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Corona bei Kindern: Münchner Studie untersucht Ansteckung in Kitas und Schulen - ein Detail entscheidend

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Von: Veronika Arnold

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Ein Grundschüler kommt mit Mundschutz zum Unterricht
Ein Grundschüler kommt mit Mundschutz zum Unterricht. Die Infektiosität von Kindern wurde erneut in einer Studie untersucht. © Christian Charisius/dpa

Wie stark tragen Kinder zur Ausbreitung des Coronavirus bei? Eine Münchner Studie der LMU hat nun neue Ergebnisse veröffentlicht - mit eindeutigem Fazit.

München - Sind Kinder Treiber der Pandemie? Diese Frage gehört seit Beginn der Corona-Pandemie wohl zu einer der wichtigsten und zugleich meistdiskutierten. Derzeit sind die Schulen in Deutschland während des zweiten Lockdowns geschlossen. Nur für Abschlussklassen findet in einzelnen Bundesländern seit dem 1. Februar wieder Wechselunterricht statt. Erst am 15. Februar soll der Präsenzunterricht stufenweise wieder geöffnet werden - vorausgesetzt die Infektionslage lässt dies zu.

Über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland berichten wir im News-Ticker.

Corona bei Kindern: Münchner Studie untersucht Ansteckung in Kitas und Schulen

In mehreren Studien wurde die Infektiosität von Kindern bereits untersucht - mit unterschiedlichen Ergebnissen. In manchen Untersuchungen wird von einer geringen Rolle von Kindern bei der Verbreitung von Sars-CoV-2 berichtet - in anderen scheint es keinerlei Hinweise zu geben, dass Kinder weniger ansteckend sein sollten. Eine Studie des Virologen Christian Drosten etwa legt nahe, dass die Viruslast bei Kindern womöglich nicht wesentlich anders als die von erwachsenen Personen ist.

Die Infektiosität von Kindern mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 wurde auch in der Münchner Virenwächter-Studie untersucht, deren abschließende Ergebnisse nun veröffentlicht wurden. Wissenschaftler um das Ärzte-Team von Dr. Ulrich von Both, Arzt am Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums, haben die Ergebnisse als sogenanntes Preprint - also vor Begutachtung von Fachkollegen - veröffentlicht. Dabei wurde untersucht, wie stark sich das Coronavirus unter Kindern in einem Alter von eins bis elf Jahren und deren Betreuern und Lehrern verbreitete. Die Ergebnisse legen ein klares Fazit der Wissenschaftler nahe.

Studie zu Corona und Kindern: So lief die Untersuchung

Insgesamt 12 Wochen lang, in einem Zeitraum zwischen Juni und November 2020, wurde in Grundschulen, Kitas und Kindergärten getestet. In zwei verschiedenen Studienphasen wurden insgesamt 3169 Abstriche von Kindern und Betreuern ausgewertet. Nur zwei von 2149 PCR-Tests von Kindern fielen dabei positiv aus, heißt es in den ausführlichen Erläuterungen zur Studie, die hier nur verkürzt zusammengefasst werden. Beim Personal konnte nur ein positives Testergebnis festgestellt werden. In einer ersten Studienphase, die fünf Wochen seit Ende der Pfingstferien stattfand, gab es laut Studie bei der wöchentlichen Testung sogar keinen einzigen positiven Fall.

Kinder als Pandemie-Treiber? Wissenschaftler ziehen klares Studien-Fazit - mit entscheidendem Zusatz

Das Fazit der Wissenschaftler: „Kinder, die die jeweiligen Einrichtungen (Anm. d. Red.: Krippen, Kindergärten und Schulen) besuchen, tragen nicht signifikant zur Ausbreitung der Pandemie bei, wenn geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz getroffen werden“, heißt es in dem Preprint. Der Zusatz über das Vorhandensein von Schutzmaßnahmen ist hier wohl von entscheidender Bedeutung. Denn während des 12-wöchigen Untersuchungszeitraums wurden in den Einrichtungen erhöhte Hygienevorschriften eingeführt, in Schulen etwa zusätzlich eine Maskenpflicht für Schüler oder getrennte Gruppen in Kindergärten.
Die sich derzeit ausbreitenden Corona-Mutationen, von der allgemein eine höhere Ansteckungsgefahr angenommen wird und die somit auch für Kinder infektiöser sein könnten, konnten in der Studie noch keine Berücksichtigung finden.

Inwiefern die Ergebnisse der Virenwächter-Studie für die Entscheidung über Schul-Öffnungen Mitte Februar von Seiten der Politik Beachtung finden, ist unklar. (va)

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