Im Fokus: Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion und Long Covid. (Symbolbild)
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Im Fokus: Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion und Long Covid. (Symbolbild)

Studien decken sich

Corona-Langzeitfolgen: Forscher machen neue Entdeckung - Körper wendet sich gegen sich selbst

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Was richtet Long Covid im menschlichen Körper an? Eine neue Studie diagnostiziert eine alarmierende Corona-Langzeitfolge. Diese trifft aber nicht jeden Infizierten.

München/Marburg - Long Covid - es ist die Furcht so mancher Person, die oder der sich mit dem heimtückischen Coronavirus infiziert hat. Schnelle Erschöpfung, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Depressionen - mehrere Symptome der Spätfolgen einer Infektion wurden in verschiedenen Studien wiederholt beschrieben und bestätigt.

Long Covid: Wissenschaftler machen Entdeckung zu Corona-Langzeitfolgen

Eine weitere Corona-Langzeitfolge stellten nun Immunologen und Virologen aus Marburg, Stanford und anderen Forschungsinstituten fest. Die Süddeutsche Zeitung (hinter einer Bezahlschranke) schreibt darüber und verweist auf wissenschaftliche Beiträge im Fachblatt Nature Communications. Demnach erforschten die Wissenschaftler, dass (manche) infizierte Patienten nach einer Covid-19-Erkrankung deutlich mehr Autoantikörper aufwiesen als Nicht-Infizierte.

Hier muss klar unterschieden worden: Antikörper, Eiweißmoleküle, stärken das Immunsystem und die Immunabwehr - zum Beispiel durch eine Impfung gegen Corona vor einer Infektion mit dem Virus. Antikörper können sich jedoch in einer fehlgeleiteten Reaktion manchmal auch gegen körpereigenes Gewebe wenden, schreibt die SZ zur besseren Darstellung: „Sie werden dann als Autoantikörper bezeichnet.“ Antikörper würden in solcher Fällen Zellen und Strukturen des eigenen Körpers angreifen, heißt es weiter. Und nicht nur das: Auch notwendige Botenstoffe des Immunsystems könnten teils gehemmt werden.

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Die Wissenschaftler hatten knapp 200 hospitalisierte Covid-19-Kranke auf Autoantikörper im Blut untersucht. Bei mehr als der Hälfte der untersuchten Corona-Patienten fanden sie Antikörper gegen körpereigene Moleküle. In einer Vergleichsgruppe mit nicht-infizierten Menschen war dies dagegen bei 15 Prozent der untersuchten Personen der Fall.

Die Wissenschaftler raten deshalb entschieden zu Impfungen gegen das Coronavirus. Denn: Autoantikörper seien dann weniger wahrscheinlich, weil mittels einer Impfung nur Antikörper gegen das Spike-Protein und nicht gegen andere Virusbestandteile gebildet würden.

Long Covid: Corona-Langzeitfolgen - Bildung von Autoantikörpern im Fokus

Die Ergebnisse decken sich indes mit einer weiteren Studie. So hatte unlängst das weltweit größte Forschungskonsortium zum Coronavirus, das Covid human genetic effort (COVIDhge), über 1000 Menschen mit schweren Corona-Erkrankungen untersucht „Über 20 Prozent der Über-80-Jährigen wiesen besagte Autoantikörper auf“, erklärte der österreichische Lungenfacharzt Dr. Ivan Tancevski dazu. Autoantikörper seien demnach vor allem bei mit Corona infizierten Männern und Menschen über 79 Jahren gefunden worden, erklärte der Mediziner weiter. (pm)

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