass“ - Polizisten müssen Supermärkte vor verzweifelten Bürgern schützen

News vom 29. März:

Update, 21.45 Uhr:  Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben in der Corona-Krise zu europäischer Solidarität aufgerufen.

Die Europäische Union habe eine Verabredung mit der Geschichte und die Geschichte warte nicht, man müsse ihr gerecht werden, schrieb Conte in einem emotionalen Posting auf Twitter: „Die Reaktion auf den Coronavirus-Notfall muss stark, energisch und gemeinsam erfolgen. Ich werde bis zum letzten Schweißtropfen für die italienischen Bürger kämpfen.“

Macron unterstützt seinen italienischen Amtskollegen bereits. Es geht wohl darum, mehr durch die EU abgesicherte Schulden aufnehmen zu dürfen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufangen. Einem Kommentar der Tageszeitung La Stampa zufolge stünde in Italien das gesamte Bruttoinlandsprodukt auf dem Spiel.

„Wir werden diese Krise nicht ohne eine starke europäische Solidarität in Bezug auf Gesundheits- und Haushaltsfragen überwinden“, sagte Macron in einem Interview mit den italienische Zeitungen Corriere de la Serra,La Stampa und La Repubblica. 

In Österreich wurde nach zwei Wochen Bilanz zu den Corona-Maßnahmen gezogen. Kanzler Kurz erklärt das weitere Vorgehen und wie mit den Corona-Beschränkungen weiter verfahren wird.*

Corona-Krise in Italien: Giuseppe Conte kündigt Ausgabe von Lebensmittelmarken an

Update, 21.20 Uhr:  Italien versinkt immer tiefer in der Corona-Krise, die schwerste Herausforderung für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg, wie Giuseppe Conte mehrmals betonte.

 

Ministerpräsident Italiens: Giuseppe Conte.

Der italienische Ministerpräsident kündigte am Wochenende nun sogar die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen an. Der Corriere della Sera schrieb wegen erster Plünderungen in Sizilien von einer tickenden „sozialen Zeitbombe“ in der Region, in der rund fünf Millionen Menschen leben. Die Bürger gelten als hoch verunsichert, weil die Wirtschaft zum Erliegen gekommen ist und sie zum Teil kein Geld mehr verdienen.

Conte ist sich der zunehmenden Angst und Belastung der Bevölkerung bewusst. In einer Pressekonferenz kündigte er am Samstagabend die Ausgabe von Lebensmittelgutscheine für Menschen in akuter Geldnot an. „Wir wissen, dass vielen leiden, aber der Staat ist da“, sagte er. Die Regierung gab 400 Millionen Euro für die Kommunen frei, mit denen Menschen unterstützt werden sollen, „die kein Geld haben, um Essen zu kaufen“.

"Niemand wird allein gelassen", versicherte

Conte

. Ziel der Regierung sei es, „Barmittel für Familien, Unternehmen und Arbeitnehmer sicherzustellen“. 

Aktuell steigt die Nachfrage nach Atemschutzmasken weltweit enorm. Zunehmend sollen US-Einkäufer versuchen europäische Angebote für Masken zu überbieten.

Corona-Krise in Italien: Wieder sterben Hunderte Menschen mit Covid-19

Update, 19.50 Uhr: Eine italienische Ärztin aus Mailand hatte jüngst mit viel Kritik am Gesundheitssystem in Italien für Aufsehen gesorgt. Jetzt ging auch eine Berliner Krankenpflegerin verbal in die Offensive.

Konkret: Die jungeKrankenschwester Nina Magdalena Böhmer (28) wirft der Bundesregierung vor, die Krankenhäuser in der Corona-Krise tatsächlich im Stich zu lassen. Deshalb kritisiert sie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CSU)* scharf - und richtet deutliche Worte an alle Bürger, die auf Balkone gehen, um dem medizinischen Personal zu applaudieren.

Update, 18.55 Uhr: Wieder sterben Hunderte mit dem Coronavirus infizierte Patienten in Italien.

Wie der Zivilschutz in Rom am Sonntagabend mitteilte, stieg die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten um 756 auf 10 779. Immerhin: Die Zunahme der Neuinfektionen hat sich weiter verlangsamt.

