Karl Lauterbach
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Karl Lauterbach fordert kostenlose Impfung gegen Grippe für alle

Zweifel an Strategie

Coronavirus: Lauterbach kritisiert RKI scharf - „So kommen wir nicht weiter“

SPD-Politiker Lauterbach kritisiert die Corona-Strategie des Robert-Koch-Instituts (RKI), fordert „Corona-Detektive“ und jetzt schärfere Quarantäne-Regeln. Dabei hat Lauterbach einen „Pandemietreiber“ im Blick.

  • Trotz Lockdown light breitet sich das Coronavirus* in Deutschland weiter aus. Das Robert-Koch-Institut* (RKI) gibt täglich einen Lagebericht zum Corona-Infektionsgeschehen heraus.
  • SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisiert das RKI und fordert einen Strategiewechsel, „Corona-Detektive“ und eine Ausweitung der Quarantäne-Regeln.
  • Hier bieten wir Ihnen eine Karte die aktuellen Fallzahlen in Deutschland*.

Update vom 16. November, 10 Uhr: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat einen Strategiewechsel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gefordert. Um sogenannte Quell-Cluster wie Hochzeitsfeiern möglichst schnell ausfindig zu machen, sprach sich Lauterbach dafür aus „gezielt Corona-Detektive“ einzusetzen (siehe auch Erstmeldung vom 15. November). Auch bei der Quarantäne müsste sich seiner Meinung nach dringend etwas ändern. Der SPD-Politiker warnt vor Schulen als „Pandemietreiber“.

Lauterbach fordert Ausweitung der Quarantäne-Regeln

„Bislang müssen nur die Erstkontakte von Infizierten in Quarantäne. So kommen wir nicht weiter“, sagte der Mediziner der Rheinischen Post (Montag). Um das Infektionsgeschehen runterzudrücken sollten aus seiner Sicht auch die Zweitkontakte bei einem Quell-Cluster in Quarantäne.

„Tritt zum Beispiel in einer Klasse ein Infektionsfall auf, sollten künftig sofort alle Mitschüler sowie deren Eltern für fünf Tage in Quarantäne gehen, bis danach ein Negativtest vorliegt“, sagte Lauterbach. Das könnte nach fünf Tagen mit einem Antigentest geschehen. Mit einer verschärften Quarantäne und den aktuellen Beschlüssen der Länder wie Aufteilung des Unterrichts, regelmäßiges Lüften oder Luftfilter seien Schulen als aktuelle „Pandemietreiber“ wieder in den Griff zu bekommen.

Erstmeldung vom 15. November 2020:

Berlin - Die Corona-Fälle in Deutschland sind auf extrem hohen Niveau. Trotz Teil-Lockdown seit dem 2. November. Mit Lockerungen ist wohl kaum zu rechnen. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat erneut die Strategie des Robert Koch-Instituts (RKI) in der Corona-Pandemie kritisiert. „Ich bin davon überzeugt, dass der jetzige Weg ineffizient ist. Wir verlieren viel Zeit bei der Nachverfolgung von Einzelkontakten“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag).

„Ich bin davon überzeugt, dass der jetzige Weg ineffizient ist.

Karl Lauterbach

„Diese werden zu spät erreicht - nachdem sie schon viele andere infizieren konnten. Umgekehrt werden auch Personen kontaktiert, die sich gar nicht anstecken konnten.“ Man müsse sich darauf konzentrieren, Superspreader-Ereignisse zu isolieren, forderte der Epidemiologe. Ähnlich hatte sich Lauterbach bereits mehrfach geäußert.

Lauterbach fordert Einsatz von „Corona-Detektiven“

Nach Ansicht von Lauterbach seien sogenannte Quell-Cluster wie Hochzeitsfeiern Events, bei denen sich viele Menschen mit Corona infizierten - diese müssten schnell ausfindig gemacht werden. „80 Prozent der Neuinfektionen kommen aus Quell-Clustern“, betonte Lauterbach. „Die Infizierten müssen so schnell wie möglich in Quarantäne.“ Um diese Aufgabe zu leisten, müssten die Gesundheitsämter „gezielt Corona-Detektive einsetzen“.

Lauterbach: Corona-Quarantäne in Deutschland muss verkürzt werden

Zudem forderte der SPD-Politiker, die Dauer der Quarantäne zu verkürzen. „14 Tage sind zu lang, dafür gibt es keine medizinische Rechtfertigung. Ich halte es für sinnvoll, die Quarantäne auf zehn Tage zu reduzieren - mit der Möglichkeit, dass man sich nach fünf Tagen frei testen lassen kann.“ (dpa,AFP, ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

„Unappetitliche“-Aerosole: Aerosole sind bei der Verbreitung vom Coronavirus in den Fokus gerückt. Die winzigen Partikel können lange in der Luft schweben. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor „Kamineffekt“.

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