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Corona-Zahlen explodieren in Nordkorea: 1,2 Millionen Fieber-Patienten - Bittet Kim Jong-un nun um Hilfe?

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Von: Martina Lippl

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Corona in Nordkorea: Machthaber Kim Jong Un besucht eine Apotheke in der Hauptstadt Pjöngjang.
Corona in Nordkorea: Machthaber Kim Jong Un besucht eine Apotheke in der Hauptstadt Pjöngjang. © KCNA/dpa

In Nordkorea ist vermutlich kaum jemand gegen das Coronavirus geimpft. Zwei Jahre lang wurde kein Corona-Fall gemeldet, jetzt explodieren plötzlich die Zahlen. Das Militär soll eingreifen.

Pjöngjang – Vor einigen Tagen meldete Nordkorea die erste offizielle Coronavirus-Infektion. Dann folgte der Bericht über den ersten „fieberbedingten“ Todesfall. Das Land leugnet seit zwei Jahren die Corona-Pandemie und vermeidet auch jetzt die Krankheit beim Namen zu nennen. Von der „Ausbreitung der Epidemie“ ist die Rede. Inzwischen ist die Zahl der Todesfälle nach offiziellen Angaben auf 50 gestiegen. Die Zahl der Patienten mit Fiebersymptomen sei auf mehr als 1,2 Millionen geklettert, berichteten die Staatsmedien am Montag unter Berufung auf das Notfallzentrum zur Epidemie-Prävention.

Nordkorea: Kim Jong-un befiehlt Militär bei der Arzneimittel-Versorgung zu helfen

Machthaber Kim Jong-un habe angeordnet, dass das Militär die Medikamenten-Versorgung in der Hauptstadt Pjöngjang „sofort stabilisiere“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Kim übte laut KCNA „scharfe Kritik“ an der „unverantwortlichen Arbeitseinstellung“ der zuständigen Beamten im Kabinett und den Gesundheitsbehörden. Der Machthaber beanstandete demnach insbesondere, dass die Apotheken nicht rund um die Uhr geöffnet sind. Er warf den Beamten vor, sie hätten „die Ärmel nicht hochgekrempelt und die aktuelle Krise nicht richtig erkannt“.

Corona-Lage in Nordkorea spitzt sich dramatisch zu

Kims öffentliche Kritik sei ein Anzeichen dafür, dass die Lage sehr ernst sei, sagte Professor Yang Moo Jin von der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul der Nachrichtenagentur afp. Yang geht davon aus, dass Nordkorea internationale Hilfe benötigen wird, um durch die massive Omikron-Welle zu kommen: „Wenn Chinas Hilfe nicht ausreicht, um den Ausbruch zu bewältigen, wird Nordkorea Südkorea, die USA oder internationale Organisationen um Hilfe bitten.“

Impfstoff-Angebote von China und der Weltgesundheitsorganisation hat Nordkorea bisher abgelehnt. Nach den Meldungen über den Omikron-Ausbruch im Land haben sowohl die Regierung in Peking als auch Südkorea der Führung in Pjöngjang erneut Impfstoffe angeboten.

Coronavirus - Nordkorea: In Nordkorea verschärft sich die Corona-Lage. Eine Angestellte des Kyonghung Foodstuff General Store desinfiziert die Theken.
In Nordkorea verschärft sich die Corona-Lage. Eine Angestellte des Kyonghung Foodstuff General Store desinfiziert die Theken. © Cha Song Ho/dpa

Corona in Nordkorea: Kim Jong-un lässt alles abriegeln

Nordkorea hatte erst am Donnerstag (12. Mai) bekannt gegeben, dass die hoch ansteckende Omikron-Variante in Pjöngjang entdeckt worden sei. Laut KCNA wurde für alle Provinzen und Städte ein „völliger Lockdown“ angeordnet. Trotz drastischer Maßnahmen meldet Nordkorea aber täglich hohe Zahlen neuer Fälle in der ungeimpften Bevölkerung.

Wie viele der bislang gemeldeten „Fieber“-Todesfälle auf das Coronavirus zurückzuführen sind, blieb unklar. Laut dem Nordkorea-Experten Cheong Seong Chang vom südkoreanischen Sejong-Institut ist es „nicht übertrieben, all diese Fälle von ‚Fieber‘ als Covid-19-Erkrankungen zu betrachten“, da Nordkorea die Tests fehlten.

Nordkorea hatte Anfang 2020 seine Grenzen abgeriegelt, um sich vor der Pandemie zu schützen. Das Land verfügt laut Experten über eines der schlechtesten Gesundheitssysteme der Welt. Die Krankenhäuser sind schlecht ausgestattet und verfügen nur über wenige Intensivstationen. Medikamente zur Behandlung von Covid-19 und Kapazitäten für Massentests sind demnach gar nicht vorhanden. Nordkorea liegt wirtschaftlich am Boden, die Bevölkerung ist von einer Hungersnot betroffen. (dpa/afp/ml)

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