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Stiko-Chef fordert wegen Omikron „viel, viel mehr“ Kontaktbeschränkungen – Lauterbach geht von 4. Impfung aus

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Von: Patrick Huljina

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Die Corona-Lage in Deutschland ist weiter angespannt. Stiko-Chef Thomas Mertens fordert „sehr schnell“ deutlich mehr Kontaktbeschränkungen. Der News-Ticker.

Update vom 22. Dezember, 21.10 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich erneut dafür ausgesprochen, während der Weihnachtsfeiertage auf die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen. „Diese fünfte Omikron-Welle wird alles in den Schatten stellen, was wir bisher gesehen haben“, warnte Wüst in einem Gespräch mit den tagesthemen. Weihnachten sei kein Infektionstreiber, dennoch sollten die Deutschen vorsichtig und achtsam sein, so Wüst.

Eine Impfpflicht hält der CDU-Politiker dennoch für notwendig: „Wir brauchen 90, 95 Prozent und am besten mehr Geimpfte, sonst kommen wir immer wieder in die Dauerschleife von Lockerung und Lockdown.“ Gerade, wegen der letzten zehn Prozent werde man an einer Impfpflicht nicht vorbeikommen, meint Wüst, vielmehr brauche man sie „zügig“.

Update vom 22. Dezember, 18.20 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht davon aus, dass eine vierte Corona-Impfung nötig sein wird. Der SPD-Politiker sagte am Mittwoch in Berlin auf eine entsprechende Nachfrage, man wisse nicht, wie lange der Booster-Schutz bei der neuen Omikron-Variante anhalte. Möglicherweise sei der Impfschutz „nicht allzu dauerhaft“. „Darauf sind wir vorbereitet und haben spezifischen Omikron-Impfstoff gekauft beim Unternehmen Biontech“. Lauterbach sprach von insgesamt 80 Millionen Dosen, mit denen ab April oder Mai gerechnet werde.

Zusätzlich solle auch wieder Moderna-Impfstoff beschafft werden, damit eine Auswahl angeboten werden könne. „Aber ich würde persönlich als Wissenschaftler davon ausgehen, dass wir davon ausgehen müssen, dass eine sogenannte vierte Impfung, das wäre es dann ja, dass die notwendig sein wird.“

Update vom 22. Dezember, 16.25 Uhr: Wegen der Ausbreitung von Omikron hat die Bundesregierung die Einreiseregeln aus Virusvariantengebieten verschärft. Wer aus einem solchen Gebiet nach Deutschland einreist, braucht künftig einen negativen PCR-Test. Das teilte die Regierung am Mittwoch nach einem Beschluss des Kabinetts mit. Nachweis- und Testpflichten gelten mit der Änderung der Coronavirus-Einreiseverordnung demnächst für alle ab einem Alter von sechs Jahren.

Zuvor hatten sich die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder für die Änderungen ausgesprochen, um die Ausbreitung von Omikron so lange wie möglich zu verhindern und zu verlangsamen, damit sich noch mehr Menschen impfen lassen können. Virusvariantengebiete sind derzeit verschiedenen Länder des südlichen Afrikas sowie seit Montag auch Großbritannien. Verschärfte Schutzvorkehrungen sollen laut Verordnung dazu beitragen, dass Infektionen frühzeitig vor der Einreise entdeckt werden. Die PCR-Testverpflichtung besteht auch für Reisende, die nur auf der Durchreise einen Stopp in Deutschland machen.

Virologe Streeck äußert sich skeptisch zu Corona-Impfpflicht: „Sendet falsches Signal“

Update vom 22. Dezember, 15.53 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat sich skeptisch zu einer allgemeinen Impfpflicht gegen Corona geäußert. „Der Ansatz, die Pandemie schneller zu beenden mit einer Impfpflicht, ist nachvollziehbar. Jedoch sollte man hier sehr genau das Für und Wider überlegen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Es gebe viele Viren, gegen die geimpft werden sollte. „Wenn diese anderen Impfungen im Vergleich zur Impfung gegen das Coronavirus aber freiwillig bleiben, sendet das aus meiner Sicht ein falsches Signal“, sagte er. Zudem sei noch nicht bekannt, was neue Varianten für die vorhandenen Impfstoffe bedeuteten. „Wir kennen weder die Schutzwirkung noch die Schutzdauer ganz genau“, so Streeck. „Ich halte unter diesen Umständen eine allgemeine Impfpflicht für ein schwieriges Instrument.“

Hendrik Streeck, Virologe, steht auf der Buchpremiere sein Buch «Unser Immunsystem» hinter der Bühne.
Virologe Hendrik Streeck äußerte sich skeptisch zu einer Corona-Impfpflicht. (Archivbild) © Fabian Sommer/dpa

Corona in Deutschland: Mecklenburg-Vorpommern verschärft Regeln zu Heiligabend

Update vom 22. Dezember, 13.55 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern gelten die verschärften Kontaktbeschränkungen für Genesene und Geimpfte schon von Freitag (24. Dezember) an und damit deutlich früher als in den meisten anderen Bundesländern. Für private Zusammenkünfte sind somit von Heiligabend an nur noch maximal zehn Personen erlaubt. Das Kabinett von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) habe auf einer Sondersitzung am Mittwoch die Corona-Verordnung des Landes entsprechend geändert, hieß es aus der Staatskanzlei in Schwerin.

Schwesig hatte das Vorziehen der Kontaktbeschränkungen mit der Infektionslage, der hohen Auslastung der Intensivbetten im Nordosten und der im Ländervergleich geringen Impfquote begründet. Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, auch für Geimpfte und Genesene die Kontaktbeschränkungen zu verschärfen. Die neuen Regeln sollen spätestens ab dem 28. Dezember in allen Ländern wirksam werden. Haushalte mit Ungeimpften dürfen sich mit höchstens zwei weiteren Personen eines weiteren Haushalts treffen. Kinder bis 14 Jahre sind jeweils ausgenommen.

Corona in Deutschland: Kinderimpfungen laufen an

Update vom 22. Dezember, 13.15 Uhr: In der vergangenen Woche sind die Corona-Impfungen von Kindern zwischen fünf und elf Jahren in Deutschland gestartet. Insgesamt wurden seitdem 213.649 Kinder dieser Altersgruppe geimpft. Das entspricht einer Quote von 4,1 Prozent. Das geht aus den Zahlen des Impfquotenmonitorings des RKI vom Mittwoch (22. Dezember) hervor.

Am gestrigen Dienstag wurden in Deutschland erneut 1,1 Mio. Corona-Impf­dosen verabreicht. „Damit sind nun mindestens 58,7 Mio. Personen (70,5 % der Gesamt­bevölkerung) vollständig geimpft“, schreibt das RKI. „Mindestens 28,1 Mio. Personen (33,8 %) haben zusätzlich eine Auffrischungs­impfung erhalten“, heißt es auf dem Impfdashboard weiter.

Corona in Deutschland: Virologe kritisiert Politik – „schon wieder etwas verschlafen“

Update vom 22. Dezember, 11.45 Uhr: Die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde kommen nach Ansicht des Frankfurter Virologen Martin Stürmer zu spät. „Bei der Verdopplungsrate, die Omikron an den Tag legt, ist jeder Tag wichtig“, sagte er am Mittwoch im Deutschlandfunk. Omikron sei nicht erst seit gestern eine Bedrohung. Man könne der Politik durchaus den Vorwurf machen, mit dem verspäteten Treffen „schon wieder etwas verschlafen“ zu haben.

„Natürlich wollen wir alle wieder zur Normalität zurück. Wir wollen diese Feiertage genießen und mal zur Ruhe kommen. Aber ich glaube nicht, dass wir das Signal der Entspannung aussenden können“, sagte Stürmer. Er habe das Gefühl, es werde das Signal vermittelt „über Weihnachten können wir uns noch entspannen, danach ziehen wir die Bremse wieder an“. Es seien Beschlüsse, die wieder nicht vor die Welle kommen, sondern nach der Welle entsprechend reagieren werden. „Da hätte ich mir mehr gewünscht“, sagte Stürmer.