Rom: Arbeiter in Schutzkleidung desinfizieren die Gehwege in einem Viertel, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Die Gesamtzahl der an Corona erkrankten Personen seit Beginn der Pandemie wuchs um 5217 auf jetzt 97 689 an, die Zahl der Geheilten nahm indes um 646 auf 13 030 Personen zu.

Update, 17.15 Uhr: Die ersten beiden italienischen Corona-Patienten werden an diesem Sonntag zur medizinischen Behandlung in Bayern erwartet.

„Insgesamt nehmen wir in den nächsten Tagen zehn Patienten im Rahmen unserer Möglichkeiten auf“, schrieb Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die italienischen Patienten sollen auf verschiedene Kliniken im ganzen Land verteilt werden, einzig München ist davon ausgenommen. „Es ist wichtig, in der Not zu helfen“, erklärte Söder.

Update, 16.15 Uhr: Die Corona-Krise in Italien äußert sich nun auch im Süden des Landes drastisch.

So soll es Berichten zufolge erste Plünderungen wegen Geldnöten gegeben haben. In Sizilien hätten bewaffnete Polizisten vor Supermärkten Stellung bezogen.

Corona-Krise in Italien: Plünderungen in Sizilien aus Geldnöten

Ein Beispiel: Vor den Eingängen eines Supermarktes in Palermo standen am Samstagnachmittag vier Polizisten, wie ein AFP-Reporter berichtete. Presseberichten zufolge wächst in Italien die Hoffnungslosigkeit angesichts der Coronavirus-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Überwachen die Ausgangssperre: Polizisten in Italien, hier in Rom.

Die Wirtschaft bricht wegen der Ausgangssperre und der Schließung aller nicht lebenswichtigen Unternehmen und Fabriken immer stärker ein. Millionen Menschen haben dadurch kein Einkommen.

Corona in Italien: Kassierer und Ladeninhaber von verzweifelten Bürgern unter Druck gesetzt

Laut der Tageszeitung La Repubblica verließ am Donnerstag eine Gruppe von Einheimischen einen sizilianischen Supermarkt, ohne zu zahlen. "Wir haben kein Geld um zu bezahlen, wir müssen essen", rief demnach einer von ihnen den Kassierern zu. 

Der Corriere della Sera berichtete, in anderen sizilianischen Städten seien Inhaber kleiner Läden von Anwohnern unter Druck gesetzt worden, ihnen kostenlos Essen zu geben.

Update vom 29. März, 9.07 Uhr: In Italien gibt es mittlerweile mehr als 10.000 Todesfälle in Folge des Coronavirus. Besonders betroffen ist bislang der Norden des Landes. Allerdings verbreitet sich die Krankheit auch im Süden immer weiter. In der wirtschaftlich ärmeren Region steigt nun zudem die Angst vor sozialen Unruhen.

San Mauro Torinese: Piloten der Squa S.a.p.r. eines militärischen Sonderkorps führen mit Drohnen Überwachungsflüge über dem Gebiet der Gemeinde San Mauro durch. Damit sollen die Polizeikräfte unterstützt werden, ob die Ausgangssperre eingehalten wird.

 

Giuseppe Provenzano, der Minister für Süditalien, warnte am Samstag im Interview mit der Tageszeitung La Republica, dass der Süden zu einem „sozialen Pulverfass“ werden könnte, falls die extrem restriktiven Maßnahmen in Italien länger andauern würden. In Italien gibt es neben strengen Ausgangssperren etwa auch einen Produktionsstop. 

Corona-Krise in Italien: Mob plündert Supermarkt - Armut verschärft sich

Dass diese Angst nicht unbegründet ist, zeigt ein Vorfall in Palermo: Am Freitag stümte eine Gruppe von Plünderern einen Supermarkt in der Stadt auf Sizilien und flüchtete anschließend mit geraubter Ware. Sie beschwerten sich einem Bericht der italienischen Tageszeitung il Fatto Quitidiano nach, dass sie kein Geld hätten, um zu bezahlen. Wegen des Vorfalls werden nun die Haupteinkaufszentren der Stadt von der Polizei überwacht. Die aktuelle Situation verschärft die Lage vieler armer Süditaliener. Mehr als tausend Familien haben mittlerweile bei der Stadt um Zugang zu Nahrungsmitteln gebeten, heißt es in dem Bericht weiter.

