Quarantäne für ein ganzes Schiff

Corona-Krise: Kreuzfahrtschiffe in Not - „MS Zaandam“ wird in USA Hafeneinfahrt verweigert

Kreuzfahrtschiffe befinden sich in Not: Sobald es einen infizierten Menschen gibt, droht eine Ansteckungsgefahr für das ganze Schiff. Passagiere auf der „MS-Zaandam“ haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

Corona-Drama auf Kreuzfahrtschiff „MS Zandamm“ - Trump schaltet sich ein

Update vom 1. April, 18.15 Uhr: Das Kreuzfahrtschiff „MS Zandamm“ nimmt Kurs auf Florida. Floridas Gouverneur Ron DeSantis will verhindern, dass das Schiff mit Corona-Infizierten (s.u.) an Bord in den Hafen von Fort Lauderdale einläuft. Die Situation auf dem Kreuzfahrtschiff ist angespannt. US-Präsident Donald Trump kündigt nun an sich in das Kreuzfahrt-Drama einzuschalten, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. 

Ich werde tun, was das Richtige ist - nicht nur für uns, sondern für die Menschlichkeit“, sagte Trump. „Es gibt Menschen, die auf dem Schiff sterben oder zumindest sehr krank sind.“

Der Präsident der Reederei Holland America Line, Orlando Ashford spricht von einer „humanitären Krise“. Ashford hatte am Montag mit Blick auf die Corona-Fälle an Bord im Internet vor weiteren Todesfällen gewarnt: „Es sind schon vier Gäste gestorben, und ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen.“ Zuletzt sprach die Reederei von 193 Menschen mit Grippe-Symptomen auf der „Zaandam“.

Corona-Krise: Kreuzfahrtschiffe in Not - „MS Zaandam“ wird Hafeneinfahrt verweigert

Erstmeldung vom 1. April 2020

München - So hatten sich die Urlauber das Ende ihrer Kreuzfahrt auf dem Schiff „MS Zandaam“ bestimmt nicht vorgestellt. Denn rund 1800 Passagiere und Crew-Mitglieder sitzen fest. Und das bereits seit Freitag, den 24. März. Aufgrund positiv bestätigter Coronafälle, mussten die Menschen an Bord in Quarantäne* - das Reiseziel Antonio in Chile muss ausfallen.

Das Schiff hatte allen Grund für diese strengen Maßnahmen. Denn an Bord sind vier Menschen gestorben und zwei Passagiere sollen mit dem Virus infiziert* sein. Ob die Verstorbenen allerdings den Folgen des Coronavirus erlagen, wurde nicht bestätigt. Trotzdem gab die Reederei bekannt: „Holland America Line kann bestätigen, dass vier älterer unserer Gäste verstorben sind. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und wir tun alles, um sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.“

Corona-Krise: Die „MS Zaandam“ durfte in keinem Hafen anlegen

Doch genau diese erkrankten Personen wurden für das Schiff zum Problem. Medienberichten zu Folge verweigerten mehrere Staaten* dem Kreuzfahrtschiff die Einreise in ihre Häfen. Deshalb lag es zunächst vor Panama-City. Das S chwesterschiff die „MS Rotterdam“ eilte dann zur Hilfe. 

Gesunde Passagiere wurden auf die „MS Rotterdam“ gebracht - Kranke bleiben zunächst auf der „MS Zaandam“. Ein deutsches Ehepaar schilderte Bild.de wie sie nach Fiebermessungen und einer schriftlichen Bestätigung gesund zu sein, auf das Schwesterschiff durften. Auf Instagram bat das Ehepaar um Hilfe. Doch sie waren nicht die einzigen Deutschen auf dem Schiff. 

Corona Ausbruch auf Kreuzfahrt-Dampfer: Mehrere Deutsche steckten fest

Denn insgesamt waren dort 67 Deutsche. Ob unter ihnen infizierte Personen sind, ist nicht bekannt. Die „MS Rotterdam“ wird nun den Hafen von San Diego in Kalifornien ansteuern. Die betroffene „MS Zaandam“ hingegen fährt mit allen Opfern und den infizierten Personen nach Fort Lauderdale in Florida.

Das Kreuzfahrtschiff ist offenbar nicht das Einzige in Not. Auch das deutsche Schiff „MS Artania“ ankert vor Australien und hat Menschen mit Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 an Bord. Bestätigte Fälle werden im Krankenhaus von Perth behandelt.  

mak

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Rubriklistenbild: © dpa / Mauricio Valenzuela

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