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Auf bessere Impfung warten? „Kann zu spät sein“ - Lauterbach fordert schnelle Booster-Auffrischung

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Von: Patrick Freiwah

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Karl Lauterbach nimmt ältere Bevölkerungsgruppen ins Gebet: Sie mögen sich die zweite Booster-Impfung geben lassen
Karl Lauterbach nimmt ältere Bevölkerungsgruppen ins Gebet: Sie mögen sich die zweite Booster-Impfung geben lassen. © Political-Moments/Imago

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen macht sich Karl Lauterbach für eine Booster-Auffrischung stark. Sie minimiere die Sterblichkeitsrate einer bestimmten Personengruppe.

Berlin - Angesichts steigender Infektionszahlen drängt sich zunehmend die Corona-Pandemie wieder in den Vordergrund. Besonders Risikogruppen und ältere Personen sollten sich bereits mit der vierten Impfung - der Booster-Auffrischung - beschäftigen. Das fordert Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der derzeit beruflich in den USA weilt.

Der 59-Jährige richtet einen Appell an jene Bevölkerungsgruppen, bei denen die Ansteckungsgefahr mit Sars-CoV-2 höher ist. So rät Lauterbach besonders älteren Menschen zu einer frühzeitigen Auffrischung der Booster-Impfung. Speziell über 60-Jährige sollten seiner Ansicht nach nicht erst auf Impfstoffe warten, die an neue Virusvarianten angepasst wurden. „Wenn diejenigen, die eigentlich eine zweite Booster-Impfung brauchen, auf einen neuen Impfstoff warten, kann es zu spät sein“, schildert der umstrittene Sozialdemokrat gegenüber RTL.

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Im gleichen Gespräch benennt er Studienergebnisse aus den Vereinigten Staaten, die im Falle einer zweiten Auffrischungsimpfung die gesunkene Sterblichkeit belegen würden. „Daher rate ich jedem älteren Menschen, (...) lieber jetzt den Impfstoff zu nehmen, dann ist man sicher“, führt Lauterbach aus. Auch zu dem Zeitpunkt, wann es angepasste Impfstoffe gegen das mutierte Coronavirus geben werde, äußert sich der deutsche Gesundheitsminister:

Sie würden voraussichtlich im „September, Oktober kommen“ und die „Strategie der Impfung im späten Herbst“ mitbestimmen. Außerdem erwähnt Lauterbach in einem von ihm veröffentlichten Tweet, dass der Nutzen einer vierten Corona-Impfung im Vergleich zur vorherigen nochmal wesentlich größer sei. Das treffe insbesondere auf „Ältere mit Risikofaktoren“ zu:

Derweil verweist das Robert-Koch-Institut in seinem RKI-Wochenbericht darauf, dass die Zahl der wegen Covid-19 behandelten Menschen auf deutschen Intensivstationen weiter ansteigt. Nach jüngsten Daten habe ihre Zahl bei 1330 gelegen. In der Woche zuvor seien es noch 1238 Infizierte gewesen. „Auch die Sterbefallzahlen steigen, allerdings bisher leicht“, erklärt das RKI und warnt, dass „bei anhaltend hohem Infektionsdruck weitere Anstiege von schweren Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfällen zu erwarten sind.“

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Auch die Zahl der Covid-19-Ausbrüche in medizinischen Behandlungseinrichtungen und Alten- und Pflegeheimen sei „deutlich“ angestiegen. Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner lag am Freitag (22. Juli) bei 729,3 nach 740,3 am Donnerstag. 107.819 neue Corona-Fälle seien verzeichnet worden. Die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung gebrachten Todesfälle erhöhte sich binnen eines Tages um 113. Wie das Institut noch mitteilt, seien die aktuellen Ansteckungen beinahe vollständig durch die Omikron-Sublinie BA.5 entstanden.

Während Lauterbach an deutsche Bürger ab 60 appelliert, erklärt das RKI, dass die Infektionszahlen zuletzt hauptsächlich bei Menschen in der Altersgruppe ab 70 Jahren gestiegen seien:

Lauterbach warnte zudem vor einer „katastrophalen“ Entwicklung, doch der Kassenärztechef hielt dagegen - und bescheinigte dem Gesundheitsminister übertriebenen Alarmismus. (PF mit dpa)

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