Corona in Deutschland: Stiko-Chef fordert mehr Kontaktbeschränkungen

Update vom 22. Dezember, 9.40 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat sich mit Blick auf Omikron für umfassendere Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. Es müssten angesichts der leichten Übertragbarkeit auf jeden Fall „viel, viel mehr“ Kontaktbeschränkungen erfolgen als derzeit üblich – und zwar „sehr schnell“, sagte Mertens der Schwäbische Zeitung (Mittwoch). Ob es ein vollständiger Lockdown sein müsse, sei jetzt schwer zu sagen, erklärte der Stiko-Chef.

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Stiko-Chef Thomas Mertens fordert „viel, viel mehr“ Kontaktbeschränkungen. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Zum kürzlich zugelassenen Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax sagte Mertens, grundsätzlich solle sich jeder – vor allem Risikopersonen – möglichst rasch impfen lassen und nicht warten. Wenn jemand die aktuell verfügbaren Impfstoffe nicht vertrage, dann sei der neue Proteinimpfstoff aber eine Option, so Mertens. Dabei solle man allerdings bedenken, dass man über den neuen Impfstoff noch nicht so viel wisse wie über die seit Längerem in breiter Anwendung befindlichen Impfstoffe.

Corona in Deutschland: Ethikrat stimmt für Impfpflicht und Impfregister

Update vom 22. Dezember, 6.26 Uhr: Der Corona-Trend in Deutschland hält an - erneut ist die Inzidenz gesunken. Laut Angaben des RKIs liegt der bundesweite Wert am Mittwochmorgen bei 289,0. Zum Vergleich: Am Vortag betrug er 306,4, vor einer Woche 353,0. Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 45.659 Corona-Neuinfektionen.

Doch auch in Deutschland wird die Sorge vor Omikron immer größer. Zum bestmöglichen Schutz vor der Mutante ist seit Wochen eine allgemeine Impfpflicht im Gespräch. In der Debatte hat sich jetzt auch der Deutsche Ethikrat positioniert. Er plädiert mehrheitlich für eine Impfpflicht - entweder für alle Erwachsenen ab 18 Jahren oder nur für besonders gefährdete Menschen. In Einrichtungen mit besonders Corona gefährdeten Menschen wurde die Impfpflicht bereits beschlossen. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme des Gremiums hervorgeht, sprechen sich 20 von 24 Mitgliedern für eine Ausweitung der Regelung aus, allerdings in zwei abgestuften Varianten.

Einen mit körperlicher Gewalt verbundenen Impfzwang lehnt der Ethikrat ab. Gleichzeitig empfehlen die Experten zur Umsetzung einer Impfpflicht die Einführung eines nationalen Impfregisters und viele Impfangebote. Der Rat sehe eine grundsätzliche moralische Verpflichtung, durch eine Impfung sich und andere zu schützen, heißt es in der Stellungnahme. „Eine allgemeine gesetzliche Impfpflicht darf hingegen nur dann zum Einsatz kommen, wenn die Bewältigung einer schweren Krise ohne diese Maßnahme absehbar nicht erfolgreich sein kann.“

Corona-Impfflicht in Deutschland: Ethikrat betont - „Kein Allheilmittel gegen Pandemie“

Vor ihrer Entscheidung wägten die Experten rechtliche Bedenken und ethische Grundsätze gegeneinander ab. Insgesamt 13 Mitglieder stimmten im Anschluss für eine allgemeine Impfpflicht für alle Erwachsenen. Ihr Argument: Die nachhaltige Beherrschung der Pandemie. Sieben Mitglieder plädierten dafür, eine Impfpflicht auf diejenigen zu begrenzen, die ein hohes Risiko für einen schweren Corona-Verlauf haben. Dies erscheine ausreichend, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden, begründeten sie ihren Vorschlag. Vier stimmten gegen eine Impfpflicht.

Der Ethikrat betont zudem, dass zur Durchsetzung einer Impfpflicht genügend Impfstoff zur Verfügung stehen müsse und eine solche Pflicht die derzeitige vierte Corona-Welle nicht brechen könne. Eine Impfpflicht sei auch darüber hinaus „kein Allheilmittel gegen die Pandemie“, sondern könne nur als Teil einer umfassenden Strategie erwogen werden. Der Ethikrat wurde Anfang Dezember von der Ministerpräsidentenkonferenz um eine Stellungnahme zur allgemeinen Impfpflicht gebeten.

