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Das Corona-Jahr 2022: Experten geben Prognosen bis zum Herbst ab - nicht alle sind einer Meinung

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Christian Drosten (l-r), Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, und Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit.
Christian Drosten (l-r), Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, und Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit. © Kay Nietfeld/dpa

2022 ist bereits das dritte Jahr der Corona-Pandemie. Experten gaben bereits ihre Prognosen ab, wie sich die Lage dieses Jahr entwickeln wird.

München - Heute beherrscht Omikron noch das Land. Das Robert-Koch-Institut gab die Zahl der Neuinfektionen am Mittwoch mit 112.323 an. Damit überstieg der Wert erstmals seit Beginn der Pandemie die Marke von 100.000. „Ich glaube, dass wir den Höhepunkt der Welle Mitte Februar erreichen werden“, sagt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Erst dann könnten die Fallzahlen seiner Meinung nach auch hierzulande wieder sinken. Doch was kommt danach?

Zwar kann niemand verlässlich voraussagen, was die Zukunft bringt – auch mit Blick auf die Pandemie nicht. Doch Prognosen gibt es.

Corona: Virologe Stöhr optimistisch für 2022 - Auch Drosten macht Hoffnung

Der Virologe Klaus Stöhr geht davon aus, dass sich die Pandemie-Lage im Frühling deutlich entspannt. „Die Notwendigkeit von Maßnahmen und großflächigen Testungen werden wir dann hinter uns haben.“ Bis zum Sommer werde das Infektionsgeschehen sogar dramatisch nachlassen. Das Virus werde aber auf niedrigem Niveau weiterzirkulieren, sagt Stöhr der tz. Im Herbst beginne dann wieder die Saison der Atemwegserkrankungen. Ob dann weitere Impfungen nötig werden, werde mit der bis dahin durch Infektionen erlangten natürlichen Immunität in der Bevölkerung zusammenhängen. Stöhr glaubt aber, dass maximal die über 60-Jährigen einen weiteren Booster brauchen. „Im Jahr darauf wird eine fast hundertprozentige Immunisierung bei den Erwachsenen erreicht sein.“

Virologe Christian Drosten macht ebenfalls Hoffnung: „Ob wir jemals wieder so leben werden wie vor der Pandemie? Ja, absolut. Da bin ich mir komplett sicher“, sagte er jüngst dem Tagesspiegel. Er rechne zwar mit einer Inzidenzerhöhung und Maskenpflicht in Innenräumen auch im kommenden Winter, doch „wirklich ins Gewicht fallende Einschränkungen“ werde es wahrscheinlich nicht brauchen.

Corona 2022: Lauterbach mit Blick auf Herbst besorgt - Neue Mutationen drohen

Gesundheitsminister Karl Lauterbach zeigt sich hingegen gerade mit Blick auf das Jahresende besorgter. Es sei gut möglich, „dass wir es im Herbst mit einem mutierten Delta-Typ zu tun bekommen. Die Delta-Variante verändert sich gerade“, sagte er der Bild. Menschen ohne Impfung seien davon stark gefährdet.

Ziemlich klar ist, dass eine bereits schwelende Debatte mit Zündstoff in den kommenden Monaten auf ihren Höhepunkt zusteuert. War Kanzler Olaf Scholz (SPD) zunächst noch davon ausgegangen, dass die Entscheidung über die Einführung einer Corona-Impfpflicht im Februar fallen könnte, sieht es nun so aus, als würde der Bundestag erst im März über diese Frage abstimmen. Sollten die Abgeordneten dafür votieren, geht Lauterbach davon aus, dass eine Impfpflicht im April oder Mai eingeführt werden könnte. (hor)

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