“Einschüchterung und offene Feindseligkeit“

Coronavirus im Nordosten: „Früher nannten wir es Stasi“ - Auswärtige berichten nach Touri-Stopp Drastisches

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Die Corona-Krise trifft die ganze Welt. Deutschland ist eins der am stärksten betroffenen Länder. Im Nordosten sorgt eine Regel für Unfrieden

Update vom 2. April, 21.45 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gehören zu den Bundesländern, die von der Ausbreitung des Coronavirus vergleichsweise wenig betroffen sind - dennoch gelten strikte Regeln: Menschen aus sind anderen Bundesländern sind in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub und Tagesausflüge bereits verboten. Auch deswegen sorgt die Krise dort Berichten zufolge für heftige soziale Verwerfungen.

Dem Tagesspiegel berichteten Betroffene von „einem Klima der Einschüchterung und offener Feindseligkeit“, wie in einem Artikel des Berliner Blattes zu lesen ist. Ins Visier geraten seien unter anderem Autofahrer mit fremden Nummernschildern - auf Usedom seien Fahrzeuge mit Steinen beworfen worden. Menschen mit Zweitdomizilen schilderten teils drastische Zustände.

Eine 75 Jahre alte Berlinerin etwa erzählte von offenen Konflikten zwischen Dauereinwohnern und Wochenendhausbesitzern in der brandenburgischen Ortschaft Teetz: Nachbarn beobachteten sich hinter Gardinen: „Früher nannten wir es Stasi, jetzt fehlen mir die Worte.“ Ein Besitzer einer Zweitwohnung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin erzählte, er fühle sich wie ein „Aussätziger“. Zum Einkaufen fahre er mit einer Nachbarin, um nicht mit einem auswärtigen Nummernschild aufzufallen. In dem Kreis gilt eine Einreisesperre.

An der Ostsee wurden dem Bericht zufolge zuletzt zudem Feriensiedlungen nach letzten Touristen abgesucht - als Reaktion auf „Hinweise aus der Bevölkerung“. Ein Chef eines Usedomer Ordnungsamtes berichtete von zwei bis fünf „Petzeranrufen“ pro Tag. 

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern hat unterdessen Osterausflüge, die über die nähere Umgebung hinausgehen, verboten. Tagesausflüge insbesondere zu den Inseln Rügen, Usedom und Hiddensee, an die Ostseeküste sowie an die Mecklenburgische Seenplatte müssten von Karfreitag bis Ostermontag unterbleiben, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag in Schwerin.

Konflikte zwischen Einheimischen und Ausflüglern gibt es allerdings nicht nur in den neuen Bundesländern. Auch am Tegernsee in Oberbayern kochen die Emotionen hoch, wie Merkur.de* berichtete. Zuletzt wurden auch See-Stege geschlossen.

Coronavirus in Leipzig: Ärzte kämpften eine Woche um italienischen Patienten - 57-Jähriger verstirbt in Klinik 

Update vom 1. April, 15.38 Uhr: Das Coronavirus greift immer weiter um sich, vor allem in Italien spitzt sich die Situation weiter zu. Zwei Intensivpatienten aus Italien wurden aus diesem Grund vor einer Woche nach Leipzig gebracht, dort sollten Mediziner um das Leben der beiden Patienten kämpfen. 

Doch wie nun Bild berichtet, habe ein Mann aus Bergamo den Kampf in Leipzig verloren. Wie das Blatt weiter berichtet, sei der 57-Jährige bereits seit einer Woche in Leipzig in Behandlung gewesen, am Mittwoch erlag er nun den Folgen der Viruserkrankung. Wie der Direktor der Klinik laut Bild erklärte, habe der Mann an einer schweren Grunderkrankung gelitten. 

In Kombination mit Covid-19 verstarb der 57-Jährige nun an Multiorganversagen. Der Leichnam soll nun für den Rücktransport nach Italien vorbereitet werden. Wie die Klinik demnach weiter mitteilt, befinde sich der zweite aufgenommene Patient aus Italien in einem „ernsten Zustand.“ 

Coronavirus: Brandenburg und Sachsen verlängern Ausgangsbeschränkung

Update vom 31. März 2020, 16.38 Uhr: Auch Sachsen und Brandenburg haben nun die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie über Ostern hinaus verlängert. In Brandenburg gelten sie nun bis zum 19. April, in Sachsen bis zum 20. April. Das haben die Regierungen der beiden Länder am Dienstag beschlossen. Auch Berlin, wo die Beschränkungen aktuell noch bis kommenden Sonntag befristet sind, plant eine Verlängerung. Dies teilte Vize-Bürgermeister Klaus Lederer (Linke) am Dienstag nach der Senatssitzung an. 