Update vom 21. Dezember, 20.05 Uhr: Nach Weihnachten wird es in Deutschland auch wieder Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene geben. Das haben Bund und Länder auf der heutigen MPK beschlossen. Ab dem 28. Dezember dürfen sich dann lediglich zehn Personen zu privaten Zusammenkünften treffen. Darüber hinaus müssen Clubs und Diskotheken geschlossen werden, Großveranstaltungen ohne Zuschauer stattfinden und zu Silvester wird ein Versammlungsverbot erlassen.

Bund und Länder bringen damit zwar weitere Einschränkungen auf den Weg, orientieren sich dabei jedoch nicht an den Forderungen des RKIs, die am Nachmittag sofort maximale Kontaktbeschränkungen für Deutschland gefordert hatten.

Während MPK läuft, zeigt Umfrage die klare Meinung zu einem neuen Corona-Lockdown

Update vom 21. Dezember, 17.30 Uhr: Während die Corona-MPK zu neuen Regeln in Deutschland läuft, sorgt eine Umfrage für Wirbel. Nach einer Befragung von RTL und ntv sind knapp zwei Dritte der Deutschen für einen Lockdown, um der aktuellen Corona-Lage Herr zu werden. 66 Prozent sind demnach für einen generellen Lockdown, was die Schließung von Geschäften, Clubs und Freizeiteinrichtungen sowie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen beinhalten würde. Dagegen lehnten 32 Prozent der Befragten einen Lockdown ab. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte für die Umfrage vom 17. bis 20. Dezember rund 1000 Menschen befragt. Bereits Ende November hatten fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland im „Trendbarometer“ einen Lockdown befürwortet. 

Eine große Mehrheit von 72 Prozent der Bundesbürger spricht sich der neuen Umfrage zufolge auch für eine allgemeine Impfpflicht aus. 26 Prozent seien dagegen.

Update vom 21. Dezember, 16.20 Uhr: An den Schulen in Deutschland sind die Corona-Zahlen in der vergangenen Woche weiter gesunken. Wie aus Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) hervorgeht, die am Dienstag veröffentlicht wurden, waren in der vergangenen Woche 86.000 Corona-Infektionen bei Schülern bekannt (Vorwoche: 96.000). Auch die Zahl der Schüler, die darüber hinaus in Quarantäne waren ist auf 111.000 gesunken (Vorwoche: 131.000).

Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. An rund 1400 Schulen gab es demnach in der vergangenen Woche Einschränkungen im Präsenzbetrieb (Vorwoche: 1500). Geschlossen waren 38 Schulen (Vorwoche: 53). Vor der Corona-MPK stehen verlängerte Weihnachtsferien für Kitas und Schulen im Raum.

Corona in Deutschland: Epidemische Lage in Berlin

Update vom 21. Dezember, 15.15 Uhr: Das Berliner Abgeordnetenhaus hat als gesetzliche Grundlage für weitere Corona-Maßnahmen eine epidemische Lage beschlossen. Für einen entsprechenden Antrag des Senats stimmten am Dienstag die Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und Linken sowie die CDU. Die AfD votierte dagegen, die FDP enthielt sich. Der Senat kann nun zum Beispiel neue Beschränkungen beschließen, falls die Corona-Lage das erfordert.

Die neue Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) hatte zuvor im Plenum deutlich gemacht, dass damit wegen der Omikron-Variante durchaus zu rechnen ist – möglicherweise sogar noch vor Weihnachten. „Omikron verändert fast alles, was wir über die Pandemie bisher gehört haben“, sagte sie.

Corona in Deutschland: Patientenschützer kritisieren Kommunikation

Update vom 21. Dezember, 14.58 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat angesichts der Bund-Länder-Beratungen über weitere Corona-Maßnahmen die teils widersprüchliche Kommunikation kritisiert. Vorstand Eugen Brysch sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: „Was zu Silvester vernünftig sein soll, kann zu Heiligabend nicht falsch sein.“ Daher stelle sich die Frage nach dem Sinn, schärfere Maßnahmen erst nach Weihnachten einzuführen.

