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Neue Corona-Mutation: Ausbruch könnte mit neuer Variante zusammenhängen

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Von: Cindy Boden

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Medizinisches Personal bereitet im Royal Victoria Infirmary Hospital eine Spritze mit dem Pfizer/Biontech-Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus vor.
In England wird bereits fleißig geimpft. Das Mittel soll nach bisherigem Wissensstand auch bei der neu entdeckten Variante des Coronavirus wirksam sein. © Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Wieder gibt es eine neue Variante des Coronavirus. Dieses Mal ist sie in England aufgetaucht. Noch untersuchen Wissenschaftler, wie gefährlich sie ist. Doch die Zahl der Betroffenen steigt „rapide“.

London - Es gibt schon lange nicht mehr nur eine Variante des „neuartigen“ Coronavirus. In England verbreitet sich nun wieder eine bislang unbekannte Form. Britische Behörden haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darüber informiert. Studien dazu liefen, wie eine Sprecherin der WHO am Dienstag mitteilte.

„Bislang wissen wir sehr wenig über diese Variante“, sagte der Physiker Richard Neher, der am Biozentrum der Universität Basel die Evolution von Viren und Bakterien erforscht, der Deutschen Presse-Agentur. Unklar sei etwa, ob eine der Mutationen mit einer reduzierten Erkennung durch das Immunsystem einhergehe. Die britischen Behörden erforschten dies zur Zeit, so die WHO.

Neue Variante des Coronavirus entdeckt: Britischer Gesundheitsminister spricht von über 1000 Fällen

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock informiere das britische Unterhaus bereits über den Fall. Die Variante „ist womöglich mit der schnelleren Verbreitung des Virus im Süd-Osten Englands verbunden“, sagte Hancock. Anfang dieser Woche hatten die Behörden bereits über 1000 Fälle mit dieser neuen Variante festgestellt - in fast 60 verschiedenen Regionen. „Und die Zahlen nehmen rapide zu“, sagte der Minister gegenüber den Abgeordneten.

Bisher deute nichts darauf hin, dass diese Form mit größerer Wahrscheinlichkeit schwere Corona-Verläufe verursacht. Auch der Impfstoff sollte nach bisherigen Erkenntnissen weiterhin wirksam sein.

Panik scheint daher nicht angebracht. „Seien wir nicht hysterisch. Das bedeutet nicht, dass es übertragbarer oder ansteckender oder gefährlicher ist“, sagte Alan McNally, Experte an der Universität von Birmingham, gegenüber der BBC. Man müsse das Virus im Auge behalten. Dennoch versuchen Wissenschaftler, schneller als das Coronavirus zu sein: „Die Überwachung und Forschung muss fortgesetzt werden“, sagt Jeremy Farrar, Direktor der „Wellcome“-Stiftung, die der Wissenschaft helfen will, Lösungen für dringende gesundheitliche Herausforderungen zu finden.

Corona-Mutationen: Ansteckungswege und Krankheitsverläufe bisher nicht groß anders

Nach Angaben der WHO haben die schon bekannten Varianten des Virus im Hinblick auf Ansteckungswege oder Schwere der Krankheit sich kaum oder gar nicht anders verhalten als das zuerst identifizierte Virus. Es gebe aus Großbritannien bislang auch keine Hinweise, dass dies bei der neuen Variante anders sei.

Im November sorgte bereits eine Corona-Mutation in Dänemark für Aufsehen, weswegen Millionen von Nerzen getötet wurden.

In England laufen seit rund einer Woche die Massenimpfungen mit dem Mittel des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Partner Pfizer. Nach Regierungsangaben sind bisher etwa 138.000 Menschen geimpft worden. Zunächst sind über 80-Jährige, Bewohner von Pflegeheimen und besonders gefährdetes medizinisches Personal an der Reihe. Das Land reguliert derzeit nach einem Stufensystem, bei dem je nach Infektionslage unterschiedlich strenge Maßnahmen gelten. Zuvor befand sich England in einem Teil-Lockdown. (cibo/dpa)

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