Coronavirus-Mutation

Lauterbach warnt vor neuer Virusvariante Mu - auch für Geimpfte und Genesene gefährlich

  • Martina Lippl
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Momentan bestimmt Delta-Variante das dynamische Infektionsgeschehen in Deutschland. Doch eine neue Virusvariante breitet sich immer weiter aus. Lauterbach warnt.

Berlin - Das Coronavirus mutiert. Das ist normal. Auf der ganzen Welt tauchen Mutationen auf. Die meisten sind ungefährlich. Doch in einigen Fällen verändern sich die Eigenschaften, die Corona-Forscher aufmerken lassen. So gilt beispielsweise die Delta-Virusvariante als hochansteckend. Delta steht deswegen auf der Liste der „besorgniserregenden Virusvarianten“ (VOC - Variants of Concern).

Corona-Mutation: Lauterbach warnt vor neuer Virusvariante Mu

Karl Lauterbach warnt jetzt vor der Virusvariante Mu (alternativ auch My). „In Japan festgestellte Mu-Variante ist gegen Biontech oder Antikörper Genesener resistenter als ALLE anderen Varianten. Wenn eine Variante wie Mu auch zu hoher Ansteckung mutiert, wäre das äußerst gefährlich“, twittert Lauterbach. Bei Milliarden Ungeimpfter sei das jederzeit möglich, schreibt der Epidemiologe. In seinem Tweet verweist Lauterbach auf eine Preprint Studie aus Japan, die auf der Plattform biorxiv.org veröffentlicht wurde. Diese Ergebnisse müssen noch von unabhängigen Expertinnen und Experten begutachtet werden.  

„Auf sie sollte man sich nicht in der klinischen Praxis oder im gesundheitsbezogenen Verhalten verlassen und sie sollten nicht als etablierte Informationen in den Medien veröffentlicht werden“, heißt es auf der Seite. 

Corona-Mutation: Variante Mu erstmals in Kolumbien aufgetaucht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diese neue Virusvariante Mu (B.1.621) am 30. August 2021 als neue „interessante Variante“ (VOI - Variants of Interest) eingestuft. Sie weist laut WHO Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnten. Erstmals war die Variante im Januar in Kolumbien festgestellt worden. In Kolumbien gingen zu diesem Zeitpunkt 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die Mu-Variante zurück. Der Anteil der globalen Verbreitung liege bei 0,1 Prozent.

Mu sei verantwortlich für die bisher tödlichste Welle der Corona-Pandemie in Kolumbien, sagte Marcela Mercado von der staatlichen Gesundheitsbehörde einem örtlichen Radiosender, wie die Nachrichtenagentur afp am 3. September berichtet. Und nicht nur das: „Es ist inzwischen in mindestens 43 Ländern und hat sich als hochansteckend gezeigt.“

Coronavirusvariante Mu für Deutschland gefährlich?

Auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA beobachtet Mu. Die EMA konzentriere sich zwar hauptsächlich auf die hochansteckende Delta-Variante, untersuche aber auch andere Varianten wie die Mu-Variante, sagte der Leiter für Impfstoffstrategie, Marco Cavaleri, vergangene Woche. Mu weise möglicherweise immunevasive Merkmale auf, sodass Geimpfte oder Genesene vor dieser Variante nicht geschützt sein könnten.

„Ich muss jedoch sagen, dass wir noch keine Daten haben, die zeigen, ob sich die Mu-Variante stark ausbreitet und ob sie eine Chance hat, die Delta-Variante als vorherrschenden Virusstamm zu überholen“, sagte Cavaleri. Die EMA werde jedoch mit den Impfstoffentwicklern über die Wirksamkeit der verfügbaren Corona-Impfstoffe gegen die Mu-Variante beraten. Die Corona-Lage in Deutschland ist mit Blick auf den Herbst und Winter weniger schön. Das Impftempo stockt. Auf den Intensivstationen landen überwiegend Ungeimpfte. (ml mit Material der afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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