Das Kreuzfahrtschiff „Odyssey of the Seas“ ist vom Coronavirus betroffen.
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Coronavirus: Das Kreuzfahrtschiff „Odyssey of the Seas“ ist betroffen.

US-Behörde beobachtet 60 Luxusdampfer

„War das schlimmste Weihnachten“: Corona-Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen

Viele Menschen auf relativ kleiner Fläche: Perfekte Bedingungen für die Ausbreitung des Coronavirus. Auf einigen Kreuzfahrtschiffen ist nun genau das passiert.

München - Sind Kreuzfahrtschiffe wahre Brutstätten für das Coronavirus? Zahlreiche gemeldete Infektionen auf den Luxusdampfern führten dazu, dass US-Behörden im Moment etwa 60 Schiffe beobachten. Erste Häfen in der Karibik sind laut Washington Post dazu übergegangen, den Kreuzfahrtschiffen das Einlaufen zu versagen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC erklärte am Sonntag (26. Dezember), die gesetzte Schwelle für Covid-19-Infektionen sei überschritten worden. Nun werde man das Geschehen auf den 60 Dampfern genau beobachten.

„Odyssey of the Seas“ darf nicht auf Aruba und Curacao landen

Ein Schiff, das nicht in einem geplanten Hafen einlaufen durfte, war die „Carnival Freedom“. Diese wollte eigentlich die zur Niederlande gehörende Insel Bonaire besuchen. Eine Passagierin sagte der Post: „Ich fühle mich, als hätte ich die vergangene Woche auf einem Superspreader-Event verbracht.“

Ein besonders schlimmer Ausbruch fand auf der „Odyssey of the Seas“ statt: Hier waren 55 Passagiere und Mitglieder der Crew positiv getestet worden, was einem Prozent der gesamten Besatzung betraf. Die Dunkelziffer jedoch dürfte höher liegen, wie The Sun Sentinel schreibt. Das Schiff durfte weder auf Aruba, noch auf Curacao landen.

„Es war das schlimmste Weihnachten“: Passagier berichtet von Isolation auf dem Schiff

Ein Passagier schilderte der Zeitung die Zustände dort: Er war positiv getestet worden und musste die Isolation in seiner Kabine ohne seine Verlobte und seine Schwester, die mit an Bord waren, ausharrend verbringen - obwohl die beiden auch positiv getestet worden waren. „Es war das schlimmste Weihnachten“, sagte er.

Die Kreuzfahrtgesellschaft berichtet, dass ein Passagier beim Boarding Symptome verschwiegen hätte. Zwar sei die Infektion bei einem Test später aufgefallen und der Passagier und seine Begleiter mussten von Bord, doch zu diesem Zeitpunkt war es schon zu spät. Reisende berichten auch, dass die Maskenpflicht an Bord nicht streng genug eingehalten worden war.

Trotzdem zog das Schiff seine Route in Richtung Fort Lauderdale im US-amerikanischen Florida durch. Ein Passagier wird mit den Worten zitiert: „Wir blieben auf See und wurden zu einem schwimmenden Brutkasten.“ Auch auf der „Symphony of the Seas“, bekannt als das größte Kreuzfahrtschiff der Welt mit 6000 Menschen an Bord, wurden laut CNN 48 Menschen positiv auf Corona getestet. (cg)

Auf dem Tui-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“ kommt es zu mehreren Corona-Infektionen. Hunderte Gäste müssen das Schiff früher verlassen.

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