Land im Ausnahmezustand

Corona in NRW: Nächste Städte jetzt Risikogebiet - Minister wehrt sich gegen Regierungsvorgaben - „Macht kein Sinn“

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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  • Patrick Huljina
    Patrick Huljina
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In Nordrhein-Westfalen steigen die Corona-Infektionszahlen. Die nächsten Großstädte sind über den Warnwert gerutscht und gelten nun als Risikogebiete.

  • Neben Köln überschreiten Kreise und Städte in NRW den kritischen 7-Tage-Inzidenz-Wert* von 50. Vielerorts sind nun verschärfte Corona*-Regeln in Kraft.
  • In Nordrhein-Westfalen (NRW) nimmt die Zahl der Risikogebiete zu. Auch Düsseldorf und Köln sind jetzt betroffen.
  • NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat angekündigt, dass das Beherbergungsverbot weiterhin nicht umgesetzt wird.
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 14. Oktober finden Sie hier.

Update vom 14. Oktober, 15.43 Uhr: Die Stadt Essen hat zu einer besonderen Maßnahme gegriffen: Über ein Online-Formular können Corona-Regelverstöße anonym gemeldet werden. Wolfgang Kubicki (FDP) kritisierte das scharf.

Update vom 13. Oktober, 22.22 Uhr: Nach der Landeshauptstadt Düsseldorf führt nun auch die Rheinmetropole Köln eine Sperrstunde für Restaurants und Bars ein. Ab Mittwoch dürfen die Kneipen in der Domstadt nur noch bis 1 Uhr nachts geöffnet haben. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts liegt die 7-Tages-Inzidenz von Köln bei 66 und damit deutlich über dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwoohner.

Derweil hat NRWs Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) den Vorschlag, die Winterferien aufgrund der Corona-Pandemie zu verlängern, abgelehnt. „Nach dem Lockdown im letzten Schuljahr muss es in diesem Schuljahr darum gehen, dass Schule in geregelten Strukturen stattfindet und die Kinder so viel Präsenzunterricht wie möglich erhalten ohne lange Unterbrechungszeiten wie einen Monat Weihnachtsferien“, so Gebauer gegenüber rp-online. Unions-Politiker hatten die Verlängerung vorgeschlagen, um Corona-Hotspots in Schulen zu vermeiden.

Corona in NRW: Laumann wehrt sich gegen Beherbergungsverbot - macht „keinen Sinn“

Update vom 13. Oktober, 13.01 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte am Dienstag in Düsseldorf an, dass Nordrhein-Westfalen das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten auch weiterhin nicht umsetzen wird. Solche Verbote machen seines Wissens nach „keinen Sinn, weil sie nicht dazu beitragen, die Ansteckungsketten zu verlangsamen“, sagte Laumann.

Der NRW-Gesundheitsminister betonte: „Wir müssen aufpassen, dass wir für das, was wir machen, die Akzeptanz behalten.“ Viele Corona-Maßnahmen seien in den vergangene Monaten zwar akzeptiert worden. Das Beherbergungsverbot habe allerdings sehr viel Akzeptanz kaputtgemacht. Wie bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch eine Einigung in der Frage gefunden werden solle, wisse er auch nicht, sagte Laumann. Es gebe aber inzwischen auch aus der Medizin Wortmeldungen zum Thema Beherbergungsverbote, welche die Position Nordrhein-Westfalens bestärkten, berichtete er. Das betroffene Gastgewerbe hält die Maßnahmen für unsinnig und unpraktikabel.

Corona in NRW: Leverkusen und Gelsenkirchen nun auch Risikogebiet

Update vom 13. Oktober, 9.35 Uhr: Mit Leverkusen und Gelsenkirchen haben zwei weitere Großstädte in Nordrhein-Westfalen den 7-Tage-Inzidenzwert von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen berichtete, liegt der Wert in der Bayer-Stadt bei 62,3. Die kritische Schwelle wurde also deutlich überschritten. Am Montag lag der Wert nach Angaben der Stadt noch bei 44,6. Aus Sicht von Virologen ist Leverkusen damit nun auch ein Corona-Risikogebiet.

