WHO-Chef: „Ihr seid nicht unverwundbar“

Coronavirus: Vier Jugendliche (12, 13, 14, 16) gestorben - tragische Todesfälle in Europa

Das Coronavirus hat weltweit tausende Menschen infiziert. Meist sind ältere Menschen schwer von der Erkrankung betroffen. Doch auch Jugendliche sind gefährdet, wie mehrere tragische Fälle zeigen.

Paris/London/Brüssel - Tausende Menschen sind weltweit mit dem Coronavirus infiziert. Das Robert Koch-Institut nennt die größte Risikogruppe, um schwer an Covid-19 zu erkranken: Menschen ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren. Doch niemand ist vor einer  Infektion gefeit. Auch die Jugendlichen nicht. „Ihr seid nicht unverwundbar“, sagt WHO-Chef Tedros Ghebreyesus.

Es sind einzelne Fälle - und trotzdem passieren sie. Jugendliche haben sich mit dem Coronavirus angesteckt und mussten stationär behandelt werden. Es gab Todesfälle, auch solche ohne Vorerkrankungen. Am Montag, dem 30. März, verstarb ein erst 13-jähriger Brite* an den Folgen der Infektion. Er wurde mit den typischen Symptomen* getestet und in ein Krankenhaus gebracht. Der Verdacht wurde bestätigt. Ein Test ergab positiv auf Covid-19. Seine Familie und das behandelnde Londoner King's College-Krankenhaus teilten dies der Öffentlichkeit mit.

Coronavirus in Europa: Auch mehrere Jugendliche starben an den Folgen einer Infektion

Ismail verstarb nur drei Tage nach dem Testergebnis und ohne bekannte Vorerkrankungen. Auch in Frankreich gibt es bereits Fälle. Wie der französische Generaldirektor des Gesundheitsministeriums Jérôme Salomon mitteilte, erlag eine 16-jährige Pariserin an den Folgen des Virus. Auch in Belgien gibt es einen Todesfall eines Jugendlichen. Ein erst 12-jähriges Mädchen. „Es ist ein seltener Vorfall, der uns alle sehr betroffen macht“, verkündete der Virologe Emmanuel André auf einer Pressekonferenz der Gesundheitsbehörde in Brüssel. Laut Medienberichten starb zudem ein 14-jähriger Junge in Portugal.

Warum es bei der Patientin zum Tode gekommen war, ist unklar. Auch bei ihr sei es ein normaler Verlauf der Krankheit gewesen, bis sich ihr Zustand dann enorm verschlechter habe. Es sei wichtig sich vor Augen zu führen, dass bei allen Menschen eine Erkrankung mit Komplikationen möglich sei, ergänzte ein weiterer Virologe auf der Pressekonferenz. 

Coronavirus: Auch junge Infizierte können Komplikationen bekommen

Inzwischen gibt es in vielen Teilen der Welt Fälle* von Jugendlichen, die den Folgen der Covid-19 Erkrankung erlagen. Experten der Weltgesundheitsorganisation warnen Jugendliche vor einer Erkrankung und diese zu unterschätzen. Ihr Vorsitzender Ghebreyesus betonte, auch Jugendliche können wochenlang im Krankenhaus liegen - oder sogar vom Virus getötet werden. Auf Twitter appellierte er an alle jungen Erwachsenen auf Abstand zu gehen. Die Entscheidung irgendwo hinzugehen, könne eine Entscheidung auf Leben und Tod sein - auch für jemand anderen. 

mak

*merkur.de und FrankfurterRundschau.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © dpa / Hendrik Schmidt

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