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach sei noch vor wenigen Wochen „Chefmahner der Republik“ gewesen und mache jetzt als Bundesgesundheitsminister eine „180-Grad-Wende“. Vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) zeichneten sich für die Weihnachtstage zunächst keine neuen Beschränkungen ab.

Corona in Deutschland: Hamburg prescht schon zu Weihnachten vor

Update vom 21. Dezember, 13.40 Uhr: Hamburg schränkt bereits zu Weihnachten die Kontakte auch für Geimpfte und Genesene ein. Nur noch maximal zehn Personen dürften privat zusammenkommen, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Senats. Ausgenommen von der Kontaktbeschränkung sind Kinder unter 14 Jahren.

Außerdem würden Tanzveranstaltungen ab dem 24. Dezember untersagt. Das Tanzverbot kommt faktisch einer Schließung von Clubs und Diskotheken gleich*, wie auch 24hamburg.de berichtet. Für die Gastronomie wird es zudem eine Sperrstunde ab 23 Uhr an geben. Eine Ausnahme ist für den Neujahrsmorgen geplant. Dann dürfen Kneipen, Gaststätten und Bars bis 1 Uhr geöffnet bleiben.

Für Ungeimpfte gelten bereits schärfere Beschränkungen. Sie dürfen nur noch mit den Mitgliedern des eigenen Haushalts und maximal zwei Mitgliedern eines weiteren Haushalts zusammentreffen. Zudem beschloss der Senat die bereits angekündigten Einschränkungen zu Silvester. Neben dem Verbot des Verkaufs von Feuerwerk herrscht an besonders publikumsträchtigen Orten ein An- und Versammlungsgebot.

Corona in Deutschland: Söder ist „höchst irritiert“

Update vom 21. Dezember, 13.20 Uhr: Bei seiner Pressekonferenz vor dem Corona-Gipfel wurde Markus Söder (CSU) mit der RKI-Empfehlung konfrontiert. Weihnachten sei schließlich bislang ohne Beschränkungen geplant gewesen. Bayerns Ministerpräsident verwies auf den Bund.

In dieser Frage müssten sich zunächst Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und das RKI einig werden. Die würden sich aber komplett widersprechen. „Der Bundesgesundheitsminister sagt am Sonntag: Weihnachten ist kein Problem. Am Montag kommt eine Beschlussvorlage für Kontaktverbote an Silvester. Heute sagt das RKI jetzt sofort. Wer spricht für wen?“, fragte Söder.

„Ich bin höchst irritiert“, so Bayerns Ministerpräsident. Er verlangt eine Klärung auf Bundesebene. Die RKI-Aussage als Signal findet der CSU-Chef „extrem unglücklich kurz vor so einer Sitzung“. Der Corona-Gipfel von Bund und Ländern steigt heute Nachmittag.

Ansage an Scholz und Länder: RKI empfiehlt „maximale Kontaktbeschränkungen“

Update vom 21. Dezember, 12.39 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt aufgrund der aktuellen Corona-Lage in Deutschland „maximale Kontaktbeschränkungen“. Diese sollten „sofort beginnen“ und bis zunächst Mitte Januar gelten, wie das RKI am Dienstag auf Twitter schrieb.

Zudem brauche es „maximale infektionspräventive Maßnahmen“ und eine „maximale Geschwindigkeit bei der Impfung der Bevölkerung“. Reisen sollten auf das unbedingt Notwendige reduziert werden, zum Verständnis der Maßnahmen brauche es intensive Begleitkommunikation. Das RKI empfiehlt in einem Strategiepapier unter anderem, Restaurants sofort zu schließen und die Weihnachtsferien für Kitas und Schulen zu verlängern.

Corona in Deutschland: Omikron soll Deutschland im Januar treffen

Update vom 21. Dezember, 12.25 Uhr: Die Beschlussvorlage zur heutigen Corona-MPK sieht neue Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene vor – allerdings erst ab dem 28. Dezember. Der Grund dafür soll der erwartete Beginn der Omikron-Welle in Deutschland sein. Das berichtet die Bild.