Zudem sieht man in der italienischen Regierung die Gefahr, dass die Liquiditätsprobleme von Unternehmen dazu führen könnten, dass die Mafia weiter in die Wirtschaft eindringe. Etwa, da sich Firmen bei kriminellen Organisationen Geld leihen würden. Das berichtet die österreichische Kronen-Zeitung unter Berufung auf die Einschätzung des sizilianischen Regionalparlamentariers Claudia Fava.

Die italienische Regierung versucht mittlerweile auf die Situation zu reagieren. Premierminister Giuseppe Conte kündigte noch am Samstag an, man werde mehr als vier Milliarden Euro investieren, um Bedürftige mit Medikamenten und Lebensmitteln zu versorgen. 

Der italienische Präsident sorgte nun dank einer Panne bei einer TV-Ansprache zum Coronavirus für ein Lächeln bei seinen Landsleuten. Unterdessen breitet sich das Coronavirus auch in Russland immer weiter aus.*

Coronavirus in Italien: Mehr als 10.000 Tote - deutsche Luftwaffe fliegt jetzt Patienten aus

News vom 28. März:

Update, 21.15 Uhr: In Italien sterben hauptsächlich ältere mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Weltweit werden Schutzmaßnahmen für diese Risikogruppe ergriffen - zum Beispiel spezielle Öffnungszeiten in Supermärkten. Bald auch in Deutschland*?

Update, 20.50 Uhr: Während Italien aufgrund des Coronavirus mehr als 10.000 Todesfälle zu beklagen hat, gibt es nun den ersten kleinen Hoffnungsschimmer. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Samstagabend in einer Pressekonferenz in Rom: „Heute hatten wir die bisher höchste Zahl an Geheilten.“ 

Conte fügte hinzu: „Anfang der Woche werden wir mit den Experten zusammentreffen und sind zuversichtlich, dass sie uns weitere gute Nachrichten bringen.“ Er habe jetzt 4,3 Milliarden Euro für die Unterstützung der Gemeinden freigegeben, so Conte weiter.

Zivilschutzchef Angelo Borrelli dankte am Samstag Deutschland für die Aufnahme italienischer Patienten. Er verteidigte außerdem die von seiner Regierung bisher getroffenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Epidemie, ohne die die Zahl der Opfer noch viel höher wäre.

Corona in Italien: Sechs Mitarbeiter des Heiligen Stuhls erkrankt

Der Vatikan meldete am Samstag zwei neue Corona-Fälle. Die Gesamtzahl der an Covid-19 Erkrankten unter den Mitarbeitern des Heiligen Stuhls und den Bürgern des Vatikanstaats erhöhte sich damit auf sechs, wie Sprecher Matteo Bruni mitteilte. „Ich kann bestätigen, dass weder der Heilige Vater noch seine engsten Mitarbeiter betroffen sind“, sagte er.

Corona-Lage in Italien: Mehr als 10.000 Tote - deutsche Luftwaffe fliegt jetzt Patienten aus

Update, 18.30 Uhr: In Italien sind seit Beginn der Pandemie mehr als 10.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. 

Der Zivilschutz in Italien meldete am Samstag 889 neue Todesfälle. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 10.023. Kaum mehr Personen werden als gesundet gemeldet. Doch die Zahl der Genesenen könnte weit höher liegen, weil sie nicht in allen Ländern explizit erfasst wird. Auch flacht die Zahl der Neuinfektionen in Italien langsam ab.  

Zahlreiche katholische Bistümer stellen indes Räume und Immobilien zur Verfügung. Für Mitarbeiter des Zivilschutzes und des staatlichen Gesundheitssystems gebe es mehr als 500 Übernachtungsplätze, teilte die Italienische Bischofskonferenz am Samstag in Rom mit. 300 weitere Unterkünfte stünden für Personen in Quarantäne oder aus einer klinischen Behandlung entlassene Patienten bereit, noch einmal fast 300 zusätzliche Plätze für Obdachlose.

Corona-Lage in Italien immer verherrender - jetzt greift die deutsche Luftwaffe mit einem Spezial-Airbus ein

Update, 16.30 Uhr: Die Situation in Italien wird immer verheerender. Am Freitag meldete das EU-Mitglied fast 1.000 Todesfälle, die auf dasCoronavirus Sars-CoV-2 zurückzuführen sind. Die Krankenhäuser sind maßlos überfüllt, das medizinische Personal kommt Tag für Tag ans Limit. 

