Nach dem Tod einer Krankenschwester des Landesklinikums Zwettl  stoppte Österreich die Impfung mit einer Charge.
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Nach dem Tod einer Krankenschwester des Landesklinikums Zwettl stoppte Österreich die Impfung mit einer AstraZeneca-Charge.

Rückruf für Charge

Corona: Nach Tod einer Krankenschwester in Österreich - Tausende AstraZeneca-Dosen landen im Müll

Nach dem Tod einer Krankenschwester hat Österreich eine Charge des AstraZeneca-Impfstoffs zurückgezogen. Tausende Impfdosen landen auf dem Müll.

Update vom 11. März: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) gab nun eine erste Entwarnung. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass der Tod der Krankenschwester in Zwettl oder die Lungenembolie ihrer Kollegin durch die Corona-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca verursacht wurden.

Erstmeldung vom 8. März: Wien - In Österreich wurden Corona-Impfungen der Chargennummer ABV 5300 gestoppt. Andere Chargen von AstraZeneca können verabreicht werden, teilt Kärnten am Sonntag mit. Auch aus Niederösterreich hieß es am Sonntag, werde weiter verimpft.

„Sicherheitshalber werden die Restbestände der betroffenen Impfstoff-Charge nicht mehr ausgegeben und nicht mehr verimpft“, teilt das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) mit. Auf Hochtouren laufen, laut BASG, alle notwendigen Untersuchungen „einen möglichen Zusammenhang vollständig ausschließen zu können“. Aktuell gibt es keinen Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod einer Krankenschwester, betont das Ministerium.

Corona in Österreich: Tod einer Krankenschwester des Landesklinikums Zwettl wird mit Hochdruck untersucht

Nach dem Tod einer mit AstraZeneca geimpften Krankenschwester in Zwettl (NÖ) sind jedoch viele Fragen weiter offen. Die 49-Jährige hatte zwölf Tage zuvor die erste Dosis des AstraZeneca Corona-Impfstoffs erhalten. Dann ist die Frau in „Folge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben“. Eine Kollegin (35) aus dem Landesklinikum Zwettl, „die eine Lungenembolie entwickelt hat, ist auf dem Weg der Besserung“, so die BASG. Die zwei Meldungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung aus derselben Charge des AstraZeneca-Impfstoffs bestätigte das Ministerium am Sonntag. Eine Obduktion am Wiener AKH sollen die Umstände des Todes der 49-jährigen Krankenschwester klären. Das Wiener Universitätsklinikum AKH und das BASG haben bisher keinen Zusammenhang zwischen dem Tod der Frau und dem Impfstoff hergestellt, berichtet das ORF.

Video: Wien impft mit AstraZeneca

Covid-19-Impfstoff: AstraZeneca-Charge in Österreich zurückgezogen

6.000 Impfdosen mussten, laut ORF zurückgezogen werden. Rund 37.000 Dosen der Charge seien bereits verimpft. Den vorsorglichen Ausgabestopp für die Charge ABV 5300 des AstraZeneca-Impftstoffs gibt es demnach schon seit Freitagabend. Am Sonntag teilte das Land Kärnten mit, dass Impfdosen dieser Charge geliefert worden waren. „Sofort wurden das Rote Kreuz, die Krankenanstalten sowie die Ärztekammer - jene Trägerorganisationen, die mit dieser Charge beliefert worden waren - informiert.“

Wie oe24.at berichtet, habe die besagte Charge eine Million Dosen umfasst. Sie sei in ganz Europa verteilt worden. Österreich habe rund 43.000 Impfdosen davon abbekommen. Wo sich die restlichen 6.000 Dosen genau befinden sei zunächst noch unklar. Am Sonntag wurde nach Medienberichten in Kärnten das Messezentrum in Klagenfurt zugesperrt. Der Landeshauptstadt standen nur Impfdosen aus der betroffenen Charge zur Verfügung. Eine Hotline für Betroffene wurde eingerichtet.

Nach Corona-Vorfall in Österreich: Sind Impfungen mit AstraZeneca sicher?

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) alle Altersgruppen mit AstraZeneca zu impfen. Dabei stütze die Stiko sich auf neue Studiendaten aus Schottland und England, die „erstmals robuste Ergebnisse zur guten Wirksamkeit des Impfstoffs in höheren Altersgruppen bereits nach einer Impfstoffdosis“ lieferten. Zuvor war der Einsatz des Impfstoffs in Deutschland nur Menschen bis zu einem Alter von 64 Jahren empfohlen worden. Auch in Österreich und Dänemark wird ab dem 5. März der Corona-Impfstoff von AstraZeneca für Menschen über 65 empfohlen. Hier finden Sie einen Faktencheck zu den Corona-Impfstoffen - Von Unfruchtbarkeit bis Genveränderung.

In einer Studie aus Schottland zeigt sich, dass der Impfstoff von AstraZeneca schwere Verläufe auch bei älteren Menschen verhindern kann. Schon nach der ersten Dosis mit AstraZeneca ging das Risiko mit Covid-19 ins Krankenhaus zu müssen, deutlich zurück. Bei den über 80-Jährigen waren es in der vierten Woche nach der Impfung ein Rückgang von 81 Prozent.

Der Impfstoff namens AZD1222 wurde von dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca zusammen mit der Universität Oxford entwickelt. Er wird seit Januar in Großbritannien in großem Stil eingesetzt und kann im Gegensatz zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden. Er ist zudem preisgünstiger als die sogenannten mRNA-Impfstoffe der anderen beiden Hersteller.

In der EU sind bisher drei Corona-Impfstoffe zugelassen worden. Sie stammen von den Herstellern Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca. Am 11. März wird die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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