Demnach soll Charité-Chef Heyo Kroemer, der auch den neuen Expertenrat der Bundesregierung leitet, Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) und den Vertretern der Länder mitgeteilt haben, dass die Omikron-Welle in den ersten Tagen im Januar zu erwarten sei. Die Kontaktbeschränkungen seien nur über einen kurzen Zeitraum durchzuhalten. Daher sollte die Maßnahme erst unmittelbar vor Beginn der Omikron-Welle greifen. Sonst bestünde die Gefahr, dass das Ende der Kontaktbeschränkungen und der Beginn der neuen Welle zusammenfallen.

Die Hamburger Innenstadt in der Vorweihnachtszeit.
Kontaktbeschränkungen sollen ab dem 28. Dezember kommen. (Archivbild) © Markus Scholz/dpa

Aus rein infektiologischer Sicht, soll sich Kroemer laut Bild für eine sehr zeitnahe und „langfristige“ Einführung der Kontaktbeschränkungen ausgesprochen haben. Der Expertenrat habe aber aufgrund der gesetzlichen Lage und politischer Debatten einen „konsensfähigen“ Weg gewählt.

Corona in Deutschland: Fallzahlen sinken weiter – RKI schätzt Omikron-Gefahr neu ein

Erstmeldung vom 21. Dezember: Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken, doch die Sorgen steigen. Zu groß sind die Befürchtungen vor der drohenden Omikron-Welle. Am Dienstag (21. Dezember) treffen sich Bund und Länder um über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der neuen Variante zu beraten. Eine neue Beschlussvorlage, die im Vorfeld der Corona-MPK durchgesickert ist, sieht neue Kontaktbeschränkungen vor – auch für Geimpfte und Genesene.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Dienstagmorgen mit 306,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der bundesweite Wert bei 316,0 gelegen, vor einer Woche bei 375,0 (Vormonat: 372,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 23.428 Corona-Neuinfektionen*. Vor genau einer Woche waren es noch 30.823 Ansteckungen.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen* geht seit knapp drei Wochen zurück. Experten befürchten wegen der hochansteckenden und sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante aber eine baldige Trendumkehr. Das RKI hat am Montag ebenfalls seine Risikobewertung verschärft. Insgesamt schätzt es die Gefährdung für die Gesundheit der Bürger als „sehr hoch“ ein. Auch zweifach Geimpfte und Genesene sind demnach einem hohen Risiko ausgesetzt, während die Gefahr einer Erkrankung für dreifach Geimpfte als „moderat“ angegeben wird. Für Ungeimpfte ist die Infektionsgefahr „sehr hoch“.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner sicher, dass Omikron bald dominiert

„Wir sind uns relativ sicher, dass Omikron* etwa Mitte bis Ende Januar die dominierende Variante in Deutschland sein wird“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der Rheinischen Post. Da man aktuell noch zu wenig über diese Virusvariante wisse, müsse man Studien aus dem Ausland studieren, die Entwicklung der Inzidenzen „engmaschig beobachten“ und die Lage sondieren.

Gernot Marx, Präsident Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), nimmt an einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage um die Corona Pandemie teil.
DIVI-Präsident Gernot Marx ist sich sicher, dass Omikron bald auch in Deutschland dominant sein wird. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Gleichzeitig warnte Marx vor einer Überlastung der Intensivstationen und des dort arbeitenden Personals. Aktuell sinke die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland zwar wieder leicht. Doch: „Die Auslastung ist weiterhin sehr hoch, die Arbeitsbelastung noch höher, die psychologische Belastung der Teams geht schon teilweise sehr an das Menschenmögliche. Denn die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen sinkt gerade auch, weil sehr viele Patienten versterben“, erklärte Marx dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das sei für die Teams sehr schwer zu ertragen.

Auch das RKI* befürchtet wegen der rasanten Ausbreitung von Omikron eine „schlagartige Erhöhung der Infektionsfälle“ und eine schnelle „Überlastung des Gesundheitssystems“. Ziel müsse es sein, durch Kontaktbeschränkungen und weitere Maßnahmen die Dynamik der Ausbreitung von Omikron „zu bremsen, schwere Erkrankungen und Todesfälle zu minimieren und das Gesundheitswesen zu entlasten“. Möglicherweise wird bei der Corona-MPK über einen „Lockdown light“* entschieden. Der Weltärzte-Chef kritisierte im Vorfeld die Halbherzigkeit* der Politik.  (ph mit dpa) *Merkur.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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