Gleichzeitig wiederholt er Vorwürfe gegen China

Corona aus Labor in Wuhan? US-Außenminister kommt ins Schlingern und sieht „signifikante“ Belege

  • Andreas Schmid
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Hat China die ganze Welt belogen und den Corona-Ausbruch vertuschen wollen? Die USA haben schwere Vorwürfe erhoben. Nun ist ein Minister zurückgerudert.

Update vom 6. Mai, 21.10 Uhr: In den vergangenen Tagen äußerte die US-Regierung schwere Vorwürfe gegen China, wonach es „überwältigende Beweise“ gebe, dass das Coronavirus in einem Labor in Wuhan entstanden sei. Nun ist US-Außenminister Mike Pompeo zurückgerudert und räumte ein, dass die Frage des Ursprungs der Corona-Pandemie nicht geklärt ist. Mit Blick auf den Vorwurf, das Virus würde aus einem Forschungslabor in Wuhan stammen, sagte Pompeo am Mittwoch in Washington: „Wir haben keine Gewissheit, ob es in dem Labor oder anderswo begann.“ 

Coronavirus: Pompeo spricht erneut von „signifikanten“ Belegen für Labor als Ursprungsort

Andererseits sagte der Minister aber auch am Mittwoch wieder, es gebe „signifikante“ Belege dafür, dass jenes Labor der Ausgangsort für die Pandemie sei. Mit Blick auf unterschiedliche Angaben aus der US-Regierung zu dieser Frage versicherte er, dass beide Aussagen zutreffend seien und es hier keinerlei Widerspruch gebe. 

„Wir versuchen alle, die richtigen Antworten zu finden“, betonte Pompeo. Ihm zufolge gebe es an verschiedenen Stellen eben verschiedene Grade von Gewissheit in dieser Hinsicht. Das sei vollkommen angemessen, sagte der Außenminister und warf Journalisten vor, diesbezüglich einen Widerspruch zwischen verschiedenen Regierungsstellen konstruieren zu wollen. 

Update vom 5. Mai, 22.10 Uhr: Der Kandidat für den Posten des US-Geheimdienstdirektors, John Ratcliffe, hat China als die größte Bedrohung für die USA bezeichnet: „Ich betrachte China als den derzeit größten Bedrohungs-Akteur“, sagte der konservative Abgeordnete am Dienstag bei einer Anhörung im US-Senat. 

China stehe unter anderem bei der derzeitigen Coronavirus-Krise und bei Themen wie Cybersicherheit im Mittelpunkt. China wolle die USA als die „Supermacht der Welt ablösen.“

Inmitten der Coronavirus-Pandemie haben US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Mike Pompeo scharfe Attacken gegen China gefahren. Sie werfen Peking nicht nur mangelnde Transparenz zu Beginn der Krise vor; zuletzt haben Trump und Pompeo auch immer wieder erklärt, das Virus stamme vermutlich aus einem Labor nahe der chinesischen Stadt Wuhan.

Coronavirus: Wissenschaftler nehmen als Ursprungsort Tiermarkt in Wuhan an

Der Öffentlichkeit bekannte Beweise dafür gibt es nicht. Wissenschaftler gehen vielmehr davon aus, dass das Virus auf einem Markt in Wuhan von einem Tier auf den Menschen übersprang. Kritiker werfen Trump vor, mit den Attacken auf China von eigenen Versäumnissen im Umgang mit der Pandemie ablenken zu wollen - insbesondere mit Blick auf die Präsidentschaftswahl am 3. November, bei der Trump sich eine zweite Amtszeit sichern will.

Der geschäftsführende US-Geheimdienstdirektor Richard Grenell, der auch US-Botschafter in Deutschland ist, hatte sich Ende April dem „wissenschaftlichen Konsens“ angeschlossen, dass das Coronavirus „nicht menschengemacht oder genetisch verändert“ sei. Zugleich schlossen die Nachrichtendienste nicht aus, dass der Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 auf einen Labor-Unfall zurückgehen könnt. 

Es werde weiter geprüft, „ob der Ausbruch durch den Kontakt mit infizierten Tieren begann oder aus einem Unfall in einem Labor in Wuhan resultierte.“

US-Verteidigungsminister Mark Esper hat der chinesischen Regierung zudem vorgeworfen, mit falschen Versprechen und „Zwang“ ihr Image in der Corona-Krise aufzupolieren. Trotz allem, was China in der Krise versäumt habe zu tun, versuche die Regierung in Peking, das Land gut dastehen zu lassen, indem sie anderen Ländern Unterstützung anbiete, sagte Esper am Dienstag im Pentagon.

