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Corona: Deutsche Stadt schickt ab Montag niemanden mehr in individuelle Quarantäne

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Von: Martina Lippl

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Im Theater Volksbühne am Rudolfplatz hat ein Corona-Testzentrum des Marktführers Medicare eröffnet.
Ein Corona-Testzentrum hat in Köln im Theater Volksbühne eröffnet. © Christoph Hardt/imago

Gesundheitsämter kommen kaum mehr hinterher. Eine Stadt in Nordrhein-Westfalen schickt jetzt niemanden mehr individuell in Quarantäne.

Köln - Positiver PCR-Test oder auch ein positiver Schnelltest – und dann? Die Stadt Köln (NRW) ändert die Regeln für die Quarantäneverordnung und Corona-Tests. Ab kommenden Montag (23. Januar) gilt: Personen mit einem positiven Testergebnis sind verpflichtet, sich „auf direktem Weg in die Isolierung zu begeben“.

Stadt Köln verzichtet auf Quarantäne-Brief vom Gesundheitsamt

Ein positiver Schnelltest reicht für die Quarantäne aus, teilt die Stadt Köln mit. Niemand wird mehr individuell in Quarantäne geschickt. Köln setzt damit die neue Corona-Test- und Quarantäneverordnung von Nordrhein-Westfalen (NRW) um.

Infizierte Personen und deren Haushaltsangehörige erhalten keine Ordnungsverfügung mehr durch das Gesundheitsamt. Ebenso gibt es kein Schreiben mehr über das Ende der Isolierung. Diese erfolgt dann selbstständig nach sieben Tagen mit Freitestung. Ohne Test endet sie nach zehn Tagen, teilt die Stadt Köln mit.

Köln richtet Internetseite für Corona-Infizierte ein

Wie die Stadt Köln nach einer Sitzung des Krisenstabs am Freitag (21. Januar) zudem mitteilt, können sich positiv getestete Personen ab der kommenden Woche im Digitalen Kontaktmanagement-Portal (DiKoMa) der Stadt Köln selbstständig eintragen. Die Internetseite wird demnach in der kommenden Woche freigeschaltet und gesondert kommuniziert.

Über ein persönliches Nutzerkonto im DiKoMa können infizierte Personen dann ihre Gesundheitsdaten einpflegen, die zur Bewertung des individuellen Risikos für einen schwereren Verlauf erforderlich sind, wie Alter, Vorerkrankungen oder Impfstatus und ihr tägliches Symptomtagebuch führen.

Das Gesundheitsamt werde dann gezielt diejenigen kontaktieren, die relevante Risikofaktoren und eine starke Symptomatik angeben, heißt es. Infizierte hätten zudem die Möglichkeit, sich bei gesundheitlichen Problemen nicht nur an ihren Hausarzt oder Hausärztin zu wenden, sondern auch an das Gesundheitsamt (Telefon: 0221 / 221-33500). Über diese Telefonnummer können sich auch Menschen melden, die über keinen Internetzugang verfügen.

Die Stadt Köln weist darauf hin, dass sich Haushaltsangehörige von infizierten Personen in Quarantäne begeben müssen. Ausnahme: Die Quarantäne-Pflicht entfällt für Geboosterte, frisch Genese oder frisch Doppelt-geimpfte. Dabei darf die zweite Impfung maximal 90 Tage zurückliegen.

Corona: Eine Fußgängerin mit Maske geht am Kölner Dom vorbei.
Corona: Eine Fußgängerin mit Maske geht am Kölner Dom vorbei. © Ying Tang/imago

Köln: Corona-Infizierte sollen enge Kontaktpersonen selbst informieren

Infizierte Personen sollen zudem ihre engen Kontaktpersonen außerhalb ihres Haushaltes laut neuer Landesverordnung selbstständig kontaktieren. Diese sollen sich dann „bestmöglich isolieren“ und sich testen lassen, so die Stadt Köln. „Nur noch in Einzelfällen wird hier das Gesundheitsamt tätig und ordnet eine Quarantäne für Kontaktpersonen an.“

In Köln liegt die 7-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 681,4. In den vergangenen 24 Stunden sind 1.900 Corona-Fälle verzeichnet worden, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Die Corona-Zahlen in ganz Deutschland schnellen auf schwindlige Höhen. Erstmals überschreitet die Inzidenz einen Wert von 800. Der Expertenrat mahnt.(ml)

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