Viele Deutsche warten derzeit auf ihren Impftermin.
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Eine Krankenschwester zieht den Corona-Impfstoff von Pfizer-Biontech in eine Spritze.

Ausfallquote bei Astrazeneca

Tausende erscheinen nicht zum Impftermin in NRW - Auch in anderen Bundesländern ein Problem?

  • vonTanja Kipke
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Viele Menschen in ganz Deutschland warten derzeit auf ihren Impftermin. In NRW sollen über zehntausend Menschen seit Ende Januar nicht zu ihrem Termin erschienen sein.

Essen, Köln, Düsseldorf - Die Impftzentren in NRW impfen seit rund einer Woche Menschen mit den Geburtsjahren 1950/1951. In den Großstädten von Nordrhein-Westfalen sollen nach Angaben der BILD seit Ende Januar über 10.000 Menschen nicht zu ihrem Impftermin für die Corona-Schutzimpfung erschienen sein. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) sei besorgt darüber, denn die Termine können nicht einfach so neu vergeben werden.

NRW: Über Zehntausende erscheinen nicht zum Impftermin - Impfstoff könne verfallen

„Es besteht so die Gefahr, dass der wertvolle Impfstoff unnötig verfällt“, so ein Sprecher der KVNO zur BILD. „Durch entsprechende Warte- und Nachrücker-Listen gelingt dies zwar glücklicherweise in der Regel, es führt aber bisweilen zu organisatorischen Schwierigkeiten.“ Auf der Warteliste würden sich zum Beispiel chronisch Kranke und Kontaktpersonen von Pflegefällen befinden.

Die KVNO appelliert dringend an alle, ihren Impf-Termin im Notfall rechtzeitig zu stornieren, „damit andere davon alternativ profitieren können“. Die Stornierung sei online oder telefonisch ohne Weiteres möglich. Dadurch können die Impftermine problemlos neu vergeben werden.

Impf-Absagen in anderen Bundesländern - Ausfallquote vor allem bei Astrazeneca

Ob die Impf-Absagen auch bei anderen Bundesländern ein Problem sei, hat die BILD bei den zuständigen Behörden nachgefragt. Aus dem Sozialministerium in Baden-Württemberg heißt es, dass Ausfälle „nur im erwartbaren Maß, etwa wegen Krankheit“ vorkommen würden. „Dass Impfstoff verfällt, kommt äußerst selten vor“, so ein Sprecher gegenüber der BILD.

Im Bremer Impfzentrum sei die Lage ähnlich: „Sollten an einem Abend einzelne Dosen übrig sein, werden diese kurzfristig an Beschäftigte in den Impfzentren, des Rettungsdienstes oder des Katastrophenschutzes verimpft. Alles priorisierte Personengruppen“, erklärt Sprecher Lukas Fuhrmann gegenüber BILD. Die Anzahl derjenigen, die einfach nicht erscheinen, bewege sich unter einem Prozent.

In Hessen und Niedersachsen gäbe es Terminabsagen vor allem beim Impfstoff des Herstellers Astrazeneca. Hier liege die Ausfallquote zwischen 20 und 25 Prozent. Die übriggebliebenen Impfdosen würden jedoch nicht verfallen und an impfberechtigte Personen weitergeben werden.

Video: Vorteile für Geimpfte in Bayern und Hessen

Corona-Impfungen: Berlin, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben eigene Strategie

In Berlin geht man einen anderen Weg. Die Spritzen mit den Corona-Impfstoffen werden erst dann aufbereitet, wenn der Patient schon im Impfzentrum anwesend ist. So vermeide man den Verfall von Impfdosen. Sollten dennoch Impfdosen übrig bleiben, werden diese an Mitarbeitende verimpft, so ein Senatssprecher gegenüber der BILD.

In Thüringen bewahrt man Ampullen, die noch nicht angebrochen sind, im Kühlschrank auf. Dort halten sie sich einige Tage. Der Einsatz in den Impfzentren wird so geplant, dass keine aufgezogene Spritze verfällt. Im Notfall werden Impfwillige angerufen, die zum Beispiel erst in ein paar Tagen ihren Termin gehabt hätten.

„Jeder nicht abgesagte Termin ist im schlechtesten Fall eine verlorene Impfung, die jemand anderes hätte bekommen können“, sagte der Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) von Mecklenburg-Vorpommern. Daher habe das Gesundheitsministerium extra eine spezielle Hotline eingerichtet, bei der Bürger ihren Termin ganz einfach absagen können. Ab Donnerstag (29. April) solle die zusätzliche Hotline freigeschaltet werden. (tkip)

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