Coronavirus: Ausbruch in Labor „höchst unwahrscheinlich“

Update vom 5. Mai, 12.01 Uhr: Die Theorie eines Laborunfalls als Ursprung der Coronavirus-Pandemie halten westliche Geheimdienste für „höchst unwahrscheinlich“. Am Dienstag zitierte der US-Nachrichtensender CNN drei Quellen, die anhand der Erkenntnisse der „Five Eyes“ genannten Geheimdienstallianz der USA mit Australien, Neuseeland, Kanada und Großbritannien entsprechenden Verdächtigungen von US-Präsident Donald Trump widersprachen. 

Es sei höchst wahrscheinlich, dass das Virus auf natürliche Weise aufgetreten und die Infektionen von Menschen durch natürliche Interaktionen von Menschen sowie natürliche Interaktionen zwischen Mensch und Tier erfolgt ist, zitierte CNN einen Diplomaten. Neben Trump hatte zuletzt allerdings auch US-Außenminister Mike Pompeo gegenüber dem Sender ABC gesagt, dass es „signifikante“ Belege dafür geben würde, dass die Krise in einem Labor in der zentralchinesischen Stadt Wuhan ihren Anfang genommen habe.

Corona-Ausbruch: Westliche Geheimdienste sehen Vertuschung durch China nicht bewiesen

CNN zitierte hingegen eine weitere Quelle, die sich dazu skeptisch äußert. Pompeos Äußerungen würden weit über die gegenwärtige Einschätzung der „Five-Eyes“-Länder hinausgehen, heißt es im Bericht des Nachrichtensenders. Die Quelle wollte die Möglichkeit eines Laborunfalls zwar nicht ausschließen, sagte aber, dass bislang noch nichts vorliege, was die Theorie eines solchen Unfalls berechtigen könnte. 

China hatte die Theorie ebenfalls zurückgewiesen. In Kommentaren der chinesischen Staatsmedien war von einer Strategie der US-Regierung die Rede, China die Schuld zuzuschieben, um von eigenen Versäumnissen in der Pandemie abzulenken. Auch der prominente Immunologe und US-Regierungsberater Anthony Fauci glaubt nicht, dass das Virus künstlich erzeugt wurde. 

„Viele sehr qualifizierte Biologen haben gesagt, dass alles über die schrittweise Evolution mit der Zeit stark darauf hindeutet, dass es in der Natur entstanden ist und die Artengrenze überwunden hat“, erklärte Fauci gegenüber dem Magazin National Geographic. Zudem hält der US-Immunologe nicht viel von der Theorie, dass das Virus aus dem Labor entwichen sein und so seinen Weg zum Menschen gefunden haben könnte. 

Unterdessen gibt es auch zum Beginn der Coronavirus-Epidemie in Frankreich neue Erkenntnisse: Der erste französische Corona-Fall trat dort womöglich bereits Ende Dezember und nicht wie bislang angenommen Ende Januar auf. Das legen nachträgliche Untersuchungen von Labor-Proben nahe

Corona-Ausbruch: US-Außenminister Pompeo beschuldigt China der Vertuschung 

Update vom 5. Mai, 9.35 Uhr: Die Anschuldigungen von US-Außenminister Mike Pompeo sorgten für großen Wirbel. Es gebe „überwältigende Beweise“ dafür, dass das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 aus einem chinesischen Labor stamme (wir berichteten). Die Vertuschung des Ausbruchs soll wie Bild.de unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP berichtet, den Hintergedanken verfolgt haben, den benötigten Bedarf an medizinischen Gütern auf den internationalen Märkten aufzukaufen. Dies gehe aus Dokumenten des US-Ministerium für innere Sicherheit hervor.

Am 15. Januar noch ließ die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Berufung auf chinesische Regierungsinformationen verlauten, dess es keine Belege für die Übertragung des Coronavirus von Mensch zu Mensch gebe. In der Folge stieg jedoch die Nachfrage seitensChinas nach Schutzmaterialien wie Masken und Desinfektionsmittel. Auch Deutschland schickte Hilfslieferungen nach China. 

FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff fordert eine Aufklärung der Geschehnisse: „China muss reinen Tisch machen. Ob Infektionszahlen, Virus-Ursprung oder das Horten von Schutzausrüstung, überall wachsen die Zweifel an den Angaben aus Peking.“ Armin Schuster (CDU) nimmt die Bundesregierung derweil in die Pflicht: „Welchen Ursprung das Virus hat, muss geklärt werden, das ist eine sehr relevante Frage für künftige Fälle.“

WHO verurteilt US-Aussagen als „spekulativ“ 

Update vom 4. Mai, 20.30 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Aussagen der US-Regierung, wonach das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 aus einem Labor in Wuhan stammt, als „spekulativ“ bezeichnet. "Wir haben von der US-Regierung keine konkreten Daten oder Beweise über die angebliche Herkunft des Virus erhalten, sodass dies aus unserer Perspektive weiterhin spekulativ ist", sagte WHO-Experte Michael Ryan am Montag in Genf.

Die US-Regierung und allen voran Außenminister Mike Pompeo hatten erst am Sonntag darüber gesprochen, dass es „überwältigende Beweise“ dafür gebe, dass das Virus aus einem chinesischen Labor stamme. Pompeo warf Peking mit Blick auf die Corona-Krise eine „kommunistische Desinformationskampagne vor“.

Corona-Ausbruch: US-Bericht verspricht „überwältigende Beweise“ - nun auch Forderung an Merkel

Update vom 4. Mai, 16.20 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo äußerte angesichts der Ursprungs-Diskussion des Coronavirus* jüngst schwere Anschuldigungen gegen die Regierung Chinas. Nun verlangt der Grünen-Politiker Jürgen Trittin eine unabhängige Untersuchung und forderte die Bundesregierung auf, sich für eine Klärung durch die WHO einzusetzen, wie das Mitglied des Auswärtigen Amtes am Montag mitteilte.

Corona-Ausbruch in China: Grünen-Politiker Trittin fordert unabhängige Aufklärung durch WHO

Pompeo behauptete am Sonntag, „signifikante“ Belege dafür vorliegen zu haben, dass die Corona-Krise* ihren Anfang in einem Labor im chinesischen Wuhan genommen habe. Details wollte Pompeo auf Nachfrage nicht preisgeben. US-Präsident Donald Trump* äußerte sich zuvor ähnlich. Peking weist alle Vorwürfe von sich zurück und verweist darauf, dass das Virus vermutlich auf einem Tiermarkt übergesprungen sei, zudem haben chinesische Wissenschaftler belegt, dass es sich um einen natürlichen Virus-Ursprung handelt. Dies bestätigten auch US-Geheimdienste.

Jürgen Trittin sprach zwar über die Geheimdienstberichte der Vereinigung „Five Eyes“ (Geheimdienste der USA, Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands) an, kritisierte jedoch die Differenzen der Dienste über diesen Verdacht gegen China. Trittin verlangt von der Bundesregierung auch Auskunft über die Erkenntnisse der US-Geheimdienste zur Pandemie zu einem früheren Zeitpunkt.

Corona-Ausbruch in China: Trittin fordert Antworten von Heiko Maas 

„Wurden vorliegende Erkenntnisse der US-Geheimdienste zur Pandemie aus dem letzten November zeitnah mit den Geheimdiensten der Nato-Partner geteilt? Oder hat nicht nur Donald Trump diese Berichte nicht gelesen?“, fragt Trittin. Die Bundesregierung müsse sich nun dazu äußern, ob sie weiterhin ihre Behauptung, China habe keine Daten zum Virus zurückgehalten, vertrete. Spätestens zur Sitzung des Auswärtigen Ausschusses am Mittwoch fordert Trittin eine Antwort durch Bundesaußenminister Heiko Maas.

Update vom 4. Mai, 13.00 Uhr: Nachdem US-Präsident Donald Trump* in den vergangenen Tagen behauptet hatte, ihm würden Hinweise vorliegen, wonach der Ursprungsort des Coronavirus das chinesische Wuhan sei, schließt sich nun ein weiterer US-Politiker dieser Theorie an. Außenminister Mike Pompeo befeuerte die Debatte nun erneut und attackierte China scharf.

Corona-Ausbruch in China: US-Außenminister Pompeo schließt sich Trump an

Pompeo sprach gegenüber dem US-Fernsehsender ABC von „überwältigenden Beweisen“ dafür, dass das neuartige Coronavirus* aus einem Forschungslabor in Wuhan stamme. Der Außenminister äußerte sich jedoch nicht zum Vorwurf der vorsätzlichen Freisetzung des Erregers. Allerdings betonte Pompeo, dass die Welt in der Vergangenheit schon durch Viren aus chinesischen Forschungseinrichtungen in Gefahr gebracht worden sei. Die asiatische Weltmacht sei bekannt dafür, „die Welt zu infizieren und minderwertige Labore zu betreiben“, so der ehemalige CIA-Boss.