In Brandenburg gelten ab Donnerstag außerdem deutliche Strafen für Verstöße gegen die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus. Das Kabinett beschloss einen Bußgeldkatalog. Hält jemand den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht ein, drohen demjenigen zwischen 50 und 500 Euro Strafe. Berlin plant ebenfalls einen Bußgeldkatalog

Unterdessen steigen die Corona-Fallzahlen in Baden-Württemberg an. Tausenden Menschen haben außerdem gegen die Schutzmaßnahmen verstoßen. 

Coronavirus in Ostdeutschland: Die aktuellen Infizierten- und Toten-Zahlen

Bis Dienstag gab es in Brandenburg 933 bestätigte Corona-Infizierte und sieben Tote. In Sachsen ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle auf 2084 geklettert, bislang gibt es dort 13 Todesopfer. In Berlin waren es bis Montagabend 2581 Infizierte - und ebenfalls 13 Tote

Update vom 30. März 2020, 22.46 Uhr: Die Stadt Jena in Thüringen führt als erste deutsche Stadt eine Mundschutzpflicht in Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr ein. Das berichtet die Ostthüringer Zeitung und beruft sich dabei auf die Stadtverwaltung. Neben Masken würden auch Tücher oder Schals als Schutz anerkannt. „Diese müssen aber auch die Nase und den Mund abdecken“, hieß es. Der Erlass soll ab der kommenden Woche gelten. Die Stadt bittet die Bewohner, sich selbst und anderen Menschen den wichtigen Mund-Nasen-Schutz zu nähen, um so eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. 

Und auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden die Maßnahmen im Kampf gegen Corona erweitert. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat die kommunalen Gesundheitsämter angewiesen, täglich aktuelle Listen mit Adressen aller Corona-Infizierten an die Polizeibehörden zu übermitteln. Am Montag bestätigte ein Sprecher des Ministeriums ein entsprechendes internes Schreiben an die Landkreise und kreisfreien Städte, über das die Fraktion der Linken im Schweriner Landtag die Öffentlichkeit informiert hatte. Die Begründung der Maßnahme: Polizisten müssten rechtzeitig wissen, „ob sich am Einsatzort gegebenenfalls eine Covid-19-Infizierte Person aufhält“.

Coronavirus in Ostdeutschland: Brandenburg will Ausgehbeschränkungen verlängern

Update um 19.56 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will die Ausgehbeschränkungen in dem Bundesland wegen der anhaltenden Corona-Krise um zwei Wochen ausweiten. „Die bisher gültigen Festlegungen unter anderem zum Aufenthalt im öffentlichen Raum werden vom 6. bis 19. April verlängert“, teilte die Staatskanzlei am Montag in Potsdam mit. An diesem Dienstag werde das Kabinett darüber beraten. 

Update um 17.11 Uhr: In Sachsen-Anhalt stehen bereits seit Donnerstag zwei komplette Orte wegen der Coronavirus-Ausbreitung unter Quarantäne. Nun hat die dortige Landesregierung eine weitere Maßnahme im Kampf gegen Covid-19 ergriffen: Das Bundesland verschiebt die Abitur-Prüfungen um mindestens eine Woche. Die ersten schriftlichen Prüfungen sollen am 4. Mai - und damit eine Woche später als geplant - starten, teilte das Bildungsministerium am Montag mit.

Zudem wird den rund 5700 betroffenen Jugendlichen freigestellt, ob sie sich statt im Mai erst im Juni prüfen lassen. Dann soll es für alle Abiturfächer einen zweiten Durchgang geben, hieß es. Auch der letzte Schultag wird um eine Woche auf den 30. April verschoben. Zuvor hatte Sachsen-Anhalt bereits entschieden, die Realschulabschluss-Prüfungen zu verschieben

In NRW ist die Corona-Lage weiter brisant. Ministerpräsident Laschet unterlief indes eine Mundschutz-Panne. Wann könnte die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle gebracht sein und somit das Kontaktverbot und weitere Maßnahmen aufgehoben werden werden? Es gibt dazu jetzt eine Prognose von Wissenschaftlern der Universitäten Hamburg und Mainz.

Erste Corona-Infektionen in Altenheimen in Mecklenburg-Vorpommern

Update vom 29. März, 9.43 Uhr: Erste Corona-Infektionen sind auch aus Altenheimen in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet worden. Zuletzt haben sich Personen in einem Pflegeheim in Ahlbeck auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) infiziert, berichtet der nordkurier.de. Insgesamt wurden in MV 348 Menschen positiv auf das Coronavirus (Stand 28. März) getestet. Ein 57- Jähriger mit chronischen Vorerkrankungen (s.u.) ist an einer bestätigten Corona-Infektion gestorben.

