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Neue Studie zu Long Covid - jeder achte Infizierte leidet an Langzeitfolgen

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Von: Vinzent Fischer

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Unüberwindbare Hürde: Für viele Betroffene von Long Covid wird selbst das Treppensteigen zur Qual (Symbolbild).
Unüberwindbare Hürde: Für viele Betroffene von Long Covid wird selbst das Treppensteigen zur Qual (Symbolbild). © IMAGO / Rolf Poss

Viele Corona-Erkrankte leiden noch Monate nach der Infektion an Beschwerden. Eine niederländische Studie liefert neue Erkenntnisse zu Long Covid.

Groningen - Seit mehr als zwei Jahren ist das Coronavirus ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Zwar ist der Umgang mit der Pandemie in diesem Jahr ein anderer, seit im März beinahe alle Beschränkungen gefallen sind. Doch die Infektionszahlen sind noch immer hoch. Insgesamt hat das Robert Koch-Institut (RKI) über 31 Millionen Infektionen vermeldet - die Dunkelziffer dürfte allerdings weitaus höher liegen.

Long-Covid-Studie: Mehr als 76.400 Befragte - jeder Achte leidet an Langzeitfolgen

Viele Infizierte leiden auch Wochen oder Monate nach der Infektion noch an Beschwerden. Eine großangelegte Studie aus den Niederlanden, die am Donnerstag in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde, liefert neue Erkenntnisse. Daraus geht hervor, dass jeder achte Corona-Infizierte an mindestens einem Symptom von Long Covid leidet. Die Forscher hatten dazu mehr als 76.400 Erwachsene zu 23 häufigen Long-Covid-Symptomen befragt. Zwischen März 2020 und August 2021 füllte jeder Teilnehmer den Online-Fragebogen 24 Mal aus.

Im Studien-Zeitraum gaben mehr als 4200 oder 5,5 Prozent der Teilnehmer an, dass bei ihnen eine Corona-Infektion festgestellt wurde. Von den Infizierten hatten mehr als 21 Prozent drei bis fünf Monate nach der Ansteckung mindestens ein neues oder ein stark verstärktes Symptom. Allerdings berichteten auch fast neun Prozent der nicht infizierten Teilnehmer von einer ähnlichen Zunahme. Forschungsergebnisse aus Wuhan zeigten zuletzt, dass Long Covid bis zu zwei Jahre anhalten kann. Die Daten deuten nach Angaben der Forscher darauf hin, dass 12,7 Prozent der Corona-Patienten - also etwa jeder Achte - an Langzeit-Beschwerden leide.

Long Covid: Neuer Ansatz in niederländischer Studie - Vergleich mit Kontrollgruppe

Eine Besonderheit der Studie ist die große nicht infizierte Kontrollgruppe, mit deren Daten die Forscher zwischen echten Corona-Spätfolgen und allgemeinen Auswirkungen der Pandemie unterscheiden konnten. Bei den Infizierten wurden zudem Beschwerden vor und nach der Ansteckung erfasst, sodass die Forscher genau bestimmen konnten, welche Symptome mit dem Coronavirus zusammenhängen. Häufige Long-Covid-Symptome sind demnach Brustschmerzen, Atembeschwerden, Muskelschmerzen, Geschmacks- und Geruchsverlust und allgemeine Erschöpfung.

Im Video: Long-Covid - Forscher erweitern die Liste der Symptome

„Indem wir uns die Symptome bei einer nicht infizierten Kontrollgruppe und bei Menschen sowohl vor als auch nach der Sars-CoV-2-Infektion angeschaut haben, konnten wir auch Symptome berücksichtigen, die möglicherweise auf andere gesundheitliche Aspekte der Pandemie zurückzuführen sind, wie Stress durch Einschränkungen und Ungewissheit“, sagte die Autorin Aranka Ballering von der Universität Groningen.

Long Covid: Fachleute empfehlen weiterführende Studien zu psychischen Symptomen

Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass die Studie neuere Corona-Varianten wie Delta oder Omikron nicht umfasst. Daher liefert sie auch keine Daten zu Symptomen wie Gehirnnebel, die erst seit dem Auftreten der neueren Varianten als häufiges Anzeichen für Long Covid gelten.

Künftige Studien sollten daher auch psychische Symptome wie Depressionen und Angstzustände sowie Aspekte wie Gehirnnebel, Schlaflosigkeit und Erschöpfung selbst nach geringer körperlicher Anstrengung untersuchen, empfahl die Studienautorin Judith Rosmalen. Expertin Jördis Frommhold gibt Betroffenen Tipps zum Umgang mit Long Covid.

Corona-Experten: Geimpfte und Omikron-Infizierte mit geringerer Long-Covid-Rate

Die Experten Christopher Brightling und Rachael Evans von der Universität im britischen Leicester, die nicht an der Studie beteiligt waren, lobten die Studie als "großen Fortschritt" gegenüber früheren Studien zu Long Covid. Ermutigend sei, dass "neue Daten aus anderen Studien darauf hinweisen, dass es bei Menschen, die geimpft sind oder mit der Omikron-Variante infiziert waren, eine geringere Long-Covid-Rate gibt", schrieben sie in "The Lancet".

Die Forschung zu Long Covid steht wohl erst noch am Anfang. Long Covid trifft Frauen und Männer unterschiedlich, wie eine weitere Studie ergab. (vfi mit afp)

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