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Corona-Notbremse: EU-Land verhängt härtesten Lockdown seit Pandemie-Beginn

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Von: Richard Strobl

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Ein medizinischer Mitarbeiter im Schutzanzug kümmert sich im Universitätskrankenhaus in Riga um einen Covid-19-Patienten. (Archiv)
Ein medizinischer Mitarbeiter im Schutzanzug kümmert sich im Universitätskrankenhaus in Riga um einen Covid-19-Patienten. (Archiv) © Edijs Palens/dpa

Die Corona-Lage in einigen EU-Ländern spitzt sich aktuell zu. Lettland zieht jetzt harte Konsequenzen und geht in den Lockdown.

Riga - Eine ungenügende Impfquote und stark steigende Corona-Zahlen trotz zuletzt neu verhängter Einschränkungen. Lettland zieht jetzt die Corona-Notbremse und geht erneut in den Lockdown. Es soll der strengste seit Beginn der Pandemie sein.

Die Corona-Zahlen in Lettland waren zuletzt rapide gestiegen. In den letzten 14 Tagen wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga vom Montag 1307,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert - ein neuer Höchststand seit Beginn der Pandemie.

Corona-Notbremse in Lettland: Lage spitzt sich zu

Zudem sind in dem Land nur knapp die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Regierung bemüht sich seit Monaten mit nur mäßigem Erfolg, die geringe Impfbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen.

Angesichts dieser Lage hat man sich nun zu einem erneuten Lockdown entschlossen. Dieser gilt nach Angaben der Regierung in Riga vom 21. Oktober bis zum 15. November. Dann soll das öffentliche Leben zurückgefahren werden, um das Virus in den Griff zu bekommen.

Alle Geschäfte und Dienstleister - außer Läden für den täglichen Bedarf - sollen dicht machen, der Schulbetrieb größtenteils auf Fernunterricht umgestellt werden. Auch sollen die Bürger einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge ihre Wohnung von 20 Uhr bis 5 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen dürfen. Veranstaltungen müssen abgesagt werden.

Corona-Lockdown in Lettland: „Damit wir nicht das Schlimmste erleben müssen“

„Für die Maßnahmen entschuldige ich mich bei den Menschen in Lettland, die für sich, ihre Verwandten und die Gesellschaft Verantwortung übernommen haben und geimpft sind“, sagte Gesundheitsminister Daniels Pavluts nach dem Beschluss, wie die Tagesschau berichtet. Die Regierung sei schuld, dass noch so wenig Menschen geimpft seien: „Deshalb müssen wir Sie bitten, ihr Leben für ein paar Wochen anzuhalten, damit wir nicht das Schlimmste erleben müssen“, sagte er weiter. Dem Bericht nach handelt es sich um die härtesten Einschränkungen seit Beginn der Corona-Pandemie.

Lettland und insgesamt die baltischen Staaten haben im europaweiten Vergleich bei den Neuinfektionen die Spitzenplätze eingenommen. Das liegt wohl auch an unterdurchschnittlichen Impfquoten in Estland, Lettland und Litauen. Innerhalb der baltischen Staaten trifft es Lettland am härtesten. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt hier nach Angaben der Johns Hopkins Universität aktuell fast bei 800.

Auch in Rumänien spitzt sich die Corona-Lage aktuell dramatisch zu. (rjs/dpa)

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