Die Orte Jessen und Schweinitz in Sachsen-Anhalt stehen seit Donnerstag unter Quarantäne. Für die 8.000 Anwohner ist es eine Belastungsprobe. Nach Aussage des Bürgermeisters verhalten sich die Betroffenen überwiegend vernünftig, schreibt der mdr.de.    

Auf dem Flughafen Leipzig/Halle (Sachsen) ist am Samstag ein Flieger aus China mit Schutzausrüstung für die Region gelandet, wie der Airport twitterte. Zunächst war unklar, ob ein Sonderflug mit Atemschutzmasken aus China eingetroffen war.

Unterdessen spitzt sich die Corona-Lage in ganz Deutschland zu. 17 Menschen aus einem Pflegeheim in Wolfsburg sterben nach einer Infektion mit dem Coronavirus. In Berlin steht indes wohl der Plan für ein Corona-Krankenhaus.

Zwölf Senioren sterben im Altersheim - überraschend viele ohne Symptome

News vom 28. März, 20.27 Uhr: Im niedersächsischen Wolfsburg trifft das Coronavirus die Schwächsten der Schwachen - in einem Altersheim. Die Situation in der Einrichtung für Demente wird als extrem schwierig beschrieben. Nach dem Tod von zwölf Corona-Patienten eines Wolfsburger Pflegeheims werden dort Infizierte von negativ getesteten Bewohnern getrennt. 

Von etwa 165 Bewohnern seien derzeit 72 infiziert, sagte der Leiter des Wolfsburger Gesundheitsamts, Friedrich Habermann, am Samstag. Die zwölf Bewohner waren innerhalb von nur wenigen Tagen gestorben. „Den ersten Toten hatten wir am Montag zu beklagen“, sagte der Leiter des Alters- und Pflegeheims für Demente, Lothar Laubert.

Überraschend viele seien verstorben, ohne dass sie Symptome von Corona hatten, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Für das kirchliche Heim mit oft hochgradig dementen Menschen sei die Situation extrem schwierig, sagte der SPD-Politiker. „Wir stehen aber erst am Anfang der Entwicklung. Das wird für uns alle noch eine sehr, sehr harte Zeit“.

„Es tut uns unendlich leid, und wir versuchen alles, um die anderen Menschen noch zu schützen“, sagte Mohrs. Alle in dem Heim lebenden Menschen seien mit einem Abstrich getestet worden. Bei negativem Ergebnis werde der Test alle drei Tage wiederholt. In den nächsten Wochen sollen die Infizierten und die negativ Getesteten auf unterschiedlichen Stockwerken leben.

Coronavirus: Erster Todesfall in Mecklenburg-Vorpommern - er war zuvor im Ski-Urlaub

Update vom 28. März, 14.08 Uhr: Auch aus Mecklenburg-Vorpommern gibt es jetzt traurige Nachrichten. Am Samstag teilte das Gesundheitsministerium mit, dass ein 57-jähriger Mann an den Folgen einer Infektion einer Covid-19-Erkrankung verstorben ist. Der Mann habe sich zuvor zum Skiurlaub in Österreich aufgehalten.

Update vom 27. März, 19.00 Uhr: Ein Seniorenheim in Thüringen schlägt Alarm: Gleich elf Mitarbeiter sowie zehn Bewohner der Wohnanlage in Triptis (Saale-Orla-Kreis) sollen sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Am Mittwoch wurde bekannt, dass sich eine Mitarbeiterin mit dem Coronavirus infiziert hatte.

Weiteres Seniorenheim in Isolation - 21 Infektionen festgestellt

Das Landratsamt in Schleiz teilte am Freitag mit, dass eine betroffene Bewohnerin der Residenz am Donnerstagabend ins Krankenhaus gebracht worden war. In der Nacht auf Freitag habe sich der Zustand mehrerer Betroffener nicht verschlechtert, weshalb es keinen Grund gegeben habe, die Senioren in Krankenhäusern unterzubringen. Dies kommunizierte Dr. Torsten Bossert, Leiter des Pandemiestabs des Landratsamtes.

Zuerst gingen dir Verantwortlichen von 17 Infizierten aus, die Zahl wurde jedoch am Freitagabend auf 21 nach oben korrigiert, da vier Mitarbeiter nicht berücksichtigt wurden. In der Triptiser Einrichtung wohnen 66 Senioren, die allesamt getestet wurden. Am Donnerstag war das Heim sicherheitshalber unter Quarantäne gestellt worden.

