Deutschland muss an Weihnachten auf große Familienfeiern verzichten. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet streicht als erster Landeschef alle Lockerungen für Heiligabend und die Feiertage.
München/Düsseldorf - Die Coronavirus-Pandemie* macht vor Weihnachten im wahrsten Sinne des Wortes nicht Halt.
Nach einer regelrechten Explosion der Infektionszahlen am Freitag, 11. Dezember, mit fast 30.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden in ganz Deutschland hat Armin Laschet (CDU) alle geplanten Lockerungen Nordrhein-Westfalens zum Weihnachtsfest gestrichen. Der NRW-Ministerpräsident forderte, diese Maßnahme in ganz Deutschland umzusetzen.
Corona-Lockdown in NRW: Winterberg im Hochsauerland. (Symbolbild)
© Julian Stratenschulte/dpa
Demnach dürfen sich in NRW an Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen maximal zwei Hausstände mit fünf Personen treffen. „Die Kontaktbeschränkungen über Weihnachten sollen zurückgenommen werden. Es gilt: Zwei Hausstände mit maximal fünf Personen. Mehr als fünf Personen und zwei Hausstände dürfen sich an Silvester nicht treffen“, erklärte Laschet bei einer Sonder-Pressekonferenz in Düsseldorf zur Covid-19*-Lage.
Laschet schilderte von „dramatische Berichte aus den Intensivstationen überall in Deutschland“.
Der Landeschef aus Nordrhein-Westfalen forderte weiter, den ursprünglich für Sonntag geplanten Corona-Krisengipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)* von Sonntag auf Samstag vorzuverlegen - aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der Pandemie.
„Schnelles und gemeinsames Handeln ist jetzt wichtig. Wir brauchen schnellstmöglich eine Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin, um einen harten Lockdown für ganz Deutschland vorzubereiten“, schrieb Laschet bei Twitter.
„Der Lockdown muss schnellstmöglich kommen. Sämtliche Geschäfte jenseits des lebensnotwendigen Bedarfs werden schnellstmöglich geschlossen, bis zum 10. Januar“, erklärte der CDU-Politiker, der als Vertrauter von Kanzlerin Merkel gilt, zuvor auf seiner Pressekonferenz: „Die Präsenzpflicht an den Schulen wird für diesen Montag aufgehoben, sodass wir weniger Schüler im Unterricht haben. Schüler ab der Klasse acht sollen zu Hause bleiben und werden auf Distanz unterrichtet.“
Geht es nach Laschet, dürfe es im Föderalstaat Deutschland mit seinen 16 Bundesländern jetzt „keinen Flickenteppich mehr geben“. Der 59-Jährige verlangte „schnellstmöglich“ nach einheitlichen Regeln - auch zu Weihnachten. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks