News-Ticker zur Krise

Corona-Auflagen an Ostern wirken: Mehr als 1800 Platzverweise - „unerfreuliche Ausreißer“

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Die Menschen in Niedersachsen haben sich am Osterwochenende weitestgehend an die Auflagen zur Bekämpfung des Coronavirus gehalten. Allerdings gab es auch verbotene Osterfeuer, Menschenansammlungen, zwei Demos.

  • Niedersachsen bestätigt 7951 Coronavirus-Fälle
  • 212 Todesopfer mit Covid-19-Erkrankung in Niedersachsen
  • Zahlreiche Verstöße gegen Corona-Auflagen - Polizei spricht von Ausreißern

Corona-Verdacht? Bei Verdacht auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus sollten sich Bürger zunächst telefonisch an ihren Hausarzt wenden - außerhalb der Praxiszeiten über den ärztlichen Notdienst unter der zentralen Telefonnummer 116 117.  Bei Bedarf überweist der Hausarzt Patienten an ein Corona-Testzentrum. Weitere Fragen zum Coronavirus klärt die Hotline der Landesregierung unter der Telefonnummer 0511/120-6000 - erreichbar montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr, am Wochenende von 10 bis 20 Uhr.

Update, 14.25 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will den Bürgern nicht zu große Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität nach der Corona-Pandemie machen. Lediglich schrittweise Lockerungen der Einschränkungen seien denkbar. Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise in Niedersachsen lesen Sie in unserem neuen News-Ticker.

Corona in Niedersachsen: Reiseverkehr zu Ostern eher gering

Update, 14. April, 8.30 Uhr: Die Polizei hat in Niedersachsen über Ostern mehr als 50 Strafverfahren im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Corona-Auflagen eingeleitet. Das teilte das Innenministerium am Montagabend mit. „Auch wenn die Regelungen weitestgehend eingehalten wurden, gab es einige unerfreuliche Ausreißer“, bilanzierte Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Über 4000 Menschen seien auf falsches Verhalten angesprochen worden. Über 1800 Mal wurden Platzverweise ausgesprochen, über 600 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet, hieß es aus dem Ministerium. Auf den Straßen in Niedersachsen war im Vergleich zum regulären Osterverkehr deutlich weniger los, deswegen gab es auch weniger Unfälle als in den Vorjahren. (dpa)

Corona in Niedersachsen: Krankenpfleger verschweigt Covid-19-Symptome

Update, 13. April, 18 Uhr: Ein Krankenpfleger im Kreis Lüchow-Dannenberg hat seine Coronavirus-Symptome verschwiegen und zunächst noch einige Tage weitergearbeitet, bis er positiv getestet worden ist. Bis zu seinem Test habe der 34-Jährige bereits seit bis zu fünf Tagen leichte Symptome gehabt, die er ignorierte und Kollegen und Vorgesetzten verschwieg, wie der Landkreis am Osterwochenende mitteilte.

Am Karfreitag habe der ärztliche Dienst der 100-Betten-Klinik die Symptome des Mannes bemerkt und sofort einen Test angeordnet. Der Pfleger war als Leiharbeitskraft eingesetzt. Über die Gründe, warum er seine Symptome verschwieg oder nicht wahrhaben wollte, wurde zunächst nichts bekannt.

Die Polizei bilanziert das Osterwochenende.

Update, 13. April: Das Land Niedersachsen meldet am Ostermontag erneut steigende Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Demnach sind nun 7951 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert. 212 Menschen sind gestorben. (lmr) 

Die Menschen in Niedersachsen haben sich am Osterwochenende weitestgehend an die Auflagen zur Bekämpfung des Coronavirus gehalten. Das ergab eine Umfrage in großen Städten sowie an der Küste.

In der Landeshauptstadt Hannover leitete die Polizei von Karfreitag bis Ostersonntag zwar 156 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein, etwa weil Ausflügler sich nicht an die Regeln zum Mindestabstand untereinander hielten. Ein Polizeisprecher in Hannover bewertete diese Zahl aber als „eher niedrig“. Die große Mehrheit der Bevölkerung habe sich an die Regeln gehalten.

Corona-Infektionen steigen in Niedersachsen weiter an

Update, 12. April: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist am Ostersonntag auf 7788 gestiegen. Das waren 118 Infektionen mehr als am Tag zuvor, wie die Landesregierung in Hannover mitteilte. 12 mit dem Virus Sars-Cov-2 infizierte Patientinnen und Patienten starben seit Samstag, so dass die Gesamtzahl auf 202 Tote stieg. In Kliniken wurden 890 mit dem Virus infizierte Patienten behandelt. 224 Patienten lagen auf Intensivstationen, 162 mussten beatmet werden. 3579 Menschen mit einer bestätigten Infektion gelten bereits wieder als genesen.

Die ersten Erntehelfer aus Osteuropa sind eingetroffen.

Update, 16.50 Uhr: Die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Niedersachsen steigt zwar weiterhin an, aber auf einem moderaten Niveau. Das Landesgesundheitsamt meldet am Ostersamstag 259 neue Fälle - insgesamt sind damit bislang 7670 Covid-19-Erkrankungen bestätigt. 3273 Personen gelten inzwischen wieder als genesen, heißt es weiter. Traurige Nachrichten gibt es bei den Todesfällen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Es wurden 19 neue Fälle gemeldet, insgesamt bereits 190. 

In den Kliniken in Niedersachsen werden aktuell 884 Patienten mit einer Corona-Infektion behandelt. 219 Erwachsene befinden sich auf einer Intensivstation, 161 davon werden beatmet. (jdw)

Corona-Pandemie in Niedersachsen: Stephan Weil rät von Ausflügen ab

Update, 11. April, 12.20 Uhr: Wegen der weiter steigenden Zahl der Corona-Infektionen ruft Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dazu auf, auch an Ostern auf Ausflüge, Reisen und Besuche zu verzichten. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir gerade in den nächsten Tagen den eingeschlagenen Kurs fortsetzen und weiter äußerst zurückhaltend sind“, sagte Weil in einer NDR-Fernsehansprache. Auch die Menschen in Nachbarländern rief er zum Verzicht auf Ausflüge nach Niedersachsen auf. (dpa)

Corona in Niedersachsen: „Car-Freitag“ bleibt ruhig

Update von 15 Uhr: In Niedersachsen haben sich bis Samstagmittag 7411 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Coronavirus infiziert. 171 Menschen sind gestorben, während sie mit Covid-19 erkrankt waren. Die geschätzte Zahl der bislang genesenen Menschen in Niedersachsen beträgt 2920, das entspricht ungefähr 39,4 Prozent der bislang Infizierten.

Update von 14.40 Uhr: Der von Rasern und Tunern als „Car-Freitag“ titulierte Feiertag ist vergleichsweise ruhig angelaufen. Im Emsland habe es bis zum Mittag „erheblich weniger“ Vorfälle gegeben als in den Vorjahren, sagte ein Sprecher der Polizei Lingen. Allerdings gebe es für die aktuelle Situation in der Corona-Krise keine Erfahrungswerte, da die Veranstaltungen früher angemeldet gewesen seien. „Jetzt ist alles anders.“ Eine Bilanz sollte erst am Samstag gezogen werden.

Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin der Polizei Osnabrück. „Bislang gibt es kein Geschehen“, sagte sie. Das könne sich am Nachmittag und Abend aber noch ändern. Auch die Polizei Hannover teilte auf Anfrage mit, dass es bis zum frühen Nachmittag „noch gar keine Feststellungen“ gegeben habe.

In der Vergangenheit veranstalteten Raser am „Car-Freitag“ immer wieder auch illegale Autorennen. In diesem Jahr kommen noch die Corona-Kontaktbeschränkungen dazu. Die Polizei hatte angekündigt, entsprechende Verstöße rigoros zu ahnden.

Corona-Krise in Niedersachsen: Kriminalität stark gesunken

Update von 12.30 Uhr: Die Kriminalität ist in Niedersachsen in Zeiten des Coronavirus nach Angaben von Innenminister Boris Pistorius (SPD) in fast allen Bereichen stark gesunken. „Insgesamt gibt es bisher weniger Kriminalität, aber hier muss man differenzieren“, betonte Pistorius in Hannover. „Im Bereich der Einbruchskriminalität haben wir in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von knapp über 50 Prozent registriert“, sagte dazu eine Sprecherin des Landeskriminalamtes. Beim einfachen Diebstahl seien es mehr als 70 Prozent. Beim Taschendiebstahl liege der Rückgang sogar bei über 90 Prozent, im Bereich der Körperverletzungsdelikte bei über 45 Prozent.

Innenminister Boris Pistorius (SPD)

Allerdings sei bei Betrugsstraftaten eine Zunahme erkennbar, teilte die Sprecherin weiter mit. „Betrüger haben ihre Maschen den aktuellen Gegebenheiten angepasst und nutzen die Unsicherheit der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Thema Corona aus, um daraus Profit zu schlagen“, warnte sie. „Auf unserer Homepage www.polizei-praevention.de warnen und klären wir über die uns bekannten Betrugsmaschen auf.“ (dpa)

Update vom 10. April, 10.20 Uhr: Forschungseinrichtungen in Niedersachsen bekommen zehn Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt des Landes für die Corona-Forschung. „Je mehr Wissen wir über den Erreger sammeln, desto besser können wir das Virus bekämpfen“, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) am Donnerstag in Hannover: „Wir brauchen leistungsfähige diagnostische Tests, Behandlungsmöglichkeiten und wirksame Impfstoffe.“

Medizinische Hochschule Hannover erhält sechs Millionen Euro für Corona-Forschung

Mehr als sechs Millionen Euro fließen nach Ministeriumsangaben alleine an Forschungsprojekte an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie beschäftigen sich unter anderem mit der Krankheitsentwicklung, besseren Behandlungsmöglichkeiten von Covid-19-Patienten sowie mit Antikörperforschung und Impfstofftestung.

Das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen, das bereits vorhandenen Wirkstoffe auf ihre Wirksamkeit gegen das Coronavirus prüft, erhält mehr als zwei Millionen Euro. Zudem werden Forschungen am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und an der Technischen Universität Braunschweig unterstützt.

Update, 14.50 Uhr: Am Nachmittag meldet das Land Niedersachsen einen erneuten Anstieg der Corona-Infizierten. Demnach seien nun 7104 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert (+259 Infizierte zum Vortag). Die Zahl der Genesenen steigt auf 2576 Menschen. 157 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind gestorben. 

Update, 14.15 Uhr: Das Land Niedersachsen lockert die Corona-Maßnahmen zu Ostern. So seien „Besuche in abgespeckter Form“ laut Claudia Schröder vom Corona-Krisenstab „sicherlich zulässig“. Auf touristische Ausflüge an die niedersächsische Nordseeküste sollte allerdings abgesehen werden. Was in der Corona-Zeit über Ostern erlaubt ist und was nicht, haben wir in einer Übersicht zusammengestellt.

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt in Niedersachsen weiter. Das Land lockert die Maßnahmen über Ostern - doch Abstand muss noch immer gewahrt werden.

Update, 9. April, 9.40 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hofft auf ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer bei der Lockerung der wegen der Corona-Krise verfügten Beschränkungen. „Ich will da nicht mutmaßen, aber es kann mindestens nicht unser Ziel sein“, sagte Weil im ZDF-„Morgenmagazin“ am Donnerstag auf die Frage, ob unterschiedliche Lösungen - etwa bei Schulöffnungen - denkbar seien.

Corona in Niedersachsen: Maßnahmen zeigen Wirkung - doch reicht das?

Zwar habe man in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedliche Situationen - zum Beispiel, was die Zahl der Corona-Infektionen angehe, sagte der SPD-Politiker. Dennoch wäre es sehr hilfreich, wenn die Länder „im gleichen Schritt in die gleiche Richtung gehen, dass da keine Verwirrung entsteht“.

Die bislang geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigten Wirkung, doch man sei noch lange nicht am Ziel, betonte Weil. Nun müsse geschaut werden, wie sich die Situation über Ostern entwickele. „Und niemand soll glauben, dass ab dem 20. April gewissermaßen unser altes Leben wieder schlagartig beginnen kann - mit Sicherheit nicht“, sagte er. „Ob es überhaupt Lockerungen geben kann - ich weiß es nicht.“ (dpa)

Corona-Epidemie in Niedersachsen: Zahl der Genesenen steigt spürbar

Update, 15.30 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen steigt nach einer zuletzt fallenden Tendenz wieder deutlich an. Laut Heiger Scholz, Leiter des Krisenstabs, sind bislang 6845 Covid-19-Erkrankungen bestätigt worden - am Vortag waren es noch 6359. Landesweit sind 139 Menschen mit einer Corona-Infektion gestorben, plus 17. Als genesen gelten aktuell 2222 Menschen. 904 Patienten befinden sich zur stationären Behandlung im Krankenhaus, 223 auf einer Intensivstation. Davon müssen 161 Personen künstlich beatmet werden, hieß es am Nachmittag. (jdw/dpa)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hofft auf Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie. Versprechen kann er nichts.

