Medienbericht

„Noch einmal durchhalten bis zum Frühjahr“ - Spahn sorgt mit Corona-Aussage in interner Sitzung für Wirbel

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sorgt laut Medienberichten mit einer Aussage zur Corona-Strategie für Wirbel.

Berlin - Die Inzidenz steigt - und jetzt verhagelt eine neue Hiobsbotschaft die Hoffnung auf Lockerungen und ein Ende in der Corona-Pandemie. Wie die Bild von Teilnehmern einer Video-Schalte der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag erfuhr, sind nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kaum Lockerungen zu erwarten. Im Gegenteil: Spahn warnt vor der vierten Corona-Welle.

„Noch einmal durchhalten bis zum Frühjahr!“, sagte Jens Spahn dem Bericht zufolge bei der Video-Konferenz. „Die vierte Welle kommt“, habe Spahn gewarnt. Da die Impfquote noch sehr gering sei, schließe er eine Belastung für das Gesundheitswesen nicht aus.

Jeder der nicht geimpft sei, werde sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Monaten anstecken*, soll Spahn gesagt haben. Ob und inwiefern sich diese These auf Maßnahmen und Lockerungen für Geimpfte auswirken werde, ist zunächst noch unklar.

Große Mehrheit befürwortet aktuelle Corona-Maßnahmen

Ein Großteil der Menschen in Deutschland befürwortet laut ZDF-„Politbarometer“ die aktuellen Corona-Maßnahmen. 75 Prozent der Befragten finden es richtig, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, die Corona-Schnelltests künftig selber zahlen müssen - darunter jeweils mehr als 80 Prozent bei den Anhängern von Union, SPD und Grünen. Das ergab das am Freitag veröffentlichte ZDF-„Politbarometer“. 22 Prozent lehnen das ab, darunter knapp zwei Drittel der AfD-Anhänger. Dass es für vollständig Geimpfte und Genesene in Zukunft weniger Einschränkungen geben soll als für Nicht-Geimpfte, halten 67 Prozent der Befragten für den richtigen Schritt. Das ist ein Zuwachs von sieben Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage vor zwei Wochen. 29 Prozent finden das demnach falsch. 

Auf dem Corona-Gipfel am Dienstag haben Bund und Länder neue Corona-Maßnahmen für den Herbst und Winter beschlossen. Hier finden Sie einen Überblick*.

  • Zur weiteren Vermeidung der steigenden Infektionen soll eine 3G-Regel in Kraft treten. Diese umfasst geimpfte, genesene sowie getestete Personen. Ausschließlich diese sollen Krankenhäuser, Pflegeheime, Innengastronomie und Veranstaltungen im Innenraum betreten können. Das gelte auch für körpernahe Dienstleistungen, für Sport im Innenbereich und für Beherbergungen. Ungeimpfte müssen dann einen negativen Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist, oder einen negativen PCR-Test, der nicht älter ist als 48 Stunden, vorlegen. Diese Maßnahme gilt ab einer Inzidenz von über 35.
  • Die kostenlosen Bürgertests sollen ab dem 11. Oktober für ungeimpfte Personen wegfallen. Dies gelte allerdings nur für Menschen, die die Möglichkeit haben sich impfen zu lassen.
  • Finanzielle Überbrückungshilfen des Staates sollen weiter verlängert werden. Das betrifft auch Erleichterungen im Zugang für das Kurzarbeitergeld.
  • Für Clubs und Partys müssen Hygienekonzepte vorgelegt werden. In Fußballstadien und bei Sportveranstaltungen mit mehr als 5000 Zuschauern soll höchstens die Hälfte der Plätze der Veranstaltungsstätte oder des Stadions besetzt werden. Die Anzahl der Zuschauer soll bei maximal 25.000 liegen.

(ml/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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