Das Landratsamt stellte nun Schutzausrüstung zur Verfügung, um Hausärzten die Behandlung und Begutachtung der Bewohner vor Ort zu gewährleisten. Alle 15 Minuten schaut das Personal des Seniorenheims nun nach den Infizierten und misst stündlich Fieber

In Österreich wurde nach zwei Wochen Bilanz zu den Corona-Maßnahmen gezogen. Kanzler Kurz erklärt das weitere Vorgehen und wie mit den Corona-Beschränkungen weiter verfahren wird.*

Universitätsklinik Jena schickt Personal nach Italien - „Solidarität ist Gebot der Stunde“

Update vom 27. März, 9.30 Uhr: Deutschland will weitere schwer erkrankte Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. Das Auswärtige Amt berichtete am Donnerstagabend auf Twitter von Zusagen aus verschiedenen Bundesländern zur Behandlung von 47 Intensivpatienten. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb dazu unter italienischer Flagge: „Wir stehen an der Seite unserer Freundinnen & Freunde.“ Beteiligt sind unter anderem Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Berlin.

In anderen Bundesländern werden Intensivpatienten aus Frankreich und Italien bereits behandelt. Beide Länder sind von der Pandemie besonders betroffen. Thüringen kündigte an, ein Team derUniversitätsklinik Jena zur Versorgung von Covid-19-Patienten nach Italien zu schicken. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Solidarität ist das Gebot der Stunde.“

Nach Infektions-Ausbruch in Pflegeheim - Stadtteile komplett unter Quarantäne

Update, 18.56 Uhr: In der Stadt Jessen in Sachsen-Anhalt häufen sich die Coronavirus-Infektionen in einem Pflegeheim. Seit Donnerstagmorgen (26. März) stehen deshalb die beiden Ortsteile Jessen und Schweinitz unter Quarantäne. Der Landrat des Landkreises Wittenberg habe eine Allgemeinverfügung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 erlassen, teilte der Sprecher des Kreises mit. Ab Donnerstag, 7 Uhr, sind die Stadtteile nun gesperrt.

Personen sei der Zutritt oder die Zufahrt nur gestattet, wenn sie dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. „Das Haus verlassen darf man, um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen“, sagte der Sprecher.

Anlass für die Verfügung sei die kritische Entwicklung in einem Pflegeheim, sagte der Sprecher. Seit Anfang der Woche seien elf Bewohner und fünf Mitarbeiter des Seniorenheims positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Drei infizierte Bewohner mussten ins Krankenhaus. In den beiden Stadtteilen in Jessen gibt es insgesamt 41 Corona-Infizierte.

Corona in Sachsen: Gefangene nähen Schutzmasken 

Update vom 26. März 15.12 Uhr: In der Corona-Krise nähen Gefangene in zwei sächsischen Justizvollzugsanstalten Schutzmasken unter anderem für Hilfsorganisationen. In den Arbeitsbetrieben der Gefängnisse Chemnitz und Torgau stellen Häftlinge unter Anleitung von Bediensteten Schutzmasken für das Deutsche Rote Kreuz, das sächsische Polizeiverwaltungsamt und für den eigenen Bedarf her, wie das Landesjustizministerium am Donnerstag in Dresden mitteilte.

"Die von Gefangenen genähten Schutzmasken sorgen auch dafür, dass Hilfsorganisationen weiter einsatzfähig bleiben", erklärte Justizministerin Katja Meier (Grüne). Das könne Leben retten. "Zugleich ist es ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die Wiedergutmachung nach Straftaten nachhaltiger ist, wenn sie - jenseits des bloßen Bestrafens - einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten kann."

Coronavirus: Tausende Schutzmasken werden genäht

Seit der vergangenen Woche stellt die Näherei der Justizvollzugsanstalt Chemnitz 15.000 Mund-Nase-Schutzmasken aus medizinischem Vlies für das Deutsche Rote Kreuz her. Für das Polizeiverwaltungsamt werden 14.000 Schutzmasken genäht.

In Torgau wird ein eigenes Modell mit Wechselvlieseinlage für den Eigenbedarf der sächsischen Gefängnisse hergestellt. Am Tag werden dort rund 2000 Stück produziert. Parallel nähen die Gefangenen 500 Schutzmasken für das Kreiskrankenhaus Torgau.