Update, 8. April, 8.05 Uhr: Die Kunsthalle Wilhelmshaven verleiht während der Corona-Krise Kunstwerke. Die Ausleihe erfolgt Leiterin Petra Stegmann zufolge kostenlos, bis der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Per Mail können sich Interessierte bei der Kunsthalle melden - die großen Skulpturen, fragilen Wachsobjekte oder Installationen werden nach Absprache vor der Kunsthalle platziert oder zugesandt. Sie stammen aus der Ausstellung „KOMM, NIMM MICH.“, die den Lebensraum Wattenmeer, die Kraft des Wassers und den stetig ansteigenden Meeresspiegel thematisiert.

Auseinandersetzung mit Kunst in größter Nähe und Intimität

Auf die Idee sei der Künstler, Reiner Maria Matysik, gekommen, nachdem seine Ausstellung nicht wie geplant eröffnen konnte, erklärte Stegmann. Die Hoffnung der Macher: In Zeiten von Kontaktverboten und der „sozialen Vereinzelung“ gebe es eine Auseinandersetzung mit Kunst in größter Nähe und Intimität. Die rund 250 Objekte im Wert von wenigen Hundert Euro bis zu fünfstelligen Beträgen sind über die Kunsthalle versichert. Unter ihnen ist eine zentnerschwere Aluminiumplastik in Wolkenform.

Niedersachsen passt die geltenden Kontaktbeschränkungen zum Osterwochenende an.

Update, 17.40 Uhr: Vor dem Osterwochenende hat Niedersachsen die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Epidemie angepasst. Private Besuche in abgespeckter Form seien über die Feiertage möglich, sagte die stellvertretende Krisenstabsleiterin, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover. 

Das strikte Verbot von Besuchen von Menschen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, wurde wie bereits angekündigt aufgehoben. Zugleich appellierte Schröder aber, Besuchskontakte wegen des Infektionsrisikos einzuschränken. Eine Begegnung im Freien sei einer Verabredung zu Hause vorzuziehen. Große Familientreffen oder Partys blieben tabu.

Erweitert wird mit der neuen Verordnung die Möglichkeit zur Teilnahme an Hochzeiten und Beerdigungen, die nun von maximal zehn Menschen aus dem Familien- oder engen Freundeskreis besucht werden dürfen. Außerdem wurde die Begleitung Sterbender ermöglicht. Zudem ist künftig das vollautomatische Betreiben von Autowaschanlagen möglich. (dpa)

Update, 15.30 Uhr: Die Verbreitung der Coronavirus-Pandemie in Niedersachsen verläuft im Moment nicht mehr so rasant wie in der Vorwoche. Das Landesgesundheitsamt meldet 141 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages - insgesamt zählt es 6359 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. 122 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung sind inzwischen gestorben, 1948 Personen gelten als genesen. (jdw)

Update, 13.40 Uhr: Um ihrer Tochter zum Geburtstag zu gratulieren, hat sich eine 101 Jahre alte Frau aus einem Seniorenheim in Braunschweig geschlichen. Sie habe dafür den Notausgang genommen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Gegenüber Beamten bestritt sie am Montagnachmittag zunächst, dass sie in dem nahe gelegenen Altenheim lebt. Im Gespräch mit der Tochter stellte sich aber heraus, dass sie dort seit zwei Wochen wohnt, ihre Tochter aber schmerzlich vermisst. Zumindest aus dem Streifenwagen konnte sie ihre Tochter kurz sehen, bevor die Polizisten sie zurückfuhren. (dpa)

Corona in Niedersachsen: Friseur treibt Existenzangst um

Update, 7. April, 9.40 Uhr: Die angeordnete Schließung der Friseurgeschäfte stellt viele Betriebe in Niedersachsen vor große Probleme. „Ich denke, dass etliche Insolvenzen auf uns zu kommen“, sagte Manuela Härtelt-Dören vom Landesinnungsverband des niedersächsischen Friseurhandwerks. 

„Ohne die wirtschaftliche Hilfe der Politik würde es bei uns ganz schlecht aussehen“, so die Landesinnungsmeisterin. „Bei den kleinen Betrieben gibt es wahrscheinlich die größten Schwierigkeiten.“ Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind seit dem 23. März bundesweit alle Friseurgeschäfte geschlossen. Dem Verband zufolge haben viele Betriebe Kurzarbeit angemeldet. (dpa)

Unterdessen hat das Robert-Koch-Institut neue Todesopfer mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. In Niedersachsen sind demnach bislang 111 Menschen gestorben, das sind drei Opfer mehr als am Montagnachmittag. (jdw)

Corona-Epidemie: Entscheidende Tage in Niedersachsen rund um Ostern

Update, 20.25 Uhr: Obwohl die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Niedersachsen inzwischen langsamer steigt, rechnet der Krisenstab nicht mit schnellen Lockerungen der Maßnahmen. Bei den Restriktionen gehe es nach wie vor darum, dass nicht mehr Menschen eine Intensivbehandlung benötigten, als in den Kliniken Betten frei seien, betonte der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, am Montag in Hannover. "Ich glaube dass es vor weitgehenden Lockerungen sinnvoll wäre, das Infektionsgeschehen um Ostern zu beobachten."

Das Hin- und Her um Besuchsverbote für enge Familienangehörige, die Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Wochenende zurückgenommen hatte, beschrieb Scholz als ein Missverständnis.

Niedersachsen in der Corona-Krise: Zahl der Neuinfektionen fällt geringer aus

Update, 15.25 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen fällt am Montag deutlich geringer aus als in der vergangenen Woche. Demnach sind 209 neue Covid-19-Erkrankungen im Labor bestätigt worden. Insgesamt sind damit 6218 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bestätigt worden, heißt es vom Landesgesundheitsamt. Innerhalb eines Tages sind 16 neue Todesfälle mit Corona-Infektion gemeldet worden - insgesamt bislang 108 Gestorbene. Genesen seien bislang 1727 Personen in Niedersachsen.

Der Leiter des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen, Heiger Scholz, erklärte in Hannover, dass Lockerungen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens noch nicht in Aussicht gestellt werden können. Es gehe darum, dass viele Menschenleben auf dem Spiel stehen. Wann die Schulen wieder öffnen, sei auch noch ungewiss. Bislang gelten die Einschränkungen bis einschließlich 19. April in Niedersachsen (jdw)

Corona-Epidemie in Niedersachsen: Ministerpräsident warnt vor Lockerungen

Update, 11.50 UhrNiedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) warnt in der Corona-Krise vor frühzeitigen Debatten über die Lockerung des Kontaktverbots und weiterer Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Diese Frage werde erst nach den Osterfeiertagen diskutiert. Dafür müsse allerdings die Infektionsrate spürbar sinken und das Gesundheitssystem in Niedersachsen ausreichend für eine große Anzahl an Covid-19-Patienten gewappnet sein, erklärte er in der Montagsausgabe des „Tagesspiegel“.

Update, 6. April, 9 Uhr: Trotz sonnigem Wetter haben sich die Menschen in Niedersachsen überwiegend an das wegen der Corona-Krise geltende Kontaktverbot gehalten. In Hannover, Braunschweig, Göttingen, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück sei es am Sonntag größtenteils friedlich geblieben, wie die Polizei auf Anfrage am Montagmorgen mitteilte. Nennenswerte Ausschreitungen im Zuge des Kontaktverbotes habe es nicht gegeben. In Bremen hätten sich die Beamten auf das schöne Wetter mit Zusatzkräften vorbereitet - auch hier blieb es größtenteils ruhig. (dpa)

Corona in Niedersachsen: Soziale Kontakte auf Minimum reduzieren

Update von 15.35 Uhr: Inmitten der Verwirrung um eine Verordnung zu sozialen Kontakten in der Corona-Krise hat Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann die Regelung präzisiert. Demnach solle der Kreis sich treffender Menschen auch in der eigenen Wohnung und auf dem Grundstück möglichst klein und gleichbleibend sein, sagte die SPD-Politikerin am Sonntag. Denkbare Konstellationen seien extrem unterschiedlich: „Manche treffen sich mit ihren bereits ausgezogenen Kindern, andere mit ihren getrennt lebenden Lebensgefährten, wieder andere mit nur einem engen Freund oder einer Freundin. Das alles soll auch zukünftig in Niedersachsen möglich bleiben.“

In Niedersachsen haben sich die Menschen auch am Wochenende an das Kontaktverbot in Zeiten der Corona-Krise gehalten. Auf den Inseln blieben die Strände - wie hier auf Norderney - leer.

Gleichzeitig bleibe es dabei: „Alle Bürgerinnen und Bürger sind dringend aufgefordert, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren“, betonte Reimann.

Corona-Verordnung wird über Hausstand-Mitglieder hinaus erweitert

Zuvor hatte das Ministerium eine Einschränkung privater Besuche zurückgenommen. In der Verordnung heißt es: „Kontakte innerhalb der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück sind auf die Angehörigen des eigenen Hausstandes beschränkt.“ Die Regelung werde so geändert, dass Besuche im engsten Familienkreis und unter Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern sowie mit wenigen engen Freunden zulässig seien.

In Niedersachsen sind laut aktuellen Zahlen des Landes bis Sonntagmittag insgesamt 6009 Menschen nachweislich an Covid-19 erkrankt, die Dunkelziffer liegt allerdings darüber. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden 92 Fälle bekannt, in denen ein Mensch an den Folgen des Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben ist. 1619 waren zu diesem Zeitpunkt in Niedersachsen genesen - rund ein Viertel der bislang infizierten Personen.

Update von 14.20 Uhr: Baumärkte durften am Samstag auch wieder von Privatkunden besucht werden. Viele Polizeisprecher berichteten daraufhin, dass das weiterhin geltende Kontaktverbot und die damit einhergehenden Abstandsregeln größtenteils eingehalten worden seien. So heißt es es aus dem Landkreis Diepholz, es sei zu verstärkten Kontrollen gekommen, bei denen sowohl die Marktbetreiber als auch die Kunden die Kontaktsperre überwiegend einhielten. „Hier und da musste bei dem starken Andrang noch ein wenig nachgebessert werden“, heißt es weiter.

Im Landkreis Verden wurden von der Polizei trotz eines regen Publikumsverkehrs in Zusammenhang mit der Öffnung der Bau- und Gartenmärkte keine Verstöße registriert, heißt es in einer Meldung. Die Geschäfte hätten verschiedene Maßnahmen ergriffen, damit die Abstandsregelungen eingehalten wurden.

Polizei schließt am Samstag Waschstraßen und Eisdielen

Größeren Aufwand gab es im Zusammenhang mit der seit Samstag geltenten Auflage, Waschstraßen geschlossen zu halten. Beispielsweise sowohl im Kreis Verden, im Kreis Diepholz als auch im Kreis Rotenburg war die Polizei aus diesem Grund im Einsatz. Da halfen auch zum Teil lange Diskussionen nicht - die Waschanlagen mussten ihren Betrieb einstellen, heißt es in einer Meldung aus Rotenburg. Im Kreis Diepholz ordnete die Polizei die Schließung von elf Waschanlagen an. Auch einige Eisdielen seien von den Beamten geschlossen worden, heißt es.

Update vom 5. April, 10.45 Uhr: Im Johannisheim für Senioren in Stade bei Hamburg ist eine zweite Bewohnerin infolge der Corona-Epidemie gestorben. Die 97-jährige Frau sei zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte der Vorsitzende des Kuratoriums für das diakonische Heim, Claus Hinrichs, am Samstag mit. Nach seinen Angaben haben sich insgesamt sieben der 116 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie eine Mitarbeiterin mit dem Erreger angesteckt. Drei Bewohner befinden im Stader Elbe-Klinikum. Die Mitarbeiterin ist in häuslicher Quarantäne.

Für die übrigen Infizierten und ihre Kontaktpersonen wurde im vierten Stock des Hauses eine Isolierstation eingerichtet. Gegenwärtig werde auch die dritte Etage zu einer Isolierstation hergerichtet, hieß es. Schwierig sei momentan die personelle Situation im Haus, sagte Hinrichs: "Von unseren 69 Pflegekräften sind momentan nur 28 einsatzbereit, da alle anderen krank sind oder sich in Quarantäne befinden."

Corona-Verordnung sorgt für Irritationen und wird neu formuliert

Update von 15.30 Uhr: Eine gerade erst erlassene Einschränkung privater Besuche in Niedersachsen hat das Gesundheitsministerium wieder zurückgenommen. Die am Freitag veröffentlichte Corona-Verordnung schieße in diesem Punkt über das Ziel hinaus und müsse korrigiert werden, teilte ein Ministeriumssprecher am Samstag mit. „Aus dem Verordnungstext kann man herauslesen, dass in Niedersachsen fortan auch Besuche zwischen engsten Familienangehörigen (Eltern und Kindern) nur in sehr wenigen Konstellation erlaubt seien. Das gelte, so der Verordnungstext, ebenso für das gegenseitige Besuchen engster Freunde“, hieß es in der Mitteilung. Zuvor hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet.

Kontakte mit einzelnen Personen in der Natur sind erlaubt, bei jedem Treffen sollte man sich aber fragen, ob alle Regeln eingehalten werden können und ob die Treffen wirklich nötig sind.

Die Regelung werde zeitnah so geändert, dass Besuche im engsten Familienkreis und unter Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern sowie mit wenigen engen Freunden oder sehr guten Bekannten zulässig seien, hieß es vom Ministerium. Verstöße gegen die zu ändernde Regelung würden bis dahin nicht geahndet. Verboten blieben Feierlichkeiten in der eigenen Wohnung.

Update von 14.30 Uhr: Das Land Niedersachsen seine Regeln zur Beschränkung sozialer Kontakte anlässlich der Corona-Epidemie und Antworten zu häufig gestellte Fragen aktualisiert. Darin erklären die Verantwortlichen unter anderem, welche Maßnahmen Bürger im Alltag einhalten müssen und wann Treffen mit anderen Person erlaubt sind.

Bis zum Mittag waren in Niedersachsen insgesamt 5764 Infektionen mit dam Sars-CoV-2-Virus vom Land registriert worden. Demnach starben bis zu diesem Zeitpunkt 89 Personen. Aktualisierte Zahlen zu den Genesenen lagen noch nicht vor.

Update vom 4. April, 11.35 Uhr: Innenminister Boris Pistorius hat Verständnis für Menschen in Niedresachsen geäußert, die am Wochenende angesichts all der Corona-Beschränkungen und bei sonnigem Wetter raus wollen. Dennoch müssten gemeinsam und solidarisch Ansteckungen verhindert werden, sagte der SPD-Politiker. „Jeder hat Verständnis dafür, dass die Menschen auch mal raus wollen, erst recht bei dem Wetter und in der Woche vor Ostern.“ Das sei unter Einhaltung der Beschränkungen auch nicht verboten. Aber: „Ich setze darauf, dass wie schon bisher die ganz große Mehrheit verständig und einsichtig ist, und sich an die Regeln hält.“

Bußgeldkatalog wird erarbeitet - neue Regeln in Kraft

„Wir müssen alles dafür tun, damit unsere Krankenhäuser auch am Höhepunkt der Corona-Krise noch alle Infizierten mit schwererem Verlauf aufnehmen können“, mahnte Pistorius. „Das ist unsere gemeinsame Verantwortung. Genau darum müssen die Regelungen unbedingt eingehalten werden.“ Wer gegen diese Regeln verstoße, müsse mit Platzverweisen und empfindlichen Bußgeldern rechnen. „Natürlich wird die Polizei an diesem Wochenende mit sehr großem Personaleinsatz in der Öffentlichkeit präsent sein und diese Regelungen sehr konsequent und ohne Spielraum durchsetzen“, betonte er.

Ein entsprechender Bußgeldkatalog solle Anfang kommender Woche veröffentlicht werden, sagte Claudia Schröder, Abteilungsleiterin Gesundheit im niedersächsischen Gesundheitsministerium.

Seit Samstag gilt in Niedersachsen eine neue Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte anlässlich der Corona-Epidemie. Darin wird unter anderem geregelt, dass Waschstraßen nicht mehr geöffnet werden dürfen, andererseits wurde der Zugang zu Baumärkten für Privatpersonen wieder erlaubt. Das Dokument gibt es auf der Seite des Landes zum Download. Die Verordnung ist in ihrer aktuellen Version bis zum 19. April gültig.

Update von 14.25 Uhr: Waldspaziergang statt Isolation: Das Niedersächsische Forstamt Wolfenbüttel hat seit dem Beginn der Corona-Krise und dem damit einhergehenden Kontaktverbot höhere Besucherzahlen in den Wäldern festgestellt. „Zu Zeiten der Krise wird der Wald als Erholungsraum wieder neu entdeckt“, sagte Andreas Baderschneider, der Leiter des Forstamts Wolfenbüttel, am Freitag. Für die rund 26.000 Hektar Wald, für die das Forstamt in der Region Braunschweig/Wolfsburg zuständig ist, hätten die vielen Ausflügler aber auch negative Folgen. So würden Parkplätze und Wegesränder stark verschmutzt, außerdem steige die Waldbrandgefahr durch weggeworfene Zigarettenstummel.

Update vom 3. April, 8.10 Uhr: Die CDU-Fraktion in Niedersachsen fordert, die Corona-bedingten Beschränkungen bei Beerdigungen und Trauerfeiern zu lockern. „Was passiert mit uns als Gesellschaft, wenn wir Gartencenter und Baumärkte quasi für systemrelevant halten und sie öffnen, gleichzeitig aber Menschen verweigern, sich von verstorbenen Angehörigen im üblichen würdevollen Rahmen zu verabschieden?", fragte der CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Die bisherigen Regeln müssten überarbeitet werden.

Bestattungen sind aktuell nur sehr eingeschränkt durchführbar.

Wegen der Corona-Pandemie können Bestattungen derzeit nur in beschränktem Maße stattfinden. In der Allgemeinverfügung des Landesgesundheitsministeriums heißt es etwa, dass die Begleitung Sterbender und die Teilnahme nur im engsten Familienkreis zulässig ist.

Die Landesregierung hatte am Donnerstag hingegen mitgeteilt, dass die Baumärkte und Gartencenter in Niedersachsen ab Samstag wieder ihre Türen für Privatkunden öffnen dürfen.

Update von 16.35 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie in Niedersachsen breitet sich ungemindert aus. Dabei bleibt die Zahl der Neuinfektionen jedoch auf einem konstanten Niveau. Das Landesgesundheitsamt meldet am Donnerstag 342 neue Covid-19-Erkrankungen. Erstmalig hat die Gesamtzahl die 5000er-Marke überschritten und liegt nun bei 5059 bestätigten Fällen. Innerhalb eines Tages sind 16 erkrankte Personen gestorben, bislang waren es 63. Die Zahl der Corona-Infizierten, die inzwischen als genesen gelten, stieg auf 977. (jdw)

Corona-Pandemie in Niedersachsen: Ministerpräsident gegen Grenzkontrollen

Update von 10.30 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält im Kampf gegen die Corona-Pandemie wenig von innerdeutschen Grenzkontrollen an der Bundeslandgrenze. „Wir wären sehr dankbar, wenn der Bremer in Bremen bliebe, aber wir machen in Niedersachsen keine Grenzkontrollen“, sagte er am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“. Es werde über Ostern „unter Umständen Sperren von Stränden oder Deichen geben“, aber der Mensch „brauche auch ein Ventil“, deshalb sei er gegen eine generelle Ausgangssperre oder Grenzschließungen.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) betonte in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“, dass es noch keinen Anlass gebe, die Vorschriften zu lockern: „Wir haben den Zenit der Ausbreitung der Virusinfektionen noch nicht erreicht. Wir haben die Schulen vor gerade etwas mehr als zwei Wochen geschlossen. Seit anderthalb Wochen gibt es die Kontaktbeschränkungen.“ Im Augenblick sei jeglicher Gedanke über eine Exit-Strategie aus der Corona-Krise, also über eine Lockerung oder ein Ende der Ausnahmeregeln, jedenfalls pure Spekulation. „Jetzt kommt es ausschließlich darauf an, dass die Menschen die geltenden Regeln einhalten.“

Corona-Pandemie in Niedersachsen: Baumärkte öffnen wieder

Update vom 2. April, 8.05 Uhr: Die Baumärkte und Gartencenter in Niedersachsen dürfen ab Samstag wieder ihre Türen für Privatkunden öffnen. „Wir werden zum Wochenende auch wieder eine Öffnung für Baumärkte und Gartencenter in Niedersachsen vorsehen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch. Damit passe sich Niedersachsen an die Lage in anderen Bundesländern an.

Ab Samstag dürfen dann nicht mehr nur Gewerbetreibende oder Handwerker in die Baumärkte, sondern auch Privatleute. Weil begründete den Schritt damit, dass die unterschiedlichen Regelungen zwischen den Bundesländern „unerwünschte Wanderungsbewegungen“ ausgelöst hätten. Er betonte aber auch: „Das ist alles andere als ein Lockerungssignal.“ Vielmehr solle mit der Änderung vermieden werden, dass wegen des Grenzverkehrs andernorts das Risiko für Infektionen steigt.

Corona in Niedersachsen: Antikörper im Kampf gegen Covid-19

Update von 20.30 Uhr: Das Land Niedersachsen hat am Mittwoch erneut einen starken Anstieg an Coronavirus-Infektionen gemeldet. So seien 369 neue Covid-19-Erkrankungen bestätigt worden. Insgesamt liegt die Zahl nun bei 4717 Corona-Fällen im Land. Bislang seien laut Landesgesundheitsamt 47 Personen mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Genesen seien 732 Menschen. (jdw)

Update von 14 Uhr: Eine Braunschweiger Biotech-Firma will mit Antikörpern gegen das Coronavirus vorgehen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) besuchte das Start-up am Mittwoch. „Die Frage ist nicht ob, sondern wann es funktioniert“, sagte am Mittwoch der Chef der Firma Yumab, Thomas Schirrmann. Die Antikörper sollten die Entwicklung des Virus Sars-CoV-2 in den Körperzellen verlangsamen. Schirrmann hoffe, dass dafür in wenigen Monaten Versuche mit Menschen möglich seien.

Biotechnologie im Kampf gegen das Coronavirus - made in Braunschweig

„Biotechnologie muss Teil einer nationalen Sicherheitsstrategie werden“, sagte Althusmann bei dem Besuch. Dafür müsse die Forschung und Produktion in diesem Bereich vernetzt und gestärkt werden. Braunschweig könne dabei „ein Nukleus werden“. Für die Entwicklung menschlicher Antikörper haben die TU Braunschweig und ihre Ausgründung, die Firma Yumab, 2017 den ersten Preis des Innovationsnetzwerks Niedersachsen erhalten. (dpa)

Thomas Schirrmann, Geschäftsführer der Yumab GmbH, spricht während eines Besuchs des niedersächsichen Wirtschaftsministers in dem Life-Science-Unternehmen. Das Startup-Unternehmen forscht zur Entwicklung menschlicher Antikörper und versucht so Medikamente gegen Covid-19 zu entwickeln.

Update von 11.15 Uhr: Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann hat die Einführung einer Maskenpflicht in der Corona-Krise abgelehnt. „Schutzmasken sind die knappste Ressource. Und diese Ressourcen, die wir haben, gehören ins Gesundheitswesen für die Pflegekräfte und für die Ärztinnen und Ärzte“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. 

Mit selbst gemachten Corona-Mundschutz zum Einkaufen: „Schutz für die anderen“

Einkaufen mit hochwertigen Masken hält Reimann deshalb für eine „unverantwortliche Verschwendung“. Wer hingegen mit einem selbst gemachten Mundschutz in die Öffentlichkeit gehe, könne dies gerne tun. „Aber es muss auch für alle klar sein: Das ist kein Schutz für sich selbst, sondern nur ein Tröpfchenschutz für die anderen.“

Update vom 1. April, 8.30 Uhr: Ein Gedicht des Lyrikers Thorsten Stelzner hat in Zeiten der Corona-Krise virtuelle Kreise gezogen. „Das ist ein Glück, das größte schier, wir leben jetzt, wir leben hier“, rezitiert der Braunschweiger sein zuversichtliches Gedicht „Gute Nacht Deutschland! Schlaf gut! Die Welt schaut zu!“.

