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Corona-Leugnerin: Sinneswandel erst als Cousine tot ist - „Es ist wirklich wahr, dass es Covid-19 gibt“

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Corona-Impfung
Der Tod ihrer Cousine änderte die Meinung einer Corona-Leugnerin zur Impfung. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Das Coronavirus kostet weiterhin vielen Menschen das Leben. Bei einigen „Corona-Leugnern“ führt der Verlust von Angehörigen zu einem Sinneswandel.

München - Seit zwei Jahren kämpft die Welt nun mit der Pandemie. Die Zahl der Neuinfektionen und Toten steigt ständig an. Zwar sind die Verläufe der nun vielerorts vorherrschenden Omikron-Mutation offenbar weitaus milder, doch trotzdem sind Todesfälle auch laut Virologen nicht zu verhindern.

Bislang hat das Coronavirus in Deutschland rund 117.000 Menschen aus dem Leben gerissen. Jeder Todesfall besonders bei jungen Menschen zeigt, wie real die Gefahr durch das Virus ist. Offenbar begreifen dies auch einige Corona-Leugner, die nach dem Verlust von Angehörigen ihre Haltung ändern.

Corona-Leugnerin lässt sich nach Tod von Cousine zum ersten Mal impfen - „Covid-19 gibt es wirklich“

So passierte es auch bei Sevdije B., die jetzt ihre erste Impfung gegen das Virus verabreicht bekam. In einem Bericht der ZDF über den Betrieb in einer Stuttgarter Impfstation war auch sie zu sehen, als sie das Vakzin gegen das tödliche Virus bekam. Ihre Cousine fiel dem Coronavirus zum Opfer. Der Vorfall lieferte einen Denkanstoß für sie. Direkt am nächsten Tag ging sie zum Impfzentrum und ließ sich impfen.

„Leider ist gestern meine Cousine an Covid gestorben“, erklärte sie auf Nachfrage gegenüber dem ZDF-Reporter in der Impfstation. Dies hat offenbar ihren Sinneswandel eingeleitet. Ihre Aussagen legen nahe, dass sie zuvor an das Virus wohl nicht geglaubt hat. Erst nach dem Tod ihrer Cousine habe sie sich gedacht, „es ist wirklich wahr, dass es Covid-19 gibt“. Daraufhin habe sie sich entschieden: „Jetzt muss ich das nehmen“. Ein kurzer Ausschnitt aus dem ZDF-Bericht zeigt, wie Sevdije B. von einer Mitarbeiterin des Stuttgarter Impfzentrums geimpft wird. Im Anschluss erhält sie ihre Dokumente.

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In der Impfstation, in der sich Sevdije B. impfen ließ, ist nicht gerade viel los, doch trotzdem fordern die Betreiber, die Station offen zu halten. „Der Nutzen einer Impfung für den Einzelnen und die Gesellschaft ist riesig“, bemerkt Prof. Jan Steffen Jürgensen, Vorstandsvorsitzender des Klinikum Stuttgarts, gegenüber der ZDF.

Deswegen lohne es sich „sicherlich auch leicht überausgestattete Kapazitäten vorzuhalten“, so Jürgensen. Dies könnte sich in Zukunft tatsächlich als nützlich erweisen. Aufgrund der möglichen vierten Impfung könnte schon bald die Nachfrage nach der Impfung und somit Impfstationen wieder drastisch steigen. Außerdem appellierte der Bund-Länder-Gipfel gestern (24. Januar) erneut ans Impfen beziehungsweise Boostern. Für die Umsetzung der Kampagne braucht es schließlich auch genügend Kapazitäten. (bb)

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