Dies gilt nun auch für Gelsenkirchen, wo die 7-Tage-Inzidenz am Dienstag nach RKI-Angaben bei 58,9 lag. Bereits am Montagabend hatte die Landeshauptstadt Düsseldorf mitgeteilt, dass sie die Warnstufe ebenfalls überschritten habe. Dort lag der Wert am Dienstag bei 55. Weiterhin drüber sind zum Beispiel Köln (66), Duisburg (54,5) und Hamm (58,4).

Corona in NRW: Mehr als 1.200 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Update vom 13. Oktober, 6.45 Uhr: In NRW sind binnen 24 Stunden 1.211 Corona-Neuinfektionen und vier Todesfälle gemeldet worden, wie auf dem Covid-19-RKI-Dashboard zu lesen ist.

In NRW müssen Maskenmuffel im Supermarkt ein Bußgeld von 50 Euro zahlen. Im öffentlichen Nahverkehr sind sogar 150 Euro fällig - ohne zusätzliche Aufforderung. Im Restaurant kostet es 250 Euro, wenn man einen falschen Namen angibt. Zwar müssten auch die Wirte die Angaben auf Plausibilität überprüfen, sie würden aber nicht bestraft.

Corona in NRW: Nächste Metropole jetzt Risikogebiet

Update vom 12. Oktober, 18.50 Uhr: Auch in Düsseldorf ist der Inzidenzwert über die kritische Marke gerutscht. Mit einer Zahl von 54,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt die Rheinmetropole jetzt ebenfalls als Risikogebiet. In der Öffentlichkeit dürfen sich dort nun nur noch maximal fünf Menschen treffen. Für Bars uns Restaurants gilt eine Sperrstunde ab 1 Uhr.

Update vom 12. Oktober, 7.27 Uhr: Duisburg ist neuer Corona-Hotspot in Nordrhein-Westfalen. Die Stadt hat einen Wert von 50,1 beim 7-Tage-Inzidenz-Wert, wie aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Duisburg muss sich auf Einschränkungen im öffentlichen Leben einstellen.

Am Sonntag hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einheitliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots angekündigt. Sie sollen gelten, wenn ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt in NRW die Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreitet:

  • Nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen.
  • Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants eingeschränkt werden.
  • Für öffentliche Veranstaltungen sollen strengere Obergrenzen für die Teilnehmerzahl gelten.
  • Für Feiern in privaten Räumen soll die Teilnehmerzahl dann auf 25 begrenzt werden.

Corona-Alarm in NRW: Laschet verkündet die neuen Regeln - „Situation ist ernst“

Update vom 11. Oktober, 15.37 Uhr: Die Pressekonferenz mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in Düsseldorf ist beendet.

Update vom 11. Oktober, 15.33 Uhr: „In ganz NRW gelten ab einer Inzidenz von 35 die gleichen Maßnahmen“, sagt Laschet. Auch für Regionen, wo der Wert noch darunter liegen würde. Das solle eine neue Schutzverordnung ab dem 1. November regeln. Auch bei der Ministerkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch möchte sich Laschet für eine Vereinheitlichung der Regeln im Bundesgebiet einsetzen. Einen kompletten Lockdown möchte der NRW-Ministerpräsident vermeiden. Wichtig sei, dass die Bevölkerung sich weiter an die Corona-Regeln halte.

„Auf Herbstferien verzichten“ - NRW-Minister appelliert an die Bevölkerung

Update vom 11. Oktober, 15.25 Uhr: Laschet appelliert an die Jungen. „Es ist eine solidarische Pflicht der Jungen“ auch an die Älteren und Großeltern zu denken, mit denen man zusammentreffen würde. Auch von Reisen in den Herbstferien rät der NRW-Ministerpräsident eindringlich ab. 50.000 Menschen befänden sich derzeit in Quarantäne. Die Einhaltung der Quarantäne würden jetzt stärker überwacht werden, kündigte Laschet an.