Das Gedicht stellte er auf Drängen seines Sohnes auf Youtube ein. „Wenn ich gewusst hätte, dass das Video durch Deutschland rast, hätte ich mir mehr Mühe mit der Aufnahme gemacht“, sagte Stelzner. Aber genau so sei Lyrik, sie komme unerwartet und aus dem Innern. Er habe sogar eine Spendenanfrage erhalten. „Ich bin geflasht, es ist der Hammer.“

Ein Dank in Versen geht auch an Menschen, die in der Corona-Krise helfen und nicht nur ihre Pflicht tun. „Lasst uns demütig und dankbar sein, im besten Sinne menschlich sein.“ Auch Fassungslosigkeit drückt er aus: „Es gibt tatsächlich Menschen hier, die kloppen sich um Klopapier.“

Update von 15.10 Uhr: In Niedersachsen steigt die Zahl der Corona-Infektionen stetig an. Ein Abflachen der Kurve (siehe oben) ist bislang nicht erkennbar. So meldet das Landesgesundheitsamt am Dienstag einen Anstieg um 322 Covid-19-Infektionen. Insgesamt sind damit 4348 Personen positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Stark ist auch die Zahl der Todesopfer mit einer Covid-19-Infektion angestiegen. Aktuell sind 43 Personen gestorben- plus zehn im Vergleich zum Vortag. Laut einer Schätzung gelten 568 Personen als genesen. (jdw)

Corona in Niedersachsen: Arbeitsmarkt gerät unter Druck

Update von 14 Uhr: Der Arbeitsmarkt in Niedersachsen gerät durch die Corona-Krise stark unter Druck. „Seit Mitte März hat sich die Lage grundlegend verändert, der Arbeitsmarkt steht nun vor enormen Herausforderungen“, sagte die Chefin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA), Bärbel Höltzen-Schoh, am Dienstag in Hannover. Für viele Beschäftigte werde Kurzarbeit angezeigt. 

„Und wir rechnen in Kürze mit einem Anstieg bei Arbeitslosen.“ Zahlreiche Unternehmen melden derzeit Nachfrageeinbrüche und haben Probleme in den Lieferketten. Daher würden wahrscheinlich Beschäftigte entlassen, Jobs von Zeitarbeitern nicht verlängert und nur zögerlich Einstellungen vorgenommen, schätzt die BA-Regionalleiterin.

Coronavirus verhindert Erhebung regulärer Daten vom Arbeitsmarkt

Wegen der besonderen Situation während der Corona-Krise wurden die regulären Arbeitsmarktdaten diesmal nur bis kurz vor Monatsmitte erhoben. Dies liegt daran, dass die Lage nach den Schulschließungen und weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens nicht mit der Lage im Februar vergleichbar ist.

Der Arbeitsmarkt in Niedersachsen gerät wegen der Corona-Epidemie enorm unter Druck.

Update vom 31. März, 10 Uhr: Die allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen sollen für den Fall noch längerer Unterrichtsausfälle in der Corona-Krise schon für Mitte April vorläufige Zeugnisnoten vorbereiten. Dies geht aus einem Erlass des Kultusministeriums vom vergangenen Freitag hervor. Auf Basis der bisherigen Leistungen im laufenden Schuljahr sollen demnach bereits Notenübersichten erstellt werden, die den Stand bis zum 15. April widerspiegeln.

Damit soll gewährleistet sein, dass entsprechende Bewertungen dokumentiert sind, falls sich die Schulschließungen wegen Corona über das Ende der Osterferien hinaus ziehen. Auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete darüber. Zwischenstände sollen für alle Schüler und Fächer erarbeitet werden.

Abschlussprüfungen werden wegen Corona auf jeden Fall verschoben

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte angekündigt, dass die Abschlussprüfungen an Niedersachsens Schulen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr verschoben werden. „Ich möchte, dass alle Schülerinnen und Schüler auch die Chance haben, ihre Prüfungen abzulegen“, sagte er. Die Abiturklausuren werden zwischen dem 11. und 30. Mai geschrieben - rund drei Wochen später als zunächst geplant. Die Abschlussarbeiten der Schüler der 9. und 10. Klassen an Haupt- und Realschulen beginnen am 20. Mai. Ob der neue Zeitplan zu halten ist, soll kurz nach Ostern beurteilt werden. Schlimmstenfalls könnten die Schulen wegen der Corona-Krise sogar bis zum Sommer geschlossen bleiben.

Update von 16.55 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Infektionen ist in Niedersachsen auch von Sonntag auf Montag weiter angestiegen. Bis Montagmittag sind 4026 Corona-Infektionen bestätigt worden. Das ist ein Plus von 243 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, berichtet das Landesgesundheitsamt in Hannover. Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 33 angestiegen.

Ein schwerer Corona-Ausbruch wird aus dem Landkreis Oldenburg gemeldet. In einem Seniorenheim in Wildeshausen haben sich mehrere Dutzend Personen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. (jdw)

Update von 11.55 Uhr: In Wolfsburg ist die Corona-Krise über das Wochenende weiter eskaliert. Das Klinikum der Stadt verhängte einen weitgehenden Aufnahmestopp für Patienten wegen Ansteckungen unter den Mitarbeitern, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Die Zahl der nach einer Corona-Infektion verstorbenen Bewohner eines Pflegeheims stieg auf 15, während auch in anderen Bundesländern Altenheime schwer betroffen waren.

Klinik in Wolfsburg verhängt wegen Corona Aufnahmestopp

An dem Wolfsburger Klinikum würden vorerst keine neuen Patienten mehr aufgenommen, erklärte die Stadt. Sie würden auf umliegende Krankenhäuser verteilt. Einzige Ausnahmen bei der Aufnahme sind die Notaufnahme der Kinderklinik und der Kreißsaal. Vorerst wird in dem Klinikum jedes Zimmer nur mit einem Patienten belegt, das gesamte Personal arbeitet wegen des Corona mit sogenanntem Vollschutz.

Am Montag sollten Mitarbeiter und Patienten weiter auf das Coronavirus getestet werden. Die Ergebnisse wurden für den Abend erwartet. Danach sollte laut Stadt über weitere Schritte entschieden werden.

Update, 30. März, 9.50 Uhr: Unbekannte Täter sind am Wochenende in eine Kindertagesstätte in Algermissen im Landkreis Hildesheim eingebrochen. Sie entwendeten Desinfektionsmittel und Bastelwerkzeug, teilte die Polizei mit. Den Angaben zufolge verschafften sich die Täter Zugang zur Kita, indem sie ein Fenster gewaltsam aufhebelten. Der geschätzte Schaden beträgt laut Polizei rund 300 Euro.

Update, 17.10 Uhr: Das Land Niedersachsen meldet am Sonntag erneut steigende Fallzahlen in Bezug auf Corona-Infizierte. Demnach sind aktuell 3783 Menschen in Niedersachsen an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Das entspricht einem Plus von 300 Infizierten zum Vortag.

Update, 29. März, 11 Uhr: Restaurants und Caterer in Teilen Niedersachsens kochen in der Corona-Krise unentgeltlich für Helfer und Bedürftige. Die Aufforderung laute immer: „Macht eure Kühlhäuser leer. Was habt ihr noch - was muss weg?“, sagte der Göttinger Gastronom Peter Goldmann. Ein Verein, der soziale Projekte betreut, verteile das Essen an Menschen, die Unterstützung brauchen. In Hannover spendete das Catering-Unternehmen Gastrotrends Hagedorn 1000 Mahlzeiten über den hauseigenen Lieferdienst für Helfer in der Corona-Pandemie. Ziel sei, Partner zu gewinnen, um mit gespendeten Waren zu kochen.

Restaurants kochen während der Corona-Pandemie für Helfer und Bedürftige.

Niedersachsen meldet steigende Corona-Todesfälle

Update, 14.50 Uhr: Am Samstagnachmittag meldet das Land Niedersachsen einen Anstieg der Corona-Infizierten auf 3483 Fälle. Das entspricht einem Plus von 308 Covid-19-Erkrankten zum Vortag. Nun bestätigt das Land 21 Todesfälle aufgrund des Coronavirus in Niedersachsen. (lmr)

Update, 14.10 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Niedersachsen steigt an. Laut RKI sind es 12 Menschen (Stand: 27. März, mittags). Nach Angaben der dpa hat die Stadt Wolfsburg am Freitagabend mitgeteilt, dass es dort acht weitere Todesopfer zu verzeichnen gibt. Damit steigt die Gesamtzahl der Corona-Toten in Niedersachsen auf 20. (lmr)

Update, 28. März, 12.15 Uhr: Am ersten Wochenende mit Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus will die Polizei in Niedersachsen präsent sein. „Die Leute werden bei dem guten Wetter wahrscheinlich vermehrt nach draußen gehen wollen, das kalkulieren wir bei der Lagebetrachtung mit ein“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD). Er rufe alle dazu auf, sich an die bekannten Regeln zu halten. „Nur so kann es uns gelingen, den Anstieg der Infektionen zu bremsen.“

Die Polizei sei gut aufgestellt und wolle für die Menschen präsent und ansprechbar sein. „Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Menschen sich zum weit überwiegenden Teil an die Regeln halten. In Fällen, in denen das nicht der Fall war, ist die Polizei eingeschritten“, so Pistorius. Derzeit sind bundesweit Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben.

Kontaktverbot dämmt Anstieg neuer Corona-Infektionen

Update, 18.45 Uhr: Die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie haben in Niedersachsen den Anstieg neuer Infektionen gebremst. Die Fallzahlen verdoppelten sich nur noch alle viereinhalb bis fünf Tage statt wie in der vergangenen Woche alle zweieinhalb bis drei Tage, sagte der Krisenmanager der Landesregierung, Heiger Scholz, am Freitag in Hannover. „Von daher ist die Politik, die wir gemacht haben, den Anstieg zu brechen richtig, aber noch nicht erfolgreich genug, das muss man ganz deutlich sagen.“ An Lockerungen der Maßnahmen sei noch nicht zu denken.

Update, 15.05 Uhr: Die Corona-Pandemie greift in Niedersachsen weiter um sich. Das Landesgesundheitsamt hat die aktuellen Zahlen - Stand: 27. März, 13.30 Uhr - veröffentlicht. Demnach sind 3175 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bislang bestätigt worden. Das ist ein Anstieg von 449 Infizierten im Vergleich zum Vortag. Elf Menschen sind an den Folgen der Coronavirus-Erkrankung in Niedersachsen gestorben. (jdw)  

Update, 14.37 Uhr: Die Entscheidung in Niedersachsen ist gefallen. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie im Land werden die Abi-Prüfungen verschoben. Das gab am Freitagnachmittag Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bekannt. Es gilt ein neuer Fahrplan: Der erste Haupttermin der schriftlichen Abschlussprüfungen ist nun der 11. Mai 2020. Die ersten mündlichen Prüfungen sollen am 3. Juni stattfinden.

Die Polizei wird am ersten Wochenende mit Ausgangsbeschränkungen Präsenz zeigen.

Corona-Krise in Niedersachsen: Schulstart frühestens am 20. April

Die Notenvergabe und die Ausgabe der Abschlusszeugnisse sei sichergestellt, erklärte Tonne in der Pressekonferenz in Hannover. Die Kultusminister aller Bundesländer wären sich einig geworden. Einheitlicher Schulstart ist im Moment der 20. April.

Falls die Abi-Prüfungen in Niedersachsen auch nicht nach dem neuen Fahrplan durchgeführt werden können, werde es in diesem Schuljahr keine Abschlussprüfungen geben können, so der Kultusminister. Dennoch gebe es Abschlüsse, die aus den bislang erbrachten Leistungen ergeben würden. (jdw)

Update, 14.15 Uhr: Werden die Abi-Prüfungen wegen der Corona-Krise in Niedersachsen verschoben? Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will ab 14.30 Uhr darüber informieren. Laut eines ersten Medienberichts sollen die Prüfungen verschoben werden, bestätigt ist dies aber noch nicht. (jdw)

Corona in Niedersachsen: Häftlinge nähen Atemschutzmasken

Update, 13.15 Uhr: Tolle Aktion in der Corona-Krise: Angesichts knapper Atemschutzmasken sollen Häftlinge in Niedersachsen aushelfen und Masken herstellen. Die Nähereien zweier Justizvollzugsanstalten hätten ihre Produktion umgestellt und Nähmaschinen umgerüstet, teilte das niedersächsische Justizministerium am Freitag mit. Schon im Laufe der kommenden Tage sollten etwa 8500 Masken genäht werden. „Auch Gefangene wollen etwas tun, um in dieser Krise ihren Beitrag zu leisten. Das Nähen von Schutzmasken ist eine gute Gelegenheit“, sagte Justizministerin Barbara Havliza (CDU).

Corona-Krise in Niedersachsen: JVAs verkaufen Schutzmasken

Nach Angaben des Ministeriums hat die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta eigens einen Nähsaal eingerichtet. Genäht würden die Schutzmasken im Auftrag der Caritas. Bei voller Auslastung könnten bis zu 15 Gefangene mitarbeiten, 470 Meter geeigneter Stoff seien bereits geliefert worden. Die Mindestabstände untereinander sollten gewahrt bleiben. Die Masken würden über die Caritas an Krankenhäuser, Kliniken und Arztpraxen verkauft. Außerdem sollen in der JVA Uelzen Schutzmasken genäht werden - dazu solle es eine Kooperation mit einem Zulieferer der Medizinischen Hochschule Hannover geben. (dpa)

Update, 27. März, 8.20 Uhr: Noch steigt die Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen täglich stark an. Innenminister Boris Pistorius (SPD) will die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens allerdings so schnell es geht wieder aufheben. In einem Interview sagte er: „Ich verspreche: Sobald es irgendwie geht, werden wir die Beschränkungen wieder schrittweise aufheben.“ In den letzten Tagen hielten sich die Menschen an die Auflagen. Die Polizei müsse sehr selten einschreiten, so der Innenminister weiter. (dpa/jdw)

Autobahntankstellen in Niedersachsen auch in der Corona-Krise geöffnet

Update, 19.35 Uhr: Auch wenn die Corona-Pandemie das öffentliche Leben in Niedersachsen massiv einschränkt, ist die Grundversorgung der Lastwagen-Fahrer an den Autobahnen weiterhin gesichert, teilt das niedersächsische Verkehrsministerium mit. So seien die Tankstellen auf den Rastanlagen des Betreibers „Tank&Rast“ wie gewohnt geöffnet. Die Restaurants sind allerdings geschlossen. Eine Versorgung mit Snacks werde rund um die Uhr im Tankstellenbereich gewährleistet. Die „Sanifair“-Toiletten sind ab sofort kostenlos nutzbar, um eine ausreichende Handhygiene zu ermöglichen. Auch die Duschen für die Fernfahrer seien laut Ministerium frei zugänglich.

Hannover Messe fällt wegen des Coronavirus aus

Update, 16.50 Uhr: Die Hannover Messe als größte Industriemesse der Welt fällt dieses Jahr wegen des Coronavirus aus. Einreisebeschränkungen, Kontaktverbote und eine Verfügung der Region Hannover machten die Ausrichtung unmöglich, teilte die Deutsche Messe am Donnerstag mit. Vor drei Wochen war die ursprünglich für Ende April geplante Messe bereits auf Mitte Juli verschoben worden. Nun findet das Branchentreffen, für das rund 6000 Aussteller aus 70 Ländern angekündigt waren, erst 2021 wieder statt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte, die Absage der Hannover Messe sei „leider alternativlos“. Angesichts der Corona-Krise sei es "mehr als unwahrscheinlich" gewesen, dass insbesondere Aussteller aus den besonders von dem Virus betroffenen Ländern Italien, USA und China in diesem Sommer nach Hannover gekommen wären.

Auch die IT-Messe Twenty2X in Hannover, die dieses Jahr ihre Premiere feiern sollte, wurde abgesagt. Sie war zunächst von März auf Ende Juni verschoben worden, dieser Termin ließ sich jetzt aber nicht mehr halten. Die Premiere findet nun erst am 9. bis 11. März 2021 statt.

Update, 15.10 Uhr: Der Erreger Sars-CoV-2 breitet sich in Niedersachsen weiter aus. Wie vom Robert-Koch-Institut erwartet, steigt die Zahl der Infektionen weiter massiv an. Wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstagnachmittag meldet, sind inzwischen 2726 Covid-19-Fälle bestätigt. Das sind 413 Infizierte mehr als einen Tag zuvor. Am Mittwoch war der Anstieg mit 242 Neuinfektionen noch deutlich geringer ausgefallen. Schwerpunkte sind die Region Hannover mit 443 Fällen, sowie die Stadt und der Landkreis Osnabrück mit 138 bzw. 159 Corona-Infektionen. Bislang sind zehn Personen an dem Virus gestorben. (jdw)

In Niedersachsen sind inzwischen wiederum 201 Corona-Erkrankte wieder genesen. „Das ist eine Zahl, die uns Hoffnung geben soll“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag in Hannover. Sie rief die genesenen Patienten auf, sich bei der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für die Entwicklung einer antikörperbasierten Therapie zu melden. Dort wird an einer solchen gearbeitet. (dpa)

Bringt die Corona-Pandemie die Abi-Prüfungen in Niedersachsen in Gefahr?

Update, 14 Uhr: Rund drei Wochen vor den ersten Abiturprüfungen in Niedersachsen ist weiter unklar, ob der Zeitplan angesichts der Corona-Krise eingehalten werden kann. Das Land Niedersachsen will erst bis Freitag über eine mögliche Verschiebung entscheiden. Das sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) im Landtag in Hannover. (dpa)

Update, 26. März, 12 Uhr: Die Corona-Pandemie in Niedersachsen hat zwei neue Todesopfer gefordert. Die Region Hannover berichtete am Donnerstag von zwei Opfern im Alter von 86 und 89 Jahren. Die Frau und der Mann seien am Mittwoch in Krankenhäusern gestorben. Ob sie weitere Vorerkrankungen hatten, blieb offen. Insgesamt beklagt Niedersachsen nun zehn Corona-Opfer. (dpa/jdw)

Corona-Krise in Niedersachsen: Pandemie steht am Anfang

Update, 15.30 Uhr: Deutschland stehe weiterhin am Anfang der Corona-Pandemie, hieß es am Morgen von Professor Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Deshalb steigt die Zahl der Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 auch in Niedersachsen kontinuierlich an. Das Landesgesundheitsamt meldete am Mittwoch, 13 Uhr, eine deutliche Zunahme an Fällen - plus 242 innerhalb eines Tages. Insgesamt sind 2313 Personen an Covid-19 erkrankt. Acht Menschen sind bereits gestorben, 83 Menschen sind bereits wieder genesen in Niedersachsen.

Corona-Krise: Die Entscheidung über die Durchführung der Abi-Prüfungen in Niedersachsen ist gefallen.

Einige Landkreise in Niedersachsen meldeten keine Neuerkrankungen, darunter auch der Landkreis Verden oder der Landkreis Osterholz. Die meisten Corona-Neuinfektionen hatte die Region Hannover zu verzeichnen. Dort gab es 64 neue Fälle, insgesamt sind nun 443 Menschen in der Region erkrankt. (jdw)

Corona in Niedersachsen: Landesregierung bringt Wirtschaftshilfen auf den Weg

Update, 25. März, 9.35 Uhr: Weiterhin steigt die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen an. Während das Gesundheitsministerium in Hannover am Dienstagnachmittag 2071 bestätigte Fälle verkündete, stieg die Zahl laut Robert-Koch-Institut bis um Mitternacht auf 2140 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Todesfälle sind bislang sieben von den Behörden registriert worden. (jdw)

Update, 17.55 Uhr: Als eines der ersten Bundesländer geht Niedersachsen in der Corona-Krise mit einem Landeshilfsprogramm für die Wirtschaft an den Start. Sobald der Landtag am Mittwoch grünes Licht für das 4,4 Milliarden-Euro-Hilfspaket gegeben hat, können Kredite und Zuschüsse bei der niedersächsischen Förderbank, der NBank, online beantragt werden. Bereits am Nachmittag solle das Antragsverfahren starten, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Dienstag. Unternehmen sollten binnen weniger Tage eine Antwort auf ihren Antrag erhalten.

„Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen“ startet

Das Zuschussprogramm „Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen“ richtet sich an Firmen und Selbstständige mit bis zu 49 Beschäftigten, die sich aufgrund der Corona-Krise in einer existenziellen Notlage befinden. Die Zuschüsse sind gestaffelt: bis 5 Beschäftigte gibt es 3000 Euro, bis 10 Beschäftigte 5000 Euro, bis 30 Beschäftigte 10.000 Euro und bis 49 Beschäftigte 20.000 Euro. Für dieses Programm sind vorläufig 100 Millionen Euro vorgesehen. Eine Hausbank ist dafür nicht notwendig. „Als Land wollen wir die niedersächsische Wirtschaft nicht in Stich lassen“, sagte Althusmann. „Wir wollen möglichst viele Arbeitsplätze in diesem Bundesland erhalten.“

Wegen der Corona-Pandemie: Soyeon Schröder-Kim (49), Ehefrau des Altkanzlers Gerhard Schröder, trägt beim Einkaufen oder Spazierengehen einen Mundschutz. Laut Experten hilft der Mundschutz im Alltag höchstens bedingt vor einer Ansteckung. Erkrankte können aber so andere Menschen vor einer Ansteckung schützen.

Update, 15.15 Uhr: Am Nachmittag gibt es nach Angaben des Landes Niedersachsen 2071 bestätigte Corona-Fälle. Damit ist die Zahl um 292 Infizierte gestiegen.

Update, 13.15 Uhr: Mit dem Einkauf und der Verteilung von Lebensmitteln unterstützt die Bundeswehr in der Corona-Krise die Bevölkerung in Wilhelmshaven. Zwölf Soldaten stehen dafür im Schichtdienst bereit, wie ein Marinesprecher am Dienstag auf Anfrage sagte. Die Soldaten kaufen in Supermärkten ein und verteilen die Lebensmittel dann in sechs Autos an Menschen, die sich nicht selbst versorgen könnten. Wer Bedarf hat, kann sich seit Montag an eine Hotline der Stadt wenden. 

Bisher seien drei ältere Menschen versorgt worden, sagte der Marinesprecher. Am Dienstag habe es zunächst keine neuen Anfragen gegeben. Zumindest in Niedersachsen gibt es den Angaben zufolge keine vergleichbaren Aktionen mit Beteiligung der Bundeswehr.

Rossmann hat trotz Corona-Krise viel zu tun

Update, 24. März, 8.20 Uhr:Bei der Drogeriemarktkette Rossmann haben die Beschäftigten auch nach Beginn der bundesweiten Kontaktverbot alle Hände voll zu tun. In der ganzen Branche würden die Mitarbeiter „unermüdlich anpacken“. Aber sie seien auch „Ängsten der Kunden ausgesetzt, was vereinzelt zu Überreaktionen führt“, hieß es.

In Zeiten von Corona gibt es nach wie vor Berichte über Verbraucher, die deutlich mehr kaufen, als sie selbst bei moderater Lagerhaltung benötigen. Manche Händler erheben inzwischen Zusatzbeträge etwa auf mehrere Packungen Toilettenpapier. Rossmann erklärte: „In einigen Filialen haben wir bereits vermehrt Sicherheitskräfte im Einsatz. Diese unterstützen sowohl bei der Steuerung des Zutritts sowie der Vermeidung von Warteschlagen als auch beim Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen.“

Von den Standorten gebe es jedoch auch „viel positives Feedback“ zum Verhalten der Kunden während der Corona-Krise. Man habe sie nochmals auf die Abstandsregeln hingewiesen. Das Unternehmen aus Burgwedel mit Tausenden Filialen hatte einen Krisenplan aktiviert, um die Versorgung sicherzustellen.

Rossmann hat trotz der Corona-Krise alle Hände voll zu tun.

Fahrgäste verlassen Norderney aufgrund der Corona-Pandemie

Update, 18.45 Uhr: Das Coronavirus-bedingte Verbot von Touristen auf der Nordseeinsel Norderney ist vollständig durchgesetzt. Die letzten Feriengäste seien wie vorgesehen am Sonntag abgereist, sagte Bürgermeister Frank Ulrichs (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Ab Montag hätten deswegen Strafen verhängt werden können. „Dieses Risiko ist niemand eingegangen“, sagte Ulrichs. Auch die 26 auswärtigen Polizisten, die die Durchsetzung der Corona-Verfügung kontrollieren sollten, verließen Berichten von der Insel zufolge Norderney am Montag.