Update um 12.56 Uhr: Ein Covid-19-Patient aus dem Quarantäne-Dorf Neustadt am Rennsteig in Thüringen ist nun infolge der neuartigen Lungenerkrankung gestorben. Der 57-jährige Mann wurde am Samstag ins Klinikum nach Suhl gebracht und musste künstlich beatmet werden. Am heutigen Donnerstag wurde nun bekannt, dass der Mann verstarb. Zuerst hatte Bild.de davon berichtet. 

Immerhin eine gute Nachricht gibt es aus Neustadt: Von Dienstag zu Mittwoch gab es keine Neu-Infektionen. Die Zahl der bislang mit dem Coronavirus infizierten Personen bleibt bei zehn. 

Corona in Thüringen: Ausnahmezustand in Quarantäne-Dorf Neustadtt

Update um 9.18 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie sind dieGrenzen von Tschechien nach Deutschland auch für Berufspendler seit diesem Donnerstag geschlossen. Dies habe laut Angaben der Polizei am Donnerstagmorgen aber zunächst keine größeren Verkehrsprobleme ausgelöst. Wie ein Sprecher des Lagezentrums der Bundespolizei in Pirna am Morgen berichtete, sei das Verkehrsaufkommen auf der deutschen Seite der Grenze überschaubar. Es gebe keine nennenswerten Staus. 

Das tschechische Kabinett hatte am Montag beschlossen, zwei Wochen nach Beginn der schrittweisen Schließung der Grenzen ab diesem Donnerstag auch die Ein- und Ausreise für Berufspendler zu stoppen. Nur Angehörige des Gesundheits- und Rettungswesens sowie der sozialen Dienste, die in Deutschland oder Österreich arbeiten, dürfen die Grenze weiter täglich überschreiten. Dies teilte die Sprecherin des tschechischen Innenministers Jan Hamacek am Mittwochabend mit. 

Welche mögliche negative Folge aus den aktuellen Ausgangsbeschränkungen und anderen Einschränkungen entstehen könnte, erklärte ein Virologe am Mittwochabend bei Stern TV. Seine Prognose ist beunruhigend.

Corona in Ostdeutschland: Zwei Ortsteile der Stadt Jessen (Sachsen-Anhalt) unter Quarantäne

Update vom 26. März 2020, 05.08 Uhr: Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten in einem Pflegeheim stehen in der Stadt Jessen (Sachsen-Anhalt) zwei Ortsteile ab Donnerstagmorgen unter Quarantäne: Jessen und Schweinitz. 

Corona Thüringen: Ausnahmezustand in Neustadt - so schlichen sich Einwohner aus dem Quarantäne-Dorf

Update vom 25. März 2020, 14.16 Uhr: Am Mittwochnachmittag sind am Flughafen Leizipg/Hallezwei weitere Coronavirus-Patienten aus Italien angekommen. Sie sollen auf einer Intensivstation in Leipzig behandelt werden. Krankenhaussprecher Stefan Möslein sagte gegenüber Bild.de: „Die Kapazitäten sind momentan frei und extra dafür vorgehalten.“

Schon in der Nacht zum Dienstag waren zwei Patienten, die an dem Coronavirus Sars-CoV-2 erkrankt waren, aus Italien eingeflogen worden (wir berichteten).

Das dänische Prinzenpaar reist trotz Corona-Krise nach Dänemark. Sie sorgen sich um ihren Sohn Henrik.

Corona Thüringen: Ausnahmezustand in Neustadt - so schlichen sich Einwohner aus dem Quarantäne-Dorf

Update vom 25. März 2020, 11.57 Uhr: Nachdem am Montag bekannt wurde, dass sich mehrere Einwohner aus dem Quarantäne-Dorf Neustadt am Rennsteig in Thüringen hinausgeschlichen haben, wurden dazu nun genauere Details bekannt. „Nach Berichten von Einsatzkräften haben Personen den Ort entgegen der Anordnung über Feld- und Waldwege verlassen“, sagte Kay Tischer, Beigeordneter des Landratsamts, gegenüber Focus.de. Bislang sei nicht bekannt, wie viele Einwohner geflüchtet sind. Sie hätten beim Verlassen des Ortes allerdings leichtes Spiel gehabt, da Neustadt auf einem Berg liege und außerdem von Wäldern umgeben sei. Tischer zufolge gibt es mehr Feldwege, die aus dem Ort herausführen, als feste Straßen. 

Übrigens: Nicht nur einige Neustädter Einwohner nehmen die Corona-Krise offenbar nicht ernst genug. So hat die Polizei in den vergangenen Tagen mit zahlreichen Verstößen gegen die Maßnahmen* zur Eindämmung der Epidemie zu kämpfen. Die Todesfälle infolge der Lungenkrankheit Covid-19 steigen unterdessen weiter an. Nun kam es auch in der bayerischen Landeshauptstadt München zum zweiten Todesfall.