Update vom 11. Oktober, 15.18 Uhr: NRW-Chef Laschet stellt einheitliche Maßnahmen vor. Ab einem Grenzwert von 30 sollen private Feiern auf 50 Teilnehmer im ganzen Land beschränkt werden. Es sollen überall die gleichen Regeln gelten. Kommunen sollen in bei der Kontaktverfolgung Hilfe bekommen. Ab einem 7-Tage-Inzidenz von 35 sollen beispielsweise Pflegeeinrichtungen in Kommunen umfassend getestet werden, betont Laschet.

Corona in NRW: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen informiert über die aktuelle Lage (Symbolfoto)

Update vom 11. Oktober, 15.10 Uhr: „Die Situation ist besorgniserregend“, sagt NRW- Ministerpräsident Armin Laschet zu Beginn der Pressekonferenz in Düsseldorf. Neun Städte in NRW überschreiten den kritischen Schwellwert, so Laschet. Die Pandemie soll gezielt bekämpft werden. Die Regeln sollen aber für die Bürger verständlich bleiben. Ziel aller Bestrebungen solle sein, dass die Zahl der Todesfälle nicht steigen. Ab einem Grenzwert von 50 sollen in allen Hotspots einheitliche Maßnahmen gelten. Veranstaltungen mit 250 Teilnehmern generell abgesagt werden, bei privaten Feiern nur noch 25 Personen erlaubt sein und sich nur noch fünf Personen im öffentlichen Raum treffen dürfen.

Update vom 11. Oktober, 14.52 Uhr: Ministerpräsident Armin Laschet will ein jetzt ein Statement vor der Presse zur Corona-Lage in NRW abgeben. Essen und Köln haben die Corona-Maßnahmen schon verschärft. Doch die Regeln in den Städten sind unterschiedlich. Ob nun weitere neuen Maßnahmen für ganz NRW folgen?

Corona in NRW: Laschet beruft Krisensitzung ein

Update vom 11. Oktober, 10.41 Uhr: Die steigenden Neuinfektionen mit den Coronavirus in Nordrhein-Westfalen bereiten der Landesregierung Sorge. Für den heutigen Sonntag wurde eine Sondersitzung einberufen, Ministerpräsident Armin Laschet will im Anschluss über die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen in NRW informieren. Das Presse-Briefing ist für 15 Uhr angesetzt.

Mit 1422 Neuinfektionen in 24 Stunden und rund 5820 Fällen innerhalb der letzten 7-Tage und einer Inzidenz von 32,4 liegt das bevölkerungsreichste Bundesland den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vor den ebenfalls schwer getroffenen Ländern Bayern (3034 Fälle in sieben Tagen und einer Inzidenz von 23,1) und Baden-Württemberg (2621 Fälle in sieben Tagen, 7-Tage-Inzidenz liegt bei 23,6).

Corona-Alarm in NRW: In Deutschland sind immer mehr rote Flecken auf Covid-19-Karte des Robert-Koch-Instituts zu sehen.

Update vom 11. Oktober, 8.51 Uhr: Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Corona-Hotspot: die Stadt Essen. Essen (NRW) hat den Inzidenzwert von 50 am Sonntag erneut überschritten*. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt auf seinem Dashboard eine 7-Tage-Inzidenz von 57,3 an. Am Vortag hatte der Wert noch bei 47,4 gelegen, teilt die Stadt Essen mit. In Essen gelten nun strenge Corona-Regeln für Partys. Die Stadt hatte schon verfügt, dass ab dem 12. Oktober private Feiern, die außerhalb von Wohnungen stattfinden vom Veranstalter drei Tage im Voraus beim Ordnungsamt anzumelden sind. Die Teilnehmerzahl ist für private Feste auf 25 Personen begrenzt* (Hinweis: Die Zahl wurde von 50 auf 25 korrigiert). Bei Verstößen gegen diese Corona-Vorschriften drohen saftige Geldstrafen in Höhe von bis zu 25.000 Euro.