Tweet: Luftwaffe-Airbus bringt italienische Patienten nach Deutschland

Bereits in der vergangenen Woche hatten italienische Militärjets italienische Patienten nach Deutschland gebracht - zur geringfügigen Entlastung der überfüllten Intensivstationen. An diesem Samstag war die deutsche Luftwaffe das erste Mal an der Rettungsmission beteiligt.

Corona in Italien: Sechs Intensivpatienten aus Bergamo in Deutschland

Konkret: Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Luftwaffe, flog am Samstag von Köln nach Bergamo, um Patienten zur Intensivbehandlung nach Nordrhein-Westfalen zu bringen.

Köln: Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, ist aus Bergamo zurückgekehrt.

 

Die Maschine kehrte am Mittag mit sechs schwer erkrankten Italienern an Bord nach Köln zurück, wie ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur sagte.

„In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. „Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten.“

Der MedEvac-Airbus ist ein spektakuläres Flugzeug der Bundeswehr. An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden.

Die verantwortliche Ärztin, Oberstabsärztin Susanne C., steht im Airbus A310 MedEvac, der fliegenden Intensivstation der Bundeswehr.

Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft. In den kommenden Tagen sind weitere Flüge ins schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffene Norditalien geplant.

Corona-Lage in Italien immer tragischer: Conte mahnt zu europäischer Solidarität 

Update 15.16 Uhr: Italien und Frankreich mahnen jetzt zur europäischen Solidarität - und greifen damit indirekt die Bundeskanzlerin an. Deutschland stemmt sich nämlich seit Jahren gegen die Vergemeinschaftung von Schulden - genau das fordern aber jetzt neun EU-Länder rund um Italien und Frankreich in einem Schreiben an EU-Ratspräsident Charles Michel. ItaliensMinisterpräsident Conte sieht in der aktuellen Krise eine Krise, die alle Länder gemeinsam betrifft und daher auch eines gemeinsamen Plans zum Wiederaufbau der Wirtschaft bedürfe.

Unterdessen sind die Patienten, die aus Italien nach NRW ausgeflogen werden, in Köln gelandet.

Update vom 28. März, 8.01 Uhr: Die Corona-Krise lähmt Italien weiterhin. Inzwischen müssen Patienten schon nach Deutschland ausgeflogen werden. Bitter: Nach den USA hat jetzt auch Italien China bei der Zahl der bestätigten Corona-Infektionen überholt. 86.468 Erkrankungen wurden laut Johns Hopkins University bei unseren europäischen Nachbarn gemeldet, davon 9134 Tote. China liegt demnach bei 81.946 Infektionen und 3299 Todesopfern.

Schlimme Bilder: Italienische Armeesoldaten mit Mundschutz warten darauf, dass die Särge aus der Gegend von Bergamo aus dem Militärfahrzeug in ein Gebäude des Friedhofs von Cinisello Balsamo getragen werden.

Update vom 27. März, 23.10 Uhr: Papst Franziskus hat in Rom in einer einmaligen Aktion den Sondersegen „Urbi et Orbi“ gesprochen - vor dem menschenleeren Petersplatz, auf den normalerweise gut und gerne 100.000 Gläubige passen.

„Tiefe Finsternis hat sich auf unsere Plätze, Straßen und Städte gelegt. Sie hat sich unseres Lebens bemächtigt und alles mit einer ohrenbetäubenden Stille und einer trostlosen Leere erfüllt, die alles im Vorbeigehen lähmt“, sagte der Pontifex an diesem Freitagabend.

Corona in Italien: Am Coronavirus infizierten Juventus-Turin-Star geht es besser

Update vom 27. März, 20.20 Uhr: Auch der Fußball und die Serie A sind in Italien wegen des Coronavirus lahmgelegt.

