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„Schnitzelpanik“ in Österreich: Landesweite 2G-Verschärfung ab Montag - Ansturm auf Impfzentren

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Von: Patrick Huljina

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Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus sind in Österreich derzeit so hoch wie noch nie. Bei einem Gipfel am Freitag kündigte die Regierung eine 2G-Regel an – mit Wirkung.

Wien - Österreich meldet Rekordzahlen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Laut der offiziellen Statistik vom Samstag (6. November) wurden innerhalb eines Tages 9943 neue Fälle gezählt – ein neuer Rekord. Der bisherige Höchstwert aus dem November des Vorjahres lag bei 9586. Am Sonntag (7. November) wurden in der Alpenrepublik 8554 Corona-Neuinfektionen registriert – der höchste Sonntagswert seit Beginn der Pandemie.

Corona in Österreich: Landesweite 2G-Regel ab Montag

Angesichts der rapide steigenden Fallzahlen und der sich füllenden Intensivstationen hatte die Regierung nach dem Corona-Gipfel am Freitag (5. November) einen landesweiten 2G-Plan angekündigt. Ab Montag (8. November) haben nur noch Geimpfte oder von Covid-19 Genesene (2G-Regel) Zutritt zu Lokalen, Veranstaltungen und Hotels. Die Wiener Zeitung Heute sprach von einem „Schnitzel-Lockdown“.

Somit sind auch der Tourismussektor und Skigebiete von diesem Teil-Lockdown für Ungeimpfte betroffen. Außerdem gilt die Regel für Dienstleister wie Friseurbetriebe, Massagesalons oder Nagelstudios. Die Regelung in Österreich werde wohl mindestens bis Weihnachten in Kraft bleiben, sagten Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) der Kronen Zeitung

Corona in Österreich: Ansturm auf Impfzentren – so viele Impfungen wie zuletzt Anfang August

Nach der Ankündigung der neuen Maßnahmen hat der Andrang in Österreichs Impfzentren enorm zugenommen. Ein Augenzeuge sprach laut Bild von einer regelrechten „Schnitzelpanik“ – ohne Impfung komme man schließlich nicht ins Lokal um sein Schnitzel zu essen. Alleine am Samstag seien fast 32.000 Menschen geimpft worden, meldete die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf Angaben des Gesundheitsministeriums. Bei jeder dritten Person habe es sich um eine Erstimpfung gehandelt. Bislang sind etwa 65 Prozent der österreichischen Bevölkerung vollständig geimpft.

Alexander Schallenberg (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, kommt zu einer Pressekonferenz nach einer Krisensitzung mit den Ministerpräsidenten.
Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) verkündetet nach dem Corona-Gipfel eine landesweite 2G-Regel in Österreich. (Archivbild) © Michael Gruber/dpa

Einschließlich der sogenannten Booster-Impfungen habe es in der vergangenen Woche insgesamt 213.000 Corona-Impfungen gegeben – so viele wie zuletzt Anfang August. Die Personen, die sich am Samstag eine Auffrischungsimpfung abgeholt haben, machten mit 17.113 den größten Anteil der Impfungen aus. In Österreich ist der „Grüne Pass“ künftig nur noch neun Monate nach der Zweitimpfung gültig. Danach braucht man einen „Booster“, um einen vollständigen Impfschutz vorzuweisen.

Die Wartezeiten in der größten Impfstraße Wiens stiegen auf eineinhalb Stunden an. Im Salzburger Land holten sich am Samstag knapp 1400 Menschen spontan ohne Termin eine Impfung – in den Wochen zuvor waren es nur 2000 pro Woche gewesen. Während im ganzen Bundesland Tirol zuletzt 300 bis 400 Corona-Impfungen pro Tag durchgeführt wurden, waren es am Samstag zwischen 300 und 500 pro Impfzentrum, berichtete der Kurier.

Corona in Österreich: Mückstein fordert Ende der „augenzwinkernden Wurschtigkeit“

Für eine vierwöchige Übergangsfrist sollen Personen mit einer ersten Impfdosis in Verbindung mit einem negativen PCR-Test ebenfalls für die 2G-Regelung anerkannt werden. Ein Anreiz, um die Menschen zu Erstimpfungen zu bewegen, erklärte die Regierung am Freitag. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gab sich realistisch: Etwa fünfzehn Prozent der Menschen seien absolut gegen eine Corona-Impfung, acht Prozent könnten noch überzeugt werden, sagte er der Kleinen Zeitung.

Jetzt müsse aber nicht nur geimpft, sondern auch die 2G-Regel konsequent umgesetzt werden, forderte er und spielte auf die bislang vielerorts laschen Kontrollen der 3G-Regel in Lokalen an. „Wenn es bei uns an manchen Orten mit einer augenzwinkernden Wurschtigkeit weitergeht, wird das nicht funktionieren“, stellte Mückstein klar. (ph/dpa/afp)

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