In NRW wurden 1.422 Corona-Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden nach RKI-Angaben registriert. Insgesamt sind in Deutschland 4.721 Corona-Fälle verzeichnet worden.

Corona-Zahlen: NRW seit Tagen trauriger Spitzenreiter bei Neuinfektionen - kurioser Auftritt zu neuen Regeln in Köln

Erstmeldung vom 10. Oktober 2020

Köln - Am Samstag hat die Millionenstadt Köln den wichtigen Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum für Gesundheit gab den Wert am Samstag mit 54,8 an. Damit gelten jetzt sieben Regionen in Nordrhein-Westfalen als Risikogebiet. Die Stadtverwaltung Kölns ordnete zahlreiche Einschränkungen für das öffentliche Leben an*.

Corona in Köln: Grenzwert überschritten - verschärfte Regeln

Am Freitag verkündete Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf einer Pressekonferenz, dass sich künftig höchstens fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Zudem gilt im öffentlichen Raum ab 22 Uhr ein Alkoholverbot. An den Wochenenden darf an Hotspots kein Alkohol mehr verkauft werden. Darüber hinaus führt die Stadt Köln eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen ein.

Bei der Pressekonferenz der Oberbürgermeisterin wurde direkt deutlich, wie schwierig es wird, die neuen Corona*-Regeln einzuhalten. Im Hintergrund waren mehrfach Jubelschreie einer offenbar in Hörweite feiernden Hochzeitsgesellschaft wahrzunehmen. Irgendwann reagierte Reker darauf und sagte, sie wisse, dass sei „ein wichtiger Tag im Leben“. Allerdings gelte auch bei einer Hochzeitsgesellschaft jetzt Zurückhaltung. Sie betätige sich nur ungern als Spaßbremse, so Reker.

Corona in Deutschland: Sieben Risikogebiete in Nordrhein-Westfalen

Seit mehreren Tagen hat Nordrhein-Westfalen die höchsten Infektionsraten* aller deutschen Bundesländer. Am Samstag war die Stadt Herne mit 66,5 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen Spitzenreiter. Mit den Städten Hamm (64,5), Wuppertal (55,2), Hagen (55,1), Köln (54,8), Recklinghausen (52,3) und Remscheid (51,2) verzeichnet Nordrhein-Westfalen insgesamt sieben Risikogebiete.

Angespannt ist die Lage zudem in Essen und der Landeshauptstadt Düsseldorf. Der 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt in Essen mit 47,5 und Düsseldorf mit 42,7 nur knapp unter dem kritischen Wert von 50. An der Entwicklung in den Ballungsräumen zeige sich, „ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag nach einer Videokonferenz mit den Vertretern der elf größten deutschen Städte. Sie drängte auf schärfere Maßnahmen und bot Hilfe durch Kräfte der Bundeswehr und des Robert-Koch-Instituts (RKI)* an. Der NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann forderte die Kommunen zu stärkeren Kontrollen der Corona*-Regeln auf.

Corona in NRW: Essen und Düsseldorf knapp unter kritischem Inzidenzwert

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen kündigte nach der Videokonferenz an, die angebotene Hilfe durch die Bundeswehr zu prüfen. Ab einer Überschreitung des Grenzwerts seien in Essen nur noch Feiern mit maximal 25, statt bisher 50 Personen, erlaubt. Bereits ab elf Teilnehmern müssten solche Feiern dann angemeldet werden. Zudem soll es in Essen eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden, beispielsweise Schulen, geben.

In Düsseldorf wurde eine solche Maskenpflicht am Freitag bereits angeordnet, wie auch wa.de* berichtet. Zudem wird das Tragen einer Maske in zwölf hoch frequentierten Bereichen der Stadt, darunter die Altstadt, oder der Hauptbahnhof, empfohlen. Ab einem Inzidenzwert von 50 dürfen hier ebenfalls nur noch 25 Menschen an Feiern teilnehmen. (ph) *Merkur.de und wa.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/Roberto Pfeil/dpa

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