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Corona in Italien: Lockerungen trotz hoher Zahlen - „bewusst ein Risiko eingegangen“

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Von: Richard Strobl

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Trotz weiter relativ hoher Corona-Zahlen will Italien nun seine Maßnahmen lockern. Ministerpräsident Draghi sprach von einem „bewussten Risiko“.

Rom - Die Corona-Zahlen in Italien sind zuletzt zwar allmählich gesunken, dennoch weist das Land weiter relativ hohe Werte auf. Trotzdem kündigte Ministerpräsident Mario Draghi nun Lockerungsschritte an.

Corona in Italien: Zahlen gehen langsam zurück

Am Donnerstag vermeldete Italien fast 17 000 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Zudem starben 380 Menschen in dem 60-Millionen-Einwohner-Land im Zusammenhang mit einer Covid-Infektion. Die 7-Tage-Inzidenz sank in der vergangenen Woche immerhin unter 200. Dennoch sind die Werte in Italien immer noch vergleichsweise hoch. Zum Vergleich: Die 14-Tage-Inzidenz in Italien beträgt im Bezug auf die Kalenderwochen 13 und 14 nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten 398. In Deutschland liegt dieser Wert bei 275.

Dennoch will Italien nun ab dem 26. April schrittweise seine Corona-Maßnahmen lockern. Das bestätigte Ministerpräsident Mario Draghi am Freitag in Rom.

Corona-Lockerungen in Italien: Gastro darf Außenbereich öffnen

So sollen in Restaurants in Zonen mit moderaten Infektionswerten wieder im Außenbereich Gäste an Tischen bedient werden. Draghi sagte, die Regierung konzentriere sich bei Öffnungen zunächst auf Aktivitäten draußen - auch für die Kultur. Bisher gelten in dem Mittelmeerland strenge Corona-Sperren, so dürften Bars und Restaurants nur Außer-Haus-Verkauf anbieten. Gegen die Beschränkungen in der Gastronomie hat es in den vergangenen Wochen starke Proteste gegeben.

Außerdem sollten die Schulen mit viel Präsenzunterricht weiter im Mittelpunkt der Politik stehen, sagte der Regierungschef. „Mit der heutigen Entscheidung ist die Regierung bewusst ein Risiko eingegangen, das auf der Verbesserung der Daten beruht“, sagte
Draghi. Allerdings seien die Verbesserungen nicht sehr groß. Draghi kündigte an, dass auch die inneritalienischen Reisebeschränkungen etwas gelockert würden.

Das bisher geltende Corona-Dekret in Italien sollte eigentlich bis 30. April laufen. Viele Restaurants hatten gehofft, dass sie in den sogenannten Gelben Zonen mit moderaten Corona-Zahlen auch drinnen wieder öffnen dürften. Gesundheitsminister Roberto Speranza kündigte am Freitag zudem an, dass es einen Plan mit weiteren Öffnungen für die kommenden Wochen und Monate etwa für Schwimmbäder, Sportstudios und Messen geben werde. (rjs/dpa)

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