Corona in Thüringen: Polizei und Landkreis sperren die Straßen und Zufahrten

Derzeit werden in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei Hindernisse auf den Straßen errichtet und Zufahrtsstraßen gesperrt. Tischer berichtet dennoch von einer guten Stimmung in Neustadt. „Natürlich gibt es immer einen Prozentsatz, der nicht einverstanden ist mit den restriktiven Maßnahmen“, räumt er ein. „Aber die Mehrheit der Bevölkerung ist überraschend gelassen. Sie nimmt es mit Fassung und sieht die Notwendigkeit der Maßnahmen.“ 

Weiter betonte Tischer, dass es nicht darum gehe, die Bürger einzusperren. „Was wir nicht machen, ist Zäune und Wachposten errichten wie in einem Horrorfilm.“ Stattdessen würden die Verantwortlichen an die Vernunft der Leute appellieren. „Wir greifen immer erst zu dem mildesten Mittel - das sind wir den Bürgern schuldig.“ 

Update vom 24. März, 14.55 Uhr: Thüringen setzt das Kontakverbot um. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Dienstag an. Die „Vorläufige Thüringer Grund-Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie (Corona EindämmungsVO) soll landesweit ab Mittwoch 0.00 Uhr gelten. In Thüringen sind derzeit 349 Personen (Stand: 10 Uhr) mit dem Corona-Virus infiziert, teilte der Freistaat mit. In den vergangenen Stunden wurden demnach 86 Neuinfizierte registriert.     

Corona in Thüringen: Kompletter Ort unter Quarantäne - Einwohner schleichen sich aus dem Dorf

Update vom 24. März, 13.53 Uhr: An die Quarantäne-Auflagen, die für den Ort Neustadt am Rennsteig derzeit gelten, können sich offenbar nicht alle Einwohner halten. „Manche Einwohner verlassen über Schleichwege den Ort“, berichtet Landrätin Petra Enders. Offenbar hätten nicht alle verstanden, wie ernst die Lage ist. Enders richtete deshalb eine deutliche Warnung an die Einwohner von Neustadt: „Ich sage ausdrücklich: das ist eine Straftat. Unterlassen Sie das und fügen Sie sich. Sie gefährden damit andere Menschen.“

Lesen Sie auch: In München ist unterdessen der zweite Todesfall bekannt geworden*, der dem Coronavirus* geschuldet ist.

Coronavirus: Zehn Infizierte in Quarantäne-Dorf Neustadt am Rennsteig

Mittlerweile sind in dem Dorf zehn Menschen nachweislich mit Covid-19 infiziert, berichtet Bild.de. Als die Quarantäne verhängt wurde, waren es erst sechs Personen. Mit den nun neu Infizierten wächst auch der Kreis der möglichen Kontakte. Polizei und Feuerwehr versuchen unterdessen weiter verzweifelt, den Ort abzuriegeln. Die Straßen sind leer und Durchfahrten werden verhindert. Aber offenbar sollten die Einsatzkräfte auch Schleichwege stärker im Blick haben.

Update um 12.22 Uhr: In der Gemeinde Neustadt am Rennsteig in Thüringen herrscht seit einigen Tagen absoluter Ausnahmezustand. Das Coronavirus ist in dem Ort mit voller Wucht angekommen: Sechs Einwohner haben sich infiziert und hatten danach so viele Kontakte zu anderen Bewohnern, dass nun der komplette Ort unter Quarantäne ist. Insgesamt 70 Kontaktpersonen wurden ermittelt und zwei der Infizierten liegen im Krankenhaus.

Coronavirus: Eine Urlaubsrückkehrerin soll das Virus nach Neustadt gebracht haben

Doch wie kam Covid-19 nach Neustadt? Offenbar soll vor zwei Wochen eine Bewohnerin aus dem Ägypten-Urlaub zurückgekommen sein und keine Corona-Symptome verspürt haben, berichtet Bild.de. Die Frau ging daher zur Arbeit im örtlichen Supermarkt, später sei sie aber positiv auf Covid-19 getestet worden - und hatte zwischenzeitlich zahlreiche Kontakte zu anderen Dorfbewohnern. Am späten Sonntagnachmittag erfuhren die 900 Einwohner des Orts dann per Lautsprecherwagen die Hiobsbotschaft: Die nächsten zwei Wochen kommt aus Neustadt niemand mehr raus und niemand mehr rein. 