Der Außenminister sprach von einer „kommunistischen Desinformationskampagne“ seitens der chinesischen Regierung. China würde weiterhin die Beteiligung von Experten westlicher Länder an Untersuchungen zum Coronavirus* blockieren. Bereits seit mehreren Monaten wird spekuliert, das Virus sei im Institut für Virologie in Wuhan freigesetzt oder gar vorsätzlich geschaffen worden. 

Coronavirus: Trump und Pompeo mit schweren Vorwürfen - China spricht von „Propagandakrieg“

Auch Trump scheint die Spekulation bereits für eine Tatsache zu halten. Ein Journalist fragte den Präsidenten am Donnerstag, ob dieser Informationen darüber habe, die seine Vermutungen bestätigten, was Trump gleich zweimal bejahte.

Chinas Behörden weisen die Vorwürfe vehement zurück, man unterstellt den USA im Gegenzug einen „Bluff“. Ein chinesischer Leitartikel am Montag formulierte dies so: „Die Trump-Regierung führt weiterhin einen beispiellosen Propagandakrieg, während sie versucht, die weltweiten Bemühungen im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie zu behindern“. Pompeo lägen keine Beweise für seine Aussagen vor. Im Artikel wird die US-Regierung dazu aufgefordert, die Beweise offenzulegen

Coronavirus: Hat China den Ausbruch vertuscht, um Schutzkleidung aufzukaufen?

Die australische Zeitung The Daily Telegraph berichtete über ein gemeinsames Dossier namens „Five Eyes“ der USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland, in dem die Vorwürfe und Verdächtigungen gegen China zusammengefasst werden. Das Geheimpapier rügt die chinesische Regierung ebenfalls. Auch Vertuschung der Behörden wurde hier dokumentiert. Im Dossier wird etwa auf riskante Forschungsarbeiten in Wuhan verwiesen.

Ein vierseitiger Bericht des US-Innenministeriums soll sogar die Vermutung nahe legen, China vertusche den Ausbruch der Pandemie, um den nun weltweit benötigten Bedarf an medizinischer Schutzkleidung, wie Masken oder Handschuhe, international aufzukaufen. So verschaffte man sich durch den Wissens-Vorsprung wirtschaftlich einen enormen Vorteil.

Coronavirus: China bestritt trotz Hinweisen Corona-Ansteckung unter Menschen

Besonders beklagte der „Five Eyes“-Bericht, dass China bis zum 20. Januar bestritt, dass sich die Übertragung des Coronavirus* von Mensch zu Mensch nicht möglich sei - obwohl es Angang Dezember deutliche Hinweise darauf gegeben hätte. China wird zudem vorgeworfen, Virusproben vernichtet zu haben und wissenschaftliche Veröffentlichungen von Forschern streng zu kontrollieren. Außerdem weigerten sich die Behörden, Lebendproben für internationale Forschern zur Verfügung zu stellen.

US-Außenminister Pompeo sieht großen Schaden, den China zu verantworten habe und äußerte sich bereits zu etwaigen Konsequenzen: „Wir werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.“

Coronavirus: China wollte Ausbruch verheimlichen - Geheimes Dokument enthüllt Vertuschung der Regierung

Erstmeldung vom 3. Mai: Peking - China wollte den Corona-Ausbruch offenbar vertuschen. Die chinesische Regierung habe die Welt gezielt belogen, um die Ausbreitung des Virus zu verheimlichen.

Das geht aus einem 15-seitigen Geheimdienstdokument hervor, von dem die australische Zeitung The Daily Telegraph berichtet. Verfasser des Dossiers sind die sogenannten „Five Eyes“ - eine Allianz führender Geheimdienste aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Großbritannien. 

In dem Dokument finden sich Belege, welche die Volksrepublik um Staatspräsident Xi Jinping massiv belasten. Der Akt des Verschleierns wird als „Anschlag auf die internationale Transparenz“ beschrieben.

China wird vorgeworfen, die Gefahr des Coronavirus nicht nur heruntergespielt, sondern die steigenden Fallzahlen auch vertuscht zu haben. Denn wie aus dem Geheimdokument hervorgeht, haben die Behörden in Wuhan, wo die ersten Fälle des Virus gemeldet wurden*, tödliche von Fledermäusen stammende Coronaviren untersucht, dies jedoch verheimlicht.

