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Corona: Gerät Lage in Österreich außer Kontrolle? Todeszahlen steigen rasant - Lockdown-Verschärfung droht

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  • Maximilian Kettenbach
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Die Gesundheitsämter in Österreich sind wegen Covid-19 völlig überlastet. Corona-Hotspots finden sich in Nähe zur deutschen Grenze. Der News-Ticker zur Pandemie.

  • Coronavirus-Pandemie in Österreich: Am Freitag (6. November) meldete die Alpenrepublik 6.464 Corona*-Fällen innerhalb eines Tages.
  • In vielen Corona*-Hotspots Österreichs liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert weit über 600.
  • Kurz‘ Gesundheitsminister Anschober warnt vor Lockdown-Verschärfungen (Update 7. November).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 9. November finden Sie hier.

Update vom 7. November, 12.53 Uhr: In Österreichs Regierung um Kanzler Kurz gerät aufgrund der verschärften Corona-Situation immer weiter unter Druck. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner forderte nun, die Bundesregierung müsse „ihren Blindflug im Corona-Krisenmanagement endlich beenden“. Aktuell entscheide es sich, ob das Infektionsgeschehen eingedämmt werden kann oder nicht. Die Regierung handle aber erst, wenn „Feuer am Dach“ sei, meinte die frühere Gesundheitsministerin in einer Presseaussendung. Nun sei es Zeit, unabhängige Experten ans Ruder zu lassen. Diese müssten beurteilen, „ob die Maßnahmen der Bundesregierung ausreichen oder nicht“. Demnach seien nur noch Viertel der Corona-Fälle rückverfolgbar.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat derweil erneut am Samstag im Ö1-“Morgenjournal“ eine mögliche weitere Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus angedeutet. Das berichtet oe24.at. Sollten über 850 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sein, müsse man demnach reagieren. Aktuell hält man ungefähr bei der Hälfte, der tägliche Zuwachs in diesem Bereich war in jüngster Vergangenheit aber enorm (siehe Update unten).

Der Kurier stellt bereits die Frage, ob der Regierung die Lage außer Kontrolle gerät.

Update vom 6. November, 21.55 Uhr: Die Corona-Lage in Österreich ist weiterhin alarmierend, aktuell sind mehr als 50.000 aktive Fälle gemeldet, von Donnerstag auf Freitag wurden 6.464 Neuinfektionen gemeldet (siehe Update von 11.15 Uhr). Am Vortag meldeten die Gesundheitsämter mit 7.416 Neuinfektionen einen neuen Rekordwert. Auch die Todesrate der vergangenen Woche ist äußerst beunruhigend.

Dass steigende Todeszahlen mit ebenso steigenden Infektionszahlen einhergehen, verwundert zwar nicht, jedoch ist der Anstieg der Toten in Verbindung mit dem Coronavirus enorm steil. Von Donnerstag auf Freitag wurden 72 entsprechende Todesfälle gemeldet, vor dem vergangenen Freitag waren es 1.082 Todesopfer, nun sind es 1.340 Tote im Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb einer Woche starben somit 258 Menschen mit einer Infektion. In der Vorwoche starben mit 128 Fällen nur halb so viele infizierte Personen.

Wie der Kurier schreibt, scheint die Corona-Krise in der Alpenrepublik langsam außer Kontrolle zu geraten. Wie Daniela Schmidt, Sprecherin der österreichischen Corona-Kommission, auf einer Pressekonferenz am Freitag erklärte, wurde nur noch bei 27 Prozent der Corona-Fälle die Infektionsquelle geklärt. Somit ist lediglich bei jedem Vierten der Grund für die Ansteckung geklärt, eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 50 Prozent.

Corona-Pandemie in Österreich: Nachbar Slowenien verlängert seinen Covid-19-Lockdown

Update vom 6. November, 17.45 Uhr: Nicht nur die Coronavirus-Pandemie steht dieser Tage in der Alpenrepublik im Fokus. Nach dem Terror-Anschlag von Wien lässt Österreich mutmaßlich radikale Moscheen* schließen.

Update vom 6. November, 14.40 Uhr: Aus Österreich geht der Blick in der Corona-Pandemie immer auch in Richtung angrenzenden Balkan. Zu den Ländern aus Ex-Jugoslawien hat die Alpenrepublik schließlich nicht nur wegen der einstigen k.u.k.-Monarchie einen engen Bezug.

Slowenien, das an Kärnten und die Steiermark grenzt, hat nun seinen Covid-19-Lockdown um (mindestens) vier weitere Wochen verlängert. „Auf jeden Fall wird es ein langer Winter sein“, erklärte Premierminister Janez Jansa und hoffte auf eine dennoch „normale“ Weihnachtszeit Ende Dezember.

Corona-Pandemie in Österreich: Regierung Kurz schließt schärfere Maßnahmen nicht aus

Update vom 6. November, 12 Uhr: Die österreichische Regierung wirbt bei der Bevölkerung weiter um die Bereitschaft, die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten.

So behalte man sich vor, die Maßnahmen im Teil-Lockdown weiter zu verschärfen, erklärte Bundesgesundheitsminister Rudolf „Rudi“ Anschober (Die Grünen) am Freitag. Oberstes Ziel bleibe es, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Update vom 6. November, 11.45 Uhr: Österreich hat den bisherigen Höchststand an Corona-Toten binnen 24 Stunden erreicht. Noch nie wurden in der Pandemie in der Alpenrepublik bisher so viele Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Demnach meldeten die Behörden am Freitag 72 Tote innerhalb eines Tages.

Österreich ist Corona-Rot: Gesundheitsminister Rudolf „Rudi“ Anschober (Die Grünen).

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Corona-Fälle lassen sich kaum noch zurückverfolgen

Update vom 6. November, 11.15 Uhr: Die Gesundheitsämter und Behörden haben in Österreich immer größere Schwierigkeiten im Kampf um die Eindämmung des heimtückischen Coronavirus.

Konkret können nur noch 27 Prozent der Neuinfektionen mit Corona auf eine Quelle zurückverfolgt werden. Dies liege an der Vielzahl der Fälle, sagte Daniela Schmied von der Corona-Kommission. Sie verwies weiter darauf, dass dieser Wert unbedingt wieder gesteigert werden müsse, um die Pandemie besser in den Griff zu bekommen.

Die Politik hat bereits reagiert: Bundesgesundheitsminister Rudolf Anschober (Die Grünen) hat an diesem Freitag die Bürger dazu aufgerufen, ehrlich und lückenlos ihre Kontakte anzugeben. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass sich in den nächsten Tagen jeweils etwas mehr als 6000 Menschen nachweislich mit dem Virus anstecken werden.

Der Bodensee mit den Vorarlberger Alpen im Hintergrund.

Die Zahl der Neuansteckungen mit Covid-19 ging laut Anschober am Freitag leicht auf 6464 nachgewiesene Fälle zurück - nach 7416 registrierten Neuinfektionen am Donnerstag.

Update vom 5. November, 20.30 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in deutschen Städten, Landkreisen und Bundesländern ist hoch, aber bei Weitem nicht so hoch wie in österreichischen Covid-19-Hotspots.

Drei Bezirke, die unmittelbar an der deutschen Grenze liegen, weisen dabei regelrecht spektakuläre Werte auf. Konkret handelt es sich um folgende Gebiete: Dornbirn, Ried im Innkreis und Sankt Johann im Pongau.

Dornbirn liegt in der Nähe des Bodensees, wenige Kilometer vom Grenzübergang zwischen dem österreichischen Bregenz und dem deutschen Lindau entfernt. Seit Wochen ist die Kleinstadt (etwa 50.000 Einwohner) ein absoluter Corona-Hotspot in der Alpenrepublik.

Corona-Hotspots an deutscher GrenzeBundesland7-Tage-Inzidenz an Neuinfektionen
DornbirnVorarlberg842
Ried im InnkreisOberösterreich728
Sankt Johann im PongauSalzburg655

Ried befindet sich unweit der bayerischen Kleinstädte Simbach am Inn, Burghausen sowie Altötting und Neuötting. Sankt Johann im Pongau grenzt indes an den Nationalpark Berchtesgaden auf der deutschen Seite der Grenze.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Corona-Ampel steht in allen Bezirken und Regionen auf Rot

Update vom 5. November, 20 Uhr: Es ist offiziell: Österreich selbst stuft das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus überall im Land als sehr hoch ein. In einer Sitzung am Donnerstagnachmittag hat die sogenannte Corona-Kommission alle Bezirke und Regionen im Ampel-Warn-System auf Rot gestellt. Das berichtet das Nachrichtenportal oe24.at.

Gelb waren dem Bericht zufolge zuvor die Bezirke Spittal an der Drau (Kärnten), Murau in der Steiermark sowie die Vorarlberger Regionen Klostertal/Arlberg und das Große Walsertal, beide insbesondere für ihren Ski-Tourismus bekannt. 

Corona-Pandemie in Österreich: Touristen dürfen in Alpenrepublik nicht mehr übernachten

Update vom 5. November, 19.30 Uhr: Seit dem 3. November gelten in der Alpenrepublik neue Corona-Regeln.

So kommt der Lockdown in Österreich einem Urlaubsverbot gleich. Was Reisende jetzt wissen müssen? Hotels sind für Touristen geschlossen, es gilt ein Beherbergungsverbot. Auch die Gastronomie musste dicht machen. Speisen dürfen zwischen 6 und 20 Uhr nur abgeholt werden.

Zudem ist eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens Teil der Covid-19-Beschränkungen.

Corona-Pandemie in Österreich: Rekordwert bei den Covid-19-Neuinfektionen

Update vom 5. November, 15.54 Uhr: In Österreich wurden laut Innen- und Gesundheitsministerium binnen 24 Stunden 7416 Neuinfektionen gezählt. Damit wurde nach gestern erneut ein Rekordwert erreicht.

Im selben Zeitraum starben 41 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Kliniken und auf Intensivstationen stieg weiter. Nach Angaben vom Donnerstag verbreitet sich das Coronavirus besonders in den Bundesländern Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich und Wien. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl liegen die Neuinfektionen deutlich über dem deutschen Niveau.

Corona in Österreich: Besorgniserregende Infektionszahlen

Erstmeldung vom 5. November: Wien - Die zweite Welle* der Coronavirus-Pandemie sorgt im Nachbarland Österreich seit Wochen für steigende Infektionszahlen. Am Mittwoch wurde mit 6211 neuen Corona-Fällen innerhalb eines Tages ein neuer Rekordwert erreicht. Seit Dienstag ist in der Alpenrepublik ein erneuter Lockdown in Kraft. Die Regierung um Kanzler Sebastian Kurz versucht mit strengeren Maßnahmen, beispielsweise einer nächtlichen Ausgangssperre, die Zahlen in den Griff zu bekommen.

Besorgniserregend sind dabei vor allem die steigenden Zahlen der Hospitalisierungen und Personen, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Insgesamt werden in Österreich 2584 Corona-Infizierte* in Krankenhäusern behandelt, 384 davon intensivmedizinisch. Das meldete das Innenministerium am Mittwoch.

Corona in Österreich: Infektiologe warnt vor weiterem Anstieg der Zahlen

Richard Greil, Infektiologe am Uniklinikum Salzburg, sagte in einem Gespräch mit oe24.at: „Die Zahl der Neuinfektionen und Hospitalisierungen wird in den kommenden zwei bis drei Wochen weiter ansteigen, da sich derzeit die letzten Tage vor dem Lockdown noch nicht bemerkbar machen.“ Der Experte warnte, die steigenden Zahlen würden Österreich noch in große Schwierigkeiten bringen.

Schuld daran sei die zu späte Reaktion der Verantwortlichen. Greil erklärte, dass im Kampf gegen die Corona-Krise* jeder Tag zähle und die zu spät ergriffenen Maßnahmen schlussendlich zu einem Tracing-Verlust führten. Eine massive Reduktion von Kontakten müsse jetzt das Ziel sein, um die Lage für die Krankenhäuser wieder zu entspannen.

Österreich: Die zehn Corona-Hotspots im Überblick

Besonders angespannt ist die Situation in den sogenannten Corona-Hotspots. Mehrere Bezirke weisen Werte von mehr als 600 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf. Die zehn am schlimmsten betroffenen österreichischen Bezirke und ihre jeweilige 7-Tage-Inzidenz* im Überblick:

  • Eferding (Oberösterreich): 883
  • Schwaz (Tirol): 873
  • Dornbirn (Vorarlberg): 842
  • Rohrbach (Oberösterreich): 792
  • Grieskirchen (Oberösterreich): 735
  • Ried im Innkreis (Oberösterreich): 728
  • Schärding (Oberösterreich): 721
  • Eisenstadt (Burgenland): 675
  • Urfahr-Umgebung (Oberösterreich): 662
  • Sankt Johann im Pongau (Salzburg): 655

Corona-Lockdown in Österreich: Bislang 28 Anzeigen wegen Verstößen gegen Ausgangsbeschränkung

Seit Beginn des erneuten Corona-Lockdowns in Österreich wurden insgesamt 28 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen verhängt. 17 der Fälle betrafen Wien, jeweils vier Salzburg und die Steiermark und drei Anzeigen gab es in Tirol, wie das Innenministerium am Mittwochnachmittag auf Anfrage der APA mitteilte.

„Aus polizeilicher Sicht sind wir mit der ersten Bilanz der Kontrollen mehr als zufrieden. Es gab nur wenige, vereinzelte Übertretungen im gesamten Land. Das Zusammenwirken der Polizei und der Bevölkerung als Partner, funktioniert erneut sehr gut“, betonte ein Sprecher des Innenministeriums. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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