Flughafen in der Corona-Pandemie.
+
Insgesamt drei Monate versteckte sich ein Mann in einem Flughafen.

Sicherheitskräfte greifen ihn auf

„Ziemlich schockierend“: Reisender lebt monatelang versteckt im Flughafen - aus Angst vor Corona

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
    schließen

Aus Angst vor der Corona-Pandemie lebte ein Mann ganze drei Monate heimlich auf einem Flughafen. Sicherheitskräfte ließen ihn jetzt auffliegen.

  • Ein Passagier sorgt am Flughafen in Chicago (USA) für Schlagzeilen.
  • Der Mann versteckte sich nach der Landung im Terminal, und zwar über Monate.
  • Eine Richterin reagiert auf diesen Fall fassungslos.

Chicago - Es klingt nach einer Hollywood-reifen Geschichte, die sich auf einem Flughafen in Chicago abspielte: Ein Mann lebte ganze drei Monate unentdeckt in einem Terminal - aus Angst vor Corona*. Vergangenes Wochenende nahm die Polizei den 36-Jährigen fest.

Im Lockdown: Mann versteckt sich aus Angst vor Corona drei Monate im Flughafen

Ihren Anfang nahm die unglaubliche Geschichte am 19. Oktober 2020: An diesem Tag landete Kalifornier Aditya S. am O‘Hare-Flughafen in Chicago, berichtet die amerikanische Tageszeitung Chicago Tribune. Was genau der Amerikaner im Bundestaat Illinois vorhatte, ist bislang unklar. Fest steht jedoch: Nach der Landung verließ der 36-Jährige das Flughafen-Terminal nicht mehr. Fortan versteckte er sich im Aufenthaltsbereich des Flughafens und lebte vom Essen, das ihm andere Flughafengäste schenkten.

Ganze drei Monate später wurden schließlich Sicherheitskräfte auf Aditya S. aufmerksam. Der Mann kam ihnen irgendwie verdächtig vor. Sie baten den 36-Jährigen sich auszuweisen. Seine vorgezeigte Zugangskarte ließ ihn schließlich auffliegen: Diese stammte von einem Flughafen-Mitarbeiter, der die Karte bereits vor Monaten als verloren gemeldet hatte.

Mann lebt drei Monate im Flughafen - Sicherheitskräfte lassen ihn schließlich auffliegen

Aditya S.‘s Erklärung für sein heimliches Leben am Flughafen: Seine große Angst vor der Corona-Pandemie. Deshalb habe er sich nicht getraut, seine Reise fortzusetzen. Inzwischen wurde er von der Polizei festgenommen. Ihm wird das Eindringen in einen Sicherheitsbereich des Flughafens und Diebstahl vorgeworfen.

Nun muss sich der Amerikaner vor Gericht verantworten. Die zuständige Richterin reagierte fassungslos. „Sie erzählen mir, dass eine nicht autorisierte, nicht angestellte Person angeblich vom 19. Oktober 2020 bis zum 16. Januar 2021 in einem sicheren Teil des O‘Hare-Flughafenterminals gelebt hat und nicht entdeckt wurde? Ich möchte das richtig verstehen“, zitiert die Chicago Tribune die Richterin. Demnach fand diese den ganzen Vorfall „ziemlich schockierend“.

Corona in Amerika: Mann versteckt sich im Flughafen - Richterin fassungslos

Flughäfen seien schließlich Hochsicherheitszonen. Als Fluggast müsse man sich darauf verlassen können, dass diese Orte gut kontrolliert werden. Die Tatsache, dass sich dort jemand für so lange Zeit mit einem ungültigen Ausweis aufhalte, mache den Vorfall zur Gefahr für die Allgemeinheit.

Strafrechtlich ist Aditya S. bisher noch nicht in Erscheinung getreten. Die Entscheidung der Richterin daher: Insgesamt 1.000 Dollar auf Kaution. Angeknüpft an die Bedingung, dass der Kalifornier den Flughafen nicht mehr betreten darf. Laut seiner Verteidigerin besitzt der 36-Jährige einen Master-Abschluss in Hotelmanagement. Momentan ist er arbeitslos.

Mitten in der Corona-Pandemie ist Forschern kürzlich eine kleine Sensation gelungen: Dank ihnen gibt es nun das erste Foto vom Coronavirus*. Im Lockdown boomt auch die Nachfrage nach FFP2-Masken. Vielerorts ist der Mundschutz bereits vergriffen. Eine Virologe schlägt nun eine Alternative* vor. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. (kof)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare