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Corona-Langzeitfolgen: Studie zeigt, welche Symptome Monate nach einer Infektion auftreten

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Von: Anna Lehmer

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Ärzte und Intensivpfleger kümmern sich um die schwerkranken Covid-Patienten auf der Covid-Intensivstation der Dresdner Uniklinik
Die Universitätsklinik Dresden hat eine neue Studie veröffentlicht, in der die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion nicht nur bei Erwachsenen nachgewiesen wurden. © IMAGO / Max Stein

Bei Covid-19-Patienten treten noch Monate nach der Infektion bestimmte Symptome auf. Eine Studie der Klinik Dresden ergab: Nicht nur Erwachsene sind von Post-Covidbetroffen.

Dresden - Die Universitätsklinik Dresden veröffentlichte vor Kurzem eine neue Studie über Post-Covid. Analysen von umfangreichen Krankenversicherungsdaten ergaben dabei, dass bei Corona-Patienten mehr als drei Monate nach ihrer Erkrankung öfter bestimmte Symptomediagnostiziert werden als bei Menschen ohne entsprechende Covid-19-Diagnose. Doch nicht nur Erwachsene sind von den Nachwirkungen des Virus betroffen, auch Kinder und Jugendliche leiden noch Monate später.

Corona-Patienten noch Monate später von Symptomen begleitet

Über Corona-Langzeitfolgen werden derzeit viele Studien und Untersuchungen durchgeführt. Die Klinik Dresden berichtet nun von Patienten, die lange Zeit nach der Covid-Erkrankung mit physischen und psychischen Problemen zu kämpfen hätten. Auch „eine Vielzahl unterschiedlicher Organsysteme und Symptomkomplexe“ seien bei manchen Menschen durch Corona beschädigt worden. Der Studie liegt eine umfangreiche Datenanalyse zugrunde, bei der das Krankheitsbild Infizierter dem von gesunden Menschen gegenüber gestellt wurde. Beteiligt waren an der Datenerfassung mehrere gesetzliche Krankenkassen, die vom Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) der Dresdner Hochschulmedizin und vom Robert Koch-Institut geleitet wurden.

Post-Covid-Symptome auch bei Kindern und Jugendlichen

Bei den untersuchten Patienten wurde festgestellt, dass die am häufigsten angegebenen Symptome und Erkrankungen im Zusammenhang mit Post-Covid zwischen den verschiedenen Altersgruppen variieren. Bei Kindern und Jugendlichen wurden besonders schnelle Erschöpfung, Unwohlsein, Husten, Schmerzen im Hals- und Brustbereich, Angststörungen und Depressionen angegeben. Bei den Erwachsenen hingegen zählen Geschmacksstörungen, Fieber, Husten und Atembeschwerden zu den am meisten ärztlich diagnostizierten Beschwerden.

Video: Forscher finden neuen Ansatz für Long-Covid-Therapie

Erstmals, so Prof. Dr. Jochen Schmitt vom Universitätsklinikum Dresden, wurden „auch belastbare Aussagen zu längerfristigen Folgen von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen“ erfasst. Weitere Untersuchungen seien deshalb notwendig, um „die Zusammenhänge zwischen Covid-19 und den Erkrankungen zu verstehen“. Weiterhin seien die Ergebnisse wichtig für den späteren Verlauf der Pandemie und mögliche veränderte Versorgungsbedingungen, so Dr. Martin Rößler vom Klinikum Dresden.

Was ist Post-Covid? Studie gewinnt neue Erkenntnisse

Das neue Krankheitsbild Post-Covid verbindet alle Symptome und gesundheitlichen Veränderungen, die längerfristig, also mindestens drei Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion, noch bestehen oder sogar neu hinzukommen. Es sei jedoch noch nicht klar, „wodurch sich Post-Covid genau auszeichnet und wie viele Menschen davon betroffen sind.“ Umso wichtiger würden deshalb umfangreiche Forschungen sein, „in denen Personen nach gesicherter SARS-CoV-2-Infektion ausreichend lange und im Vergleich zu einer gut definierten Kontrollgruppe auf ihren Gesundheitszustand hin nachbeobachtet werden“, wie im Bericht über die Studie mitgeteilt wird.

Universitätsklinikum Dresden: Umfangreiche Datenanalyse über Langzeitschäden

Über 150.000 Personen, bei denen eine Infektion nachgewiesen wurde, seien beobachtet worden. Jeder erkrankten Person wurden fünf Nichtinfizierte gegenüber gestellt. Fast 12.000 Kinder und Jugendliche nahmen an dem Forschungsprojekt teil, was die Studie international einzigartig macht. „Bisherige internationale Studien dieser Art weisen auf längerfristige gesundheitliche Auswirkungen bei Erwachsenen hin“, die vorliegende Datenanalyse liefert „nun erstmals auch Erkenntnisse zu Post-Covid bei jüngeren Altersgruppen auf Grundlage deutscher Krankenkassendaten.“

Derzeit steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen wieder an. Das RKI meldete einen deutlichen Inzidenz-Sprung. (ale)

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