Coronavirus: Chinesische Behörden vernichteten Beweise und leugneten Gefahr

Laut den Geheimdiensten versuchte China gezielt Beweismittel in seinen Labors zu zerstören. Der Tiermarkt in Wuhan sei bereits am 1. Januar gesäubert worden, ohne dass die Behörden ihn auf Virus-Spuren untersucht hätten.

Obwohl zu diesem Zeitpunkt erste Fälle der Lungenkrankheit sowie die Ansteckungsgefahr* bekannt waren, hielt China an seiner Geheimhaltungstaktik fest, ja optimierte sie gewissermaßen auch noch. Im Dossier heißt es: „Trotz Beweisen für eine Übertragung von Mensch zu Mensch* von Anfang Dezember an, leugnen die Behörden der Volksrepublik China dies bis zum 20. Januar.“ - es dauerte lange, bis die chinesische Regierung öffentlich über das Virus sprach

Coronavirus: Hätten weltweite Maßnahmen gegen Covid-19 viel früher eingeleitet werden können?

Die Weltgesundheitsorganisation vertraute der chinesischen Regierung damals offenbar blind und übernahm die Ergebnisse von vor Ort. So schrieb die WHO am 14. Januar auf Twitter: „Von den chinesischen Behörden durchgeführte Voruntersuchungen haben keine eindeutigen Beweise für eine Übertragung des neuartigen Coronavirus von Mensch zu Mensch gefunden, das in Wuhan, China identifiziert wurde.“ Eine Falschmeldung mit eklatanten Folgen für die ganze Welt? Die Aussagen der „Five Eyes“ lassen vermuten, dass der Kampf gegen das neuartige Virus womöglich weitaus früher aufgenommen werden hätte können.

Mit welcher Macht das chinesische Regime die Ausbreitung von Covid-19 unterschlagen wollte, wird auch an weiteren Enthüllungen aus dem Geheimdienstdokument deutlich.

Coronavirus: Volksrepublik China - ein Land der Zensur

Demnach begann China bereits am 31. Dezember, Nachrichten über das Coronavirus zu zensieren. Wie die britische Zeitung Daily Mail berichtet, wurden in den ersten beiden Januarwochen mehr als 5.100 chinesische Blogger und Journalisten verhaftet, weil sie Informationen über das Virus geteilt hatten. Zudem strich China Begriffe wie „SARS-Variante“, „Wuhan-Markt für Meeresfrüchte“ und „Wuhan unbekannte Lungenentzündung“ aus den Suchmaschinen.

Strikte Zensur ist im Reich der Mitte schon lange zur Normalität geworden. In der „Rangliste zur Pressefreiheit“ von Reporter ohne Grenzen belegte China im Jahr 2019 Platz 177 von 180. 

Coronavirus: Kritiker werden zum Schweigen gebracht oder „verschwinden“

Wie das Dossier weiter offenbart, gab es im bevölkerungsreichsten Land der Welt auch Kritiker, die die Arbeit der Regierung hinterfragten, doch diese Menschen seien mundtot gemacht worden oder „verschwanden“, wie es in dem Geheimpapier heißt.

Zu diesen Kritikern zählte auch der chinesische Augenarzt Li Wenliang, der die Corona-Gefahr von Beginn an offenlegte und Anfang des Jahres selbst an den Folgen von Covid-19 verstarb. Kurz vor seinem Tod verwarnte ihn die Polizei wegen der Verbreitung von „Gerüchten“. Der Arzt musste unterschreiben, dass er nichts mehr über den Ausbruch berichten werde.

Li Wenliang wurde als Corona-Held gefeiert, wenig später starb der Augenarzt an den Folgen des Virus.

Das Papier erwähnt auch Differenzen über den Verdacht, dass das Virus in Wahrheit aus dem Institut für Virologie in Wuhan stammen könnte. US-Präsident Donald Trump hatte die Spekulationen darüber angefacht. Wissenschaftler halten es jedoch für viel wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 von Fledermäusen über ein anderes Tier und durch den Wildtierhandel auf den Menschen übertragen wurde.

Es sind brisante Enthüllungen, die China in ein äußerst schlechtes Licht rücken lassen. Aktuell verlangen mehrere westliche Staaten, darunter auch Deutschland, von China mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. Ob die Volksrepublik dem entgegenkommen wird, ist nach den Berichten der „Five Eyes“ mehr als fraglich. 

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Rubriklistenbild: © AFP / NICOLAS ASFOURI

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