Der positiv auf das Coronavirus getestete Fußballstar Paulo Dybala befindet sich nach akuten Symptomen auf dem Weg der Besserung. „Ich kann mich wieder bewegen, gehen und ein wenig trainieren“, sagte der 26-Jährige im Interview mit dem TV-Kanal seines Vereins Juventus Turin: „Vor einigen Tagen fühlte ich eine gewisse Schwere, jetzt geht es wesentlich besser.“

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Noch zu Beginn der Woche habe er „nach fünf Minuten eine große Müdigkeit gespürt. Die Muskeln schmerzten mir“, sagte der Argentinier. Auch seiner Freundin Oriana Sabatini, die sich ebenfalls mit dem Virus infiziert habe, gehe es besser.

Auch im Piemont, dessen Hauptstadt Turin ist, gibt es mittlerweile viele Corona-Fälle.

Update vom 27. März, 18.30 Uhr: Weitere Corona-News: Deutschen Forschern ist ein echter Durchbruch im Kampf gegen das Coronavirus gelungen* - so sei das Vermehrungs-Enzym entschlüsselt.

In München richten dagegen mehr als 200 Gastronomen wegen der Corona-Krise einen Hilferuf* an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Corona-Krise in Italien: Mehr Tote als an jedem anderen Tag

Update vom 27. März, 18.10 Uhr: Trauriger Höhepunkt der Corona-Krise in Italien - bislang.

Die Italiener haben an nur einem Tag fast 1.000 Tote im Zuge der Corona-Pandemie gemeldet - so viele wie an keinem Tag zuvor. Wie es von offizieller Seite heißt, sei nicht abschließend geklärt, ob die Toten mit oder an Covid-19 gestorben sind.

80 Prozent der Toten seien über 70 Jahre alt gewesen, erklärte der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes (ISS), Silvio Brusaferro. 50 Prozent der Verstorbenen hätten zudem mindestens drei oder mehr Vorerkrankungen gehabt.

Trauriger Konvoi: Militärlastwagen, die Särge von Verstorbenen transportieren, fahren auf der Autobahn in der Nähe von Bergamo, einem der am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Gebiete.

 

Die Zahl der Toten wegen der Corona-Pandemie stieg damit vorläufig um 969 auf bislang 9134, Stand früher Freitagabend, 27. März. Wie der Zivilschutz in Rom weiter mitteilte, wuchs die Gesamtzahl der Infizierten um fast 6000 auf 86 498. Nur in den USA wurden mittlerweile weltweit mehr Infizierte gezählt. 

Die Kurve der Neuinfektionen flache nach Aussagen des obersten Gesundheitsinstituts etwas ab - sie habe allerdings noch nicht ihren Höhepunkt erreicht.

Update vom 27. März, 16.30 Uhr: Während Epidemiologe Adriano Decarli sich mit einer neuen Theorie zum Ausbruch des Coronavirus in Italien äußerte, wachsen die Zweifel an den offiziellen Zahlen aktuell ganz gewaltig. 

Immer mehr Politiker und Behördenvertreter melden sich in Norditalien zu Wort. Sie halten die offiziellen Todes- und Infektionszahlen für viel zu niedrig. 

Corona in Italien: Zweifel an den offiziellen Fallzahlen werden immer lauter

So wurden beispielsweise in Nembro bei Bergamo, das schwer von dem Coronavirus Sars-CoV-2 betroffen ist, bislang nur31 Todesfälle gemeldet. Dies schrieben Bürgermeister Claudio Cancelli und ein Behördenmitarbeiter am Donnerstag in der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“

Etwas an dieser Zahl habe sie nicht überzeugt, schrieben die Männer. „Deshalb haben wir und die Statistiken zu den durchschnittlichen Sterbefällen in der Gemeinde aus den Vorjahren in der Zeit von Januar bis März angeschaut“, heißt es weiter.

Italienische Ärzte kämpfen Tag und Nacht um Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

 

"Die Zahl der Sterbefälle müsste unter normalen Umständen bei ungefähr 35 liegen. In diesem Jahr haben wir aber 158 (Sterbefälle) verzeichnet, also 123 mehr als im Durchschnitt." Folglich könnte die aktuell gemeldeten 31 Todesfälle nicht mit der Realität übereinstimmen

Corona in Italien: Bürgermeister der Stadt Brescia zweifelt die offiziellen Zahlen an

Ähnliche Ungereimtheiten solle es auch in anderen Orten der Region geben. Auch der Bürgermeister der Stadt Brescia, die stark von dem Coronavirus betroffen ist, hatte die Zahlen angezweifelt. 