In Zeiten des Coronavirus wollen nun auch Andrea Berg und ihre Familie unmittelbar helfen - mit ihrem Hotel.

Update vom 24. März, 6.55 Uhr: Eine Gruppe von italienischen Corona-Patienten ist in der Nacht zum Dienstag am Flughafen Leipzig-Halle gelandet. Mit einem Flugzeug der italienischen Luftwaffe waren die Patienten nach Deutschland gebracht worden und um etwa 1 Uhr nachts gelandet, berichtete ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur.

Coronavirus: Patienten aus Italien in der Nacht zum Dienstag in Sachsen gelandet

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bereits am Montag angekündigt, dass Sachsen die Corona-Patienten aus Italien aufnehmen will. Damit komme man einer Bitte der italienischen Regierung nach, außerdem hätten die betreffenden Krankenhäuser hierzulande signalisiert, die notwendigen Kapazitäten zu haben. Zunächst hieß es, dass sechs Patienten aus Italien aufgenommen werden sollen, später war dann von acht Patienten die Rede. Sie sollen auf mehrere Kliniken verteilt werden. 

Update vom 23. März 2020, 18.50 Uhr: Wie das Sächsische Sozialministerium der „Freien Presse“ bestätigte, gab es in Sachsen zwei weitere Todesfälle, die auf das Coronavirus zurückgehen. Beide stammten aus dem Ort Bernsdorf im Landkreis Zwickau. 

Insgesamt gibt es damit nun drei Todesfälle durch das Coronavirus in Sachsen.

Coronavirus: Sachsen nimmt Patienten aus Italien auf - CoVid-19-Krisenstab in Jena unter Quarantäne

Update vom 23. März 2020, 15.01 Uhr: Um dem schwer von der Corona-Krise getroffenen Italien zu helfen, will Sachsen nun sechs italienische Corona-Patienten in seinen Krankenhäusern aufnehmen. Dies kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag in Dresden an. Damit komme man einer Bitte der italienischen Regierung nach. Durch die Behandlung der italienischen Patienten könne man lernen, mit dem Virus umzugehen, begründete Kretschmer die Entscheidung weiter. 

Genug Kapazitäten hätten die Krankenhäuser im Freistaat. „Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können“, betonte der Ministerpräsident. In Sachsen waren bis Montag 865 Infektionsfälle registriert, die sich vor allem auf Dresden, Zwickau und Leipzig konzentrieren.

Übrigens: An welchen Gegenständen man sich besonders leicht mit dem Coronavirus anstecken kann*, verrät ein Arzt aus München bei tz.de*.

Coronavirus in Thüringen: Krisenstab unter Quarantäne - ein Mitglied positiv auf CoVid-19 getestet

Besorgniserregende Nachrichten gibt es derweil aus Thüringen: Nachdem ein Mitglied der Leitung des Corona-Krisenstabs in Jena positiv auf CoVid-19 getestet wurde, ist der Krisenstab der zweitgrößten Stadt Thüringens unter Quarantäne gestellt worden. Davon ist auch Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) betroffen, teilte Stadtsprecher Kristian Philler am Montag mit. Zuvor hatten bereits mehrere Medien von der Entwicklung berichtet. Das betroffene Krisenstabsmitglied habe zwar keine Symptome gezeigt, jedoch war das Ergebnis eines Corona-Routine-Tests positiv. Daraufhin seien alle anderen Stabsmitglieder umgehend ebenfalls einem Test unterzogen worden. 

„Wir warten auf die Testergebnisse, danach entscheiden wir, wer möglicherweise wie weiter arbeiten kann“, teilte Philler weiter mit. Die Ergebnisse könnten jedoch vielleicht erst in der Nacht zum Dienstag oder am Dienstag selbst vorliegen. 

Coronavirus in Thüringen: Neustadt am Rennsteig ist unter Quarantäne - 900 Bewohner betroffen

22.02 Uhr: In Thüringen wurde ein kompletter Ort unter Quarantäne gestellt. Neustadt am Rennsteig in der Landgemeinde Großbreitenbach im Thüringer Ilm-Kreis wird zwei Wochen lang isoliert, das berichtet der MDR.

Die Sprecherin des Landratsamtes erklärte, dass die 900 Bewohnern per Lautsprecherdurchsage über die Quarantäne informiert wurden. Über das weitere Vorgehen berate ein Krisenstab. Die Versorgung der Bürger soll sichergestellt werden.

Grund für die Quarantäne sind sechs Personen aus Neustadt am Rennsteig, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Das Gesundheitsamt hat insgesamt 69 Kontaktpersonen der Infizierten ausfindig gemacht. Es gelte ein erhöhtes Infektionsrisiko. 