Die Ferieninsel ist selbst von mehreren Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus betroffen. In der Corona-Pandemie hatte der Landkreis Aurich verfügt, dass die Feriengäste nicht erst bis Mittwoch, sondern bis Sonntag abreisen müssen. Auf der größten ostfriesischen Insel Borkum, die zum Kreis Leer gehört, haben die Touristen bis Mittwoch Zeit mit der Rückreise.

Bewohner dürfen Nordsee-Inseln wegen Corona nur ausnahmsweise verlassen

Wegen der Infektionen dürfen auch die Bewohner von Norderney, Juist und Baltrum nur noch in Ausnahmefällen aufs Festland übersetzen. Dieses Verbot stoße bei den Insulanern auf Akzeptanz, aber auch auf Betroffenheit, sagte Ulrichs. „Im Augenblick muss man sich halt miteinander arrangieren.“ Die Menschen seien gewohnt, einander zu helfen. Als ein Problem nannte er viele verwaiste Baustellen auf Norderney. Auch die Handwerker dürften vom Festland nicht mehr auf die Insel.

Update, 17.55 Uhr: In Niedersachsen sind wegen der Corona-Krise die Baumärkte ab Montag für Privatpersonen geschlossen. Gewerbetreibende können gegen die Vorlage eines entsprechenden Nachweises aber weiterhin und trotz des Coronavirus unter Einhaltung von ausreichend Abstand zu anderen Personen einkaufen.

Auch Handwerker und Dienstleister, die durch Terminabsprachen mit ihren Kunden sicherstellen, dass sich keine Gruppen in ihren Räumlichkeiten aufhalten, können weiterhin ihrer Arbeit nachgehen.

Update, 15.40 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen ist auch von Sonntag auf Montag deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt meldet 1779 bestätige Coronavirus-Fälle - plus 193 Infizierte innerhalb von 24 Stunden (Stand 23. März, 14 Uhr). Sechs Personen seien an den Folgen einer Sars-CoV-2-Infektion inzwischen gestorben.

Die Polizei in Niedersachsen hat am Montag damit begonnen, das Kontaktverbot und weitere verschärfte Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu kontrollieren. „Wie in den letzten Tagen auch sind wir heute mit erhöhter Präsenz unterwegs“, sagte eine Sprecherin der Polizei Hannover am Montag. Auch in Kommunen wie Oldenburg, Braunschweig, Goslar oder Göttingen werden die am Sonntag beschlossenen Regelungen kontrolliert, ergab eine Nachfrage bei den jeweiligen Sprecherinnen und Sprechern. (jdw/dpa)

Mit einem umfassenden Kontaktverbot soll die Coronavirus-Ausbreitung in Niedersachsen verlangsamt werden. 

Corona-Krise in Niedersachsen: Polizei kontrolliert Kontaktverbot

Update, 23. März, 8 Uhr: Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist das von Bund und Ländern beschlossene Kontaktverbot nun auch in Niedersachsen inkraftgetreten. Ab Montag gehe die Polizei überall im Land herum und sorge dafür, dass die Menschen sich auch wirklich trennten, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der Fernsehsendung „Hallo Niedersachsen“ im NDR. Und weiter sagte er: „Es wird jetzt drauf ankommen, dass wir drei, vier Wochen ganz diszipliniert sind.“ Wenn das gelinge, gebe es eine gute Chance, mit Corona fertig zu werden.

In Niedersachsen sind im Moment 1586 Corona-Infektionen bestätigt worden (Stand: Sonntag, 14 Uhr). Das Landesgesundheitsamt hat bislang vier Todesfälle gemeldet. (dpa/jdw)

Coronavirus in Niedersachsen: Freiheit der Menschen wird weiter eingeschränkt

Update, 18.50 Uhr: Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Kontaktverbot zur Eindämmung der Corona-Pandemie verkündet hat, meldet sich nun auch Niedersachsen-Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu Wort. „Ich bin mir bewusst, dass diese weiteren Verschärfungen die Freiheit der Menschen in Niedersachsen stark einschränken“, sagte er am Sonntagabend. „Sie sind aber notwendig, die Lage ist sehr ernst. Wir müssen alle miteinander alles dafür tun, dass möglichst wenige Menschen infolge des Coronavirus sterben.“

Bundesweit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Schließen müssen zudem alle Restaurants sowie Dienstleistungsbetriebe mit enger körperlicher Nähe wie Friseure, Massagepraxen oder Kosmetikstudios. Die verschärften Regeln sollen für mindestens zwei Wochen gelten. In Niedersachsen gelten die zuvor beschlossenen Maßnahmen bis einschließlich 18. April. (jdw/dpa)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hofft auf Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie. Versprechen kann er nichts.

Corona-Krise in Niedersachsen: Kontaktverbot beschlossen

Update, 16.50 Uhr: Der Corona-Krisengipfel zwischen der Bundesregierung und den Bundesländer hat neue Ergebnisse hervorgebracht. So ist ein umfangreiches Kontaktverbot beschlossen worden - dies gilt auch für Niedersachsen. Das Kontaktverbot bedeutet, dass Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen nicht mehr zulässig sind. Ausgenommen sind zum Beispiel Familien, Lebenspartner und Personen, die in einem Haushalt zusammenleben. 

Dies bestätigte inzwischen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) während einer Pressekonferenz. Eine Ausgangssperre sei nicht das richtige Mittel, so Laschet weiter. Das Kontaktverbot soll Infektionsketten unterbrechen. In NRW wird die Verordnung noch am Sonntag erlassen und gilt bis einschließlich 19. April. Wann Niedersachsen nachzieht, ist noch unklar. (jdw)

Coronavirus in Niedersachsen: Zahl der Infektionen steigt weiter

Update, 14.55 Uhr: Auch von Samstag auf Sonntag ist der Zahl der Corona-Infizierten in Niedersachsen deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt meldet aktuell 1586 Personen, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben (Stand: 22. März, 14 Uhr). Das ist ein Plus von 134 Fällen im Vergleich zu den Zahlen des Vortages. Am schwersten betroffen ist die Region Hannover mit 341 Corona-Fällen (plus 31). Dort sind am Freitag zwei Senioren an der Erkrankung gestorben. Insgesamt zählt Niedersachsen im Moment vier Todesfälle. (jdw)

Corona-Krise in Niedersachsen: Krankenhäuser brauchen dringend Hilfe

Update, 22. März, 10.50 Uhr: Die Krankenhäuser in Niedersachsen fühlen sich in der Corona-Krise im Stich gelassen und werfen der Bundesregierung Wortbruch vor. „Wir sind fassungslos und empört“, sagte der Vorsitzende der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG), Hans-Heinrich Aldag, am Sonntag. Der am Samstag vorgelegte Gesetzentwurf breche das gegebene Versprechen, die Krankenhäuser nicht auf den Kosten sitzen zu lassen. Es werde zudem kein einziger Euro für die hohen Mehrkosten für die persönliche Schutzausrüstung der Mitarbeiter als Finanzierungspauschale bereitgestellt. Gegen den Entwurf protestieren Kliniken bundesweit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte daraufhin am Samstagabend Nachbesserungen an.

Auch der Verband der Privatkliniken Niedersachsen und Bremen nennt den Gesetzentwurf „ein Desaster“. Derzeit setzten Rehabilitationskliniken nicht dringend notwendige Behandlungen aus oder brechen sie sogar ab, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen. „Viele Kliniken werden aufgrund dieser Rahmenbedingungen zumindest Kurzarbeit beantragen müssen, betriebsbedingte Kündigungen und schließlich Insolvenzen sind zu erwarten“, kritisierte Verbandsgeschäftsführer Detlef Bätz.

Das Coronavirus breitet sich in Niedersachsen weiter aus. Krankenhäuser fühlen sich im Stich gelassen.

Update, 17.50 Uhr: In Niedersachsen gibt es ein drittes Corona-Todesopfer. Im Landkreis Harburg starb in der Nacht zum Samstag ein 87-Jähriger, der nach Angaben des Landkreises eine Vorerkrankung hatte und seit einigen Tagen in einem Krankenhaus behandelt wurde. (dpa)

Coronavirus in Niedersachsen: Erste Todesopfer in der Region Hannover

Update, 16 Uhr: Niedersachsen meldet die ersten zwei Todesfälle nach einer Coronavirus-Infektion. Zwei Männer im Alter von 70 und 84 Jahren seien am Freitag gestorben, sagte eine Sprecherin der Region Hannover am Samstag. 

Ob bei den Männern auch andere Krankheitssymptome vorlagen und wie lange sie im Krankenhaus behandelt worden waren, ließ die Sprecherin offen. Weitere Informationen zu den ersten Corona-Todesopfern in Niedersachsen solle es am Samstag nicht geben. „Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen und den Freunden der beiden Verstorbenen“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau laut einer Mitteilung. (dpa/jdw)

Corona in Niedersachsen: 190 Neu-Infektionen gemeldet

Update, 15.15 Uhr: Das Land Niedersachsen hat neue Zahlen zur Coronavirus-Epidemie veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Infektionen von Freitag bis Samstag, 14 Uhr, erneut stark gestiegen. Landesweit sind 190 Neu-Infektionen gemeldet worden - insgesamt haben sich nun bereits 1452 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, meldet das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Den stärksten Anstieg hatte der Landkreis Emsland zu verzeichnen. Dort wurden 27 Neu-Fälle verzeichnet, nun sind 57 Corona-Infektionen im Landkreis registriert worden. (jdw)

Update, 21. März, 11 Uhr: Niedersachsens Landeskriminalamt (LKA) warnt vor Kriminellen, die aus der Corona-Krise Profit schlagen wollen. „Die Betrüger suchten nach Ängsten in der Bevölkerung“, sagte LKA-Sprecherin Katrin Gladitz der „Braunschweiger Zeitung“. „Corona löst derzeit natürlich die größten Sorgen aus. Die Betrüger sind kreativ.“

Coronavirus in Niedersachsen: LKA warnt vor Fakeshops und falschen Polizisten

So habe das LKA Niedersachsen einen Fakeshop im Internet im Blick, der angebliche Schutzmasken verkaufe. „Bisherige Kontaktaufnahmen zum Provider waren nicht erfolgreich“, erklärte Gladitz. Ebenso warnt das LKA Niedersachsen vor falschen Polizisten: „Die Täter geben vor, von der Polizei oder vom Gesundheitsamt zu sein. Man müsse angeblich einen Abstrich machen oder man werde angeblich unter Quarantäne gestellt“, berichtete die LKA-Sprecherin. Echte Mitarbeiter der Gesundheitsämter und auch Polizisten würden sich ausweisen, stellte Gladitz klar.

Schon das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte vor Betrügern gewarnt, die Schutzanzüge und Mundschutz tragen und versuchen, sich Zutritt zu Häusern und Wohnungen zu verschaffen. Sie sollen unter anderem im Landkreis Nienburg unterwegs gewesen sein. (dpa)

Die Corona-Krise wird von Betrügern ausgenutzt. Das LKA Niedersachsen warnt nun vor falschen Polizisten.

Corona trifft Spargel: Wie wird die Saison laufen?

Update, 18.40 Uhr: Kurz vor Beginn der Spargelsaison droht den Landwirten in Niedersachsen ein Ausfall der Erntehelfer. Wegen der Corona-Krise gelingt es den Betrieben derzeit nicht, Arbeitskräfte aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern zu bekommen. 

„Wir laufen auf eine bedrohliche Situation zu“, sagte Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr. Große Teile der Ernte müssten womöglich auf den Feldern liegen bleiben. In den vergangenen Jahren hätten sich die Betriebe immer mehr vor allem auf osteuropäische Saisonarbeitskräfte verlassen, die bei der Spargel- und Erdbeerernte eingesetzt werden.

„Es ist schwierig, die Erntehelfer werden nicht in voller Stärke anreisen“, sagte eine Sprecherin des Spargelhofs Thiermann in Kirchdorf (Kreis Diepholz). Die Angst, sich in Deutschland mit dem Coronavirus anzustecken, sei groß. Das Unternehmen gehe davon aus, in diesem Jahr nicht auf allen Flächen ernten zu können.

Der Alfken-Hof in Groß Köhren (Landkreis Oldenburg) komme nach eigener Aussagen mit den bereits vorhandenen Erntehelfern bis Mitte oder Ende April gut hin. Wenn dann aber die Beeren-Saison noch dazu kommt würde es auch da eng werden. (dpa/lmr)

Die Spargelsaison in Niedersachsen soll bald starten. Die Corona-Krise stellt die Betriebe vor enorme Herausforderungen.