So seien die Infektions- und Todesfälle viel höher als offiziell angegeben. Grund dafür sei, dass viele Kranke sich zu Hause befinden und man gar nicht wisse, wie es ihnen geht, so der Bürgermeister Emilio Del Bono.

Corona: Schlimme Lage in Italien - liegt der Grund neun Jahre zurück? Neue Theorie zum Ausbruch

Erstmeldung vom 27. März: In Italien bleibt die Lage aufgrund des Coronavirus weiter verheerend. Zuletzt war zwar von einem leichten Rückgang bei Neuinfektionen die Rede, doch die Zahlen steigen wieder an. 

In Italien sind mehr als 80.000 Menschen mit der Krankheit infiziert. Der John-Hopkins-Universität zufolge (Stand: 27. März) sind 8.215 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. 

Während die Zweifel an den Fallzahlen in Italien steigen, gelangt nun auch eine neue Theorie zum Ausbruch des Coronavirus* an die Öffentlichkeit. 

Corona: Trat das Virus bereits im letzten Quartal 2019 in Italien auf?

Wie Adriano Decarli, Epidemiologe von der Universität Mailand gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“ sagte, soll es im dritten Quartal des Jahres 2019 eine deutlich höhere Zahl von Grippeerkrankungen und Lungenentzündungen in der Lombardei gegeben haben.

Decarli nannte keine exakten Zahlen, wies aber darauf hin, dass es Hunderte Fälle mehr als üblich gewesen seien. „Wir wollen wissen, ob das Virus Ende 2019 bereits in Italien war, und - wenn ja - warum es über einen relativ langen Zeitraum unentdeckt blieb“, so der Epidemiologe. 

Sollte die Theorie tatsächlich stimmen, müssten alle bisherigen Zahlen zu Infizierten und Todesfällen* sprichwörtlich über den Haufen geworfen werden, wie focus.de berichtet. Auch die Frage nach „Patient Null“* bleibt damit weiterhin ungeklärt. Unterdessen ging ein herzzerreißendes Video aus Italiens Sperrzonen um die Welt. 

Corona in Italien: Ist die EU der Grund für die verheerende Lage?

Unterdessen gehen Krankenhäuser und medizinisches Personal in Corona -Zeiten* an ihr Limit. Die Kliniken sind überfüllt. Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Virus. Welche Rolle spielt dabei die EU?

Fakt ist: 2011 erfasst Italien eine drastische Kürzungswelle - auferlegt von der Europäischen Zentralbank (EZB) - welche auch das Gesundheitssystem betraf. Die EZB erklärte in einem Schreiben, dass der Schutz vor steigenden Zinsen auf italienische Staatsanleihen nur unter der Bedingung harter Einschnitte gewährt würde. Die Folge: die italienische Regierung führte die Einschnitte durch und die Anzahl von Krankenhäusern im Land sank um 15 Prozent, wie auch freitag.de in einem Bericht erwähnt. 15 Prozent, die dem italienischen Gesundheitssystem aktuell fehlen.

Coronavirus: Werden Ausgabenkürzungen die Gesundheitssysteme betreffend nun zum Verhängnis?

Bereits in der Krise der Eurozone, die auf den Finanzcrash von 2007 und 2008 folgte, versetzten die EZB und die EU-Kommission sprichwörtlich Berge, um Banken und Finanzakteure zu retten. Öffentliche Ausgaben für soziale Belange wurden jedoch weitestgehend unberücksichtigt gelassen, was besonders die Gesundheitssysteme zu spüren bekamen. 

Wird es Europa nun zum Verhängnis, dass Ausgaben gekürzt wurden und die Bemühungen darauf hinausliefen, den Anstieg der Gesundheitsausgaben zu dämpfen? 

Auch in Spanien spitzt sich die Lage unterdessen zu: 600 Tote innerhalb von 24 Stunden. Experten äußern schlimme Vermutung. In China fürchten sie die zweite Welle. Deutschland diskutiert über eine Handydaten-Überwachung - ein Virologe ist strikt dagegen. Nach der harten Kritik aus Italien hat Angela Merkel Kommentatoren in dem Land nun auf ihre Seite gebracht - durch das gemeinsame EU-Hilfsprogramm mit Emmanuel Macron.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Facebook/Tullio Solenghi

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