Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, verkündet die Aufhebung der Priorisierung auch beim J&J-Impfstoff.
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Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, verkündet die Aufhebung der Priorisierung auch beim J&J-Impfstoff.

PK in Berlin

Nächste Impfstoff-Wende: Spahn verkündet weitreichende Entscheidung zu Johnson & Johnson in Deutschland

  • Patrick Huljina
    VonPatrick Huljina
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündet nach der Konferenz mit den Kollegen der Länder Neuigkeiten zum Impfstoff Johnson & Johnson. Der Live-Ticker.

  • In Deutschland* fällt die Priorisierung beim Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson*. (siehe Erstmeldung)
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU*) gab am Montag eine PK zu den neuen Entwicklungen. (siehe Erstmeldung)
  • Experten aus Norwegen* schlagen einen Verzicht auf die Corona-Impfstoffe von J&J und Astrazeneca vor. (siehe Update vom 10. Mai, 12.04 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 10. Mai, 12.04 Uhr: Am selben Tag, an dem in Deutschland verkündet wird, die Priorisierung für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson aufzuheben, kommen ganz andere Töne aus Norwegen. Ein Expertenausschuss der norwegischen Regierung sowie die führende Gesundheitsbehörde des Landes empfehlen, die Corona-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht zu nutzen.

Der Ausschuss kam in einem am Montag vorgelegten Bericht nach näheren Untersuchungen zu dem Schluss, dass die beiden Mittel bei der laufenden Impfkampagne nicht berücksichtigt werden sollten. Er empfahl jedoch, die Impfstoffe außerhalb der Kampagne zur Verfügung zu stellen. Über die Bedingungen dafür war sich der Ausschuss uneins.

Norwegische Experten für Verzicht auf Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Gesundheitsminister Bent Høie erklärte, den Bericht nun gründlich zu prüfen und ebenso wie eine Empfehlung des Gesundheitsinstituts FHI als Grundlage für einen Beschluss zum Gebrauch der beiden Impfstoffe zu benutzen. Seine Regierung unterstrich, dass der Ausschuss die Mittel insgesamt als effektive Impfstoffe gegen Covid-19 betrachte. Die Empfehlung, sie nicht in der laufenden Kampagne zu nutzen, basiere unter anderem auf der derzeitigen Infektionslage in Norwegen - die ist, verglichen mit anderen Ländern, momentan recht gut.

Corona-Impfung in Deutschland: Spahn spricht in PK über die Frage der Patente

Damit ist die Pressekonferenz beendet.

Update vom 10. Mai, 10.24 Uhr: Die Bereitschaft zur Kooperation sei bei allen Impfstoff-Herstellern sehr hoch, erklärt Spahn. Das Problem seien daher nicht Patente, sondern Produktionskapazitäten. Man wolle die Kooperationen zur Produktion unterstützen, sagt der Gesundheitsminister. „Wenn die USA jetzt auch mehr Impfstoff exportieren, würde ich das sehr begrüßen“, so Spahn.

Update vom 10. Mai, 10.22 Uhr: „Ich kann es nur unterstützen und dazu ermutigen“, sagt Spahn auf Nachfrage zum Thema, mobile Impfteams in soziale Brennpunkte zu schicken. „Wo wir dabei unterstützen können, tun wir das gerne“, erklärt der Gesundheitsminister. Es sei nun wichtig, auch diejenigen zu erreichen, die sich nicht aktiv um einen Arzttermin, oder einen Impftermin bemühen.

Spahn erklärt Aufhebung der Impfpriorisierung bei Johnson & Johnson

Update vom 10. Mai, 10.20 Uhr: Spahn erklärt, es werde aktuell „mit Hochdruck“ am digitalen Impfausweis gearbeitet. „In der zweiten Hälfte des zweiten Quartals“, soll er kommen. Man wolle aber in Sachen Datenschutz und Datensicherheit sicher gehen. Der Papier-Impfnachweis bleibt weiterhin gültig, stellt Spahn nochmals klar. „Aber klar, digital ist noch viel praktischer“, so der Gesundheitsminister.

