Ein junges Mädchen geht händchenhaltend zwischen ihren Eltern
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Britische Forscher äußern Verdacht, dass Mutation besonders für Kinder gefährlich ist.

Covid-Variante

Coronavirus in England: Kinder von neuer Mutation wohl besonders betroffen - Deutsche Experten besorgt

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Seit Kurzem ist bekannt: In Großbritannien wütet eine Mutation des Coronavirus Sars-CoV-2. Britische Forscher befürchten, dass die Mutation besonders für Kinder gefährlich werden könnte.

  • Nachdem in Großbritannien eine Mutation des Coronavirus Sars-CoV-2 entdeckt wurde, haben viele Länder die Grenzen dicht gemacht.
  • Die neue Virus-Variante soll sich möglicherweise um 70 Prozent schneller verbreiten als das bisherige Coronavirus.
  • Die Mutation soll sich schon in Australien, den Niederlanden und Dänemark ausgebreitet haben.

London - Die Nachricht über die jüngste Mutation des Coronavirus in Großbritannien kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. In weiten Teilen Europas steigen die Fallzahlen aktuell rasant an und viele Länder versuchen mit harten Maßnahmen die Pandemie einzudämmen. Britische Forscher haben vergangen Montag vor den neuen Gefahren der Coronavirus-Mutation gewarnt. Den Angaben der Wissenschaftler zufolge könnte die neue Coronavirus-Mutation B.1.1.7 für Kinder möglicherweise ansteckender sein als bisherige Varianten.

Coronavirus-Mutation: Britische Forscher gehen von besondere Gefahr für Kinder aus

Es gibt einen Anhaltspunkt, dass es eine höhere Neigung hat, Kinder zu infizieren“, erklärte Neil Ferguson auf einer Pressekonferenz am vergangenen Montag. Ferguson ist ein Mitglied der Expertengruppe „New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group“ (Nervtag), welche die britische Regierung berät. Seiner Kollegin Wendy Barclay zufolge betreffen einige Mutationen die Art, wie das Virus in eine Zelle eindringt. Demnach ist es möglich, dass „Kinder möglicherweise genauso anfällig sind für dieses Virus wie Erwachsene“. Barclay vermutet deswegen, dass „sich mehr Kinder infizieren könnten.“ Welche Altersgruppen davon betroffen sein könnten, wurde nicht genauer erläutert.

Coronavirus-Mutation: Neues Virus zu 70 Prozent ansteckender

Noch ist nicht viel über die neue Mutation von Sars-CoV-2 bekannt. Erste Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass die neue Variante des Coronavirus möglicherweise 70 Prozent ansteckender ist als das bisherige Virus. Obwohl viele Länder schnelle Maßnahmen ergriffen haben, um die Grenzen zu schließen und damit die Einreise aus Großbritannien zu unterbinden, wurde die Mutation bereits in Australien, den Niederlanden und Dänemark entdeckt. Allerdings hat sich in diesen Ländern die neue Corona-Variante ersten Erkenntnissen zufolge noch nicht so schnell ausgebreitet wie in Großbritannien.

Coronavirus-Mutation: Untersuchung bestätigt Verdacht über erhöhte Ansteckung

Christian Drosten, Virologe und Direktor der Berliner Charité, geht davon aus, dass sich das Virus mittlerweile auch in Deutschland befindet. Obwohl die öffentlich bekannten Dokumente noch lückenhaft seien, äußerte sich Drosten angesichts der neuen Dokumentlage besorgt auf Twitter. „Das sieht leider nicht gut aus“, schrieb Drosten auf dem Kurznachrichtendienst und nahm damit Bezug auf eine von der britischen Gesundheitsbehörde veröffentlichten Studie in der englischen Grafschaft Kent. Die Studie äußert den begründeten Verdacht, dass die neue Virus-Mutation möglicherweise alleine oder in Kombination mit anderen Mutationen wahrscheinlich ansteckender sein könnte. Auch der Gesundheitsexperte der SPD Karl Lauterbach äußerte sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen. Auf Twitter schrieb Lauterbach „Es wird darauf ankommen, [den] Lockdown nicht zu früh zu beenden. Wenn wir rasch wieder in [ein] Inzidenz-Wachstum kommen, weil Rückfall, wird die neue Variante wahrscheinlich ein sehr großes Problem werden.“ (phf)

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