Zutritt in den Ort werde laut dem Landratsamt nur in Ausnahmefällen und unter Vollschutz zugelassen.

Und auch aus Baden-Württemberg gibt es schlechte Nachrichten: Wegen einer Panne in einem Forschungslabor sind dort rund 2000 Corona-Tests nun teilweise unbrauchbar. Einige Betroffene aus den Landkreisen Tübingen, Biberach, Ravensburg und dem Bodenseekreis müssen sich nun wohl erneut testen lassen. 

Coronavirus: Sachsen beschließt Ausgangsbeschränkung

16.48 Uhr: Das Land Sachsen verschärft jetzt auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Von Montag null Uhr an gilt für den gesamten Freistaat eine Ausgangsbeschränkung. Danach ist das Verlassen von Wohnung oder Haus ohne triftigen Grund untersagt, wie Landesinnenminister Roland Wöller (CDU) am Sonntag in Dresden sagte. Wege zur Arbeit und zum Einkaufen bleiben erlaubt. Auch Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie der Besuch des eigenen Kleingartens sind weiter möglich.

Es gehe darum, die physischen Kontakte der Menschen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, sagte Wöller. Die Beschränkungen gelten zunächst für zwei Wochen.

Coronavirus: Deutschland beschließt Kontaktverbot

Update vom 22. März 2020, 16.01 Uhr: Bund und Länder wollen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus* ein umfassendes Kontaktverbot beschließen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag bei einer Telefonkonferenz darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Eine Gruppe von zwölf Ländern hatte sich bereits vor der Schaltkonferenz im Grundsatz auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt. Dazu gehörten Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Coronavirus: Ost-Bundesländer weniger von Coronavirus betroffen

Erstmeldung vom 22. März 2020: 

Dresden - Die Coronavirus-Pandemie hat die ganze Welt im Griff. Das öffentliche Leben steht fast überall still. Die Zahl derInfizierten und Toten steigt täglich drastisch. Auch Deutschland ist stark vom Virus getroffen. In Europa gibt es nur in Italien und Spanien mehr Infizierte. Besonders stark betroffen sind Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die neuen Bundesländer im Osten der Republik gibt es deutlich weniger Infizierte.

Coronavirus: Ostdeutschland weniger stark betroffen

Den Daten der Johns Hopkins Universität zufolge sind in Deutschland 23.937 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand 22. März 15.45 Uhr). Ein Großteil der Fälle stammt aus NRW (7.361), Bayern (4.457) und Baden-Württemberg (3.818). Im Osten sind die Zahlen viel geringer. Berlin (1.025) ist am stärksten betroffen, gefolgt von Sachsen (650), Brandenburg (315), Thüringen (307), Sachsen-Anhalt (269) und Mecklenburg-Vorpommern (182).

Ostdeutschland könnte aber von den wirtschaftlichen Folgen jedoch stärker getroffen werden als die westlichen Bundesländer. Knapp 30 Jahre nach der Wende ist die Wirtschaftsstruktur noch immer deutlich schwächer. Außerdem haben viele Unternehmen im Westen durch die meist längeren Firmen-Geschichte größere Reserven und können so Verluste besser auffangen. 

Coronavirus: Maßnahmen zögerlicher als im Westen

Während einzelne Bundesländer wie Bayern* und das Saarland mit Maßnahmen wie kompletten Schulsperrungen oder Ausgangsbeschränkungen* vorpreschten und vor den anderen Bundesländer einführten, waren die meisten der neuen Bundesländer, wie auch andere aus dem Westen zögerlicher. 

Zwar beschlossen sie ähnliche Maßnahmen jedoch später und teilweise nicht so drastisch. Sachsen beispielsweise zog aber schnell nach. Das Bundesland will mit Strafen gegen Menschenansammlungen in Zeiten der Corona-Krise vorgehen. Verstöße gegen Vorgaben der Behörden sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden können, teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag mit. Grundlage sei das Infektionsschutzgesetz. Eine Größenordnung für Ansammlungen wurde dabei nicht genannt.

Deutschland könnte eine Handydaten-Überwachung bevorstehen - ein Virologe hält einen solchen Schritt für „hellen Wahnsinn“. In Nordrhein-Westfalen nahm die Polizei einen Mann aus dem besonders betroffenen Landkreis Heinsberg in Gewahrsam, nachdem dieser einen Beamten angespuckt und gebrüllt hatte: „Ich habe Corona!“

md mit dpa

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © dpa / Stefan Sauer

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