Knallhart-Lockdown zum Fest?

Minister Spahn durchkreuzt Heiligabend-Pläne der Deutschen - „Viele werden Weihnachten nicht mehr erleben“

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
    schließen

Wegen Corona: Müssen die Deutschen an Weihnachten auf Familientreffen verzichten und im ganz kleinen Kreis feiern? Jens Spahn äußert sich in der ARD unmissverständlich.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Bayern, Baden-Württemberg verschärfen die Corona-Regeln im Dezember deutlich - Ausgangsbeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren greifen.
  • Weitere Bundesländer entscheiden sich wegen Covid-19 gegen Lockerungen zu Weihnachten und Silvester.
  • Jens Spahn (CDU) bereitet die Deutschen in einer ARD-Sendung jetzt auf Feiertage und einen Jahreswechsel im ganz kleinen Kreis vor. Der Bundesgesundheitsminister wählt dabei eine drastische Rhetorik.

München/Berlin - Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen haben den Anfang gemacht, andere Bundesländer ziehen nach. Mittlerweile ist klar: Drastische Einschränkungen wird es für die Menschen in Deutschland wegen der Coronavirus-Pandemie auch über Weihnachten und Silvester geben.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Jens Spahn spricht über Corona-Lage

Doch, mit wievielen Familienmitgliedern darf man sich an Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen letztlich treffen? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Deutschen jetzt auf Feiertage im ganz kleinen Kreis vorbereitet.

„Wir haben tatsächlich nur die eine Hälfte des Ziels erreicht - das starke Wachstum zu brechen. Wir haben eine starke Belastung der Intensivmedizin, viel zu hohe Todesfälle, bis zu 500 Tote pro Tag“, sagte Spahn am Dienstagabend (8. Dezember) in einem ARD Extra zur Corona-Lage im Land.

Kein Weihnachten mit der Familie? Jens Spahn deutet harten Lockdown an Heiligabend an

Er erlebe „eine Ermüdung nach fünf, sechs Wochen von vielen Bürgerinnen und Bürgern“ im Lockdown Light. „So, wie es jetzt ist, kann es nicht noch zwei, drei Monate im Winter weitergehen“, erklärte der CDU-Politiker und meinte damit nicht etwa Lockerungen.

Nein, er deutete vielmehr auf einen harten, dafür wohl kürzeren Lockdown in Deutschland hin. Zuvor hatte die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina einen harten Lockdown zwischen dem 24. Dezember und dem 10. Januar gefordert. Das Papier der Leopoldina sollte vielleicht verstanden werden als „deutliche und letzte Warnung der Wissenschaft“, sagte auch Virologe Drosten, wie fr.de* berichtet.

Und was meint Spahn wegen Weihnachten? „Natürlich müssen wir auch und gerade an Weihnachten aufeinander aufpassen. Wir müssen Weihnachten anders feiern, als wir es sonst feiern. (...) Nicht die große Familie zusammen, auch nicht am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag“, sagte der Ressortchef aus Berlin in der ARD und forderte in der Sendung, auf große Familienfeiern und -treffen zu verzichten. 

Jens Spahn über Corona in Deutschland: „Viele werden Weihnachten nicht mehr erleben“

Der Bundesgesundheitsminister wählte dabei einen drastischen Vergleich zu den Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen: „Viele werden Weihnachten nicht mehr erleben oder im Krankenhaus verbringen.“ (pm) Merkur.de und fr.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

Auch interessant

Kommentare