Corona in Niedersachsen: Zahl der Infizierten steigt wieder an

Update, 16.50 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten im Land Niedersachsen steigt weiterhin rasant an. Die Landesgesundheitsamt meldet am Freitag, 14 Uhr, 1262 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Das ist ein Plus von 281 Neu-Infektionen innerhalb von 24 Stunden. Schwerpunkt ist die Region Hannover. Dort gibt es 304 Fälle - ein Plus von 106 Infektionen innerhalb eines Tages.

Bei einer Pressekonferenz der Landesregierung in Hannover sind weitere Zahlen zur Coronavirus-Epidemie in Niedersachsen genannt worden. So befinden sich rund 100 Corona-Infizierte zur Behandlung im Krankenhaus - etwa 20 davon werden beatmet, erklärte Claudia Schröder vom Corona-Krisenstab. Im Moment gebe es landesweit etwa 2600 Intensivplätze in den Krankenhäusern. Um auf steigende Fallzahlen vorbereitet zu sein, soll diese Anzahl stark erhöht werden, so Schröder weiter. Alle geplanten Operationen sind deshalb untersagt worden.

Corona in Niedersachsen: Ministerpräsident nennt Hamster-Käufe „völlig überflüssig“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ging auch auf die Hamster-Käufe im Land ein. Diese Käufe seien „völlig überflüssig“. Er verstehe diese Praxis absolut nicht. Der Handel melde bessere Umsätze als in der Woche vor Weihnachten. Das sei einfach nicht verständlich. Weil dankte dem Personal des Lebensmittelhandels, das unglaublich im Stress sei und wichtige Arbeit leiste. (jdw)

Update, 14.40 Uhr: Die Coronavirus-Epidemie hat weitere Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Niedersachsen. Ab Samstag, 18 Uhr, bleiben Restaurants und weitere Gastro-Betriebe für Besucher geschlossen. Diese Regelung gelte bis auf Weiteres. Der Außerhaus-Verkauf ist jedoch weiter möglich, bekräftigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatte das Land Bremen die Schließung der Restaurants verkündet. (jdw)

Coronavirus in Niedersachsen: Touristen müssen Nordseeinseln früher verlassen

Update, 11.55 Uhr: Das Coronavirus verbreitet sich weiter und sorgt landesweit für massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Landkreis Diepholz hat nun verfügt, dass Menschenansammlungen von mehr als zehn Personen unter freiem Himmel vorerst verboten sind. Im Landkreis Verden hat das Corona-Testzentrum eine erste Bilanz vorgestellt. (jdw)

Update, 8.50 Uhr: Urlauber müssen den Landkreis Aurich und seine Nordseeinseln wegen der Ausbreitung des Coronavirus spätestens bis Sonntag verlassen - drei Tage früher als bisher geplant. Bislang sei der 25. März - der kommende Mittwoch - Stichtag für die Abreise gewesen, teilte der Landkreis am Freitag mit. Die Kreisverwaltung habe dies per Allgemeinverfügung angeordnet. Die neue Regelung gelte sowohl für die Inseln wie Juist und Norderney als auch für das Binnenland - und für Zweitwohnungsbesitzer. Wegen der Ausbreitung des Erregers seien schnellere Rückreisen nötig, um die Bevölkerung zu schützen.

Das Coronavirus zeigt Wirkung: Diese Einkaufspassage in Hannover ist wie leer gefegt. Nun werden Restaurants geschlossen.

Corona in Niedersachsen: Touristen verlassen Norderney und Juist nicht

Der Landkreis kritisierte zudem, dass die Rückreisebereitschaft bei den Urlaubern „nicht im erforderlichen Maße vorliegt“. So seien derzeit noch zahlreiche Feriengäste auf den Inseln - allein auf Norderney seien noch 4000 Touristen. Fährbetriebe durften wegen des Coronavirus schon niemanden mehr auf die Inseln transportieren. Das gilt jetzt auch für die private Beförderung mit Booten und Flugzeugen. Die Kapazitäten der Intensivmedizin auf den Inseln seien für eine große Urlauberzahl nicht ausgelegt.

Die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen hatten sich darauf verständigt, alle Inseln in der Nord- und Ostsee für Touristen zu sperren. Die Maßnahmen sind zunächst befristet bis zum 18. April.

Coronavirus in Niedersachsen: Nachbarn organisieren Hilfen in vielen Orten

Update, 20. März, 8.15 Uhr: In zahlreichen Orten in Niedersachsen organisieren sich die Menschen wegen der Corona-Krise untereinander - per Facebook, WhatsApp oder per E-Mail und Telefon. Während Behörden bei allgemeinen Fragen zum Coronavirus oder der Kinderbetreuung weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, planen die Nachbarn Einkaufshilfen oder führen die Hunde ihrer Nachbarn aus.

Nachbarschaftshilfen gibt es mittlerweile viele - finden kann man sie bei Facebook oder über Aushänge und Hinweise in örtlichen Medien.

Die Initiativen heißen „Solidarität statt Hamsterkäufe“ (Hannover), „Altkreis Rotenburg - Corona Nachbarschaftshilfe“ oder „Weyher helfen Weyhern“, berichtet kreiszeitung.de*. Allen Mitgliedern ist gemein, dass sie Risikopatienten und anderen Hilfspatienten in der Corona-Krise nicht alleine lassen wollen mit deren Nöten und Sorgen.

Coronavirus in Niedersachsen: Tui verlängert Reisestopp drastisch

Update, 20.10 Uhr: Mehrere Tourismusunternehmen verlängern den Reisestopp wegen der Corona-Pandemie. Branchenprimus Tui Deutschland sagte sämtliche Reisen bis zum 23. April ab. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, werde das weltweite Programm bis dahin „pausieren“. 

Kunden, deren gebuchte Reisen in die Osterferien gefallen wären, sollen entsprechend informiert werden. Es könne dabei aber noch zu zeitlichen Verzögerungen kommen, „da die Vielzahl der Reisebuchungen nach Abreisedatum bearbeitet werden“.

Das Unternehmen aus Hannover hatte zum Wochenbeginn alle Reisen bis zunächst 27. März ausgesetzt. Nun werden vier Wochen drangehängt. Der reguläre Flug-, Hotel- und Kreuzfahrtbetrieb ist inzwischen eingestellt - es gibt aber zahlreiche Heimflüge, mit denen sich Tui am Rückholprogramm der Bundesregierung beteiligt. Man arbeite „rund um die Uhr daran, alle Urlauber wieder sicher und zuverlässig nach Hause zu bringen“, sagte Geschäftsführer Marek Andryszak.

Alltours verlängerte den Stopp für Flugpauschalreisen und Trips aus dem Individualprogramm bis einschließlich 30. April 2020. Die Reisen würden kostenlos storniert, Kunden erhielten eine Bestätigung. Schauinsland-Reisen hängte eine Woche dran bis einschließlich 3. April. Für einige Zielgebiete würden Reisen auch über den 3. April hinaus abgesagt.

Coronavirus: Niedersachsen meldet 981 Neuinfektionen

Update, 16 Uhr: Die Corona-Krise hat Niedersachsen fest im Griff. Seit Dienstag sind Bars, Diskotheken und viele Geschäfte geschlossen, um die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 zu verlangsamen. Die Läden des täglichen Bedarfs sind weiterhin geöffnet. Trotz dieser drastischer Maßnahmen steigt die Zahl der Neuinfektionen stark an. Das Land Niedersachsen meldet 981 bestätigte Corona-Fälle - Stand 19. März, 14 Uhr. Das bedeutet ein Plus von 241 Personen innerhalb von 24 Stunden. Am stärksten betroffen ist die Region Hannover mit 198 bestätigten Infektionen. Man richte sich inzwischen darauf ein, dass zunehmend Betroffene in Kliniken behandelt werden müssen, erklärte Expertin Claudia Schröder vom Gesundheitsministerium in Hannover.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat unterdessen vor einer drohenden Ausgangssperre wegen der Corona-Epidemie gewarnt, wenn die Disziplinlosigkeit angesichts verhängter Einschränkungen anhält. „Die Ausgangssperre wird kommen wenn klar ist, dass das alles nicht funktioniert“, sagte Pistorius am Donnerstag in Hannover. Hundertschaften der Bereitschaftspolizei würden nun mobilisiert, um die Beschränkungen für Versammlungen unter offenem Himmel und für die Gastronomie durchzusetzen. „Das ist keine Übung und das ist erst recht kein Spiel, das ist keine Gängelung von Politikern, die sich wichtig tun wollen.“ (jdw/dpa)

Das Coronavirus breitet sich in Niedersachsen rasant aus.

Coronavirus in Niedersachsen: Land sagt Abiturprüfungen nicht ab

Update, 19. März, 8 Uhr: Ob Nudeln oder Klopapier: Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat die Bürger, dazu aufgerufen, trotz der Corona-Krise keine Hamsterkäufe zu tätigen. „Ich kann die Sorge vieler Menschen verstehen, ich bitte sie allerdings dringlich, mit Augenmaß einzukaufen. Das Bevorraten mit Lebensmitteln ist nicht notwendig. Selbst wenn die Regale mal leer sind, werden sie wieder aufgefüllt werden“, sagte der Minister der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Und: „Es hat auch etwas mit der Solidarität untereinander zu tun, sich jetzt nicht mit 100 Rollen Toilettenpapier und kiloweise Nudeln einzudecken.“

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nennt Hamsterkäufe unnötig und betont: „Regale werden wieder aufgefüllt“.

Althusmann fügte hinzu, das Land werde alles unternehmen, um Ausgangssperren wegen Corona zu vermeiden. Sie seien das letzte Mittel. „Sollte die Infektionsdynamik sich weiter so beschleunigen wie bisher, müssen wir alle denkbaren Maßnahmen ergreifen“, sagte er aber auch.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwochabend in ihrer Fernsehansprache zur Corona-Krise gesagt: „Hamstern, als werde es nie wieder etwas geben, ist sinnlos und letztlich vollkommen unsolidarisch.“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich in der aktuellen Lage der Corona-Krise gegen Ausgangssperren ausgesprochen. „Wir sollten Ausgangssperren zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Deutschland vermeiden“, sagte Weil den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Sofern die geltenden Einschränkungen konsequent eingehalten würden, brächte eine Ausgangssperre nach Ansicht von Experten keinen wesentlichen gesundheitlichen Zusatzeffekt, so Weil. (dpa)

Coronavirus in Niedersachsen: Zahl der Infektionen steigt stark an

Update, 19.20 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten steigt weiterhin an. Das Land Niedersachsen meldet am Abend 740 bestätigte Covid-19-Fällle. (lmr)

Abiturprüfungen sollen in Niedersachsen trotz des Coronavirus stattfinden.

Update, 17.45 Uhr: Anders als andere Bundesländer verschiebt Niedersachsen die Abiturprüfungen vorläufig nicht. Zurzeit sei keine Veränderung der vorgesehenen Termine geplant, teilte das Kultusministerium in Hannover am Mittwoch mit. Angesichts der Corona -Epidemie seien Änderungen an den Zeitplänen aber nicht auszuschließen. Das Ministerium bereite entsprechende Szenarien vor. Diese würden vor Start der Osterferien Ende kommender Woche entschieden und bekanntgegeben.

Die schriftlichen Abiturprüfungen beginnen planmäßig am 20. April mit dem Fach Geschichte und enden am 13. Mai mit den Fächern Sport und Informatik. Für eine mögliche Verschiebung kämen die bereits terminierten Nachschreibtermine vom 18. Mai bis zum 12. Juni in Betracht, hieß es vom Ministerium. Nach Mecklenburg-Vorpommern hatte auch Bayern angekündigt, wegen der derzeitigen Schulschließungen in der Coronakrise die Abiturprüfungen zu verschieben. (dpa)

Die Corona-Krise schränkt das Leben in Niedersachsen ein. Jetzt appelliert die Landesregierung an Touristen: „Bleiben Sie zu Hause.“

Update, 15.30 UhrNiedersachsen hat angesichts der Coronavirus-Epidemie Touristen und Ausflügler aufgerufen, dem Bundesland fernzubleiben. „Der Appell an Menschen in den Nachbarländern und den Niederlanden ist, bleiben Sie zu Hause“, sagte der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, am Mittwoch in Hannover. Ein förmliches Verbot sei dabei aber weder praktikabel noch erforderlich. Ein neuer Erlass verbietet Hotels, Campingplätzen und allen übrigen - auch privaten - Zimmervermittlern in Niedersachsen ab Mittwoch das Vermieten von Quartieren an Touristen. (dpa)

Update, 10.15 Uhr: Das Coronavirus lähmt das öffentliche Leben in Niedersachsen. Gähnende Leere herrscht an Orten, wo sonst die Parkplätze gut gefüllt sind - so zum Beispiel im Outlet-Center Ochtum Park in Stuhr-Brinkum (Landkreis Diepholz). Unser Reporter fand ein besonderes Bild der Lage vor. (jdw)

Coronavirus in Niedersachsen: Hotels und Gaststätten in Existenz bedroht

Update, 18. März, 8.45 Uhr:Das Coronavirus breitet sich rasant in Niedersachsen aus. Hoteliers und Restaurantbetreiber warnen nun vor existenziellen Problemen für ihre Betriebe. „Für unser Gewerbe ist das eine Katastrophe, weil plötzlich nicht mehr die Umsätze ins Haus kommen, mit denen man gerechnet hat als Unternehmer. Die Kosten aber laufen weiter“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotels- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Niedersachsen, Rainer Balke, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) am Mittwoch. Insofern potenzierten sich die Probleme, die im Augenblick auf das Gastgewerbe zukämen.