Update vom 10. Mai, 10.17 Uhr: Stand heute morgen sind über 60 Prozent der über 60-Jährigen bereits geimpft. Damit sei bei ihnen der Impfstoff bereits festgelegt. Zum größten Teil wird diese Altersgruppe bis Anfang Juni geimpft sein, erklärt Spahn. Daher sei es in der aktuellen Lage sinnvoll, „nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoeinschätzung“ den Impfstoff von Johnson & Johnson auch Jüngeren zugänglich zu machen.

Update vom 10. Mai, 10.14 Uhr: „Draußen ist echt ein deutlich geringeres Risiko“, sagt Spahn zu möglichen Lockerungen bei einer Inzidenz unter 100. Dort sei das Infektionsrisiko mindestens um den Faktor zehn geringer. Er warnt allerdings erneut vor zu schnellen Lockerungen, dafür seien die Infektionszahlen in Deutschland weiterhin auf einem zu hohen Niveau. Öffnungen sollen laut Spahn „stark testgestützt“ vorgenommen werden, insbesondere bei möglichen Reisen.

Spahn: Nebenwirkungen bei J&J „ernst zu nehmen, aber doch sehr selten“

Update vom 10. Mai, 10.12 Uhr: Nebenwirkungen werden sehr intensiv vom Paul-Ehrlich-Institut begutachtet und untersucht, erklärt Spahn weiter. Gerade die Erfahrung mit Astrazeneca zeige, dass es in Deutschland ein gutes System zur Überwachung von Nebenwirkungen gebe. Patienten und Ärzte melden und das Paul-Ehrlich-Institut untersucht daraufhin.

Update vom 10. Mai, 10.08 Uhr: Man habe durch den Umgang mit Astrazeneca wichtige Erfahrungen gesammelt. Die Nebenwirkungen seien sehr selten, aber sehr ernst zu nehmen. Gerade in der jetzigen Phase, wo nahezu alle über 60-Jährigen geimpft sind, oder einen Impftermin haben, sollten die vorhandenen Impfdosen von Johnson & Johnson durch das Aufheben der Impfpriorisierung für alle zugänglich gemacht werden, erklärt Spahn.

Update vom 10. Mai, 10.05 Uhr: Es gebe Berichte zu Hirnvenenthrombosen aus anderen Ländern zum Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson*, beginnt Spahn. Daher haben sich die Bundesgesundheitsminister von Bund und Ländern zu dieser Empfehlung entschlossen. Die Nebenwirkungen seien „ernst zu nehmen, aber doch sehr selten“. Die Priorisierung wird, wie bei Astrazeneca, aufgehoben. Nach ärztlicher Aufklärung, kann sich jeder dazu entscheiden, sich mit diesem Impfstoff impfen zu lassen.

Nächste Impfstoff-Wende: J&J in Deutschland vor allem für über 60-Jährige

Erstmeldung vom 10. Mai: Berlin - Der Corona-Impfstoff* von Johnson & Johnson wird in Deutschland künftig in der Regel bei Menschen ab 60 eingesetzt. Nach ärztlicher Aufklärung können sich aber auch Jüngere dafür entscheiden, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag erfuhr. Die Priorisierung für diesen Impfstoff wird in Arztpraxen und bei Betriebsärzten zugleich aufgehoben. So verfahren wird bereits ab diesem Montag. Gesundheitsminister Jens Spahn äußert sich am Montag.

Wie es in dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz heißt, nehmen die Ministerinnen und Minister „die berichteten Fälle von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson“ ernst. Ähnlich wie bei dem Impfstoff von Astrazeneca war es sehr selten zu solchen schweren Nebenwirkungen gekommen.

Die Ständige Impfkommission habe vor diesem Hintergrund die Empfehlung einer Verimpfung des Präparats „für Personen im Alter >60“ vorgeschlagen. Analog wie bei Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca soll eine Impfung damit aber nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoanalyse auch bei Unter-60-Jährigen möglich sein. Das Besondere am Impfstoff von Johnson & Johnson ist, dass anders als bei den bisher zum Einsatz kommenden Corona-Impfstoffen* nur eine Spritze davon zum vollen Schutz ausreicht. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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