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Doppel-Infektion mit Corona und Influenza: Experten fürchten „Twindemic“

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Von: Julia Schöneseiffen

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Neben einer erneuten Corona-Welle warnen Fachleute vor einem Anstieg der Grippe-Fälle. Es droht eine Ko-Infektion mit den Erregern.

München - Vergangenen Winter wurden kaum Grippe-Fälle registriert. Großen Anteil daran hatten die Corona-Schutzmaßnahmen. Darauf, dass die Welle diese Saison erneut ausbleibt, sollte man sich nicht verlassen. Ganz im Gegenteil: Forscher warnen vor einer Doppel-Pandemie. So werden nicht nur steigende Corona-Zahlen im Herbst und Winter erwartet, sondern auch ein Anstieg der Influenza-Fälle.

Herbst und Winter: RKI warnt vor vermehrten Infektionen

So warnt etwa das Robert-Koch-Institut in seinem jüngsten „ControlCovid“-Papier vor einem verstärkten Krankheitsgeschehen im Herbst und Winter. Insbesondere Pflegeeinrichtungen könnten davon betroffen sein. „Ein denkbares Szenario ist, dass bei hochbetagten Menschen mit zunehmendem zeitlichem Abstand zur Impfung vermehrt Impfdurchbrüche auftreten können, so dass es in Pflegeheimen zu schweren Covid-19 Ausbrüchen kommen kann“, heißt es im Bericht.

Zudem warnt das RKI vor einer „zusätzlich zu erwartenden Belastung durch akute Atemwegsinfektionen, die in der Saison 2020/21 aufgrund der kontaktreduzierenden Maßnahmen nicht in der Bevölkerung zirkulierten, wie zum Beispiel Influenza und RSV. In den USA scheint sich eine solche „Twindemic“, wie sie dort genannt wird, bereits abzuzeichnen, also die gleichzeitige Infektion mit zwei unterschiedlichen Erregern.

Corona Impfung Grippe
Das RKI ruft zu Impfungen gegen Grippe & Co. auf. © Wolfgang Kumm / dpa

Schwierige Behandlung: Ko-Infektion von Corona und Grippe

Der Infektionskrankheits- und internationale Gesundheitsexperte Dr. Patrick EH Jackson von der University of Virginia sagte gegenüber Medical News Today : „Es gab relativ wenige Studien zur Co-Infektion von COVID-19 und Influenza beim Menschen. Es gibt jedoch einige Daten, die darauf hindeuten, dass die Ergebnisse schlechter sein könnten, wenn ein Patient beide Viren gleichzeitig hat. Eine Ko-Infektion würde auch die Behandlung von Krankenhauspatienten erschweren.“

Um einer Doppel-Infektion vorzubeugen, rufen das RKI und die Stiko daher besonders zur Impfung in den Alten- und Pflegeheimen auf. So werden Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken als auch eine Auffrischungsimpfung („Booster“) gegen Covid-19 für die Risikopersonen und Heimbewohner empfohlen. Das US-Unternehmen Merck macht derweil Hoffnung beim Kampf gegen schwere Corona-Verläufe. Das Medikament „Molnupiravir“ soll das Risiko für schwere Verläufe halbieren. (jsch)

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