Freie Sicht: Nur noch wenige Autos stehen auf dem Parkplatz des Ochtum Parks.

Balke bekräftigte seine Forderung, die Mehrwertsteuer für die Gastronomie komplett auf sieben Prozent zu senken: „Es wäre in dieser Situation eine vertrauensbildende Maßnahme in Richtung Gastgewerbe. Wir sind nachweislich die Branche, die im Augenblick am meisten leidet.“ Seit Februar seien die Geschäfte massiv eingebrochen. Erst im Geschäftsreiseverkehr und dann auch im privaten Sektor. Für viele entstünden schon Ende März dicke finanzielle Probleme, für andere spätestens Ende April. (dpa)

Coronavirus in Niedersachsen: Drastischer Anstieg an Infektionen

Update, 18.30 Uhr: Das Land Niedersachsen meldet am Dienstagabend einen deutlichen Anstieg an Corona-Infizierten. Die Zahl ist vom Vortag um 175 auf 563 bestätigte Fälle gestiegen.

Update, 14.20 UhrTausende Urlauber haben die ostfriesischen Inseln am Montag nach der angeordneten Sperrung wegen des Coronavirus verlassen. Rund 3000 Menschen nahmen Fähren von Norderney ans Festland sowie etwa 500 Leute von Juist, wie die Reederei Norden-Frisia am Dienstag mitteilte. 

Coronavirus in Niedersachsen: Desaster für ostfriesische Inseln

Von Langeoog traten laut Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) rund 700 Gäste die Rückreise an. Maximal 300 Menschen hätten dabei eine Fähre besteigen dürfen, um genügend Abstand zueinander halten zu können. „Wir gehen davon aus, dass heute um die 600 Gäste die Insel verlassen“, sagte sie. „Bis Donnerstag dann noch jeweils 300 und dann dürfte das langsam auslaufen.“

Wangerooge verließen wegen der drastischen Maßnahmen von Niedersachsen zur Eindämmung des Coronavirus laut Rathaus am ersten Tag nach der Ankündigung rund 360 Gäste von insgesamt 1000. Von Spiekeroog und Baltrum wurden weitere rund 600 Touristen zum Teil mit Zusatzfähren ans Festland gebracht. „Das ist eine desaströse Situation für alle auf der Insel“, sagte Langeoogs Bürgermeisterin Horn mit Blick auf die Osterferien, wenn eigentlich zahlreiche Touristen kommen. (dpa)

Coronavirus in Niedersachsen: Volkswagen setzt Produktion aus

Update, 9.30 Uhr: Die Corona-Krise hat längst die Wirtschaft in Niedersachsen und Bremen erreicht. Jetzt zieht der Volkswagen-Konzern aus Wolfsburg Konsequenzen. In zahlreichen Werken in Europa soll die VW-Produktion für zwei bis drei Wochen ausgesetzt werden. Diese Maßnahme soll kommenden Freitag umgesetzt werden. (jdw)

Die Corona-Krise hat nun auch Volkswagen erfasst. Der Konzern aus Wolfsburg will die Produktion aussetzen.

Update, 17. März, 7.30 Uhr: Zur Bewältigung der Coronavirus-Epidemie sind die Maßnahmen der Landesregierung Niedersachsen inkraftgetreten. Ab sofort sind zahlreiche Geschäfte, Bars und Diskotheken bis einschließlich 18. April geschlossen. Offen bleiben unter anderem Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Wochenmärkte und weitere Geschäfte des täglichen Bedarfs. (jdw)

Coronavirus in Niedersachsen: Drastische Maßnahmen bundesweit

Zusammenfassung, 16. März: Während der Pressekonferenz zur Corona-Krise in Niedersachsen haben Innenminister Stephan Weil und Gesundheitsministerin Carola Reimann ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung des Coronavirus vorgestellt. Dieses Paket beinhaltet zum einen, dass alle Händler, die nichts für den täglichen Bedarf anbieten, ab Dienstagmorgen, 6 Uhr, geschlossen haben werden. Apotheken, Supermärkte und Wochenmärkte werden weiterhin offen sein.

Gesundheitsministerin Carola Reimann und Ministerpräsident Stephan Weil berichten Aktuelles zur Corona-Krise.

Auch Restaurants seien weiterhin erreichbar - allerdings nur zu bestimmten Zeiten. Laut Weil sollen sie zwischen 6 und 18 Uhr geöffnet haben dürfen. Und dann auch nur unter speziellen Auflagen - so muss zum Beispiel ein Abstand zwischen den Tischen gesichert sein. Des weiteren ist das Benutzen von Spielplätzen untersagt. Um die Lebensmittelversorgung von privaten Haushalten aufrecht zu erhalten, soll das Sonntagsverkaufsverbot aufgehoben werden. 

Diese Erlässe gelten vorerst bis zum 18. April. Nach Ostern wollen die Minister die Corona-Krise in Deutschland neu bewerten.

Coronavirus in Niedersachsen: Erlasse gelten ab Dienstag, 6 Uhr

17.41 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

17.40 Uhr: Das Maßnahmenpaket werde in verschiedene Erlasse unterteilt. Alle Schließungen gelten ab Dienstagmorgen 6 Uhr. Auch Osterfeuer werden abgesagt. Bei zum Beispiel VW-Fließband-Arbeit oder Call-Center-Arbeit seien laut Weil „zur Stunde“ keine Einschränkungen vorgesehen. Beim Eingreifen in solche Ketten seien die Folgen nicht absehbar.

17.38 Uhr: Zu einer Aufschlüsselung der bestätigten Corona-Fälle sagt Carola Reimann: „Es gibt relativ wenig Fälle, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.“ Sie schätzt eine Handvoll.

17.34 Uhr: Reimann meldet auch erste Genesungen. Einige Patienten hätten die Infektion bereits überwunden.

Das Coronavirus breitet sich in Niedersachsen weiter aus. Krankenhäuser fühlen sich im Stich gelassen.

17.33 Uhr: Das Coronavirus sei nach wie vor nachverfolgbar. Die Arbeit der Gesundheitsämter hätte dazu geführt, dass sich die Zahl der Infizierten zwar stetig, aber langsam verbreitet hätte. 

17.30 Uhr: Reha-Zentren und Physiotherapie-Praxen werden weiterhin offen sein, sagt Carola Reimann.

17.29 Uhr: Reimann hebt nochmal hervor, dass man nicht davon ausgehen soll, dass die Maßnahmen binnen weniger Tage Wirkung zeigen. Man müsse schon zehn Tage abwarten, um Ergebnisse zu sehen. Zudem würden jetzt noch einige Urlauber aus Skigebieten zurückkehren, die mit dem Coronavirus infiziert sein könnten.

17.27 Uhr: Weil beschreibt die Maßnahmen als „weitreichend“. Dass es noch eine „Stufe drei“ mit weiteren Maßnahmen geben wird, soll damit vermieden werden. Nach Ostern soll geschaut werden, wie es weiter geht. Dieser Erlass gilt bis zum 18. April.

Coronavirus in Niedersachsen: Benutzen von Spielplätzen verboten

17.25 Uhr: Ministerpräsident Weil betont nochmal, dass das Benutzen von Spielplätzen verboten ist. Dazu gab es einige Nachfragen.

17.20 Uhr: Der Erlass gilt laut Reimann ab Dienstag, 6 Uhr. Alle Geschäfte außer Apotheken und Lebensmittelhändler werden ab dem Zeitpunkt geschlossen sein. Behörden werden laut Weil auch zum Teil geschlossen sein - zumindest dann, wenn sie nicht existenziell sind. Funktionierende Gesundheitsämter allerdings seien in dieser Zeit unerlässlich.

17.16 Uhr: Nun spricht Gesundheitsministerin Carola Reimann. Sie berichtet von 391 Corona-Fällen in Niedersachsen (Stand: 16. März, 16 Uhr). Des weiteren werden Saunen, Schwimmbäder und Freizeitparks geschlossen. 

Schutzmaßnahmen für Altenheime werden verschärft. Alle privaten Besuche in Alten-, Pflegeheimen und Krankenhäuser werden verboten. Ausgenommen seien werdende Väter und Besuche auf Palliativstationen. Alle planbaren Operationen in Krankenhäusern werden seit Montag verschoben. 

17.13 Uhr: Restaurants sollen weiterhin offen bleiben, allerdings in bestimmten Zeiten. Sie sollen spätestens um 18 Uhr schließen. 

Die Maßnahmen werden nicht innerhalb zwei bis drei Tagen zu Veränderungen bei Infektionszahlen führen. Nach zehn Tagen sollen erste Veränderungen zu sehen sein. Das Maßnahmenpaket gelte vorerst bis nach Ostern.

Coronavirus in Niedersachsen: Bars, Clubs und Diskotheken machen dicht

17.11 Uhr: Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsaufkommen werden geschlossen. Dazu zählen unter anderem Bars, Clubs und Diskotheken. Auch die Nutzung von Spielplätzen soll reduziert werden. 

Weiterhin sind Zusammenkünfte verboten in Vereinen, Volkshochschulen und Glaubensstätten. Zusammenkünfte in großen Glaubensgemeinschaften sollen Weils Auffassung nach nicht verboten werden müssen. Er ruft allerdings zur Besonnenheit auf. 

17.07 Uhr: Weil will heute die zweite Stufe des Corona-Eindämmungskonzepts vorstellen. Es soll ein einheitliches Vorgehen zwischen den 16 Bundesländern geben. Die Maßnahmen gelten offiziell ab Mittwoch.

Nicht geschlossen werden laut Weil Geschäfte des täglichen Bedarfs: Lebensmittel, Wochenmärkte und Lieferdienste. Auch das Sonntagsverkaufsverbot soll aufgehoben werden.

17.04 Uhr: Die Pressekonferenz der niedersächsischen Landesregierung zur Corona-Krise startet. Anwesend sind Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD).

16.17 Uhr: Nachdem unter anderem bei den Schulschließungen noch jedes Bundesland einzeln seine Regelungen bekannt gegeben hatte, strebten die Länder nun danach, weitere Beschränkungen angesichts der Corona-Epidemie möglichst einheitlich und gleichzeitig vorzunehmen, berichtet der NDR. 

Bei der Pressekonferenz in Bremen wurde bereits verkündet, dass Bars, Clubs und Diskotheken ab Mittwoch geschlossen sind. Auch der Einzelhandel ist von dieser Regelung betroffen.

Update, 15 Uhr: Die Landesregierung verschiebt die Pressekonferenz zur Corona-Krise auf 17 Uhr.

Coronavirus in Niedersachsen: Land informiert über Maßnahmen

Update, 14.30 Uhr: Das neuartige Coronavirus breitet sich in Niedersachsen immer weiter aus. Ab 15 Uhr wird der Krisenstab der Landesregierung über weitere erforderliche Schritte informieren. Wir tickern von der Pressekonferenz.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt aktuell 287 Fälle von Corona-Infizierten. Trotz der steigenden Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus will Niedersachsen nicht den Katastrophenfall ausrufen. 

Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus schaltet Niedersachsen laut Ministerpräsident Stephan Weil „zwei Gänge runter“. Neben Schulen und Kitas bleiben auch Theater, Museen und Bibliotheken bis Mitte April geschlossen, berichtet kreiszeitung.de*.

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Rubriklistenbild: © picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa

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