Mehr als 25.000 Tote seit Anfang November

Corona: Italien verzeichnet die meisten Todesfälle in Europa - Doch Foto zeigt überfüllte Einkaufsstraße in Rom

  • Michelle Brey
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Italien wurde als erstes Land in Europa mit voller Wucht von der Corona-Pandemie erfasst. Auch die zweite Virus-Welle geht nicht spurlos vorüber.

München/Rom - Es waren erschreckende Bilder, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen sollten. Die erste Coronavirus*-Welle erfasste Italien im Frühjahr mit voller Wucht und brachte das Gesundheitssystem an sein absolutes Limit. In der italienischen Stadt Bergamo etwa transportierten Militärtransporter unzählige Covid-19-Tote aus der Stadt. In den Krematorien ließ sich kein Platz mehr finden. Wenige Monate später ergriff Italien die zweite Welle - mit Folgen.

Coronavirus in Italien: Zweite Welle geht nicht spurlos vorüber

Die zweite Corona-Welle trifft Italien erneut schlimm.

Alleine seit Anfang November registrierte Italien mehr als 25.000 Covid-19-Tote. Das entspricht so vielen, wie zuvor im Zeitraum von April bis Ende Oktober. Am Samstag (12. Dezember) hat Italien Großbritannien als das Land mit dem meisten Corona*-Todesfällen in Europa abgelöst. Das teilten die Behörden in Bezug auf mehr als 600 neue Sterbefälle mit. Das von der Pandemie gebeutelte Großbritannien hatte lange Zeit die höchsten Opferzahlen zu beklagen gehabt. Seit Beginn der Pandemie verzeichnete Italien mit Stand vom Samstag (12. Dezember 2020) 64.036 Todesfälle.

Auch am Montag führt Italien mit insgesamt 65.420 Covid-19-Toten diese Statistik in Europa an (Quelle: Johns-Hopkins-University). Dahinter folgen neben Großbritannien (64.267 Todesfälle), Frankreich (58.015), Spanien (47.624) und Russland (46.846). Weltweit betrachtet, sind nur die USA, Brasilien, Indien und Mexiko stärker von der Pandemie betroffen.

Impfstoff-Hoffnung in Italien - doch etliche Menschen drängen sich durch Rom

Indes setzt man auch in Italien große Hoffnungen in den Impfstoff. Während in Großbritannien bereits mit den Impfungen begonnen worden ist, wartet man in Italien und Deutschland noch auf die Zulassung. Rom wolle mit einer ersten Impfphase Mitte Januar starten, hieß es von der Regierung. Rund 1,87 Millionen Menschen sollen dann geimpft werden. Begonnen werde mit medizinischem Personal und in Altenheimen.

Die Impfung der Anti-Covid-Spritzen, die mit dem Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer losgehen dürften, könnte sich nach Medienangaben noch etwas verschieben. Das hänge etwa vom Zulassungsprozess ab. Auch bei dem Produkt des US-Konzerns Moderna setzt Italien auf eine baldige Genehmigung.

Trotz stark ansteigender Todeszahlen, durften zahlreiche Restaurants und Bars am Sonntag in vielen Landesteilen wieder öffnen. Grund hierfür waren sinkende Zahlen an Neuinfektionen. In Rom etwa tummelten sich etliche Menschen in einer Einkaufsstraße. Wie Bilder zeigen, trugen sie zwar Masken - von Abstand ist jedoch wenig zu erkennen. Dicht an dicht scheinen die Italiener durch die Straße zu laufen.

Trotz Corona-Pandemie shoppten viele Italiener in Rom in dichtem Gedränge.

Rund fünf Wochen nach der Einrichtung von drei Risikozonen und eines Teil-Lockdowns gibt es keine als Rote Zonen eingestuften Regionen mehr. Die Entschärfung der Corona-Sperren hatte Gesundheitsminister Roberto Speranza angeordnet. Für die Weihnachtszeit hat Rom aber ab 21. Dezember wieder strenge Reisebeschränkungen erlassen. Einige Regionen und die Opposition fordern Lockerungen. In Deutschland wurde indes ein harter Lockdown beschlossen. Die Lage in den Kliniken ist „dramatisch“. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks (mbr/dpa)

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